14 Fragen, die deinen Text besser machen als jedes Feedback

Quizshow · Text selbst prüfen

14 Fragen, die deinen Text besser machen als jedes Feedback

Text selbst prüfen: ein Waschbär betrachtet sich am Bahnsteigende in einem runden Verkehrsspiegel
Ein ehrlicher Blick in den Spiegel am Bahnsteigende · bahn-slam.de

Dienstagabend, eine Lesebühne im Hinterzimmer einer Kneipe.

Esther, 35, merkt in Zeile vier, dass ihr Text nicht bremst.

Einen Text selbst prüfen, das hielt sie immer für überflüssig.

Er rollt.

Und rollt.

Und niemand im Saal weiß, wo er anhalten wird.

Esther auch nicht.

Nach dem Auftritt wirft sie die Blätter in den Papierkorb neben der Bar.

Till sieht das.

Till, 38, ist ihr alter Schulfreund und moderiert jeden Mittwoch das Kneipenquiz im selben Laden.

Er fischt die Blätter wieder heraus und steckt sie ein.

Vier Wochen später legt er sie ihr auf den Tisch, zusammen mit fünfzehn Karteikarten.

„Du hast deinem Text nie eine Frage gestellt“, sagt er.

„Nur Urteile.“

Eine einzige dieser Fragen rettet den Text.

Und es ist nicht die, die du jetzt vermutest.

Welche es ist, erfährst du am Ende.

Esther und Till gibt es so nicht. Aber den Text, der auf der Bühne nicht bremst, kennen viele, die schreiben.

Kennst du das?

Du liest deinen Text durch und findest ihn gut.

Oder schlecht.

Aber du weißt nicht, wo genau.

Also wartest du auf eine Schreibgruppe, auf Feedback, auf den nächsten Auftritt.

Dabei kannst du ziemlich viel davon selbst herausfinden.

Mit vierzehn Fragen und dem Mut, ehrlich zu antworten.

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Text selbst prüfen: Warum du deinen eigenen Text nicht lesen kannst

DIE LEITER · 15 FRAGEN AN DEINEN TEXT
15Die Millionenfrage · nur mit Joker
14Notbremse
13Notbremse
12Notbremse
11Rollprobe
10Rollprobe
9Rollprobe
8Druckprobe · sichere Stufe
7Druckprobe
6Druckprobe
5Druckprobe
4Sichtprüfung · sichere Stufe
3Sichtprüfung
2Sichtprüfung
1Sichtprüfung

Es gibt einen Grund, warum dir beim eigenen Text die Fehler nicht auffallen.

Und der Grund ist nicht Eitelkeit.

Wenn du einen Satz geschrieben hast, kennst du seine Bedeutung schon, bevor du ihn liest.

Dein Kopf spielt beim Lesen nicht den Satz ab, sondern die Erinnerung an das, was du sagen wolltest.

Du liest also nicht den Text.

Du liest die Absicht.

„Ich merke sehr wohl, wenn ein Text von mir schlecht ist.“

Das glaube ich dir sogar.

Du merkst, dass etwas nicht stimmt.

Was du nicht merkst, ist wo.

Genau deshalb stellt Till keine Stimmungsfragen.

„Ist der Anfang gut?“ ist keine Frage, das ist eine Stimmung.

„Steht im ersten Satz ein Mensch, ein Ort oder ein Problem?“ ist eine Frage.

Darauf gibt es Ja oder Nein.

Und ein Nein tut weh, aber es ist brauchbar.

Keine der vierzehn Fragen fragt, ob dein Text schön ist.

Und keine Sorge, sie ersetzen kein Publikum.

Sie kommen davor und ersparen dir die peinlichsten Rückmeldungen.

Stufe 1 bis 4: Die Sichtprüfung

FRAGE 1SICHTPRÜFUNG
Steht im ersten Satz ein Mensch, ein Ort oder ein Problem?
A · Ja: weiter
B · Nein: Dein Anfang ist eine Ankündigung

„Ich möchte heute über Einsamkeit sprechen“ ist eine Ankündigung.

„Meine Nachbarin klingelt, wenn ihre Waschmaschine fertig ist“ ist ein Mensch, ein Ort und ein Problem in einem Satz.

