Schreiben lernen mit Poetry Slam

Blut tropfte auf mein Notizbuch.

Nicht viel.

Nur ein paar Spritzer vom aufgeplatzten Fingernagel.

Ich hatte drei Stunden lang geschrieben.

Ohne Pause.

Ohne Kaffee.

Ohne Atmen.

Und am Ende?

Vier Seiten Müll.

Wortmüll.

Schreiben lernen Müll

Gedankenmüll.

Existenzieller Schrott, der nicht mal als Altpapier taugte.

Ich riss die Seiten raus, knüllte sie zusammen und warf sie gegen die Wand.

Schreiben lernen?

Fick dich, Schreiben.

Denn hier ist die Wahrheit, die dir niemand erzählt:

Schreiben lernen tut weh.

Richtig weh.

Schreiben lernen mit Poetry Slam


Nicht so "Oh, das ist aber anstrengend"-weh.

Sondern "Ich hasse mich selbst und meine Gedanken und jeden Buchstaben, den ich je produziert habe"-weh.

Verstehst du?

Wahrscheinlich nicht.

Noch nicht.

Aber du wirst.

Denn wenn du bis hierhin gelesen hast, dann bist du einer von uns.

Einer von denen, die glauben, dass Worte heilen können.

Dass Sätze retten können.

Dass ein verdammter Text die Welt verändern kann.

Schreib Mythen Schreiben lernen

Spoiler:

Kann er.

Aber nicht so, wie du denkst.


Dieser Text ist kein Ratgeber.

Dieser Text ist kein Ratgeber.

Er ist eine Waffe.

Ein literarisches Messer, das dich aufschneidet und dir zeigt, was wirklich in dir steckt.

Hier bekommst du:


Einen universellen Poetry-Slam-Tipp, der so radikal ist, dass du ihn entweder hasst oder liebst.

Keine Mitte. Kein "Naja, ganz interessant".


Sondern: Transformation.

  • Dutzende Beispiele von Slammern, Schriftstellern, Musikern und VIPs, die genau das durchgemacht haben, was du gerade durchmachst.
  • Geschichten, die dich zum Lachen, Weinen und Kotzen bringen werden.

Manchmal alles gleichzeitig.

Die brutale Wahrheit über das Schreiben lernen, die dir dein Deutschlehrer nie verraten hat.

Weil er sie selbst nicht kennt.

Und am Ende?

Eine Entscheidung. Entweder du bleibst, wer du bist.

Oder du wirst zur Stimme, vor der andere Angst haben.

Ready?

Dann schnall dich an. Denn ab jetzt wird's ungemütlich.


Julia Engelmann – Vom Studentenzimmer zur Millionen-Reichweite


Engelmann Schreiben lernen



Julia Engelmann war Studentin.

Philosophie, glaube ich.

Oder war es Germanistik?

Egal.

Sie schrieb Texte.

Privat.

Für sich.

In ihrem Zimmer.

Und dann ging sie zu einem Poetry Slam. In Bielefeld.

Ja, Bielefeld. Die Stadt, die es offiziell nicht gibt. Sie trug ihren Text vor: "One Day".

Und das Video?

Ging viral. Millionen Klicks. Buchverträge.

Tourneen.

Aber hier ist der Punkt, den niemand erzählt:

Bevor Julia auf dieser Bühne stand, hatte sie Angst. Panikattacken.

Sie wollte nicht. Sie musste.

Weil sie wusste: Wenn ich diesen Text nicht lese, werde ich ihn für immer bereuen.

Und genau das ist der Unterschied zwischen jemandem, der schreiben will, und jemandem, der schreiben muss.

Julia musste.

Und du?

Musst du auch? Oder willst du nur? Denn wenn du nur willst, dann leg diesen Artikel jetzt weg. Spar dir die Zeit.

Aber wenn du musst?

Dann lies weiter.

Denn jetzt wird's erst richtig heftig.


Dein Link-Kompass
Wonach brennt’s heute?

Hier liegen 345 Beiträge über Bühne, Stimme, Texte und den ganzen schönen Wahnsinn dazwischen.

