Der Wartesaal-Text: Geschichten, die am Bahnhof herumstehen

Hamm · siebzig Minuten Umstieg

Der Wartesaal-Text: Geschichten, die am Bahnhof herumstehen

Ich hatte ihre ganze Geschichte im Kopf. Dann hat sie den Mund aufgemacht.

Siebzig Minuten Umstieg in Hamm. Und eine Frau, die alle zwei Minuten auf einen Zettel schaut.

Sie stand am Ende des Bahnsteigs, neben einem Koffer, der zu groß war für ein Wochenende.

Alle zwei Minuten faltete sie einen Zettel auf, las ihn und faltete ihn wieder zusammen.

Ich hatte nach zwanzig Minuten ihre komplette Geschichte im Kopf.

Zusammengereimt aus drei Details und sehr viel Selbstbewusstsein.

Bahnhof Geschichten schreiben beginnt mit Zuschauen: der Waschbär sitzt mit Notizbuch auf einer Bank in der Bahnhofshalle
Siebzig Minuten Umstieg. Der beste Arbeitsplatz, den es umsonst gibt.

Sie war unterwegs zu jemandem, den sie lange nicht gesehen hatte. Auf dem Zettel stand eine Adresse. Sie hatte Angst vor der Ankunft.

Das war alles falsch, wie sich später herausstellte.

Erstens war es falsch. Zweitens war es nicht einmal knapp daneben.

Dieser Beitrag handelt davon, wie man am Bahnhof Material findet, das trägt.

Und davon, warum Bahnhof Geschichten schreiben zu neunzig Prozent aus genauem Hinsehen besteht und zu zehn Prozent aus Erfinden. Nicht umgekehrt.

Am Ende bekommst du wieder genau einen Griff. Er besteht aus zwei Zeilen im Notizbuch.

Denn wer am Bahnhof Geschichten schreiben will, braucht keine Fantasie. Er braucht ein Notizbuch und Geduld.

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01
21:40Uhr

Warum man am Bahnhof Geschichten schreiben kann

Es gibt kaum einen Ort, an dem so viele Menschen so lange nichts tun.

Und genau darin liegt der Wert.

Deshalb lässt sich fast nirgends so gut Bahnhof Geschichten schreiben wie in einer Wartehalle.

Die vier Eigenschaften eines Bahnhofs

Erstens: Alle warten. Wartende Menschen sind unbewachter als beschäftigte, weil sie ihre Haltung nicht dauernd kontrollieren.

Zweitens: Alle sind zwischen zwei Orten. Niemand ist angekommen, niemand ist noch zu Hause. Das ist ein Zustand, in dem Menschen sich anders verhalten als sonst.

Außerdem rechnet in diesem Zustand niemand damit, beobachtet zu werden. Genau deshalb gehört dazu auch eine Verantwortung, und darum geht es später in Kapitel sieben.

Drittens: Es gibt Abschied und Ankunft in derselben Halle. Die beiden emotionalsten Situationen des Alltags finden dort im Abstand von zwanzig Metern statt.

Und viertens: Es ist öffentlich. Du fällst nicht auf, weil alle sich umschauen und weil niemand einen Grund braucht, dort zu sitzen.

Zusammen ergeben diese vier Punkte die beste Arbeitsumgebung, die es umsonst gibt.

Der Satz, um den es hier geht
Ein Bahnhof liefert keine Geschichten. Er liefert Anfänge.

Wer erwartet, dort eine fertige Handlung zu finden, geht enttäuscht nach Hause. Wer nach einem Detail sucht, das nicht aufgeht, findet in jeder Stunde mehrere.
Ein Bahnhof ist der einzige Ort, an dem Menschen minutenlang nichts tun und trotzdem nicht privat sind.
02
22:05Uhr

Georges Perec saß drei Tage lang auf demselben Platz

Am 18. Oktober 1974 setzte sich ein französischer Schriftsteller in ein Café an der Place Saint-Sulpice in Paris.

Er blieb drei Tage. Am 18., 19. und 20. Oktober, zu verschiedenen Tageszeiten.

Zuerst an einem Fenster, danach an einem anderen.

Und er schrieb auf, was er sah.

Damit hat er das Verfahren erfunden, mit dem sich bis heute am Bahnhof Geschichten schreiben lassen.

Was genau er aufschrieb

Nicht die Kirche. Nicht die Architektur. Nicht das, was in Reiseführern steht.

Sondern Busse, Hunde, Passanten, Tauben, die plötzlich alle gleichzeitig auffliegen, das Licht, das sich verändert, eine Hochzeit und später eine Beerdigung.

Erstens war das mühsam. Zweitens ist genau daraus ein Klassiker geworden.

Georges Perec nannte das, wonach er suchte, das Infra-Ordinäre. Also alles, was unterhalb des Bemerkenswerten liegt.

Was passiert, wenn nichts passiert außer Zeit, Menschen, Autos und Wolken.
Georges Perec · sinngemäß übersetzt

Herausgekommen sind rund sechzig Seiten, die 1975 zuerst in einer Zeitschrift erschienen und heute als Klassiker gelten.

Damit hat er das Verfahren begründet, mit dem sich bis heute am Bahnhof Geschichten schreiben lassen.

Warum das für dich wichtig ist

Weil Perec das Gegenteil von dem gemacht hat, was die meisten machen.

Er hat nicht gewartet, bis etwas Interessantes passiert. Er hat aufgeschrieben, was ohnehin die ganze Zeit passiert.