FRAGE 2SICHTPRÜFUNG
Kannst du den Text in einem Satz ohne „und“ zusammenfassen?
A · Ja: ein Text, eine Fahrt
B · Nein: zwei Texte in einem

Zwei Texte in einem sind kein doppelter Text.

Sie sind ein halber, denn der Saal muss zweimal umsteigen und steigt beim zweiten Mal nicht mit.

Streich einen davon.

Er ist nicht verloren, er ist dein nächster Auftritt.

FRAGE 3SICHTPRÜFUNG
Gibt es einen Absatz, den man ohne Verlust überspringen könnte?
A · Nein: weiter
B · Ja: Er ist drin, weil du ihn geschrieben hast

Das ist der schwerste Griff im ganzen Handwerk.

Du streichst nicht das Schlechte, sondern das Entbehrliche.

Und das Entbehrliche ist manchmal richtig gut geschrieben.

FRAGE 4SICHTPRÜFUNG
Steht irgendwo ein Wort, das du im Gespräch nie benutzen würdest?
A · Nein: weiter
B · Ja: Es klingt nach Angst, zu einfach zu klingen

Zuweilen, gleichwohl, ein Stück weit.

Solche Wörter sind wie Lautsprecheransagen: Man versteht sie, aber niemand fühlt etwas.

Diese vier Fragen dauern zusammen ein paar Minuten.

Und sie erledigen oft schon ein Drittel aller Probleme.

Stufe 5 bis 8: Die Druckprobe

FRAGE 5DRUCKPROBE
Kannst du auf die Zeile zeigen, in der sich etwas verändert?
A · Ja: weiter
B · Nein: Dein Text beschreibt einen Zustand

Kannst du nicht auf die Zeile zeigen, beschreibt dein Text einen Zustand.

Zustände sind interessant zu erleben und langweilig zu hören.

Es muss keine große Veränderung sein.

Jemand geht raus.

Jemand sagt endlich den Satz.

Jemand hört auf, etwas zu glauben.

FRAGE 6DRUCKPROBE
Sagst du dem Publikum, was es fühlen soll?
A · Nein: weiter
B · Ja: Gefühlswort raus, Detail rein

Such nach Sätzen wie „Das war unfassbar traurig“.

So ein Satz ist eine Durchsage: Bitte jetzt bewegt sein.

Nicht „sie war erschöpft“, sondern „sie hat die Jacke anbehalten, bis sie eingeschlafen ist“.

FRAGE 7DRUCKPROBE
Hast du deine Bilder schon einmal woanders gehört?
A · Nein: weiter
B · Ja: Tausch eins gegen ein Bild aus deiner Woche

Scherben, Narben, ein Herz aus Glas.

Diese Bilder sind nicht falsch.

Sie sind nur so oft gefahren worden, dass die Schienen blank sind.

Ein Wasserkocher, der zu früh abschaltet, ist dagegen noch ganz neu.

FRAGE 8DRUCKPROBE
Steht die beste Zeile am Anfang?
A · Nein: weiter
B · Ja: Ab da geht es bergab

Ab der besten Zeile geht es nur noch bergab, und der Saal merkt das früh.

Die beste Zeile gehört nach hinten.

Vorne reicht die zweitbeste.

„Wenn ich alles streiche, was mir gefällt, bleibt nichts von mir übrig.“

Umgekehrt.

Was dir gefällt und trotzdem raus muss, hast du oft irgendwo übernommen.

Was übrig bleibt, wenn du streng warst, ist der Teil, den nur du schreiben konntest.

Hintergrund · Neununddreißig Schlüsse

1958 fragte George Plimpton Ernest Hemingway für die Zeitschrift The Paris Review, wie viel er umschreibe.

Hemingway antwortete sinngemäß, er habe den Schluss von „In einem andern Land“ neununddreißigmal neu geschrieben, bevor er zufrieden war.

Auf die Frage, woran es gehakt habe, sagte er: die richtigen Wörter zu finden.

2012 erschien eine Ausgabe des Romans, die seine alternativen Schlüsse erstmals gesammelt zeigt, herausgegeben von seinem Enkel Seán Hemingway.

Die Fassungen unterscheiden sich stark: Manche sind nur einen Satz lang, andere mehrere Absätze.

