Poetry Slam Anmeldung 2025 – Dein Start auf die Bühne ohne Umwege

Bestellvorgang · Poetry Slam Anmeldung

Poetry Slam Anmeldung 2025 – Dein Start auf die Bühne ohne Umwege

Waschbär am alten Fahrkartenschalter – Poetry Slam Anmeldung
Der Schalter ist offen, es fehlt nur der erste Schritt · bahn-slam.de

Sonntag, 23:41 Uhr, der letzte Regionalexpress nach Hause.

Merve, 27, hat das Handy in der Hand und die Seite für die Poetry Slam Anmeldung offen, Name und Titel schon eingetragen.

Seit drei Stationen schwebt ihr Daumen über dem Knopf „Verbindlich anmelden“.

Dann tippt sie auf „Zurück“, zum elften Mal in diesem Monat.

Auf ihrem Handy liegen Texte, die niemand kennt, nachts geschrieben, wenn alle schlafen.

In ihrem Kopf flüstert eine Stimme, die sie gut kennt.

„Du bist nicht gut genug.“

„Die anderen sind besser.“

„Du machst dich nur lächerlich.“

Am anderen Ende dieser Anmeldeseite sitzt Raik, 35.

Er organisiert den Slam im alten Wartesaal seit Jahren ehrenamtlich und liest jede Anmeldung selbst.

Wer mittendrin abbricht, sieht er nicht, aber er ahnt, dass es viele sind.

Merve und Raik gibt es so nicht. Aber den Daumen über dem Absende-Knopf kennt fast jeder, der schon einmal auf eine Bühne wollte.

Kennst du das?

Du willst endlich laut sagen, was du sonst nur aufschreibst.

Aber die Anmeldung fühlt sich an wie ein Sprung vom Zehnmeterturm, mit verbundenen Augen und Betonschuhen.

Diese Angst hat viele Namen: Bewertung, Zurückweisung, Blamage, Versagen.

Und den größten von allen: gesehen werden.

Heute gehen wir den Weg zum Absenden Schritt für Schritt durch, wie beim Bestellen im Internet.

Nur dass am Ende kein Paket kommt, sondern ein Abend, der dir gehört.

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Schritt 1, der Warenkorb: Die Poetry Slam Anmeldung kommt zuerst

1
Warenkorb
2
Daten
3
Weg
4
Prüfen
5
Bestätigung

Die meisten glauben, es ginge so: Text schreiben, polieren, anmelden, warten.

Blödsinn.

Wer so denkt, meldet sich nie an.

Die Reihenfolge ist umgekehrt: erst anmelden, dann schreiben, dann proben, dann Bühne.

Nicht verhandelbar.

Die Anmeldung ist kein Formular.

Sie ist ein Brückenbrand.

Du zündest die Rückwege an und gehst weiter.

Kein „mal sehen“, kein „wenn der Text steht“.

Bühne
frei
Artikel Nr. 1 · offene Liste
1 Startplatz beim Poetry Slam
0,00 € · bezahlt wird mit Mut
Lieferumfang: ein Mikro, ein paar Minuten, ein Publikum
Lieferzeit: am Abend deiner Wahl
Hinweis: nicht umtauschbar gegen Perfektion
In den Warenkorb

Warum wirkt das so gut?

Der Psychologe Robert Cialdini beschreibt in seinem Klassiker „Die Psychologie des Überzeugens“, dass Menschen zu ihren Zusagen stehen wollen.

Besonders zu denen, die andere mitbekommen haben.

Dazu kommt etwas, das die Forschung Verlustaversion nennt.

Einen Rückzieher erleben wir als Verlust, und Verluste schmerzen stärker, als gleich große Gewinne freuen.

Genau diesen kleinen Schmerz nutzt du.

Und ein Termin macht aus dem Lärm in deinem Kopf eine Richtung.

Das ist keine Motivation.

Das ist Mechanik.

Inspiration wartet nicht auf dich.

Sie wartet auf Termine.

Noch im Warenkorb: die Ausreden im Doppelpack

1
Warenkorb
2
Daten
3
Weg
4
Prüfen
5
Bestätigung

Merve hat den Warenkorb nie geleert, nur immer wieder zugemacht.

Und jedes Mal hat ihr Kopf eine Erinnerung geschickt.