Genau das ist die Grundhaltung, mit der man am Bahnhof Geschichten schreiben kann. Nicht auf das Ereignis warten, sondern das Übliche notieren.

Der ehrliche Haken

Das Buch ist für viele Leserinnen und Leser eine Zumutung.

Es gibt zahlreiche Rückmeldungen von Menschen, die es nach zwanzig Seiten frustriert weggelegt haben, weil es eben genau das ist: eine Liste.

Und schon der Titel gibt zu, dass es nicht funktioniert. Es ist ein Versuch der Erschöpfung. Ein Ort lässt sich nicht erschöpfen, und Perec wusste das.

Was du daraus mitnimmst
Die Methode taugt für dich, das Ergebnis nicht unbedingt.

Eine reine Liste ist noch kein Bühnentext. Aber ohne die Liste hast du nichts, woraus du einen bauen könntest. Perec liefert den ersten Schritt, nicht den letzten.
03
22:20Uhr

Der eine Griff: Beobachtung plus Frage

Jetzt der Teil, für den du hergekommen bist.

Es gibt genau eine Sache, die zuverlässig funktioniert. Und sie ist wieder enttäuschend simpel.

Der Griff
Schreib zwei Zeilen: was du siehst, und genau eine Frage dazu.

Erste Zeile: nur Sichtbares. Keine Deutung, keine Gefühle, keine Vermutung.
Zweite Zeile: die eine Frage, die du nicht beantworten kannst.

Die erste Zeile ist das Material. Die zweite Zeile ist der Text.

Das war es. Zwei Zeilen, zwanzig Sekunden.

Damit wird aus Warten unmittelbar Arbeit.

Material fürs Bahnhof Geschichten schreiben: Automatenbecher, gefalteter Zettel und Schlüssel auf einer Bahnhofsbank
Ein Becher, ein Zettel, ein Schlüsselbund. Drei Anfänge auf einer Bank.

Warum die zweite Zeile alles verändert

Weil eine Beobachtung allein noch keine Geschichte ist.

Ein Mann isst am Bahnsteig eine Suppe aus einer Thermoskanne. Das ist ein Bild, und nach zwei Sekunden ist es vorbei.

Danach steht es im Notizbuch und ist trotzdem noch keine Geschichte.

Die Frage macht daraus etwas anderes: Wer hat ihm diese Suppe eingefüllt?

Plötzlich gibt es eine zweite Person, eine Küche, einen Morgen und eine Beziehung. Und du hast keine davon gesehen.

Genau das meint Bahnhof Geschichten schreiben: Du siehst wenig und erfindest den Rest.

Die Regel für die erste Zeile

Nur was eine Kamera aufzeichnen könnte.

Das klingt streng und ist in Wahrheit eine enorme Erleichterung, weil du dann nichts mehr entscheiden musst.

Nicht: Sie wirkte nervös. Sondern: Sie faltete den Zettel siebenmal auf und wieder zu.

Der zweite Satz ist überprüfbar, konkret und in einem Text hundertmal stärker. Der erste ist bereits eine Deutung, und Deutungen sind billig.

Deshalb steht in der ersten Zeile niemals ein Gefühl. Nur Bewegung, Gegenstand, Anzahl.

Die Regel für die zweite Zeile

Genau eine Frage, nicht drei.

Wer drei Fragen notiert, hat sich nicht entschieden und wird später keine davon beantworten.

Deshalb lohnt sich hier die Beschränkung mehr als überall sonst.

Und die Frage soll offen sein. Nicht: Ob sie wohl nervös war? Sondern: Wer wartet am anderen Ende?

Zusammengenommen ist das der ganze Griff, mit dem du am Bahnhof Geschichten schreiben kannst.

Warum nur ein Griff und nicht zwölf
Weil du am Bahnhof keine Methode durchspielst. Du hast eine Bank, ein Notizbuch und zwanzig Minuten.

Zwei Zeilen pro Beobachtung sind machbar. Alles Weitere in diesem Beitrag ist Zubehör.
04
22:35Uhr

Sechs Fundstücke: so kannst du am Bahnhof Geschichten schreiben

So sieht das in der Praxis aus.

Sechs echte Beobachtungen aus meinem Notizbuch, jeweils mit der einen Frage dazu.

Zuerst also die Fundstücke, danach die Technik dahinter.

Drei Fundstücke, die mit einer Bewegung anfangen

Fundnummer001
Was ich gesehen habe
Ein Mann stellt seinen Koffer hin, geht zehn Schritte weg, kommt zurück und stellt ihn zwanzig Zentimeter weiter rechts.
Die eine Frage dazu
Wofür macht er Platz?
Aus dieser Frage ist ein Text über einen Menschen geworden, der überall Platz für jemanden lässt, der nicht mehr kommt. Die Beobachtung dauerte vier Sekunden. Der Text zwei Wochen.
Fundnummer002
Was ich gesehen habe
Eine ältere Frau steigt aus, umarmt niemanden und geht sofort in Richtung Ausgang. Drei Meter weiter bleibt sie stehen und dreht sich um.
Die eine Frage dazu
Auf wen schaut sie zurück?
Die Rückfrage ist der ganze Trick. Der Moment des Umdrehens ist gewöhnlich, die Frage danach nicht. Und du weißt die Antwort nicht, also kannst du sie erfinden.
Fundnummer003
Was ich gesehen habe
Auf einer Bank liegt ein aufgeschlagenes Buch, mit dem Rücken nach oben, seit mindestens zwanzig Minuten. Niemand sitzt daneben.
Die eine Frage dazu
Wann kommt jemand zurück und holt es?
Gegenstände ohne Menschen sind die dankbarsten Fundstücke überhaupt. Sie haben eine Vorgeschichte, die du komplett erfinden darfst, ohne dass jemand dabei zu Schaden kommt.