Perfektionismus poliert dieselbe Stelle.

Überarbeiten baut sie neu.

Wenn du zum vierten Mal am selben Schlusssatz schiebst, denk den Schluss lieber einmal komplett anders.

Mehr dazu steht in Texte überarbeiten.

Stufe 9 bis 11: Die Rollprobe

FRAGE 9ROLLPROBE
Wo geht dir beim lauten Sprechen die Luft aus?
A · Nirgends: weiter
B · Dort: Der Satz ist zu lang

Irgendwann reicht Prüfen im Sitzen nicht mehr.

Steh auf und sprich den Text laut.

Nicht murmeln, nicht mitlesen.

Wo du mitten im Satz Luft holen musst, ist der Satz zu lang.

Das ist die ehrlichste Textkritik, die es gibt, weil dein Zwerchfell nicht höflich sein kann.

FRAGE 10ROLLPROBE
Welche Zeile sprichst du automatisch schneller?
A · Keine: weiter
B · Diese: Hier glaubst du dir selbst nicht

Da, wo du schneller wirst, glaubst du dem Text nicht.

Der Körper will unangenehme Stellen hinter sich bringen.

Markier diese Zeilen und schau sie dir am nächsten Tag an.

FRAGE 11ROLLPROBE
Wann würdest du selbst aufhören zuzuhören?
A · Gar nicht: weiter
B · Hier: eine Station zu viel

Du sitzt im Saal, hast einen langen Tag hinter dir, und dieser Text ist der siebte an diesem Abend.

An welcher Stelle greifst du zum Handy?

Diese Stelle ist nicht schlecht geschrieben.

Sie ist nur eine Station zu viel.

Mehr dazu steht in Text laut lesen.

Hintergrund · Minus zehn Prozent

1966, in seinem letzten Schuljahr, schickte Stephen King Kurzgeschichten an Magazine und bekam Absagen.

Auf einer stand eine handschriftliche Notiz: nicht schlecht, aber aufgebläht, und dazu eine Formel.

Zweite Fassung gleich erste Fassung minus zehn Prozent.

In seinem Buch „Das Leben und das Schreiben“ erzählt King, dass er sich diese Formel neben die Schreibmaschine gehängt hat.

Rechne das für einen Slam-Text durch.

Fünf Minuten sind grob sechshundert bis siebenhundert gesprochene Wörter.

Zehn Prozent davon sind vier, fünf Sätze.

Sie fehlen niemandem.

Sie machen Platz für Pausen, und Pausen sind auf einer Bühne die halbe Wirkung.

„Zehn Prozent klingt nach einer willkürlichen Zahl.“

Ist sie auch.

Aber sie erzwingt eine Entscheidung.

Ohne Zahl streichst du nur, was dir gerade egal ist.

Mit Zahl musst du weiterstreichen, und die letzten Wörter sind die, bei denen es interessant wird.

Wortliga · „Texte Korrektur lesen: So findest du Fehler in eigenen und fremden Texten“ · WORTLIGA

Achte darauf, welche Handgriffe gegen die eigene Betriebsblindheit genannt werden.

Und probier einen davon noch heute an deinem Text aus.

Ein Waschbär sitzt in der Dämmerung auf einer Bahnsteigbank und betrachtet ein Blatt Papier ganz aus der Nähe
Ein Blatt, ganz aus der Nähe betrachtet · bahn-slam.de

Die Joker: So hörst du deinen Text zum ersten Mal

DEINE DREI JOKER
NACHT-JOKER
Eine Nacht Abstand zwischen Schreiben und Prüfen.
HANDY-JOKER
Text einsprechen, beim Abwasch anhören.
PUBLIKUMS-JOKER
Nur für Frage 15. Ein Mensch, ein Tag Abstand.

Der Handy-Joker bringt mehr als die Hälfte dieser Liste.

Sprich den Text einmal komplett ins Handy.

Und hör ihn dir am nächsten Morgen an, während du etwas anderes tust.

Geschirr spülen.

Zur Bahn laufen.

Solange du nur zuhörst, bewertest du.

Sobald deine Hände beschäftigt sind, hörst du zu wie ein Fahrgast.

Du brauchst nur eine Sache aus dieser Aufnahme.