🎤Bühne & Performance37

Präsenz, Körper, Ausstrahlung – alles, was passiert, sobald du oben stehst.

Achtung: Gift für deinen Auftritt!Bewegung auf der Bühne: Stehen, gehen oder erstarren?Bühnenpräsenz Übungen: Dein Weg zur unwiderstehlichen Ausstrahlung
Charisma ist keine Gabe. Es ist Kontrolle über deine Wirkung.Dein erster Slam: Die 8 Dinge, die NIEMAND dir sagtDein Flow beim Poetry Slam- So kannst unendlich sprechenEine felsenfeste Präsenz während deines Poetry-SlamsHände hoch – und keiner hört zu: Die Gestik-Falle auf der BühneImprovisieren, wenn’s schiefgeht: Souverän aus dem ChaosJim Carrey und die Sprache der Gesichter – ein Slam ohne WorteKörperspannung: Der unsichtbare Muskel, der deinen Poetry Slam rettetMimik einsetzen: Dein Gesicht erzählt mitOlaf Schubert ist eine Kunstfigur & warum du auch einen Olaf Schubert brauchstOnline-Slams: Poetry Slam im PixelkäfigPerformance Poetry – Hör mit dem Herz, nicht mit den AugenPoetry Slam für Anfänger: Der Moment, in dem dich die Bühne verschlingtPoetry Slam in Zeitlupe – Wie Gelassenheit deine Bühne rettetPoetry Slam Persona entwickeln: Warum du nicht länger warten darfst, bis weißer Rauch steigt – erschaffe deine Bühnenfigur, die stärker ist als deine Zweifel.Publikum aktivieren, ohne Fremdscham auszulösenPublikumsansprache im Poetry Slam: Der Moment, in dem dein Text plötzlich lebtRequisiten im Slam: Erlaubt, verboten, überflüssig?Selbstsicher auftreten: Wie du die Bühne betrittst und der Raum dir gehörtSlam Poetry lernen: Von der stillen Maus zum Bühnen-MonsterVom Gedanken zur Bühne: Meisterhafter Fokus beim Poetry SlamWie du stehst, bevor du sprichst: Haltung als erste Botschaft20 Fallen, die dir dein Bühnen-Genick brechen11 Bewegungen, die dich nervös aussehen lassen13 Dinge, die Profis auf der Bühne anders machen12 Sätze, die du auf der Bühne nie sagen solltest15 Gründe, warum dein Publikum nichts für dich tut30 Fehler, die dich auf der Bühne als Anfänger entlarven17 Wege, ein langweiliger Slammer zu sein, den keiner bucht5 Minuten Text, 50 Entscheidungen: Ein Auftritt in Zeitlupe21 kleine Gesten, die dein Publikum sofort auf deine Seite ziehenDie 27 Gesetze der BühnenwirkungDie 10 Gebote für Slam-Anfänger, die keiner aufschreibtDie einzige Strategie, die auf der Bühne immer funktioniert
✍️Schreiben & Textaufbau50

Vom ersten Satz bis zur letzten Zeile: Handwerk, das trägt.