Von: Dein Kopf · An: dich · 23:41 Uhr
Betreff: Du hast noch etwas im Warenkorb vergessen
Ausreden im Doppelpack · Menge: jeweils 1
„Ich bin zu alt.“„Ich bin zu jung.“
„Mein Text ist zu persönlich.“„Mein Text ist nicht persönlich genug.“
„Meine Stimme ist zu leise.“„Meine Stimme ist zu laut.“
„Ich bin zu politisch.“„Ich bin nicht politisch genug.“
„Ich kann nicht reimen.“„Ich reime zu viel.“
„Ich bin zu emotional.“„Ich bin nicht emotional genug.“
„Ich bin nicht cool genug.“„Ich bin zu cool für so was.“
„Ich passe da nicht rein.“„Da sind eh alle wie ich.“
Zwischensummehebt sich gegenseitig auf

Fällt dir an der Liste etwas auf?

Zu jeder Ausrede gibt es eine Gegen-Ausrede.

Zu alt und zu jung, zu laut und zu leise, zu persönlich und nicht persönlich genug.

Wenn beide Seiten ein Grund zum Absagen sind, ist keine von beiden ein Grund.

Es sind Ausreden.

Also merke: Ausreden kommen im Doppelpack.

Wer die eine glaubt, müsste auch die andere glauben.

Am Ende bleibt nur eine Frage: Willst du oder willst du nicht?

Ein paar Ausreden verdienen trotzdem eine eigene Antwort.

„Ich bin nicht kreativ genug.“

Kreativität ist weniger Talent als der Mut, etwas zu zeigen, bevor es fertig ist.

„Ich habe keine interessanten Geschichten.“

Du hast geliebt, gehasst, gehofft, gezweifelt.

Du bist eine Geschichte.

„Ich kann nicht vor Menschen sprechen.“

Doch, jeden Tag, beim Bäcker, im Job, in der Familie.

Poetry Slam ist nur ehrlicher.

„Ich habe keine Zeit.“

Für drei Folgen einer Serie hat es gestern gereicht.

„Ich bin zu alt.“

Die Malerin Grandma Moses hat erst mit fast 80 ernsthaft zu malen begonnen.

„Ich bin zu jung.“

Malala Yousafzai war 17, als sie den Friedensnobelpreis bekam.

Und die größte Ausrede von allen: „Ob ich mich anmelde oder nicht, ist doch egal.“

Ist es nicht, weder für dich noch für die Menschen, die deinen Text hören werden.

Bleibt der Klassiker: „Ich melde mich an, wenn mein Text gut genug ist.“

Dieser Satz hat mehr Bühnenträume beerdigt als jede schlechte Moderation.

Denn was ist ein guter Text?

Einer, der alle zum Weinen bringt, einer mit perfekten Reimen?

Du polierst, du feilst, du zeigst ihn niemandem, du wartest.

Und am Ende meldest du dich nicht an, weil er noch nicht gut genug ist.

Stephen King hat die ersten Seiten von „Carrie“ in den Müll geworfen.

Seine Frau Tabitha hat sie wieder herausgefischt und ihn ermutigt, weiterzuschreiben.

So erzählt er es selbst in seinem Buch „Das Leben und das Schreiben“.

Bo Burnham hat als Teenager Lieder in seinem Zimmer gefilmt und ins Netz gestellt, lange bevor er große Bühnen spielte.

Nicht fertig, nicht perfekt, aber draußen.

Du meldest dich nicht an, weil dein Text gut ist.

Du meldest dich an, weil du Mut hast.

Und dein Text wird besser, sobald er einen Termin hat.

Schritt 2 und 3: Daten und Weg

Warenkorb
Daten
3
Weg
4
Prüfen
5
Bestätigung

Jetzt wird es praktisch, und du brauchst weniger, als du denkst.

Einen Namen, unter dem du auftrittst.

Einen Titel für deinen Text, nicht den perfekten, irgendeinen: „Mein erster Slam“ reicht völlig.

Und die Bedingungen des Abends, die meistens in der Ausschreibung stehen.

Typisch sind ein Zeitlimit von ein paar Minuten, eigene Texte, keine Requisiten und keine Musik.

Aber jede Bühne tickt ein bisschen anders.

Lies nach, und wenn etwas fehlt, frag.