Drei Fundstücke mit Menschen

Fundnummer004
Was ich gesehen habe
Zwei Jugendliche teilen sich einen Kopfhörer. Einer hat den linken, einer den rechten. Beide schauen in verschiedene Richtungen.
Die eine Frage dazu
Was hören sie, das sie nicht besprechen müssen?
Hier steckt das Bild schon im Detail: zwei Menschen, dieselbe Musik, verschiedene Blickrichtungen. Für einen Text musst du daran fast nichts mehr tun.
Fundnummer005
Was ich gesehen habe
Ein Mann in Arbeitskleidung sitzt im Wartesaal und isst eine Suppe aus einer Thermoskanne. Er dreht den Deckel nach jedem Löffel wieder zu.
Die eine Frage dazu
Wer hat ihm die Kanne gefüllt?
Das ist mein Lieblingsfundstück, weil das Zudrehen die eigentliche Information ist. Diese Bewegung erzählt von Sorgfalt und davon, dass die Suppe reichen muss.
Fundnummer006
Was ich gesehen habe
Auf dem Bahnsteig steht ein einzelner Kinderschuh, aufrecht, direkt an der Bahnsteigkante.
Die eine Frage dazu
Wer hat ihn dort hingestellt statt liegen gelassen?
Der Unterschied zwischen hingestellt und liegen gelassen ist die ganze Geschichte. Jemand hat sich gebückt. Solche Details verschenkt man, wenn man nur Kinderschuh notiert.
Was diese sechs gemeinsam haben
Keines ist ein Ereignis.

Es gibt keine Streitszene, keinen dramatischen Abschied, keine Verfolgungsjagd. Alle sechs sind Kleinigkeiten, die niemand fotografiert. Genau deshalb kann man daraus etwas bauen, das noch nicht jeder gesehen hat.
05
22:50Uhr

Genauer sehen: die Technik hinter dem Bahnhof-Geschichten-Schreiben

Beobachten klingt nach einer Fähigkeit, die man hat oder nicht hat.

Erstens stimmt das nicht. Zweitens lässt sich jeder der vier Handgriffe an einem einzigen Abend üben.

Tatsächlich ist es eine Frage von vier ziemlich banalen Handgriffen.

Denn Bahnhof Geschichten schreiben ist zu neun Zehnteln eine Sehübung.

Beim Bahnhof Geschichten schreiben unauffällig bleiben: der Waschbär notiert im Stehen neben einer Säule in der Halle
Neben der Säule, halb im Schatten. Der beste Platz in jeder Halle.

Vier Handgriffe, die den Unterschied machen

Such nach dem, was nicht passt
Ein Mensch mit Skiern im Juli. Ein Anzug mit Turnschuhen. Ein Koffer, der zu groß ist für die Uhrzeit. Dein Gehirn meldet solche Abweichungen automatisch, du musst nur aufschreiben, was es meldet, statt es wegzufiltern.
Achte auf Hände statt auf Gesichter
Gesichter sind kontrolliert, Hände nicht. Was Menschen mit ihren Händen machen, während sie warten, ist der ehrlichste Teil ihres Auftritts. Und es lässt sich beschreiben, ohne jemanden erkennbar zu machen.
Notier die Wiederholung
Nicht die einzelne Bewegung, sondern die, die jemand dreimal macht. Einmal auf die Uhr schauen ist nichts. Siebenmal in vier Minuten auf die Uhr schauen ist eine Geschichte.
Beschreib den Ton, nicht den Inhalt
Was Menschen sagen, geht dich meistens nichts an. Wie sie es sagen, ist öffentlich: Lautstärke, Tempo, Pausen. Das reicht für einen Text vollkommen aus.

Der häufigste Anfängerfehler

Zu große Szenen aufschreiben.

Ein Streit am Schalter ist verlockend und in Wahrheit unbrauchbar, weil er schon fertig ist. Es gibt nichts mehr zu erfinden.

Erstens ist er zu laut. Zweitens erzählt er sich bereits selbst.

Der einzelne Kinderschuh dagegen ist unfertig. Und Unfertiges ist Material.

Kurz gesagt: Beim Bahnhof-Geschichten-Schreiben suchst du Lücken und keine Szenen.

06
23:05Uhr

Joan Didion und die Grenze der Genauigkeit

Jetzt kommt der Einwand gegen alles, was bisher stand.

Und er kommt von jemandem, der es wissen muss.

Denn wer am Bahnhof Geschichten schreiben will, sollte wissen, was eine Notiz nicht leisten kann.

1966 schrieb Joan Didion einen Aufsatz darüber, warum sie ein Notizbuch führt. Er erschien zwei Jahre später in ihrem Band Slouching Towards Bethlehem.

Was sie feststellt

Sinngemäß: Der Sinn ihres Notizbuchs sei nie gewesen, eine zutreffende Aufzeichnung dessen zu liefern, was sie getan oder gedacht hat.

