„Auswendig lernen ohne Wahnsinn – so merkt’s dein Kopf wirklich“

Soufflierbuch · Auswendig lernen

„Auswendig lernen ohne Wahnsinn – so merkt’s dein Kopf wirklich“

Waschbär läuft einen Bahnsteig entlang, vorbei an einer Reihe von Lampen – Text auswendig lernen wie eine Route
Ein Bahnsteig, Lampe für Lampe · bahn-slam.de

Dienstag, 23:40 Uhr, ein Mietshaus mit dünnen Wänden.

Cem will seinen neuen Text auswendig lernen und liest ihn zum einundfünfzigsten Mal.

Auswendig lernen fühlt sich an diesem Abend an wie Wasser in ein Sieb schütten.

Am Samstag ist der Slam im Stadtteilzentrum, sechs Minuten, sein bisher längster Text.

Er handelt vom Radio seines Vaters, das seit Jahren nur rauscht.

Beim Lesen sitzt jedes Wort.

Sobald Cem das Blatt weglegt, reißt der Faden, immer an derselben Stelle.

Er fängt wieder oben an.

„Mein Vater repariert seit Jahren dasselbe Radio.“

Und wieder.

„Mein Vater repariert seit Jahren dasselbe Radio.“

Nebenan klopft es an die Wand.

Dann klingelt es an der Tür.

Draußen steht Josefa, die Nachbarin aus dem dritten Stock, im Morgenmantel.

Sie hat dreißig Jahre im Souffleurkasten des Stadttheaters gesessen.

„Du liest ihn“, sagt sie.

„Du lernst ihn nicht.“

Cem und Josefa sind erfunden. Aber das Gefühl, einen Text fünfzigmal gelesen zu haben und ihn trotzdem nicht zu können, kennt fast jeder, der auftritt.

Kennst du das?

Zu Hause kannst du deinen Text.

Auf dem Weg zur Bühne kannst du ihn auch noch.

Und dann stehst du vor dem Mikro, und in deinem Kopf ist nur noch weißes Rauschen.

Das hat nichts mit einem schlechten Gedächtnis zu tun.

Es hat damit zu tun, wie du lernst.

Die gute Nachricht: Das kann man ändern, und zwar ohne Wahnsinn.

Josefa hat es drei Jahrzehnte lang jeden Abend aus nächster Nähe gesehen.

Heute schlagen wir ihr Soufflierbuch auf.

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Auswendig lernen: warum fünfzigmal Lesen nicht reicht

Soufflierbuch · Seite 1 · „Das Radio meines Vaters“

StMein Vater repariert seit Jahren dasselbe Radio.
|Es findet nur einen Sender, und der sendet Rauschen.
Er sagt, er hört darin das Meer.
H!Ich höre darin, wie er nicht redet.
Seine Werkstatt riecht nach Lötzinn und nach Sonntag.

St = Stichwort · | = hier atmen · H! = Hängergefahr (Übergang) · ⟶ = nicht schneller werden

Josefa setzt sich an Cems Küchentisch und zieht einen Bleistift aus der Tasche.

Sie markiert seinen Text so, wie sie früher jedes Rollenbuch markiert hat.

Stichworte, Atemstellen, Hängergefahr.

Dann erklärt sie ihm den größten Irrtum beim Auswendiglernen.

Wer einen Text immer wieder liest, erkennt ihn irgendwann.

Jede Zeile kommt einem vertraut vor.

Das fühlt sich an wie Können.

Ist es aber nicht.

Wiedererkennen und selbst abrufen sind zwei verschiedene Dinge.

Auf der Bühne hast du kein Blatt vor der Nase, du musst den Text selbst hervorholen.

Genau das trainierst du beim Lesen nicht.

Die Gedächtnisforschung kennt diesen Effekt seit Langem.

In einer bekannten Studie aus dem Jahr 2006 behielten Studierende, die einen Text aus dem Gedächtnis abgerufen hatten, eine Woche später deutlich mehr als jene, die ihn nur noch einmal gelesen hatten.

Und schon 1885 beschrieb Hermann Ebbinghaus, wie schnell wir Gelerntes vergessen: am Anfang rasant, später langsamer.