Versandarten · typische Anmeldewege
Welcher Weg gilt, steht meist beim Veranstalter. Wenn nicht: kurz nachfragen. Abläufe unterscheiden sich von Bühne zu Bühne.

Und wo meldest du dich an?

Viele denken, sie müssten erst die perfekte Stadt finden, die größte Bühne, das richtige Bundesland.

Falsch.

Dein Ziel ist nicht, überall einmal aufzutreten.

Dein Ziel ist, immer wieder in denselben Kreisen aufzutauchen.

Slam-Szenen haben ein gutes Gedächtnis.

Je öfter sie dich sehen, desto leichter kommst du rein, manchmal sogar spontan.

Ein einfacher Jahresplan für den Anfang:

In den ersten drei Monaten drei Bühnen in deiner Nähe, jede einmal.

In den nächsten drei Monaten dieselben Bühnen, jede zweimal.

Danach kennen dich die Leute, und du hörst von freien Plätzen oft, bevor sie öffentlich ausgeschrieben sind.

Das klappt, wenn du zwei Dinge beherzigst: zuverlässig erscheinen und kein Drama machen, wenn du mal warten musst.

Poetry-Slam · „Ich will …“ · Swiss Life Deutschland

Achte beim Anschauen auf die ersten zwanzig Sekunden.

Wodurch weißt du, dass du weiter zuhören willst?

Schritt 4: Prüfen und verbindlich anmelden

Warenkorb
Daten
Weg
4
Prüfen
5
Bestätigung

Raik liest jede Anmeldung.

Nach zwei Sätzen weiß er meistens, wer wirklich kommt.

Die Anmeldung, die einen Platz bekommt, riecht nach Verlässlichkeit.

Kurz, konkret, zuverlässig.

Du nimmst dem Veranstalter Arbeit ab und klingst wie jemand, bei dem der Auftritt klappt.

Bestellformular · die Anmeldung in sieben Zeilen

1
Betreff
Anmeldung – Poetry Slam am [Datum]
2
Anrede
Hallo [Name oder Team], ich melde mich verbindlich für den Slam am [Datum] an.
3
Name
[Vorname Nachname oder Bühnenname]
4
Text
eigener Text, Lyrik oder Prosa, etwa [x] Minuten, jugendfrei
5
Kontakt
[Handynummer] / [Mailadresse]
6
Zusage
Ich bin pünktlich da und halte die Zeit.
7
Gruß
Danke und bis [Datum], [Vorname]
Verbindlich anmelden
Mit dem Klick meldest du dich verbindlich an. Zurück geht nur noch höflich.

Das sind sechs Zeilen Inhalt, die siebte ist dein Gruß.

Und jetzt streich alles, was Zeit frisst.

„Ich hätte da eine Frage zum generellen Prozedere …“

Streichen.

„Ich bin ganz neu und unsicher und nicht so gut …“

Streichen.

Du darfst unsicher sein.

In die Anmeldung gehört es nicht.

Genauso wenig wie deine Lebensgeschichte, die gehört auf die Bühne.

Für die Sonderfälle gibt es kurze Varianten.

Formular ohne Freitext: Pflichtfelder ausfüllen und, wenn es ein Feld für Anmerkungen gibt, Länge und „jugendfrei“ nennen.

Anmeldung am Telefon: kurz sagen, wer du bist und für welchen Abend, danach die Daten noch einmal per Nachricht schicken.

Warteliste: „Setz mich gern auf die Warteliste, ich komme trotzdem.“

Übrigens muss in deutschen Online-Shops auf dem Bestellknopf klar stehen, dass es etwas kostet, oft heißt er „zahlungspflichtig bestellen“.

Dein Knopf heißt „verbindlich anmelden“.

Er kostet dich nichts außer einer Ausrede.

Kurze Prüfung vor dem Absenden

Drei Nachrichten landen im Postfach eines Veranstalters. Welche bekommt am ehesten einen Platz?

Auflösung anzeigen

C. Sie nimmt dem Veranstalter Arbeit ab: Datum, Länge, Zusage, fertig. A erzeugt nur Rückfragen, B schiebt ihm deine Angst zu. Du darfst unsicher sein. In die Anmeldung gehört es nicht.