Sie beschreibt einen Eintrag aus einem alten Heft, der nur aus vier Stichworten besteht. Einkaufen, an einem Text getippt, Abendessen mit E., niedergeschlagen.

Und dann steht sie davor und weiß nichts mehr. Einkaufen was? Welcher Text? Wer ist E.? War E. niedergeschlagen oder sie selbst?

Wie es sich für mich angefühlt hat: Das kommt der Wahrheit über ein Notizbuch näher.
Joan Didion · sinngemäß übersetzt

Was das für deine Bahnhofsnotizen bedeutet

Zwei Dinge, und sie widersprechen sich nur scheinbar.

Erstens: Schreib trotzdem so genau wie möglich, was du siehst. Sonst hast du in drei Monaten vier unverständliche Stichworte.

Zweitens: Erwarte nicht, dass die Notiz die Wirklichkeit enthält. Sie enthält, was dir an diesem Abend aufgefallen ist, und das sagt genauso viel über dich aus.

Beides gilt gleichzeitig, und deshalb widerspricht Didion Perec nicht wirklich.

Genau deshalb funktioniert der Griff aus Kapitel drei so gut. Die erste Zeile hält fest, was da war. Die zweite hält fest, was dich daran beschäftigt hat.

Damit ist Bahnhof Geschichten schreiben immer beides zugleich: Aufzeichnung und Selbstauskunft.

Der ehrliche Haken bei Didion
Sie geht sogar noch weiter und schreibt, sie notiere manchmal Dinge, die andere Lügen nennen würden.

Für einen Bühnentext ist das kein Problem, sondern die Arbeitsgrundlage. Für ein Protokoll wäre es eines. Du solltest nur wissen, was von beidem du gerade machst.
Die Beobachtung gehört dem Bahnhof. Die Frage danach gehört dir. Und der Text entsteht aus der Frage.
07
23:15Uhr

Wo die Grenze verläuft

Das wichtigste Kapitel in diesem Beitrag, und ich würde es lieber weiter vorne haben.

Denn du beobachtest Menschen, die dich nicht gefragt haben.

Erstens ist das unvermeidlich. Zweitens verpflichtet es dich zu ein paar Regeln.

Die Grenze beim Bahnhof Geschichten schreiben: eine anonyme Person mit Koffer als Silhouette auf einem nächtlichen Bahnsteig
Nur eine Silhouette. Genau so gehört sie in einen Text.

Was du aufschreiben darfst

Alles, was jeder andere in der Halle auch sieht. Bewegungen, Haltung, Gegenstände, Kleidung.

Kurz gesagt: alles, was ohnehin öffentlich stattfindet.

Und alles, was du daraus erfindest, sobald es sich von der realen Person gelöst hat.

Was du nicht aufschreiben solltest

Inhalte von Telefonaten. Auch wenn sie laut geführt werden.

Alles, was auf Krankheit, Geld, Familie oder rechtliche Dinge schließen lässt.

Merkmale, an denen jemand erkennbar wäre. Also keine Namen, keine besonderen Kennzeichen, keine Kombination aus Ort, Zeit und Aussehen.

Und keine Fotos. Nie.

Denn ein Foto nimmt der anderen Person jede Möglichkeit, unkenntlich zu bleiben.

Die drei Änderungen, die du immer vornimmst

Erstens: anderer Bahnhof. Zweitens: andere Tageszeit. Drittens: mindestens ein verändertes Merkmal an der Person.

Danach ist aus einer realen Person eine Figur geworden, und die gehört dir.

Ohne diese drei Änderungen sollte beim Bahnhof-Geschichten-Schreiben niemand in einem Text landen.

Die Prüffrage
Könnte die Person sich in deinem Text wiedererkennen, und wäre ihr das unangenehm?

Wenn ja, ändere so lange etwas, bis die Antwort nein lautet. Das kostet dich fast nichts, weil der interessante Teil ohnehin nicht die reale Person ist, sondern deine Frage.

Mehr dazu steht in Grenzen setzen.

Es gibt außerdem eine Gruppe, bei der ich grundsätzlich nichts notiere: Kinder.

Und eine Situation, in der ich das Notizbuch zuklappe: wenn jemand offensichtlich in Not ist. Dann ist Hinschauen keine Recherche mehr, sondern das Gegenteil von Hilfe.

08
23:25Uhr

Vom Fundstück zum Bühnentext

Jetzt der Schritt, den die meisten überspringen.

Ein Notizbuch voller Beobachtungen ist noch kein einziger Text.

Deshalb endet Bahnhof Geschichten schreiben nicht am Bahnsteig, sondern am Schreibtisch.

SchrittWas du machstWann
1. SammelnZwei Zeilen pro Fundstück, direkt vor Ort.Am Bahnhof
2. LiegenlassenGar nichts. Mindestens eine Woche.Danach
3. AuswählenDurchlesen und die drei markieren, die noch wirken.Nach einer Woche
4. AusbauenZu einem Fundstück zehn Sätze schreiben, ohne Anspruch.Am Schreibtisch
5. VerändernOrt, Zeit und ein Merkmal ändern.Danach
6. BauenErst jetzt einen Text daraus machen.Zuletzt

Schritt zwei ist der wichtigste und der unbeliebteste.

Wer sofort weiterschreibt, baut seinen Text um eine Beobachtung, die ihn nur gerade eben beeindruckt hat.

Danach fehlt ihm die Möglichkeit zu prüfen, ob sie das immer noch tut.