Also merke: Lesen fühlt sich fleißig an.

Abrufen macht dich sicher.

Deshalb gilt ab heute eine einfache Regel.

Leg das Blatt weg, bevor du dich sicher fühlst.

Sprich, so weit du kommst.

Erst dann schaust du nach.

sofatutor: Deutsch einfach erklärt · „Auswendiglernen von kurzen Texten“ · sofatutor

Achte beim Schauen darauf, welche Methoden der Reihe nach vorgestellt werden.

Frag dich bei jeder, ob sie Lesen oder Abrufen trainiert.

Der Souffleurkasten: Blöcke statt Zeilen

Einsatzkarte · sieben Blöcke, sieben Anfänge

1Das RadioMein Vater repariert …
2Das RauschenEs findet nur einen Sender …
3Das MeerEr sagt, er hört darin …
4Die WerkstattSeine Werkstatt riecht …
5Der AnrufDann klingelt das Telefon …
6Die FrequenzIch drehe am Knopf …
7Der letzte SatzHeute läuft das Radio …

Erst die Reihenfolge der Blöcke lernen, dann die Anfänge, zuletzt den Rest.

„Weißt du, wo die Leute hängen bleiben?“, fragt Josefa.

Cem tippt auf die Mitte einer Strophe.

Josefa schüttelt den Kopf.

„An den Übergängen.“

Mitten in einem Absatz trägt dich der Schwung.

Aber zwischen zwei Absätzen gibt es eine Lücke, und in diese Lücke fällt man.

Deshalb lernst du deinen Text nicht Zeile für Zeile von oben nach unten.

Du lernst ihn wie ein Bühnenbild: erst das Gerüst, dann die Möbel.

Teil den Text in Blöcke, meistens sind es fünf bis acht.

Gib jedem Block einen kurzen Namen, der den Inhalt trifft.

Lern zuerst nur die Reihenfolge der Namen.

Dann die ersten Worte jedes Blocks.

Erst zuletzt füllst du auf, was dazwischen steht.

Eine Abkürzung dorthin ist die Kurzfassung.

Schreib zu jedem Block genau einen Satz, der sagt, was dort passiert.

Sieben Blöcke, sieben Sätze, eine Mini-Version deines Textes.

Die lernst du zuerst, und zwar so gut, dass du sie jederzeit erzählen kannst.

Viele Slamtexte folgen außerdem einem Grundmuster, das beim Merken hilft: früher, heute, morgen.

Oder: Behauptung, Gegenbeweis, Wendung.

Wenn du das Muster deines Textes erkennst, ergibt die Reihenfolge Sinn, und was Sinn ergibt, vergisst man schwerer.

Wer das Gerüst sicher kennt, verliert sich nicht mehr, auch wenn mal ein Satz fehlt.

Bonus: Schreib die Blockanfänge groß auf Zettel und häng sie dort auf, wo du jeden Tag vorbeikommst.

An den Spiegel, an den Kühlschrank, neben die Kaffeemaschine.

Dein Blick streift sie, ohne dass du lernen musst.

Rundgang durchs Theater: der Gedächtnispalast

Rundgang durchs Theater · Gedächtnispalast mit sieben Stationen

1

Bühneneingang · Block 1 Das Radio

Statt einer Klingel hängt dort ein altes Radio.

2

Pförtnerloge · Block 2 Das Rauschen

Der Fernseher des Pförtners zeigt nur Schnee und rauscht.

3

Garderobe · Block 3 Das Meer

Alle Mäntel tropfen, als kämen sie direkt aus dem Meer.

4

Spiegelflur · Block 4 Die Werkstatt

In jedem Spiegel steckt ein Schraubenzieher.

5

Seitenbühne · Block 5 Der Anruf

Im Vorhang klingelt ein Telefon, das keiner findet.

6

Bühne · Block 6 Die Frequenz

Der Scheinwerfer summt wie ein Sender, den man sucht.

7

Souffleurkasten · Block 7 Der letzte Satz

Josefa hält eine Karte mit dem letzten Wort hoch.