Schreib sie jetzt, schick sie heute. Nichts wird gespeichert. Das hier ist nur für dich.

Die Unumkehr-Regel: 7 Minuten, 7 Zeilen, 7 Stunden

Die Unumkehr-Regel · 7 – 7 – 7
7:00Minuten
einen konkreten Slam samt Anmeldeweg finden
7Zeilen
die Anmeldung schreiben und abschicken
7Stunden
es öffentlich machen, ab jetzt gilt es
KEIN ZURÜCK

Hier kommt der eine Trick, der alles kippt, und er hat drei Ringe.

Ring eins: sieben Minuten, und deine Uhr läuft ab jetzt.

Such nach „Poetry Slam“ und dem Namen deiner Stadt, in der Suchmaschine oder in sozialen Netzwerken.

Klick auf das erste Profil, lies die Beschreibung, such das Wort „Anmeldung“.

Kein Link?

Dann schreib eine kurze Nachricht.

„Hallo, kurze Frage: Wo meldet man sich für euren nächsten Slam an?“

Plan B: Schreib zwei Slammerinnen oder Slammer aus deiner Gegend an, mit derselben Nachricht.

Kein Roman, keine Bittsteller-Stimmung.

Dein Ziel nach sieben Minuten: ein konkreter Abend mit Datum, Ort und Anmeldeweg.

Poetry Slam braucht Koordinaten, kein „irgendwann, irgendwo“.

Ring zwei: sieben Zeilen, die du schon kennst.

Schreiben, lesen, absenden.

Ring drei: sieben Stunden, um es öffentlich zu machen.

Erzähl es einer Freundin, poste es, sag es beim Abendessen.

Und bitte eine Person, dich eine Woche vor dem Auftritt zu nerven.

Unumkehrbar, mit Datum, mit ein bisschen sozialem Druck.

Warum das wirkt?

Weil wir Zusagen ernster nehmen als Vorsätze.

Stolz und ein kleines bisschen Scham ziehen stärker als „vielleicht irgendwann“.

Du zwingst dich in die Zukunft, damit die Zukunft dich rettet.

Waschbär auf einer Bahnsteigbank neben einem leeren Klemmbrett – Poetry Slam Anmeldung
Das Formular bleibt leer, bis du anfängst · bahn-slam.de

Schritt 5, die Bestätigung: was nach dem Absenden passiert

Warenkorb
Daten
Weg
Prüfen
5
Bestätigung

Merve drückt an einem Dienstag um 21:12 Uhr auf den Knopf.

Sieben Minuten, sieben Zeilen, dann Senden.

Und dann beginnt das, worauf dich niemand vorbereitet.

Deine Anmeldung ist eingegangen
Bestellhistorie · so fühlt sich die Lieferzeit an
+ 10 MinutenDu checkst dein Postfach. Nichts.
+ 1 StundeDu tippst „Anmeldung rückgängig machen“ in die Suchmaschine.
+ 1 TagDu erzählst niemandem davon. Es ist dein Geheimnis.
+ ein paar TageDie Bestätigung kommt. Du liest sie fünfmal und speicherst sie.
die Wochen danachDu probst, streichst, zweifelst und suchst nach Ausreden. Du findest keine gute.
die letzte WocheJetzt wissen es andere. Die Nervosität wird größer, nicht kleiner.
der Tag davorOutfit-Krise. Dreimal umgezogen. Der Text sitzt trotzdem.
Wie schnell Veranstalter antworten, ist sehr verschieden. Die meisten machen das ehrenamtlich.

Das ist alles normal.

Die Panik nach dem Absenden ist kein Zeichen, dass du einen Fehler gemacht hast.

Sie ist das Zeichen, dass es dir wichtig ist.

Die Forscherin Brené Brown beschreibt Verletzlichkeit sinngemäß als den Mut, sich zu zeigen, obwohl man das Ergebnis nicht kontrollieren kann.

Eine Anmeldung ist genau das.

Du sagst der Welt: Das bin ich, das sind meine Gedanken, mögt ihr mich trotzdem?

Und hier ist das Geheimnis:

Die Menschen, die dich mögen werden, mögen dich wegen dieser Offenheit.

Die anderen hätten dich sowieso nicht gemocht.

Also kannst du auch gleich echt sein.

Nutz die Wochen bis zum Auftritt, aber nicht für den perfekten Text.

