„Wie du wunderschöne Poetry Texte schreibst, um andere zu begeistern“

Eine Geigenwerkstatt · Poetry Texte

„Wie du wunderschöne Poetry Texte schreibst, um andere zu begeistern“

Poetry Texte bauen: Ein Waschbär auf der Werkbank einer Geigenbauwerkstatt im alten Güterschuppen am Bahnhof
Späne, Licht und ein Werkstück · bahn-slam.de

Dienstag, 16:40 Uhr, ein alter Güterschuppen neben dem Bahnhof einer Kleinstadt.

Finja, 22, steht in einer Geigenbauwerkstatt und hält ihre Poetry Texte in einer Klarsichthülle.

Sechs Texte, alle ordentlich, alle voller schöner Bilder, und bei keinem hat im Saal jemand wirklich aufgehorcht.

Eigentlich ist sie nur hier, weil ihre Geige einen Riss hat.

Alois, 71, Geigenbauer, dreht das Instrument gegen das Licht und klopft einmal leise auf die Decke.

„Die klingt gut“, sagt er.

„Aber sie klingt nicht.“

Finja muss lachen, weil er damit genau beschreibt, was ihre Texte machen.

Alois schaut auf die Klarsichthülle.

„Zeig mal.“

Finja und Alois gibt es so nicht. Aber Texte, die schön sind und trotzdem niemanden berühren, kennen fast alle, die schreiben.

Kennst du das?

Du feilst an jeder Zeile.

Du suchst die schönsten Bilder, die klügsten Reime.

Und am Ende nicken die Leute höflich, mehr nicht.

Hier kommt die gute Nachricht: Schönheit ist nicht das Problem.

Das Problem ist, dass schöne Texte oft nicht klingen, weil ihnen etwas im Inneren fehlt.

Genau das baust du in diesem Beitrag ein, in neun Arbeitsschritten aus einer Geigenwerkstatt.

Und mit einem Lehrmeister, der wie kaum ein anderer aus Schmerz etwas gemacht hat, das Menschen lachen und weinen lässt: Charlie Chaplin.

Am Ende erfährst du, was Alois in Finjas Geige geklebt hat.

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Poetry Texte bauen wie eine Geige: Was Chaplin damit zu tun hat

Geigenbau Alois · Auftragskarteim alten Güterschuppen
KundinFinja, 22
InstrumentGeige, 4/4, Riss in der Decke
Beigelegt6 Poetry Texte in einer Klarsichthülle
Befundklingt schön, klingt aber nicht
AuftragInnenleben prüfen, Seele setzen

Alois legt die Geige auf die Werkbank und erzählt, während er arbeitet.

Charlie Chaplin wurde 1889 in London geboren und wuchs in großer Armut auf.

Seine Mutter war psychisch schwer krank, sein Vater trank und starb früh, und als Kind lebte Chaplin zeitweise in einem Armenhaus.

Später wurde er mit seiner Figur des Tramps weltberühmt, dem kleinen Landstreicher mit Melone, Stock und viel zu großen Schuhen.

Was weniger bekannt ist: Chaplin spielte Geige, und zwar mit links.

Er ließ seine Instrumente dafür umbauen, mit vertauschtem Bassbalken und Stimmstock.

„Der wusste, dass es auf das Innenleben ankommt“, sagt Alois.

Beim Geigenbau sieht man die wichtigsten Teile nämlich nicht.

Der Stimmstock zum Beispiel ist ein kleiner Holzstab zwischen Decke und Boden, und viele nennen ihn die Seele der Geige.

Er ist nicht festgeklebt, sondern nur eingespannt, und wenn er fehlt, klingt das Instrument hohl.

Genau so ist es mit Poetry Texten.

Also merke: Ein schöner Text ohne Seele ist eine Geige ohne Stimmstock.