Jetzt holt Josefa den ältesten Trick der Gedächtniskunst heraus.

So ist es überliefert: Der griechische Dichter Simonides von Keos soll als einziger Gast einen Einsturz bei einem Festmahl überlebt haben.

Er konnte die Toten benennen, weil er sich erinnerte, wer wo gesessen hatte.

Daraus entstand die Methode der Orte.

Du legst das, was du dir merken willst, an Stationen eines Weges ab, den du im Schlaf kennst.

Beim Abrufen gehst du den Weg in Gedanken ab und sammelst alles wieder ein.

Josefa nimmt dafür ihren alten Weg durchs Theater.

Vom Bühneneingang bis in den Souffleurkasten, sieben Stationen für sieben Blöcke.

An jeder Station liegt ein Bild, und je schräger es ist, desto besser bleibt es haften.

Dass das keine Spielerei ist, zeigt der Journalist Joshua Foer.

Er sah 2005 bei der US-Gedächtnismeisterschaft zu, begann danach zu trainieren und gewann den Wettbewerb ein Jahr später selbst.

Ein Kartenspiel mit 52 Karten merkte er sich dabei in einer Minute und vierzig Sekunden, damals ein US-Rekord.

In seinem Buch „Moonwalking with Einstein“ beschreibt er, dass solche Leistungen vor allem auf Technik beruhen.

Eine Londoner Forschungsgruppe kam 2003 zu einem ähnlichen Schluss: Die Gehirne von Gedächtnissportlern waren im Aufbau unauffällig, sie nutzten nur geschickt räumliche Strategien.

Du brauchst also kein besonderes Gehirn.

Du brauchst einen guten Weg.

Das kann deine Wohnung sein, dein Schulweg oder die Haltestellen deiner Pendelstrecke.

Jede Haltestelle ein Block, und im Zug gehst du den Text ganz nebenbei durch.

Nimm einen Weg, den du im Schlaf kennst. Nichts wird gespeichert.

Körper und Gefühl: wo sich ein Text festhält

Regiezeichen · Gefühl und Bewegung je Block
BlockGefühlBewegung
1 Das Radioliebevoll, belustigtHände drehen an einem unsichtbaren Knopf
3 Das MeersehnsüchtigBlick über das Publikum hinweg
5 Der Anruferschrocken, dann stillein Schritt zurück
7 Der letzte SatzversöhntFüße fest, Blick in die Mitte

Cem steht beim Lernen still am Tisch.

Josefa bittet ihn aufzustehen.

„Auf der Bühne stehst du ja auch nicht im Sitzen.“

Was du mit dem Körper tust, merkst du dir leichter als das, was du nur liest.

Die Gedächtnisforschung nennt das den Tu-Effekt.

Gib deshalb jedem Block eine kleine Bewegung.

Einen Schritt, eine Geste, eine Blickrichtung.

Keine Choreografie, sondern Haltegriffe.

Wenn der Kopf auf der Bühne kurz leer ist, erinnert sich oft die Hand.

Das Gleiche gilt für Gefühle.

Ein Block, den du nur als Wortfolge kennst, rutscht leicht weg.

Ein Block, von dem du weißt, wie er sich anfühlt, bleibt.

Frag dich deshalb bei jedem Block: Was spüre ich hier, und wohin will die Stimmung als Nächstes?

Wer den Gefühlsbogen kennt, findet auch den Weg durch die Wörter.

Noch ein Tipp für unterwegs.

Nimm deinen Text mit dem Handy auf, einmal ruhig, einmal wütend, einmal ganz leise.

Hör dir die Aufnahmen beim Spazierengehen an und sprich mit, sobald du kannst.

Und bevor du einschläfst, geh den Text einmal in Gedanken durch, Block für Block, Station für Station.

Manchen hilft noch ein Trick aus dem Theater.

Sie lernen den Text zuerst als Figur, mit einer anderen Stimme und einer anderen Haltung.

Das nimmt Druck heraus, weil nicht du es bist, der gerade übt.

Später legst du die Figur ab, und der Text bleibt.