Alte Texte retten: Von der Schublade zurück auf die BühneAuthentisch schreiben – So wirst du zum Poetry SlamerDas Gepäck, das du nicht brauchst: 7 Sorten Ballast, die jeder Text mitschleppt
Dein Repertoire: Welche Texte du immer dabeihaben solltestDein Text ist zu klug – und genau deshalb langweiligDer Perspektivtext: Schreib aus der Sicht von jemand anderemDer rote Faden mit Twist: Wenn dein Ende alles umdrehtDialog im Slam-Text: Zwei Stimmen, ein AuftrittDie 7 Todsünden des Slam-TextsDie ersten 10 Sekunden: Pack sie, bevor sie blinzelnDie geilste Struktur im Poetry Slam, die jeden Zuschauer weiche Knie machen wird.Die Koala-Methode: Warum dein Poetry Slam authentisch stinken mussDie letzte Zeile: Der Satz, der über alles entscheidetDu vs. Ich: Welche Perspektive trifft härter? – Die Macht der Erzählstimme im Poetry SlamEin Bahnsteig, drei Texte [wie ein Stoff drei Formate trägt]Freestyle Poesie: Techniken und Bühnentipps 2025Freestyle Poetry Slam: Wenn dein Kopf schneller brennt als dein Blatt PapierGeschichten schreiben: Wie du aus einem Gedanken einen Text machst, der niemanden kaltlässtHandschrift oder Laptop: Womit du wirklich besser schreibstKill your Darlings: Streich dich zum KillertextLaut lesen: Der einzige Test, der die Wahrheit sagtLyrik schreiben ist kein Gefühl. Es ist ein Schlag ins Gesicht.Poetry Slam Texte Beispiele: 7 Bühnenstücke, die dein Publikum sofort packenRecherche für Slam-Texte: Wenn Fakten deine Zeilen schärfenRoter Faden oder Chaos? Warum dein bester Poetry Slam beides brauchtSchreiben lernen mit Poetry SlamSchreibretreat: Ein Wochenende nur du und der TextSchreibroutinen: Disziplin schlägt Inspiration – auch auf der BühneStrophenaufbau im Poetry Slam: So bekommt dein Text Rhythmus statt ChaosTestpublikum: Wem du deinen Text zuerst vorlesen solltestTextarchiv anlegen: Ordnung im kreativen ChaosTitel finden, die neugierig machen statt zu erklärenÜberarbeiten: Warum die zweite Fassung über alles entscheidetWarum dein Text nicht zündet – und keiner es dir sagtWie aus einer Verspätung mein bester Text wurde [Werkstattbericht in 4 Fassungen]Wie du wunderschöne Poetry Texte schreibst, um andere zu begeistern43 Schreibtricks für Slam-Texte – ernsthaft18 Übergänge, die deinen Text zusammenhalten10 Gebote für erste Sätze, die keiner überhört7 Textformate, die auf jeder Bühne funktionieren12 Wege, einen Text in 20 Minuten fertig zu kriegen11 Hacks von Helmut Schmidt zum Stehgreif Poetry Meister60 Wörter, die deinen Slam-Text vergiften – mit Gegengift14 Fragen, die deinen Text besser machen als jedes Feedback111 Zeilenanfänge für Tage, an denen dir nichts einfällt [+ Vorlage]Die 15 Gebote des Erzählens auf der BühneDie einzigen 5 Regeln, die ein Slam-Text wirklich brauchtDie 1435 Millimeter: Die Spurweite, auf der jeder gute Text fährtLebendig schreiben: die Oberleitung, aus der dein Text Strom ziehtSlam Text beenden: der Bremsweg, auf dem deine letzte Zeile trifft
🧠Mindset & mentale Stärke40

Der Kopf entscheidet, bevor das Mikro angeht.

Alleine denken lernen – oder du denkst gar nichtComeback: Zurück auf die Bühne nach langer PauseDas ist es, was ich will.
Dein inneres Publikum: Die Stimme im Kopf, die dich klein machtDer Tag danach: Warum das Hoch nach dem Auftritt so tief fälltDie magische Kraft des mentalen Trainings im Poetry Slam!Ein Manifest fürs LebenEs ist alles in dir – Warum du aufhören musst zu suchenFehler machen ist Pflicht – warum dein Poetry Slam sonst nur ein Staubkorn bleibtGeduld mit dir selbst: Warum dein zehnter Text besser istKomfortzone verlassen – Warum dein Poetry Slam erst brennt, wenn du dich verbrennstKommentare, Kritik und Hate: Was du liest und was nichtLeben genießen? Dann schreib, als gäb’s kein PublikumMeine 5 dümmsten Slam-FehlerMut statt Talent: Warum sich trauen mehr zählt als BegabungNach der Bühne bist du du: Rollen ablegen statt verschmelzenPause vom Slam: Wenn du eine Weile nicht mehr willstPerfektionismus loslassen: Gut genug schlägt nie fertigPersönlichkeitsentwicklung auf 180Resilienz trainieren: Werde unkaputtbarSchlechte Wertung einstecken: 4,5 sind kein Urteil über dichSelbstbewusstsein für Mutige: Dieser Beitrag ist nichts für WeicheierSelbstbild zerlegt: Wie du auf der Slam-Bühne endlich echt wirstSelbstwert im Poetry Slam: Warum deine Haltung lauter ist als jeder ApplausSelbstzweifel? Das ist kein Hindernis – das ist der Rohstoff deines Texts.Späteinsteiger: Mit vierzig zum ersten Mal ans MikroUmgang mit Applaus-Sucht: Wenn Bestätigung zur Droge wirdVergangenheit loslassen – dein Poetry Slam verdient GegenwartVergleich mit anderen Slammern: Das schnellste GiftVerletzlichkeit zeigen: Warum echte Schwäche deine Stärke istWarum die meisten Slammer nie über den dritten Platz hinauskommenWarum ich mich als Poetry Slamer nicht schämeWarum Poetry Slam dein bequemes Leben sprengt – und genau das brauchstWarum Poetry Slam deine Persönlichkeit zerstörtWas du von „Man lernt nie aus“ lernen kannst fürs Poetry SlamZiele setzen fürs Slam-Jahr: Zwölf Monate, ein PlanDas Gesetz der 100 AuftritteDie 3 Phasen vom Zittern zur SouveränitätDas Manifest des BühnenmenschenBist du bereit, den Preis zu zahlen? Ein Text für Bühnenträumer
🏆Wettbewerb, Regeln & Szene33