Die Stelle, an der du zum ersten Mal an etwas anderes denkst.

Oft liegt sie kurz nach der Mitte, da, wo du erklärst, was du vorher schon gezeigt hast.

Drei Sorten Fehler

Schmutz
Ein Wort zu viel, ein schiefes Bild, ein Satz, der stolpert. Harmlos, weil sichtbar.
Hilft: wegwischen, Fragen 1 bis 8
Verschleiß
Zu oft überarbeitet. Alles ist glatt, nichts hakt, also bleibt nichts hängen.
Hilft: eine raue Stelle wieder einbauen
Konstruktionsfehler
Kein Problem, das gelöst wird. Oder der Text gehört jemand anderem. Oder er will bewundert werden.
Hilft: nur eine Entscheidung, Fragen 12 bis 14

„Und wie erkenne ich, welche Sorte ich vor mir habe?“

An deiner Reaktion, wenn du eine Stelle streichst.

Fällt dir sofort etwas Besseres ein, war es Schmutz.

Wird der Text langweiliger, war es Verschleiß.

Merkst du beim Streichen, dass du den ganzen Rest auch nicht mehr brauchst, war es ein Konstruktionsfehler.

Hintergrund · Weglassen

Antoine de Saint-Exupéry war Pilot, bevor er als Schriftsteller berühmt wurde.

In „Wind, Sand und Sterne“, im Original „Terre des hommes“ von 1939, schreibt er über den Flugzeugbau einen Gedanken, der bis heute zitiert wird.

Sinngemäß: Vollkommenheit ist nicht erreicht, wenn man nichts mehr hinzufügen kann, sondern wenn man nichts mehr wegnehmen kann.

Er meinte Maschinen, die mit der Zeit immer einfacher aussehen, bis man ihnen die Arbeit nicht mehr ansieht.

Genau so klingt ein guter Slam-Text.

Man hört ihm nicht an, dass jemand daran gearbeitet hat.

Deshalb glauben so viele, gute Texte fallen einem einfach ein.

Das Gegenteil ist der Fall.

Stufe 12 bis 14: Die Notbremse

FRAGE 12NOTBREMSE
Wem gehört dieser Text eigentlich?
A · Mir: weiter
B · Jemand anderem: Dreh ihn auf dich um

Bei den ersten elf Fragen reparierst du deinen Text.

Bei diesen dreien kann herauskommen, dass er gar nicht repariert werden will.

Schreibst du über deine Trennung oder über die Trennung deiner Ex?

Das ist keine moralische Frage, sondern eine handwerkliche.

Texte über andere Menschen werden oft ungenau, weil du nur die Außenseite kennst.

Dreh ihn um: nicht was sie getan hat, sondern was du dabei gedacht hast.

FRAGE 13NOTBREMSE
Was sollen die Leute über dich denken, wenn er zu Ende ist?
A · Nichts Bestimmtes: weiter
B · Dass ich klug bin: Er arbeitet für dich

Antworte ehrlich, es hört ja niemand zu.

Lautet die Antwort „dass ich klug bin“, arbeitet dein Text nicht für den Saal, sondern für dich.

Das fällt auf, nicht als Gedanke, sondern als Gefühl.

Man hört zu und mag den Menschen da vorn ein bisschen weniger, ohne zu wissen, warum.

FRAGE 14NOTBREMSE
Würdest du ihn auch schreiben, wenn du ihn nie vortragen dürftest?
A · Ja: weiter
B · Nein: erlaubt, solange du es weißt

Das ist die einzige Frage, bei der ein Nein nicht heißt, dass etwas kaputt ist.

Es heißt nur: Dieser Text ist für die Bühne gebaut und nicht für dich.

Völlig in Ordnung, solange du es weißt.

Gefährlich wird es erst, wenn du dich wunderst, warum dich der Applaus nicht satt macht.

Die Spielregeln: Reihenfolge, Pausen, No-Gos

Spielregeln

1

Von leicht nach schwer
Die kleinen Fragen verändern den Text. Erst dann die großen.
2

Erst prüfen, dann reparieren
Nur Notizen an den Rand, bis alle vierzehn durch sind.
3

Nicht verhandeln
„Das ist Absicht“ zählt nicht. Der Saal merkt nur das Ruckeln.
4

Nie direkt nach dem Auftritt
Nach einem guten Abend findest du nichts, nach einem schlechten alles. Warte zwei Tage.
5

Nie während des Schreibens
Die Rohfassung darf roh sein.