Kurze Frage aus dem Souffleurkasten

Womit behältst du einen Text laut Gedächtnisforschung am besten auf Dauer?

Auflösung anzeigen

B. Abrufen schlägt Wiederlesen, und verteilte Wiederholungen schlagen den Marathon am Stück. Die Nacht vor dem Auftritt gehört dem Schlaf.

Waschbär schaut aus einer Ritze unter einer Holzbühne in einer alten Bahnhofshalle – auswendig lernen für den Poetry Slam
Unter der Bühne, kurz vor dem Einsatz · bahn-slam.de

Der Wiederholungskalender: Vergessen ist eingeplant

Wiederholungskalender · Vergessen ist eingeplant

Tag 1

lernen

Blöcke, Reihenfolge, Anfänge. Abends einmal aus dem Kopf aufschreiben.

Tag 2

abrufen

Ohne Blatt sprechen, erst danach nachsehen. Lücken markieren.

Tag 4

abrufen

Beim Gehen sprechen. Nur die markierten Lücken nachlesen.

Tag 7

prüfen

Einmal komplett vor einem Menschen, der mitliest.

Tag 14

festigen

In fremder Umgebung und mit Zufallseinstieg.

Abend vorher

ruhen

Einmal durchsprechen, dann schlafen. Kein Nachtlernen.

Cem will am liebsten die ganze Nacht durchlernen.

Josefa schickt ihn ins Bett.

Das ist kein mütterlicher Reflex, sondern Handwerk.

Im Schlaf festigt das Gehirn, was du tagsüber gelernt hast.

Wer die Nacht durchlernt, stiehlt sich genau diese Arbeit.

Außerdem wirkt Wiederholung besser, wenn sie verteilt ist.

Fünfmal an fünf Tagen schlägt fünfzigmal an einem Abend, und zwar deutlich.

Denn jedes Mal, wenn du fast vergessen hast und den Text trotzdem wieder hervorholst, wird die Spur tiefer.

Das Vergessen ist also nicht dein Gegner.

Es ist der Trainingspartner.

Der Kalender oben ist ein Vorschlag, kein Gesetz.

Wichtig ist nur das Prinzip: lernen, schlafen, abrufen, Pause, wieder abrufen.

Und immer erst sprechen, dann nachsehen.

Die beste Kontrolle ist ein leeres Blatt.

Schreib den Text aus dem Kopf auf und vergleich ihn danach mit dem Original.

Jede Lücke ist ein Geschenk, denn sie zeigt dir, wo du als Nächstes üben musst.

Generalprobe unter Störungen

Probenplan · Generalprobe unter Störungen

1Kücheruhig, allein
2Spaziergangin Bewegung
3Handykamerabeobachtet
4Radio läuftmit Lärm
ZufallseinstiegBlock auswürfeln
6Freundeskreisechtes Publikum

Nicht auf dem Plan: Lernen unter Hunger, Schlafmangel, Kälte oder Schmerz. Das schadet dem Gedächtnis, statt es zu stärken.

Im Theater gibt es vor der Premiere die Generalprobe.

Beim Slam gibt es die meistens nicht.

Also baust du dir deine eigene.

Und zwar Stufe für Stufe, vom stillen Zimmer bis zum echten Publikum.

Warum ist das so wichtig?

Weil dein Gedächtnis den Ort mitspeichert, an dem du lernst.

In einem berühmten Versuch von 1975 lernten Taucher Wörter entweder unter Wasser oder an Land.

Sie erinnerten sich besser, wenn sie in derselben Umgebung abgefragt wurden.

Deine Küche ist nicht die Bühne.

Deshalb musst du deinen Text dort üben, wo es anders klingt, anders aussieht und anders riecht.

Beim Gehen, vor der Kamera, mit laufendem Radio, vor Menschen.

Film dich einmal und schau dir die Aufnahme ohne Ton an.

An welchen Stellen sieht man dir an, dass du suchst?

Genau dort liegen deine nächsten Übungsstellen.

Eine kleine Konstante darf trotzdem mit.

Ein Glas Wasser, das du bei jeder Probe neben dich stellst, stellst du auch auf der Bühne neben dich.