Nach einer Woche wirken höchstens drei von zwanzig Notizen noch. Genau diese drei sind etwas wert, und du hättest sie am Abend selbst nicht vorhersagen können.

Deshalb lohnt sich das Warten mehr als jede zusätzliche Stunde am Bahnsteig.

Woran du erkennst, dass ein Fundstück trägt

Du kannst dich an die Szene erinnern, ohne die Notiz zu lesen.

Die Frage aus Zeile zwei interessiert dich immer noch.

Und dir fällt beim Lesen sofort ein weiteres Detail ein, das gar nicht im Notizbuch steht.

Trifft eines dieser drei Zeichen zu, hast du etwas gefunden. Treffen alle drei zu, schreib sofort weiter.

08b
23:30Uhr

Vier Bahnhofstypen und was sie hergeben

Nicht jeder Bahnhof liefert dasselbe.

Wer weiß, wo er sitzt, spart sich eine Menge unbrauchbarer Notizen.

Der große Knotenbahnhof

Viele Menschen, kurze Aufenthalte, hohe Geschwindigkeit.

Hier bekommst du Bewegung und Gedränge, aber selten Ruhe. Gut für Gegenstände, für Geräusche und für alles, was liegen bleibt.

Schlecht für einzelne Personen, weil niemand lange genug bleibt.

Der mittlere Umsteigebahnhof

Der beste Ort überhaupt, und zwar mit Abstand.

Menschen warten dort zwanzig bis sechzig Minuten, sind gelangweilt und bleiben sitzen. Genau diese Mischung brauchst du.

Hamm, Fulda, Göttingen, Halle: Wer dort umsteigt, hat einen halbfertigen Text dabei, wenn er weiterfährt.

Der kleine Landbahnhof

Fast niemand da, dafür alles sichtbar.

Hier beobachtest du kaum Menschen, sondern Zustände: was kaputt ist, was jemand repariert hat, was seit Jahren gleich aussieht.

Für Stimmung und Kulisse ist das unbezahlbar, für Figuren taugt es wenig.

Der Bahnhof am frühen Morgen

Derselbe Ort, völlig anderes Material.

Morgens sind Menschen unfertig. Sie haben ihre Haltung noch nicht aufgebaut, und man sieht deutlich mehr als am Nachmittag.

Wenn du nur einmal ausprobieren willst, ob du am Bahnhof Geschichten schreiben kannst, dann nimm einen Werktagmorgen.

Die Zuordnung in einem Satz
Knotenbahnhöfe liefern Bewegung, Umsteigebahnhöfe liefern Menschen, Landbahnhöfe liefern Kulisse.

Und der frühe Morgen liefert überall mehr als jede andere Tageszeit.
09
23:35Uhr

Zwölf Fragen zum Bahnhof-Geschichten-Schreiben

Klapp auf, was dich betrifft.

Zusammen decken sie die üblichen Unsicherheiten beim Bahnhof-Geschichten-Schreiben ab.

Sechs Fragen zur Beobachtung

Wo setze ich mich hin?
Nicht mittig. Such einen Platz an der Seite, mit dem Rücken zu einer Wand oder Säule, von dem aus du einen großen Teil der Halle siehst, ohne dich drehen zu müssen.
Wie lange bleibe ich an einer Person?
Höchstens eine Minute. Danach hast du drei Details, und alles Weitere wird Deutung. Außerdem fällt längeres Hinschauen auf und ist unangenehm für die andere Person.
Was mache ich, wenn jemand zurückschaut?
Weiterschauen wäre unhöflich. Blick abwenden, weiterschreiben, gut ist. Das passiert deutlich seltener, als man befürchtet.
Schreibe ich sofort oder danach?
Sofort. Was du dir merken willst, ist nach zehn Minuten unscharf, und die genauen Details sind der ganze Wert.
Was, wenn nichts passiert?
Dann beschreib den Raum. Boden, Licht, Geräusche, Gerüche. Perec hat drei Tage lang im Wesentlichen das gemacht.
Wie viele Fundstücke pro Wartezeit?
Drei bis fünf reichen völlig. Wer zwanzig sammelt, schreibt oberflächlicher und findet später keines davon wieder.

Sechs Fragen zum Umgang mit dem Material

Wie sortiere ich das später?
Gar nicht nach Themen. Nach Datum reicht. Sortierte Notizbücher sehen ordentlich aus und werden seltener durchgeblättert.
Was mache ich mit Notizen, die nichts werden?
Nichts. Sie bleiben stehen. Neun von zehn Beobachtungen werden nie ein Text, und das ist das normale Verhältnis.
Darf ich Gehörtes wörtlich verwenden?
Einzelne Formulierungen ja, wenn sie öffentlich gefallen sind und niemanden identifizierbar machen. Ganze Gespräche nein.
Wie lange bleiben Beobachtungen brauchbar?
Sehr lange. Ich verwende Notizen, die vier Jahre alt sind. Der zeitliche Abstand macht das Erfinden sogar leichter.
Was, wenn ich die Person wiedersehe?
Passiert an Umsteigebahnhöfen tatsächlich. Dann gilt: nicht ansprechen, nicht nachrecherchieren, weiter wie vorher.
Funktioniert das auch woanders?
Wartezimmer, Fähren, Flughäfen, Behörden. Überall, wo Menschen warten müssen. Bahnhöfe sind nur die zugänglichsten.
10
23:45Uhr

Sechs Übungen fürs Bahnhof-Geschichten-Schreiben

Diese sechs kannst du bei der nächsten Wartezeit ausprobieren.