Die Reihenfolge ist wichtiger als die Fragen.

Viele fangen mit den großen an, weil sie sich wichtiger anfühlen.

Frage dreizehn klingt eben tiefer als Frage vier.

Aber die kleinen Fragen verändern den Text, und ein veränderter Text beantwortet die großen anders.

Also von leicht nach schwer, genau wie in der Show.

Und prüf nie, während du schreibst.

Wer beim Schreiben schon fragt, ob im ersten Satz ein Mensch steht, füllt ein Formular aus.

Lass die Rohfassung roh.

Dann leg sie mindestens eine Nacht weg, damit dein Kopf die Absicht vergisst.

„Ich habe keine Nacht, ich trete morgen auf.“

Dann geh zwei Stunden spazieren, ohne an den Text zu denken.

Schlechter als eine Nacht, viel besser als nichts.

Deine Prüfrunde

Kurze Frage

Du findest bei Frage 3 einen entbehrlichen Absatz. Was tust du?

Auflösung anzeigen

B. Wer sofort repariert, wird vom Prüfer wieder zum Autor, und Autoren finden nichts mehr. Erst die ganze Leiter, dann die Werkstatt.

Und warum ausgerechnet vierzehn?

Die Zahl ist nicht heilig.

Till hat mit einer längeren Liste angefangen und alles gestrichen, was nie etwas gefunden hat.

Eine lange Liste fühlt sich gründlich an und wird nicht benutzt.

Eine kurze fühlt sich unvollständig an und wird benutzt.

Merkst du nach einem halben Jahr, dass bei dir nur sechs Fragen wirklich zuschlagen, streich die anderen.

Beim ersten Text stellst du trotzdem alle vierzehn.

Das dauert beim ersten Mal vielleicht eine Dreiviertelstunde.

Nach ein paar Runden geht es viel schneller, weil du die Fragen im Kopf hast.

Und irgendwann weißt du, welche zwei oder drei bei dir immer zuschlagen.

Die bleiben Pflicht, der Rest wird Kür.

Melina Coniglio · „Checkliste vor dem Lektorat – die häufigsten Fehler von Autoren“ · Lektorin mit Zuckerbrot & Peitsche

Achte darauf, wie viele der Fehler aus dem Video auch in einem Fünf-Minuten-Text stecken können.

Und notier dir die, die bei dir am häufigsten vorkommen.

Schreib sie auf einen Zettel und häng ihn dahin, wo du schreibst. Nichts wird gespeichert.

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Die Millionenfrage und Esthers Text

FRAGE 15 · DIE MILLIONENFRAGE
Woran erinnert sich jemand morgen noch?
Nur mit Publikumsjoker. Allein nicht zu beantworten.

Und welche Frage hat Esthers Text gerettet?

Sie war sicher, das Problem sei der Schluss.

Vier Wochen lang hat sie am Schluss gearbeitet.

Geholfen hat am Ende Frage acht.

Steht die beste Zeile am Anfang?

Sie stand da, ganz vorn, in Zeile zwei.

Und sie war so gut, dass der ganze restliche Text danach wie eine Erklärung klang.

Esther schiebt diese eine Zeile ans Ende.

Sonst ändert sie nichts.

Kein einziges Wort.

Beim nächsten Auftritt ist es der beste Text des Abends.

Derselbe Text.

Andere Reihenfolge.

Till sitzt in der ersten Reihe und hält eine letzte Karteikarte hoch.

Frage fünfzehn.

Die kann man nicht allein beantworten.

Dafür braucht es einen Publikumsjoker und einen Tag Abstand.

Am nächsten Morgen bekommt Esther eine Nachricht von einer Freundin, die im Publikum saß.

Darin steht nur ein Satz.

Die Zeile, die jetzt am Ende steht.

Wörtlich.

Also merke: Wer seinen Text beurteilt, bekommt eine Stimmung.

Wer ihn abfragt, bekommt eine Liste.

Und eine Liste kann man abarbeiten.

Nimm diese Woche einen Text, den du schon aufgegeben hast.