Die wichtigste Übung auf dem Plan ist der Zufallseinstieg.

Würfle einen Block aus und fang genau dort an.

Wer an jeder Stelle einsteigen kann, kommt auch nach einem Hänger wieder hinein.

Kein Bullshit: Irgendwo liest man immer wieder, Lernen unter Hunger, Kälte oder Schlafentzug brenne den Text besonders tief ein.

Das ist Unsinn.

Schlafmangel schadet dem Gedächtnis nachweislich, und wer sich quält, lernt vor allem, dass Lernen wehtut.

Dein Probencheck vor dem Auftritt

Notfallsoufflage: wenn der Kasten leer bleibt

Notfallsoufflage · wenn der Kasten leer bleibt

1Stehen bleiben und ausatmen. Die Pause gehört dir.
2Den letzten Satz noch einmal sagen, oft kommt der nächste hinterher.
3Im Gedächtnispalast nachsehen: In welchem Raum bin ich gerade?
4Einen Brückensatz sagen, den du vorher für genau diesen Fall geübt hast.
5Wenn gar nichts kommt: zum Anfang des nächsten Blocks springen oder aufs Blatt schauen.

Beim Slam sitzt niemand im Souffleurkasten.

Also musst du dir selbst soufflieren können.

Der wichtigste Satz dazu kommt von Josefa.

„Die Pause gehört dir.“

Ein Hänger fühlt sich auf der Bühne an wie eine Ewigkeit.

Im Saal sind es oft nur zwei Sekunden, und viele halten sie für Absicht.

Bleib stehen, atme aus und sag den letzten Satz noch einmal.

Sehr oft zieht er den nächsten hinter sich her.

Wenn nicht, geh in deinen Gedächtnispalast und schau nach, in welchem Raum du gerade stehst.

Für den Rest gibt es den Brückensatz.

Bau dir für heikle Übergänge einen Satz, der zum Ton deines Textes passt und dir ein paar Sekunden schenkt.

Cems Brückensatz lautet: „Moment, ich such noch den Sender.“

Im Radio-Text klingt das wie Absicht, und manchmal gibt es sogar einen Lacher dafür.

Hilft auch das nicht, springst du zum Anfang des nächsten Blocks.

Das Publikum kennt deinen Text nicht.

Es merkt die Lücke meistens gar nicht.

Und übrigens darfst du bei den meisten Slams ablesen.

Auswendig wirkt oft freier und direkter, aber ein Blatt in der Hand ist keine Schande.

Manchen gibt schon das Wissen, dass es da ist, genug Ruhe, um es nie anzusehen.

Bahn-Slam · „Dein Gehirn dreht durch“ · Podcast Nr. 176 · Bahn-Slam

Achte beim Zuhören darauf, welche Erklärungen für Blackouts genannt werden.

Vergleich sie mit deinem eigenen letzten Hänger: Welche passt am besten?

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Und Cem?

Abendbericht der Souffleuse

Vorstellung: Slam im Stadtteilzentrum

Hänger: 1, Übergang 4 → 5

selbst gelöst, Station Spiegelflur

Soufflagen: 0

Bester Abend seit Langem. J.

Samstagabend, Stadtteilzentrum, Cem ist als Vierter dran.

Josefa sitzt in der ersten Reihe, direkt vor der Bühne, dort, wo früher ihr Kasten war.

Die ersten Blöcke laufen wie auf Schienen.

Radio, Rauschen, Meer.

Dann kommt der Übergang zur Werkstatt, die alte Stelle.

Der Satz ist weg.

Cem bleibt stehen.

Er atmet aus.

In Gedanken steht er im Spiegelflur, und in jedem Spiegel steckt ein Schraubenzieher.

Da ist der Satz wieder.

„Seine Werkstatt riecht nach Lötzinn und nach Sonntag.“

Im Saal hat niemand etwas gemerkt, außer einer Person in der ersten Reihe.

Nach dem letzten Satz ist es kurz still, dann wird geklatscht.

Hinterher drückt Josefa ihm einen Zettel in die Hand, ihren Abendbericht, wie früher im Theater.

Hänger: einer.