Querschnitt · was man nicht sieht, trägt den Klang

Seele
Bassbalken
Boden
Saiten
Deckedie Oberfläche deines Textes, das, was man hört
Bodendas Fundament: Fakten, Orte, Dinge
Bassbalkendie Haltung, die den Druck trägt
Stimmstock, die Seeleder verletzliche Kern, unsichtbar, aber tragend
F-Löcherdie Leerstellen, durch die der Klang hinauskommt
Saitendie Regeln und Grenzen, die Spannung erzeugen

Die neun Arbeitsschritte, die jetzt kommen, bauen diese Seele ein, Schritt für Schritt.

Schritt 1 bis 3: Holz wählen, Holz lagern, Decke ausdünnen

1Holz wählen

In der Werkstatt

Kein Stück Holz ist makellos. Der Geigenbauer sucht das, dessen Maserung etwas erzählt.

Im Text

Nimm das, was du an dir verstecken willst, und mach daraus eine Figur mit Würde.

Übung

Schreib eine Liste mit fünf Dingen, für die du dich schämst, und gib dem ersten eine Stimme.

Chaplins Tramp ist arm, aber er verbeugt sich vor Damen und behält seine Haltung, auch wenn alles zusammenbricht.

In seiner Autobiografie beschreibt Chaplin, dass am Kostüm alles ein Widerspruch sein sollte: die Hose weit, die Jacke eng, der Hut klein, die Schuhe groß.

Aus dem Widerspruch entsteht die Figur.

Finja wird rot, sobald sie spricht, und genau das hasst sie an sich.

Alois zuckt mit den Schultern.

„Dann schreib doch über eine Frau, die aussieht wie eine Ampel.“

Aus diesem Satz wird später ihr bester Opener: Bei ihr sieht jeder sofort, ob er fahren darf.

2Holz lagern

In der Werkstatt

Tonholz lagert oft jahrelang, bevor es verbaut wird. Frisches Holz verzieht sich.

Im Text

Schreib über Wunden, die schon verheilt sind, und erzähl sie, als gehörten sie einer Filmfigur.

Übung

Nimm eine schwere Erinnerung und schreib sie in der dritten Person auf: „Sie stand am Fenster …“

Aber Achtung: Nicht jede Erinnerung ist schon Material.

Frisches Holz verzieht sich, und frische Wunden verziehen einen Text.

Der Abstand hilft, und die dritte Person hilft auch.

Wer „sie“ schreibt statt „ich“, sieht die Szene plötzlich wie ein Kameramann.

Dann suchst du in der Geschichte drei Momente: einen der Stärke, einen der Erkenntnis und einen, der trotz allem schön war.

Und am Ende drehst du die Blickrichtung.

Nicht: Mir ist etwas Schlimmes passiert.

Sondern: Ich bin da durchgekommen.

3Decke ausdünnen

In der Werkstatt

Die Decke wird so lange ausgearbeitet, bis sie schwingt, Millimeter für Millimeter.

Im Text

Nimm einen Moment von höchstens fünf Sekunden und erzähl ihn, als dauerte er fünf Minuten.

Übung

Schreib jede Bewegung, jeden Gedanken dieser fünf Sekunden auf, dann frag: Was sagt dieser Moment über mein Leben?

Chaplin war ein Meister der kleinen Dinge.

In „Goldrausch“ von 1925 kocht der hungernde Tramp seinen Schuh und isst ihn, als wäre es ein Festessen, mit Schnürsenkeln wie Spaghetti.

Eine winzige Handlung, gedehnt, bis sie alles über Hunger und Würde erzählt.

Das kannst du mit Wörtern auch.

Der Moment, in dem die Zugtür zugeht und du merkst, dass dein Rucksack noch auf dem Bahnsteig steht, dauert zwei Sekunden.

In deinem Text darf er zwei Minuten dauern.

Geh dabei in vier Schritten vor.

Erst den Moment wählen, dann jede Bewegung und jeden Gedanken aufschreiben.

Dann fragen, was dieser Moment über dein Leben verrät.

Und zuletzt die Brücke bauen zu etwas, das alle kennen.