Nutz sie zum Üben, vor dem Spiegel, vor Freunden, vor der Katze.

Hauptsache laut, Hauptsache oft.

Ehrlich gehört auch das hierher: Die Szene ist nicht nur Umarmung.

Es gibt Konkurrenz, Eitelkeit und manchmal Augenrollen.

Kundenservice · wem du begegnen kannst

Der Augenroller
ist schon ewig dabei und lässt es dich spüren
Umgang: nicken, lernen, was er gut macht, den Rest vergessen
Die Metaphern-Zerpflückerin
hält nur ihre Art von Lyrik für echte Lyrik
Umgang: Kritik nach Brauchbarem durchsuchen, Tonfall ignorieren
Der Botschaftsprüfer
bewertet jeden Text nur nach seiner Haltung
Umgang: zuhören, stehen bleiben, deinen Text nicht umbauen, nur um zu gefallen
Die Mitleidslobende
sagt „Das war sooo mutig“ wie zu einem kranken Tier
Umgang: „Danke“ sagen und das Mitleid einfach nicht annehmen

Und dann gibt es die vielen anderen: die dir nach dem Auftritt zunicken, dir ein Wasser hinstellen und fragen, wann du wiederkommst.

Du wirst ihnen begegnen, beim ersten Slam und beim hundertsten.

Aber sie sind nicht der Grund, warum die meisten wiederkommen.

Zwei Tage nach dem Absenden kommt Raiks Antwort.

Es ist keine Bestätigung.

Rücksendung: dein erstes Nein

Eingang · Veranstalter
„Danke für deine Anmeldung! Leider sind für diesen Abend alle Plätze vergeben.“
Deine Antwort · Rücksendeschein
„Danke für die Rückmeldung! Setz mich gern auf die Warteliste. Ich komme trotzdem zum Zuschauen, mein Text ist warm. Falls eine Lücke aufgeht: Ich springe ein.“
Status: Tourist → Teil der Szene

Der Abend ist voll.

Merve starrt lange auf die Nachricht.

Dann schickt sie genau die Antwort, die du oben siehst.

Und wenn dir so eine Absage passiert?

Gut.

Du lernst zwei Dinge.

Erstens: Du bist nicht aus Zucker.

Zweitens: Es gibt Wartelisten.

Poetry Slams sind keine Eliteuniversitäten.

Wenn ein Abend voll ist, liegt das an der Zahl der Plätze, nicht an dir.

Dann suchst du dir den nächsten Abend oder die nächste Bühne.

Oder du antwortest freundlich und kommst trotzdem.

Wer zum Zuschauen kommt, obwohl er eine Absage bekommen hat, ist kein Tourist mehr.

Er ist Teil der Szene.

Und falls du selbst absagen musst?

Dann so früh wie möglich, kurz und ehrlich.

Ein freier Platz ist für jemanden auf der Warteliste ein Geschenk.

Dein Checkout für heute

Zustellung am Abend: Und Merve?

Lieferschein · Zustellung am Abend

Lieferortein Hinterzimmer mit Kneipe davor
Bühneein Brett mit Kabeln
GeruchBier, Angst, Ehrgeiz
Inhaltein Text, nicht als Bewerbung, sondern als Beweismittel A
Besonderheiteine lange Pause nach der stärksten Zeile
Empfang bestätigt: ____________ZUGESTELLT

Freitag, 19:40 Uhr, das Hinterzimmer der Bahnhofskneipe.

Merve ist da, obwohl sie nur auf der Warteliste steht.

Ihr Text steckt gefaltet in der Jackentasche.

Dann fehlt eine Person auf der Liste, ohne Nachricht, ohne Anruf.

Raik schaut in den Raum.

Er sucht nicht die Beste.

Er sucht die Person, die vorher klargemacht hat: Ich bin da.

„Merve?“

Sie geht hoch und sagt ihren Namen.

Sie spürt den Boden unter dem Wort „Hallo“ und atmet einmal, langsam.

Ihr Text ist keine Bewerbung mehr.

Er ist Beweismittel A.

Nach ihrer stärksten Zeile macht sie eine Pause, länger, als es sich gut anfühlt.

Sie zählt innerlich bis sieben.