Fang mit einer an, nicht mit allen.

Denn Bahnhof Geschichten schreiben lernt man im Sitzen und nicht im Lesen.

Drei Übungen zum Sehen

Übung 1 – Zehn Minuten Perec
Setz dich hin und schreib zehn Minuten lang ausschließlich auf, was passiert. Keine Deutung, keine Frage, keine Auswahl. Es wird langweilig, und genau danach fängt das Sehen an.
Übung 2 – Nur Hände
Eine Wartezeit lang notierst du ausschließlich, was Menschen mit ihren Händen tun. Diese Übung verändert dauerhaft, worauf du achtest.
Übung 3 – Das Gegenstandsprotokoll
Notier nur Dinge ohne Menschen: liegen gelassene Sachen, Aufkleber, Kratzer, Reste. Der ungefährlichste Weg zu Material, weil niemand darin vorkommt.

Drei Übungen zum Weiterbauen

Übung 4 – Die zweite Zeile
Nimm zehn alte Notizen und schreib zu jeder nachträglich die eine Frage dazu. Du wirst merken, dass ungefähr die Hälfte gar keine hergibt. Das sind die, die du nicht gebraucht hättest.
Übung 5 – Drei Antworten
Nimm eine Frage und beantworte sie dreimal völlig verschieden. Die dritte Antwort ist fast immer die brauchbare, weil die ersten beiden naheliegen.
Übung 6 – Der Fünfzeiler
Bau aus einem Fundstück einen Text aus genau fünf Sätzen. Diese Begrenzung zwingt dich, das Detail arbeiten zu lassen, statt es zu erklären.
11
23:55Uhr

Wenn das Beobachten dich vom Leben trennt

Dieses Kapitel gehört hierher, weil diese Arbeitsweise eine Nebenwirkung hat.

Und weil sie schleichend kommt.

Erstens betrifft das wenige. Zweitens merkt man es selbst zuletzt.

Der Unterschied in einem Satz
Beobachten ist eine Haltung, die man ein- und ausschalten kann.

Wenn du dagegen in jedem Gespräch innerlich mitschreibst, wenn du bei Begegnungen vor allem an ihre Verwertbarkeit denkst oder wenn du dich überall wie ein Zuschauer fühlst, dann ist aus einer Methode ein Abstand geworden.

Anzeichen, bei denen du das Notizbuch zumachen solltest

Du kannst dich bei Verabredungen nicht mehr auf das Gespräch konzentrieren.

Du erlebst Situationen nur noch als Material für später.

Du fühlst dich unter Menschen dauerhaft außen vor.

Oder du merkst, dass du das Beobachten benutzt, um selbst nicht beteiligt sein zu müssen.

Was dann hilft

Feste Zeiten. Beobachtet wird beim Warten, sonst nicht.

Das Notizbuch bleibt bei privaten Verabredungen in der Tasche, und zwar ausnahmslos.

Außerdem hilft es, sich zu merken, dass niemand deine Notizen braucht, die Menschen um dich herum aber sehr wohl deine Aufmerksamkeit.

Und wenn dir auffällt, dass der Abstand zu Menschen größer geworden ist als der Gewinn an Material, dann ist ein Gespräch darüber sinnvoll. Die Hausarztpraxis ist dafür ein völlig normaler erster Schritt. Termine für die psychotherapeutische Sprechstunde vermittelt in Deutschland die Terminservicestelle unter der 116117.

Und wenn es dir gerade richtig schlecht geht, ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar, kostenfrei und anonym: 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222.

12
00:05Uhr

Selbstcheck: Wie genau siehst du hin?

Sechs Fragen. Hak ehrlich ab, es sieht ja niemand.

Auswertung in einem Satz: Die letzten drei Punkte sind keine Stilfragen, sondern die Grundlage dafür, dass diese Arbeitsweise in Ordnung ist.

Und wenn du beim ersten gezögert hast, fang mit Übung eins an.

Übrigens scheitert Bahnhof Geschichten schreiben fast nie am Ort. Es scheitert an zu frühem Deuten.

13
00:15Uhr

Zehn Fehler beim Bahnhof-Geschichten-Schreiben

Fünf Fehler beim Beobachten

Fehler 1: Auf ein Ereignis warten
Es kommt keines. Und wenn doch, ist es meistens unbrauchbar, weil es schon fertig erzählt ist.
Fehler 2: Deutungen notieren
Wirkte traurig, schien gestresst, machte einen einsamen Eindruck. Das sind deine Gefühle über eine fremde Person, und in einem Text sind sie wertlos.
Fehler 3: Zu lange hinschauen
Eine Minute pro Person reicht. Alles Weitere ist unangenehm für die andere Seite und bringt dir nichts.
Fehler 4: Nur Menschen beobachten
Gegenstände, Boden, Licht und Geräusche liefern mindestens genauso viel und kosten niemanden etwas.
Fehler 5: Erst später aufschreiben
Nach zehn Minuten hast du die Szene, aber nicht mehr das Detail. Und das Detail war der Grund.