Anmeldung, Zeitlimit, Jury, Finalrunde – wie der Laden läuft.

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Die größten Veranstaltungsorte in Deutschland, Schweiz und Österreich fürs Poetry Slam.Die Slam-Szene hat ein Problem – und alle schauen wegEinen eigenen Slam veranstalten: Von der Idee zur ersten AusgabeFeedback geben, ohne zu verletzen: Der gute Umgang untereinanderGruppendynamik beim Poetry Slam: Warum die Bühne nie nur dir gehörtHör auf, Slam-Workshops zu buchen [5 Gründe]Kooperationen: Duo, Kollektiv oder Solo?Lesebühne statt Slam: Ohne Wettbewerb auf die BühneMeet5 Erfahrungen: ehrlicher Test, Kosten & TippsMeet5 erklärt: So findest du deine Slam-Crew für Bühne, Texte und unvergessene AbendeNeid in der Szene: Der Blick auf die Bühne der anderenOffene Liste Poetry Slam: So kommst du ohne Kontakte auf die BühneOpen Mic: Der Einstieg, bei dem dich niemand bewertetPoetry Slam Anmeldung 2025 – Dein Start auf die Bühne ohne UmwegePoetry-Slam-Moderator sein heißt führen, nicht labernSchreibgruppe gründen: Zusammen ist der Text besserScience Slam: Wissen mit PointeSlam-Formate erklärt: Von Team-Slam bis Dead-or-AliveSpoken Word vs. Poetry Slam: Wo verläuft die Grenze?Straßenpoesie: Wenn deine Bühne einfach der Gehweg istU20-Slam: Sehr jung, sehr laut, sehr gutWarum du ohne Netzwerk auf der Bühne und im Leben verlierst.Was du auf die zweite Bühne mitnimmstWie eine Slam-Jury tickt: Die Punkte hinter den PunktenWie funktioniert ein Poetry Slam Wettbewerb?Zukunft im Poetry Slam: Sieben Entwicklungen, die unsere Texte härter treffen1 oder 8? Wie deine Auftrittsreihenfolge zählt9 Dinge, die Slammer 2027 nicht mehr machen sollten6 Minuten, kein Wort zu viel: Dein Text gegen die Uhr7 Arten von Slammern – welcher bist du?
🚀Sichtbarkeit, Business & Karriere26

Aus Auftritten wird ein Name. Und irgendwann ein Einkommen.

Auf Tour gehen: Wie du über deine Stadt hinauswächstDein Text ist tot – bis Social Media ihn wiederbelebt.Deine Bühnen-Community: Wie du dein Publikum treu machst

Nichts dabei? Dann schreib den Text, der hier fehlt.



!!!  "Schreib nicht, was du weißt. Schreib, was du fürchtest."  !!!

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Klingt einfach?

Ist es nicht.

Lass mich erklären.