In der ersten Szene von „Der Pate“ hält Marlon Brando eine Katze auf dem Schoß und spricht ganz leise, und der Raum hält die Luft an.

Merve streichelt die Stille.

Sie schnurrt.

Dann beißt sie.

Merve kommt nicht ins Finale.

Ihre Stimme hat gezittert, eine Zeile hat sie vergessen, und hinten hat jemand Bier bestellt, während sie sprach.

Und trotzdem ist es perfekt, weil es echt war und ein Anfang.

Beim Rausgehen hält Raik ihr die Liste für den nächsten Monat hin.

Merve schreibt ihren Namen drauf, ohne zu zögern.

Kein Zurück-Knopf weit und breit.

Also merke: Die Poetry Slam Anmeldung ist nicht der Moment, in dem du bereit bist.

Sie ist der Moment, der dich bereit macht.

Also los: sieben Minuten.

Deine Uhr läuft.

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Zweiunddreißig Schläge gegen die Stille. Wähle dein Gift.

Die Bahn als Schreibstudio Nr. 1 Die Bahn als Schreibstudio Schreiben in Bewegung Gefühle in Worte fassen Nr. 2 Gefühle in Worte fassen ohne kitschig zu werden Ich bin nicht nervös, ich bin geladen Nr. 3 Ich bin nicht nervös ich bin geladen 3 Uhr nachts Nr. 4 3 Uhr nachts Gedanken zwischen Stationen 120 Schläge Nr. 5 120 Schläge gegen die Gleichgültigkeit Niemand hält deinen Zug auf - 111 Impulse Nr. 6 Niemand hält deinen Zug auf 111 Impulse · Kein Trost Poetry Master Nr. 7 Poetry Master Stimme trifft Seele Genosse Waschbär - Bahn-Slam-Geschichten Nr. 8 Genosse Waschbär Bahn-Slam-Geschichten 147 Gründe, warum ich dich hasse Nr. 9 147 Gründe warum ich dich hasse Genosse Waschbär Band 10 – Was die Welt mir schuldet Nr. 10 Was die Welt mir schuldet Band 10 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 11 – Der konservative Waschbär Nr. 11 Der konservative Waschbär Band 11 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 12 – Der liberale Waschbär Nr. 12 Der liberale Waschbär Band 12 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 13 – Der grüne Waschbär Nr. 13 Der grüne Waschbär Band 13 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 14 – Der rechtskonservative Waschbär Nr. 14 Der rechtskonservative Waschbär Band 14 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 15 – Der populistische Waschbär Nr. 15 Der populistische Waschbär Band 15 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 16 – Der unpolitische Waschbär Nr. 16 Der unpolitische Waschbär Band 16 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 17 – Der schwule Waschbär Nr. 17 Der schwule Waschbär Band 17 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 18 – Die lesbische Waschbärin Nr. 18 Die lesbische Waschbärin Band 18 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 19 – Der Gen-Z-Waschbär Nr. 19 Der Gen-Z-Waschbär Band 19 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 20 – Der Ossi-Waschbär Nr. 20 Der Ossi-Waschbär Band 20 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 21 – Der Wessi-Waschbär Nr. 21 Der Wessi-Waschbär Band 21 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 22 – Der liberale Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 22 Der liberale Waschbär Band 22 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 23 – Der grüne Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 23 Der grüne Waschbär Band 23 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 24 – Der konservative Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 24 Der konservative Waschbär Band 24 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 25 – Der sozialdemokratische Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 25 Der sozialdemokratische Waschbär Band 25 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 26 – Der linke Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 26 Der linke Waschbär Band 26 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 27 – Der rechtspopulistische Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 27 Der rechtspopulistische Waschbär Band 27 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 28 – Der schwule Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 28 Der schwule Waschbär Band 28 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 29 – Die lesbische Waschbärin (Wahlprogramm) Nr. 29 Die lesbische Waschbärin Band 29 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 30 – Der Gen-Z-Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 30 Der Gen-Z-Waschbär Band 30 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 31 – Die unpolitische Waschbärin (Wahlprogramm) Nr. 31 Die unpolitische Waschbärin Band 31 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 32 – Das einzige Buch, das du über die Bahn lesen solltest Nr. 32 Alles über die Bahn Band 32 · Das einzige Buch, das du lesen solltest
— Stephan Pinkwart —

Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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