Fünf Fehler beim Weiterverarbeiten

Fehler 6: Sofort einen Text bauen
Eine Woche liegen lassen. Sonst schreibst du über etwas, das dich nur kurz beeindruckt hat.
Fehler 7: Die Person unverändert übernehmen
Ort, Zeit und ein Merkmal ändern. Immer, ohne Ausnahme.
Fehler 8: Die Frage beantworten wollen
Der Reiz liegt darin, dass du es nicht weißt. Ein Text, der die Frage sauber auflöst, ist meistens langweiliger als einer, der sie offen lässt.
Fehler 9: Zu viele Fundstücke in einen Text packen
Eins reicht. Zwei gehen. Bei drei merkt das Publikum, dass es eine Sammlung ist und keine Geschichte.
Fehler 10: Das Notizbuch als Ausrede benutzen
Siehe Kapitel elf. Wer immer beobachtet, ist nie dabei.
Dein Link-Kompass

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✍️
Schreiben & Textaufbau
31 Beiträge

Vom ersten Satz bis zur letzten Zeile: Handwerk, das trägt.

Nichts dabei? Dann schreib den Text, der dir hier fehlt. Das ist der Punkt.

14
00:25Uhr

Die Werkstatt: deine nächste Wartezeit

Kein Programm, sondern eine einzige Wartezeit.

MinuteWas du machstErgebnis
0 bis 5Platz suchen. Seitlich, Rücken zur Wand.Überblick
5 bis 15Nur schauen. Nichts schreiben.Der Blick stellt sich um
15 bis 30Drei Fundstücke notieren, je zwei Zeilen.Material
30 bis 40Nur Gegenstände, keine Menschen.Zwei weitere Fundstücke
40 bis 50Den Raum beschreiben: Licht, Geräusch, Boden.Kulisse
Im ZugAlles noch einmal durchlesen, nichts ändern.Gesichert
Nach einer WocheDurchlesen und drei markieren.Auswahl

Der wichtigste Eintrag ist der zweite.

Zehn Minuten nur schauen fühlt sich nach Zeitverschwendung an und ist der Grund, warum die Notizen danach besser sind.

Damit hast du das Bahnhof-Geschichten-Schreiben einmal vollständig durchlaufen, in einer einzigen Wartezeit.

15
00:35Uhr

Hamm – der Rest der Geschichte

Zurück nach Hamm.

Die Frau mit dem Koffer und dem gefalteten Zettel hatte in meinem Kopf eine vollständige Biografie.

Nach etwa vierzig Minuten kam ein Mann mit einem Getränkebecher zu ihr, und sie haben sich unterhalten, laut genug, dass ich es hören konnte, ohne mich anzustrengen.

Danach war die Sache innerhalb von zwei Minuten geklärt.

Der Ort fürs Bahnhof Geschichten schreiben: ein leerer nächtlicher Wartesaal mit einem vergessenen Handschuh
Was am Ende übrig bleibt. Ein Wartesaal und ein Handschuh.

Was tatsächlich los war

Sie war Berufskraftfahrerin und wartete auf einen Kollegen, um eine Schicht zu tauschen.

Auf dem Zettel stand eine Fahrzeugnummer, die sie sich nicht merken konnte.

Der große Koffer gehörte gar nicht ihr. Er stand da schon, als sie kam.

Damit war meine gesamte Deutung hinfällig, und zwar restlos.

Warum das ein guter Abend war

Weil meine Deutung von der ersten bis zur letzten Zeile falsch war.

Und weil das nichts ausgemacht hat.

Denn beim Bahnhof-Geschichten-Schreiben ist die falsche Erklärung nicht das Problem. Sie steht ja nirgends.

In meinem Notizbuch stand nämlich nur, was ich gesehen hatte: eine Frau, die einen Zettel siebenmal auffaltet und wieder zusammenlegt. Daneben eine Frage.

Die Beobachtung war brauchbar. Meine Erklärung dazu war es nie.
Notiz aus dem Anschlusszug, kurz vor Mitternacht

Der Teil, den ich lieber weggelassen hätte

Ich habe später einen Text daraus gemacht, und darin ist die Frau eine Person, die vor einer Ankunft Angst hat.

Also genau das, was ich mir zusammengereimt hatte, obwohl ich es besser wusste.

Der Text funktioniert. Er hat trotzdem einen Fehler, den außer mir niemand sieht: Er benutzt eine echte Bewegung für ein erfundenes Gefühl und tut so, als gehörten sie zusammen.

Erstens ist das erlaubt. Zweitens sollte man es wenigstens selbst wissen.

Seitdem schreibe ich die Frage immer auf. Und die Antwort nie.

Denn die Antwort ist beim Bahnhof-Geschichten-Schreiben nie die Aufgabe der Notiz.

16
00:45Uhr

Was aus einem Fundstück wird

Ein voller Notizbuch ist ein schönes Gefühl und noch kein einziger Auftritt.

Denn zwischen Sammeln und Auftreten liegt ein Arbeitsschritt, den niemand abkürzen kann.

Denn zwischen der Zeile über den Kinderschuh und einem Text, der einen Saal hält, liegt genau die Arbeit, um die es in diesem Blog geht.

Vom Bahnhof Geschichten schreiben auf die Bühne: der Waschbär liest vor vollem Saal aus seinem Notizbuch
Dasselbe Notizbuch, ein halbes Jahr später. Dazwischen liegt das Handwerk.

Warum jetzt erst das Handwerk anfängt

Ein Detail muss an der richtigen Stelle stehen, sonst verpufft es.

Eine offene Frage muss so gestellt werden, dass das Publikum sie mitträgt, statt sich übergangen zu fühlen.

Außerdem braucht jedes Detail eine Umgebung, in der es überhaupt auffallen kann.