Was bedeutet "Schreib, was du fürchtest"?

Du setzt dich hin.

Öffnest dein Notizbuch.

Oder dein Word-Dokument.

Oder deine verdammte Notes-App.

Und dann fragst du dich:

  • "Was ist der eine Gedanke, den ich niemals laut aussprechen würde?"
  • "Was ist die eine Wahrheit, für die ich mich schäme?"
  • "Was ist das eine Geheimnis, das ich mit ins Grab nehmen wollte?"

Und dann schreibst du es auf.

Nicht schön. Nicht literarisch.

Nicht "poetisch".

Sondern roh.

Ehrlich.

Brutal.

Das ist dein Text.

Das ist der Text, der wirkt.

Der berührt.

Der das Publikum zum Schweigen bringt.

Nicht weil er gut ist. Sondern weil er wahr ist.


Beispiel: Rainer Maria Rilke und die Angst vor Nähe

Rilkes Brief vom 12. August 1904 – genau der, aus dem der Rat in diesem Kapitel stammt.

Rilke war ein Genie.

Keine Frage.

Aber weißt du, was sein größtes Problem war?

Nähe.

Er hatte Angst vor Nähe.

Vor Intimität.

Vor der Berührung eines anderen Menschen.

Und was hat er gemacht?

Er hat darüber geschrieben.

In "Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge" beschreibt er diese Angst so präzise, so schmerzhaft, dass man beim Lesen das Gefühl hat, in seiner Haut zu stecken.

Und das Publikum?

Liebte es.

Nicht weil es schön war.

Sondern weil es echt  war.

Weil Rilke den Mut hatte, seine größte Angst zu zeigen.

Und genau das musst du auch tun.



Wie du diesen Tipp konkret umsetzt (Schritt für Schritt, blutig detailliert)


Schritt 1: Die Angst-Liste


Nimm ein Blatt Papier.

Oder dein Handy.

Und schreib 10 Dinge auf, vor denen du Angst hast.

Nicht "Spinnen" oder "Höhe".

Sondern echte, tiefe, existenzielle Ängste.

Beispiele:

  • Dass niemand mich wirklich liebt
  • Dass ich nie gut genug sein werde
  • Dass ich mein Leben verschwendet habe
  • Dass ich sterbe, ohne etwas Bedeutsames getan zu haben
  • Dass meine Eltern enttäuscht von mir sind
  • Dass ich alleine sterbe
  • Dass ich nie den Mut haben werde, ehrlich zu sein
  • Dass meine Freunde mich nur ertragen
  • Dass ich im Grunde ein schlechter Mensch bin
  • Dass ich nie geliebt werde, weil ich nicht liebenswert bin

Hart, oder?

Gut.

Denn das ist das Material, aus dem großartige Texte gemacht werden.



Schritt 2: Wähle eine Angst


Nimm die Liste.

Und such dir die Angst raus, die dir am meisten Bauchschmerzen bereitet.

Die, bei der du denkst: "Nein, darüber kann ich unmöglich schreiben."

Genau die.

Angst Liste


Schritt 3: Freewriting – 15 Minuten, keine Regeln


Stell dir einen Timer auf 15 Minuten.

Und schreib.

Über diese Angst.

  • Ohne nachzudenken.
  • Ohne zu korrigieren.
  • Ohne zu zensieren.

Einfach schreiben.

Alles, was dir in den Kopf kommt.

  • Egal wie peinlich.
  • Egal wie dumm.
  • Egal wie schmerzhaft.

Schreib es auf.

Beispiel aus meinem eigenen Freewriting:

(Angst: Dass ich nie geliebt werde, weil ich nicht liebenswert bin)

Ich schaue in den Spiegel und sehe jemanden, den ich nicht mag. Nicht wegen der Nase oder der Augen oder der Falten. Sondern wegen dem, was dahinter ist. Dieser eklige Kern aus Selbstmitleid und Arroganz. Diese Mischung aus "Ich bin zu gut für euch" und "Ihr seid zu gut für mich". Wie soll mich jemand lieben, wenn ich mich selbst nicht ausstehen kann? Und trotzdem warte ich. Wie ein Hund an der Leine. Darauf, dass jemand kommt und sagt: "Du bist okay." Aber niemand kommt. Weil ich es nicht zulasse. Weil ich Nähe sabotiere. Weil ich jeden Versuch von Intimität mit Ironie erdolche. Ha-ha, sehr witzig, lass uns lieber über Politik reden. Fick dich, Politik. Ich will berührt werden. Aber ich lasse es nicht zu. Und das macht mich wahnsinnig.