Soufflagen: keine.

„Der schönste Abend für eine Souffleuse“, sagt sie, „ist der, an dem sie nichts zu tun hat.“

Cem hat den Zettel in sein Rollenbuch geklebt.

Gleich neben die Einsatzkarte, auf der sein nächster Text schon in Blöcke geteilt ist.

Fang heute mit deinem an.

Sieben Namen, sieben Anfänge, sieben Stationen.

Der Rest kommt von allein, Tag für Tag, Station für Station.

Bahn Slam · Edition

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— aber mit Wucht.

Wenn du diese Techniken nicht nur lesen,
sondern anwenden willst — wie ein Sniper mit Reimwaffe:

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Die zweiunddreißig Bücher

Zweiunddreißig Schläge gegen die Stille. Wähle dein Gift.

Die Bahn als Schreibstudio Nr. 1 Die Bahn als Schreibstudio Schreiben in Bewegung Gefühle in Worte fassen Nr. 2 Gefühle in Worte fassen ohne kitschig zu werden Ich bin nicht nervös, ich bin geladen Nr. 3 Ich bin nicht nervös ich bin geladen 3 Uhr nachts Nr. 4 3 Uhr nachts Gedanken zwischen Stationen 120 Schläge Nr. 5 120 Schläge gegen die Gleichgültigkeit Niemand hält deinen Zug auf - 111 Impulse Nr. 6 Niemand hält deinen Zug auf 111 Impulse · Kein Trost Poetry Master Nr. 7 Poetry Master Stimme trifft Seele Genosse Waschbär - Bahn-Slam-Geschichten Nr. 8 Genosse Waschbär Bahn-Slam-Geschichten 147 Gründe, warum ich dich hasse Nr. 9 147 Gründe warum ich dich hasse Genosse Waschbär Band 10 – Was die Welt mir schuldet Nr. 10 Was die Welt mir schuldet Band 10 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 11 – Der konservative Waschbär Nr. 11 Der konservative Waschbär Band 11 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 12 – Der liberale Waschbär Nr. 12 Der liberale Waschbär Band 12 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 13 – Der grüne Waschbär Nr. 13 Der grüne Waschbär Band 13 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 14 – Der rechtskonservative Waschbär Nr. 14 Der rechtskonservative Waschbär Band 14 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 15 – Der populistische Waschbär Nr. 15 Der populistische Waschbär Band 15 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 16 – Der unpolitische Waschbär Nr. 16 Der unpolitische Waschbär Band 16 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 17 – Der schwule Waschbär Nr. 17 Der schwule Waschbär Band 17 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 18 – Die lesbische Waschbärin Nr. 18 Die lesbische Waschbärin Band 18 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 19 – Der Gen-Z-Waschbär Nr. 19 Der Gen-Z-Waschbär Band 19 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 20 – Der Ossi-Waschbär Nr. 20 Der Ossi-Waschbär Band 20 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 21 – Der Wessi-Waschbär Nr. 21 Der Wessi-Waschbär Band 21 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 22 – Der liberale Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 22 Der liberale Waschbär Band 22 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 23 – Der grüne Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 23 Der grüne Waschbär Band 23 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 24 – Der konservative Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 24 Der konservative Waschbär Band 24 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 25 – Der sozialdemokratische Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 25 Der sozialdemokratische Waschbär Band 25 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 26 – Der linke Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 26 Der linke Waschbär Band 26 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 27 – Der rechtspopulistische Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 27 Der rechtspopulistische Waschbär Band 27 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 28 – Der schwule Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 28 Der schwule Waschbär Band 28 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 29 – Die lesbische Waschbärin (Wahlprogramm) Nr. 29 Die lesbische Waschbärin Band 29 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 30 – Der Gen-Z-Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 30 Der Gen-Z-Waschbär Band 30 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 31 – Die unpolitische Waschbärin (Wahlprogramm) Nr. 31 Die unpolitische Waschbärin Band 31 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 32 – Das einzige Buch, das du über die Bahn lesen solltest Nr. 32 Alles über die Bahn Band 32 · Das einzige Buch, das du lesen solltest
— Stephan Pinkwart —

Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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