Schritt 4 bis 6: F-Löcher, Bassbalken, Seele

4F-Löcher schneiden

In der Werkstatt

Ohne Öffnungen bleibt der Klang im Kasten.

Im Text

Der wichtigste Satz deines Textes wird nicht gesagt. Du schreibst um ihn herum.

Übung

Notier den einen Satz, den du nie laut sagen würdest, und schreib einen Text, in dem er fehlt.

In seinen Stummfilmen sagt der Tramp kein einziges Wort.

Alles, was er sagen wollte, stand in seinem Gesicht, in seinen Händen, in dem, was er nicht tat.

Die meisten Slam-Texte machen das Gegenteil.

Sie erklären jedes Gefühl und verkünden jede Pointe.

Dabei entsteht die stärkste Wirkung oft aus dem, was fehlt.

Lass das Publikum den wichtigsten Satz selbst finden, dann gehört er ihm.

5Bassbalken einleimen

In der Werkstatt

Er trägt den Druck der Saiten, damit die Decke nicht bricht.

Im Text

Würde statt Mitleid: Du erzählst vom Fallen mit erhobenem Kopf.

Übung

Schreib dieselbe Szene zweimal, einmal jammernd, einmal mit Haltung, und lies beide laut.

Der Bassbalken ist ein unscheinbares Holzstück unter der Decke.

Ohne ihn würde die Decke unter dem Druck der Saiten nachgeben.

In deinem Text ist das die Haltung.

Viele verwechseln Ehrlichkeit mit Selbstmitleid, und dann tut der Saal einem leid, statt mitzugehen.

Hier ein Beispiel von Finja, zweimal dieselbe Geschichte.

Ohne Würde: „Ich bin dreimal durch die Fahrprüfung gefallen, ich kann einfach nichts.“

Mit Würde: „Dreimal durchgefallen, beim vierten Mal habe ich der Prüferin Kuchen mitgebracht, als Friedensangebot an alle Kreuzungen dieser Stadt.“

Dieselben Fakten, aber der zweite Satz steht aufrecht.

Frag dich bei jeder Szene: Was kann das Publikum von mir lernen?

Nicht „Habt Mitleid mit mir“, sondern „Schaut her, so geht es auch“.

6Stimmstock setzen

In der Werkstatt

Er wird nicht geklebt, nur eingespannt, und ein Millimeter entscheidet über den Klang.

Im Text

Die Seele deines Textes ist deine verletzliche Stelle, gezeigt, aber nicht geopfert.

Übung

Frag dich: Welche Stelle in meinem Text macht mich angreifbar, und steht sie sicher?

Und dann die Seele.

Sie ist die Stelle, an der dein Text angreifbar wird, weil du wirklich etwas von dir zeigst.

Ohne sie klingt alles hohl, mit zu viel Druck bricht die Decke.

Einen einfachen Test gibt es trotzdem.

Lies die Stelle laut, und wenn deine Stimme leicht wackelt, bist du nah dran.

Deshalb gilt in Alois’ Werkstatt eine Regel, die auch für dich gilt.

Werkstattregel · Seele ja, Selbstopfer nein

  • Auf die Bühne gehört, was verheilt ist, nicht die offene Wunde.
  • Du bist der Kanal für ein Gefühl, nicht das Opfer deines Textes.
  • Wer über andere schreibt, schützt sie: keine Namen, keine erkennbaren Details.
  • Wenn dich ein Thema beim Schreiben runterzieht, hör auf und sprich mit jemandem.

Die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr erreichbar, kostenlos unter 0800 111 0 111.

Poetry Texte, die klingen: Ein Waschbär schnuppert an einem offenen Geigenkasten auf der Bahnsteigbank
Ein Instrument, das darauf wartet, gespielt zu werden · bahn-slam.de

Schritt 7 bis 9: Lack, Saiten, Klangprobe

7Lackieren

In der Werkstatt

Der Lack schützt das Holz und bringt die Maserung zum Leuchten.