Siehst du?

Das ist roh.

Das ist ehrlich.

Das ist scheiße.

Aber es ist auch gut.

Weil es wahr ist.


Schritt 4: Destillieren – Finde die Kernzeile


Jetzt liest du dein Freewriting.

Und suchst die eine Zeile, die dich am meisten trifft.

Die Zeile, bei der du denkst: "Fuck, genau das ist es."

In meinem Beispiel:

"Ich will berührt werden. Aber ich lasse es nicht zu."

Das ist die Kernzeile.

Das ist der Satz, um den sich dein gesamter Text drehen wird.



Schritt 5: Baue eine Geschichte drumherum


Jetzt nimmst du diese Kernzeile.

Und baust eine Geschichte drumherum.

Keine erfundene.

Sondern eine echte.

Aus deinem Leben.

Ein Moment, in dem diese Angst real wurde.

Beispiel-Story zu meiner Kernzeile:

Es war Silvester. Ich war auf einer Party. Einer dieser Partys, wo alle betrunken sind und vorgeben, Spaß zu haben. Sie stand neben mir. Wir hatten uns den ganzen Abend angeschaut. Diese Blicke, weißt du? Die, die sagen: "Komm schon, trau dich." Um Mitternacht küsste sie mich. Mitten im Feuerwerk. Mitten im Chaos. Und ich? Ich machte einen Witz. Einen beschissenen Witz über Böller und Knallkörper. Sie lachte. Aber in ihren Augen sah ich, wie sie sich zurückzog. Wie sie verstand: Der Typ will das nicht. Und sie ging. Und ich blieb. Mit meinem Witz. Mit meiner Angst. Mit meinem Herzen, das immer noch "Ja" schrie, während mein Mund "Ha-ha" sagte.

Siehst du die Struktur?

  • Situation (Silvester-Party)
  • Konflikt (Sie will Nähe, ich habe Angst)
  • Höhepunkt (Der Witz als Sabotage)
  • Auflösung (Sie geht, ich bleibe mit meiner Angst)

Das ist Drama.

Das ist Story.

Das ist Poetry Slam.


Schritt 6: Forme es zu einem Text


Jetzt nimmst du die Geschichte.

Und formst sie zu einem Text.

Mit Pausen.

Mit Wiederholungen.

Mit Rhythmus.

Beispiel-Text (erste Rohfassung):

Silvester.
Feuerwerk.
Sie.
Ihr Mund schmeckte nach Sekt und Hoffnung.
Ich schmeckte nach Angst und Ausreden.
"Wir sind wie Böller", sagte ich.
"Laut. Aber schnell vorbei."
Sie lachte.
Aber ihre Augen?
Ihre Augen sagten: Feigling.
Und sie hatte recht.
Ich bin ein Feigling.
Mit einem Herzen, das "Ja" schreit.
Und einem Mund, der "Ha-ha" sagt.
Sie ging.
Und ich?
Ich blieb.
Mit meinem Witz.
Mit meiner Angst.
Mit der Erkenntnis:
Ich will berührt werden.
Aber ich lasse es nicht zu.

Fertig.

Das ist dein Text.

Roh.

Ehrlich.

Verletzlich.

Und genau deshalb wird er funktionieren.


Warum dieser Tipp bei mir funktioniert hat (und bei dir auch funktionieren wird)


Nach meinem ersten Poetry-Slam-Desaster in Leipzig bin ich nach Hause gegangen.

Hab den Text weggeworfen.

Und hab mir geschworen:

Nie wieder ein Text, der gefallen will.

Nur noch Texte, die wahr sind.

Ich setzte mich hin.

Und schrieb über meine größte Angst:

Dass ich sterbe, ohne jemals wirklich gelebt zu haben.