Stell ihm nur die Fragen eins bis vier, höchstens zehn Minuten lang.

Dann stell dich hin, lies ihn laut und denk dabei an die Fragen neun bis elf.

Sieben Fragen, eine halbe Stunde.

Zwei davon werden nichts finden.

Bei einer wirst du laut fluchen.

Genau diese eine ist deine.

Mehr Infos · nach der Prüfung

Testpublikum →

Wen du fragst, wenn die vierzehn Fragen durch sind.
Die letzte Zeile →

Wohin die beste Zeile gehört, wenn sie vorn rausmuss.
18 Übergänge, die deinen Text zusammenhalten →

Wenn die Absätze stimmen, aber die Lücken nicht.
Schnell Text schreiben →

Für Abende, an denen es für vierzehn Fragen nicht reicht.


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Zweiunddreißig Schläge gegen die Stille. Wähle dein Gift.

Die Bahn als Schreibstudio Nr. 1 Die Bahn als Schreibstudio Schreiben in Bewegung Gefühle in Worte fassen Nr. 2 Gefühle in Worte fassen ohne kitschig zu werden Ich bin nicht nervös, ich bin geladen Nr. 3 Ich bin nicht nervös ich bin geladen 3 Uhr nachts Nr. 4 3 Uhr nachts Gedanken zwischen Stationen 120 Schläge Nr. 5 120 Schläge gegen die Gleichgültigkeit Niemand hält deinen Zug auf - 111 Impulse Nr. 6 Niemand hält deinen Zug auf 111 Impulse · Kein Trost Poetry Master Nr. 7 Poetry Master Stimme trifft Seele Genosse Waschbär - Bahn-Slam-Geschichten Nr. 8 Genosse Waschbär Bahn-Slam-Geschichten 147 Gründe, warum ich dich hasse Nr. 9 147 Gründe warum ich dich hasse Genosse Waschbär Band 10 – Was die Welt mir schuldet Nr. 10 Was die Welt mir schuldet Band 10 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 11 – Der konservative Waschbär Nr. 11 Der konservative Waschbär Band 11 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 12 – Der liberale Waschbär Nr. 12 Der liberale Waschbär Band 12 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 13 – Der grüne Waschbär Nr. 13 Der grüne Waschbär Band 13 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 14 – Der rechtskonservative Waschbär Nr. 14 Der rechtskonservative Waschbär Band 14 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 15 – Der populistische Waschbär Nr. 15 Der populistische Waschbär Band 15 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 16 – Der unpolitische Waschbär Nr. 16 Der unpolitische Waschbär Band 16 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 17 – Der schwule Waschbär Nr. 17 Der schwule Waschbär Band 17 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 18 – Die lesbische Waschbärin Nr. 18 Die lesbische Waschbärin Band 18 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 19 – Der Gen-Z-Waschbär Nr. 19 Der Gen-Z-Waschbär Band 19 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 20 – Der Ossi-Waschbär Nr. 20 Der Ossi-Waschbär Band 20 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 21 – Der Wessi-Waschbär Nr. 21 Der Wessi-Waschbär Band 21 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 22 – Der liberale Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 22 Der liberale Waschbär Band 22 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 23 – Der grüne Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 23 Der grüne Waschbär Band 23 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 24 – Der konservative Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 24 Der konservative Waschbär Band 24 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 25 – Der sozialdemokratische Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 25 Der sozialdemokratische Waschbär Band 25 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 26 – Der linke Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 26 Der linke Waschbär Band 26 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 27 – Der rechtspopulistische Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 27 Der rechtspopulistische Waschbär Band 27 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 28 – Der schwule Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 28 Der schwule Waschbär Band 28 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 29 – Die lesbische Waschbärin (Wahlprogramm) Nr. 29 Die lesbische Waschbärin Band 29 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 30 – Der Gen-Z-Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 30 Der Gen-Z-Waschbär Band 30 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 31 – Die unpolitische Waschbärin (Wahlprogramm) Nr. 31 Die unpolitische Waschbärin Band 31 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 32 – Das einzige Buch, das du über die Bahn lesen solltest Nr. 32 Alles über die Bahn Band 32 · Das einzige Buch, das du lesen solltest
— Stephan Pinkwart —

Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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