Und ein Text, der aus einer einzigen Beobachtung besteht, braucht einen Aufbau, der vier Minuten trägt.

Kurz gesagt: Bahnhof Geschichten schreiben liefert dir den Anfang und niemals das Ganze.

Poetry Master
Genau dafür habe ich Poetry Master gebaut.

Über 200 Storytricks, Bildsprache, Bühnenpräsenz und Auftritts-Hacks. Also die Werkzeuge, mit denen aus zwei Zeilen im Notizbuch ein Text wird, der trägt.

Der Bahnhof liefert dir das Material umsonst. Das Handwerk musst du dir holen.

Schreib auf, was du siehst. Und frag genau einmal nach.
Am Gleis steht kein fertiger Text. Dort steht ein Detail, das nicht aufgeht. Der Rest ist deine Arbeit.

Übrigens hebe ich seit Hamm jeden gefalteten Zettel auf, den ich auf Bahnsteigen finde.

Beruflich habe ich damit ohnehin zu tun. Aber das ist eine andere Geschichte.

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Bahn Slam · Edition

Werbung in eigener Sache

— aber mit Wucht.

Wenn du diese Techniken nicht nur lesen,
sondern anwenden willst — wie ein Sniper mit Reimwaffe:

Was drinsteckt
  • Über 200 kranke Slam-Hacks
  • Storystrukturen wie ein Fitzek-Krimi
  • Übungen für Albtraum-Einstiege, Trauma-Texte, Schweige-Pausen
  • Provokations-Templates
  • Authentizitäts-Trigger
✦ ✦ ✦ die zweiunddreißig bücher

Die zweiunddreißig Bücher

Zweiunddreißig Schläge gegen die Stille. Wähle dein Gift.

Die Bahn als Schreibstudio Nr. 1 Die Bahn als Schreibstudio Schreiben in Bewegung Gefühle in Worte fassen Nr. 2 Gefühle in Worte fassen ohne kitschig zu werden Ich bin nicht nervös, ich bin geladen Nr. 3 Ich bin nicht nervös ich bin geladen 3 Uhr nachts Nr. 4 3 Uhr nachts Gedanken zwischen Stationen 120 Schläge Nr. 5 120 Schläge gegen die Gleichgültigkeit Niemand hält deinen Zug auf - 111 Impulse Nr. 6 Niemand hält deinen Zug auf 111 Impulse · Kein Trost Poetry Master Nr. 7 Poetry Master Stimme trifft Seele Genosse Waschbär - Bahn-Slam-Geschichten Nr. 8 Genosse Waschbär Bahn-Slam-Geschichten 147 Gründe, warum ich dich hasse Nr. 9 147 Gründe warum ich dich hasse Genosse Waschbär Band 10 – Was die Welt mir schuldet Nr. 10 Was die Welt mir schuldet Band 10 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 11 – Der konservative Waschbär Nr. 11 Der konservative Waschbär Band 11 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 12 – Der liberale Waschbär Nr. 12 Der liberale Waschbär Band 12 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 13 – Der grüne Waschbär Nr. 13 Der grüne Waschbär Band 13 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 14 – Der rechtskonservative Waschbär Nr. 14 Der rechtskonservative Waschbär Band 14 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 15 – Der populistische Waschbär Nr. 15 Der populistische Waschbär Band 15 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 16 – Der unpolitische Waschbär Nr. 16 Der unpolitische Waschbär Band 16 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 17 – Der schwule Waschbär Nr. 17 Der schwule Waschbär Band 17 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 18 – Die lesbische Waschbärin Nr. 18 Die lesbische Waschbärin Band 18 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 19 – Der Gen-Z-Waschbär Nr. 19 Der Gen-Z-Waschbär Band 19 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 20 – Der Ossi-Waschbär Nr. 20 Der Ossi-Waschbär Band 20 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 21 – Der Wessi-Waschbär Nr. 21 Der Wessi-Waschbär Band 21 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 22 – Der liberale Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 22 Der liberale Waschbär Band 22 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 23 – Der grüne Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 23 Der grüne Waschbär Band 23 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 24 – Der konservative Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 24 Der konservative Waschbär Band 24 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 25 – Der sozialdemokratische Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 25 Der sozialdemokratische Waschbär Band 25 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 26 – Der linke Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 26 Der linke Waschbär Band 26 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 27 – Der rechtspopulistische Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 27 Der rechtspopulistische Waschbär Band 27 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 28 – Der schwule Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 28 Der schwule Waschbär Band 28 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 29 – Die lesbische Waschbärin (Wahlprogramm) Nr. 29 Die lesbische Waschbärin Band 29 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 30 – Der Gen-Z-Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 30 Der Gen-Z-Waschbär Band 30 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 31 – Die unpolitische Waschbärin (Wahlprogramm) Nr. 31 Die unpolitische Waschbärin Band 31 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 32 – Das einzige Buch, das du über die Bahn lesen solltest Nr. 32 Alles über die Bahn Band 32 · Das einzige Buch
— Stephan Pinkwart —
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Hier liegen 280 Beiträge über Bühne, Stimme, Texte und den ganzen schönen Wahnsinn dazwischen. Such dir raus, was heute weh tut.

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Schreiben & Textaufbau
31 Beiträge

Vom ersten Satz bis zur letzten Zeile: Handwerk, das trägt.

Nichts dabei? Dann schreib den Text, der dir hier fehlt. Das ist der Punkt.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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