Im Text

Humor schützt schwere Stoffe und macht sie sichtbar, wenn er über dich lacht, nicht über andere.

Übung

Nimm eine schwierige Phase und übertreib sie bis zur Karikatur, dann dreh am Ende ins Trotzige.

Chaplin hat Armut, Hunger und Einsamkeit in Komödien verwandelt.

Ein Gedanke, der ihm seit den Siebzigerjahren zugeschrieben wird, lautet sinngemäß: Aus der Nähe betrachtet ist das Leben eine Tragödie, aus der Entfernung eine Komödie.

Humor ist Entfernung.

Du trittst einen Schritt zurück, übertreibst, lachst über dich, und am Ende steht kein „alles wird gut“, sondern ein „ich bin zäher, als ich dachte“.

8Saiten spannen

In der Werkstatt

Erst unter Spannung klingt eine Saite.

Im Text

Grenzen machen Texte besser: ein Thema, eine Form, eine Regel.

Übung

Schreib fünfzehn Minuten lang nur in Fragen, oder nur mit einer einzigen Farbe, oder nur über einen Löffel.

Grenzen klingen nach Käfig, aber sie wirken wie Saitenspannung.

1995 schrieben die dänischen Regisseure Lars von Trier und Thomas Vinterberg ein Manifest namens Dogma 95, mit strengen Regeln für ihre Filme.

Gedreht wurde etwa mit Handkamera, an echten Schauplätzen und ohne nachträglich unterlegte Musik.

Die Beschränkung machte ihre Filme unverwechselbar.

Für deinen Text reicht eine einzige Regel.

Nur Fragen.

Nur eine Farbe.

Nur die letzten zehn Minuten.

Oder das kleinste Thema der Welt: ein Löffel, der Geruch von Kaffee, ein Satz, den jemand beim Aussteigen gesagt hat.

Oder eine fremde Form: Schreib deinen Text als Rezept, als Brief oder als Zeitungsmeldung.

Und setz dir ein Zeitlimit von fünfzehn Minuten, danach wird nicht mehr gefeilt, sondern gelesen.

9Klangprobe

In der Werkstatt

Der Geigenbauer spielt das Instrument jemand anderem vor und hört, was im Raum ankommt.

Im Text

Dein Persönliches wird allgemein, wenn du über das Gefühl schreibst und dein Erlebnis nur das Beispiel ist.

Übung

Lies deinen Text einem Menschen vor, der dein Thema nicht kennt. Nickt er trotzdem, klingt der Text.

Die Klangprobe ist der Moment der Wahrheit.

Das Persönliche wird allgemein, wenn du über das Gefühl dahinter schreibst und dein Erlebnis nur das Beispiel ist.

Dann erkennen sich auch Menschen darin wieder, die nie erlebt haben, was du erlebt hast.

Die vier Saiten: Chaplins Matrix für jeden Text

Vier-Saiten-Tafel · Chaplins Matrix

G

Was passiert · Die Handlung, die Fakten

Finja verkauft morgens um fünf Brötchen am Bahnhofsbäcker.

D

Was gemeint ist · Das Bild, die Metapher

Sie ist die Erste, die die Stadt wach sieht, die Hüterin des Anfangs.

A

Was gefühlt wird · Das Gefühl, das alle kennen

Unsichtbar sein und trotzdem gebraucht werden.

E

Was bleibt · Der Kern, der mitgeht

Wer früh da ist, sieht mehr, auch wenn ihn keiner sieht.

Am Donnerstag zeigt Alois Finja noch einen letzten Kniff, eine Art Matrix in vier Ebenen, die sich bei guten Geschichten von Chaplin gut beobachten lässt.

Eine Geige hat vier Saiten, und ein Text, der klingt, auch.

Die G-Saite ist die tiefste, sie trägt die Handlung.

Die D-Saite trägt das Bild, die Metapher.

Die A-Saite trägt das Gefühl, das alle kennen.

Und die E-Saite, die hellste, trägt das, was bleibt, wenn der Applaus vorbei ist.