Der Text hieß "Noch 50 Jahre".

Und er war scheiße.

Grammatikalisch.

Strukturell.

Rhythmisch.

Aber er war echt.

Und als ich ihn das nächste Mal auf der Bühne las?

Standing Ovations.

Nicht weil er perfekt war.

Sondern weil er ehrlich war.

Weil ich den Mut hatte, meine Angst zu zeigen.

Und das Publikum?

Erkannte sich darin wieder.

Denn wir alle haben dieselben Ängste.

Wir verstecken sie nur.

Aber wenn du sie zeigst?

Dann bist du nicht mehr allein.

Dann bist du Teil von etwas Größerem.

Dann bist du Kunst.



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Zweiunddreißig Schläge gegen die Stille. Wähle dein Gift.

Die Bahn als Schreibstudio Nr. 1 Die Bahn als Schreibstudio Schreiben in Bewegung Gefühle in Worte fassen Nr. 2 Gefühle in Worte fassen ohne kitschig zu werden Ich bin nicht nervös, ich bin geladen Nr. 3 Ich bin nicht nervös ich bin geladen 3 Uhr nachts Nr. 4 3 Uhr nachts Gedanken zwischen Stationen 120 Schläge Nr. 5 120 Schläge gegen die Gleichgültigkeit Niemand hält deinen Zug auf - 111 Impulse Nr. 6 Niemand hält deinen Zug auf 111 Impulse · Kein Trost Poetry Master Nr. 7 Poetry Master Stimme trifft Seele Genosse Waschbär - Bahn-Slam-Geschichten Nr. 8 Genosse Waschbär Bahn-Slam-Geschichten 147 Gründe, warum ich dich hasse Nr. 9 147 Gründe warum ich dich hasse Genosse Waschbär Band 10 – Was die Welt mir schuldet Nr. 10 Was die Welt mir schuldet Band 10 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 11 – Der konservative Waschbär Nr. 11 Der konservative Waschbär Band 11 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 12 – Der liberale Waschbär Nr. 12 Der liberale Waschbär Band 12 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 13 – Der grüne Waschbär Nr. 13 Der grüne Waschbär Band 13 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 14 – Der rechtskonservative Waschbär Nr. 14 Der rechtskonservative Waschbär Band 14 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 15 – Der populistische Waschbär Nr. 15 Der populistische Waschbär Band 15 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 16 – Der unpolitische Waschbär Nr. 16 Der unpolitische Waschbär Band 16 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 17 – Der schwule Waschbär Nr. 17 Der schwule Waschbär Band 17 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 18 – Die lesbische Waschbärin Nr. 18 Die lesbische Waschbärin Band 18 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 19 – Der Gen-Z-Waschbär Nr. 19 Der Gen-Z-Waschbär Band 19 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 20 – Der Ossi-Waschbär Nr. 20 Der Ossi-Waschbär Band 20 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 21 – Der Wessi-Waschbär Nr. 21 Der Wessi-Waschbär Band 21 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 22 – Der liberale Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 22 Der liberale Waschbär Band 22 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 23 – Der grüne Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 23 Der grüne Waschbär Band 23 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 24 – Der konservative Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 24 Der konservative Waschbär Band 24 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 25 – Der sozialdemokratische Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 25 Der sozialdemokratische Waschbär Band 25 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 26 – Der linke Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 26 Der linke Waschbär Band 26 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 27 – Der rechtspopulistische Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 27 Der rechtspopulistische Waschbär Band 27 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 28 – Der schwule Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 28 Der schwule Waschbär Band 28 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 29 – Die lesbische Waschbärin (Wahlprogramm) Nr. 29 Die lesbische Waschbärin Band 29 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 30 – Der Gen-Z-Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 30 Der Gen-Z-Waschbär Band 30 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 31 – Die unpolitische Waschbärin (Wahlprogramm) Nr. 31 Die unpolitische Waschbärin Band 31 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 32 – Das einzige Buch, das du über die Bahn lesen solltest Nr. 32 Alles über die Bahn Band 32 · Das einzige Buch, das du lesen solltest
— Stephan Pinkwart —

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Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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