Finja probiert es mit ihrem Nebenjob am Bahnhofsbäcker aus, und du siehst ihre vier Saiten auf der Tafel.

Ihr alter Text über den Job war eine Liste von Beschwerden.

Der neue spielt auf allen vier Saiten gleichzeitig.

Kein Bullshit: Wenn eine Saite fehlt, hört man das sofort.

Ohne G schwebt der Text, ohne D bleibt er Bericht, ohne A lässt er kalt, und ohne E ist er am Parkplatz schon vergessen.

Probespiel: warum Chaplin so viele Takes brauchte

Probespiel-Protokoll · Finjas Text

Fassung 1schöne Bilder, kein Kern
Fassung 2Zeitlupe eingebaut, zu lang
Fassung 3ein Satz gestrichen, der jetzt fehlt und genau dadurch wirkt
Fassung 4Würde statt Jammern, Humor an zwei Stellen
Fassung 5Klangprobe beim Nachbarn bestanden

Kein Instrument klingt beim ersten Anspielen perfekt, und kein Text auch.

Für die Szene in „Lichter der Großstadt“ von 1931, in der ein blindes Blumenmädchen den Tramp für einen reichen Mann hält, ließ Chaplin nach Angaben von Guinness 342 Takes drehen.

So viel Geduld musst du nicht haben.

Aber fünf Fassungen sind kein Zeichen von Schwäche, sondern von Handwerk.

Finja schreibt ihren Bäcker-Text fünfmal um.

Bei jeder Fassung ändert sie nur eine Sache und liest sie laut.

Wie das Überarbeiten konkret aussehen kann, zeigt auch dieses Video.

Deutsch plus · „Sofort bessere Texte schreiben: Meine Tipps“ · Deutsch plus

Achte beim Zuschauen darauf, welcher Tipp am besten zu deinem Schritt 3, der Zeitlupe, passt.

Deine Klangprobe vor dem Slam

Kurze Klangprobe

Welcher Satz nutzt das Ungesagte am besten?

Auflösung anzeigen

B. Der Satz zeigt eine Handlung und überlässt das Gefühl dem Publikum. A und C nennen das Gefühl, also muss niemand mehr etwas selbst finden.

Nichts wird gespeichert. Wenn alle vier Zeilen stehen, hast du das Gerüst deines nächsten Textes.

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Und Finja?

Freitag, 20:30 Uhr, eine Lesebühne im Bahnhofscafé.

Finja steht auf, und ihre Wangen werden rot, wie immer.

Sie grinst: „Ich bin eine Ampel, bei mir sieht jeder sofort, ob er fahren darf.“

Der Saal lacht, und das Rot wird zum Teil der Show.

Dann erzählt sie vom Bahnhofsbäcker um fünf Uhr morgens.

Von der Stadt, die noch schläft.

Von den Pendlern, die ihr Brötchen nehmen, ohne aufzusehen.

Den wichtigsten Satz sagt sie nicht.

Sie macht nur eine Pause, lang genug, dass jeder im Saal ihn selbst findet.

Bei der letzten Zeile ist es so still, dass man die Kaffeemaschine hinter der Theke hört.

Und dann kommt der Applaus, nicht höflich, sondern laut.

Am Samstag holt Finja ihre Geige ab.

Alois hat den Riss geleimt und den Stimmstock neu gesetzt.

Als sie durch das linke F-Loch schaut, sieht sie einen kleinen Zettel, auf den er zwei Wörter geschrieben hat.

Geigenbau Alois
Seele neu gesetzt
für Finja · „Früh da“

Geigenzettel, sichtbar durch das linke F-Loch

Das ist das ganze Geheimnis hinter wunderschönen Poetry Texten.

Nicht noch schönere Wörter, sondern ein Innenleben, das klingt.

Such dir heute einen Moment von fünf Sekunden und erzähl ihn in Zeitlupe.

Das ist dein erster Arbeitsschritt.

Du schaffst das.

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— Stephan Pinkwart —

Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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