Poetry Slam über Selbstliebe: die Wartung, ohne die keine Lok fährt

Selbstliebe ist ein modernes Wort.
Man hört es überall.
Und oft klingt es hohl.
Nach Wellness und schönen Sprüchen.
Dabei steckt etwas Ernstes dahinter.
Etwas Überlebenswichtiges.
Denn wer sich selbst nicht gut behandelt, hält nicht lange durch.
Genau das macht Selbstliebe zu einem starken Thema.
Aber auch zu einem schwierigen.
Denn schnell rutscht es in Kitsch ab.
Oder in leere Ratschläge.
In diesem Beitrag zeige ich dir, wie du ehrlich darüber schreibst.
Ohne Kalendersprüche.
Ohne erhobenen Zeigefinger.
Sondern echt, konkret und aus dem Leben.
Fangen wir an.
Über Selbstliebe schreiben: mehr als ein Modewort
Selbstliebe wird oft missverstanden.
Viele denken an Egoismus.
An Menschen, die nur an sich denken.
Aber das ist das Gegenteil.
Selbstliebe ist nicht: Ich bin wichtiger als du.
Selbstliebe ist: Ich bin auch wichtig.
Genau wie du.
Das ist ein feiner, aber großer Unterschied.
Andere denken an Wellness.
An Schaumbäder und Kerzen.
Auch das greift zu kurz.
Echte Selbstliebe ist tiefer.
Sie ist die Art, wie du mit dir sprichst.
Ob du dich nach einem Fehler tröstest.
Oder fertigmachst.
Ob du auf deine Grenzen hörst.
Oder über sie hinweggehst, bis du zusammenbrichst.
Darüber lohnt es sich zu schreiben.
Nicht über das Modewort.
Sondern über den echten Umgang mit sich selbst.
Über die innere Stimme.
Die freundliche oder die harte.
Da liegt der wahre Stoff.
Die Wartung: ohne sie fährt keine Lok
Denk an eine Lokomotive.
Ein starkes Ding.
Tonnenschwer, voller Kraft.
Aber auch die stärkste Lok braucht eines.
Wartung.
Regelmäßig muss sie ins Depot.
Wird geölt, geprüft, repariert.
Sonst läuft sie heiß.
Und bleibt irgendwann stehen.
Mitten auf der Strecke.
Genau so ist es mit dir.
Du bist eine Lok.
Du ziehst deine Last.
Arbeit, Familie, Sorgen.
Tag für Tag.
Aber auch du brauchst Wartung.
Ruhe, Pflege, Aufmerksamkeit für dich selbst.
Selbstliebe ist nichts anderes.
Sie ist die Wartung deiner selbst.
Kein Luxus.
Sondern die Voraussetzung, dass du weiterfährst.
Wer die Wartung überspringt, spart am falschen Ende.
Er bleibt eines Tages liegen.
Dieses Bild trägt einen ganzen Text.
Weil es die Selbstliebe aus der Wellness-Ecke holt.
Und sie zur Notwendigkeit macht.
Audre Lorde: Selbstsorge als Selbsterhalt
Denk an Audre Lorde.
Eine Dichterin, die ihr Leben lang kämpfte.
Für Gerechtigkeit.
Für andere.
Und gegen eine schwere Krankheit im eigenen Körper.
Sie war eine, die immer gab.
Die für alle da war.
Und irgendwann merkte sie etwas Wichtiges.
Wer immer nur gibt, hat bald nichts mehr.
Wer sich selbst vergisst, brennt aus.
Und kann dann niemandem mehr helfen.
Da schrieb sie einen Satz, der bis heute nachhallt.
Sinngemäß sagte sie:
Für sich selbst zu sorgen ist keine Selbstverliebtheit.
Es ist Selbsterhalt.
Das ist ein starker Gedanke.
Denn er dreht die Sache um.
Selbstliebe ist nicht egoistisch.
Sie ist die Bedingung, um für andere da sein zu können.
Eine Lok, die nicht gewartet wird, zieht bald gar keinen Zug mehr.
Was lernst du daraus?
Dass Selbstliebe kein Widerspruch zur Liebe für andere ist.
Sondern ihre Voraussetzung.
Nur wer bei sich auftankt, hat etwas zu verschenken.
Genau darüber lohnt es sich zu schreiben.
Die innere Stimme
Es gibt eine Stimme in dir.
Sie redet den ganzen Tag.
Über dich.
Manchmal ist sie freundlich.
Oft ist sie hart.
Sie sagt Dinge, die du nie zu einem Freund sagen würdest.
Du bist zu dumm.
Du bist nicht gut genug.
Das schaffst du nie.
Diese innere Stimme ist ein starkes Thema.
Denn fast jeder kennt sie.
Und viele leiden unter ihr.
Schreib über deine innere Stimme.
Was sagt sie dir?
In welchem Ton?
Und woher hat sie diesen Ton?
Oft ist es die Stimme von jemandem aus der Vergangenheit.
Ein strenger Lehrer, ein harter Elternteil.
Man hat sie übernommen.
Und redet nun selbst so mit sich.
Selbstliebe beginnt damit, diese Stimme zu erkennen.
Und ihr eine freundlichere entgegenzusetzen.
Eine, die tröstet statt fertigmacht.
Das nächste Video schlägt genau diesen Ton an.
Sei gnädig mit dir selbst.
„Sei gnädig mit dir selbst“ · Sarah Marie
Konkret werden: der Satz, den du dir sagst
Selbstliebe ist abstrakt.
Aber sie zeigt sich in ganz konkreten Momenten.
Denk an den Moment nach einem Fehler.
Was sagst du dir da?
Wenn dir etwas misslingt.
Wenn du etwas vergisst.
Wenn du dich blamierst.
In diesem Moment zeigt sich deine Selbstliebe.
Oder ihr Fehlen.
Schreib genau diesen Moment auf.
Den Satz, der dir dann durch den Kopf schießt.
Typisch ich. Immer dasselbe.
Und dann frag dich:
Würde ich das zu einem Freund sagen?
Fast immer lautet die Antwort: niemals.
Zu einem Freund wären wir sanft.
Zu uns selbst sind wir grausam.
Dieser Gegensatz ist ein starker Text.
Zeig, wie du mit anderen umgehst.
Und wie mit dir.
Der Unterschied trifft jeden.
Denn fast alle sind ihr eigener härtester Kritiker.
Selbstliebe heißt: Rede mit dir wie mit einem guten Freund.
Das ist konkret.
Und es verändert alles.
Grenzen setzen ist Selbstliebe
Selbstliebe hat viel mit Grenzen zu tun.
Mit dem kleinen Wort Nein.
Viele können es nicht sagen.
Sie sagen zu allem Ja.
Zu jeder Bitte, zu jeder Überstunde.
Aus Angst, sonst nicht gemocht zu werden.
Und laden sich immer mehr auf.
Bis die Achse heißläuft.
Grenzen setzen ist gelebte Selbstliebe.
Es heißt: Meine Kraft ist nicht endlos.
Ich muss mit ihr haushalten.
Wie ein Lokführer, der weiß, wann die Maschine Pause braucht.
Darüber zu schreiben, ist stark.
Zeig einen Moment, in dem du nicht Nein sagen konntest.
Und wie es dich auslaugte.
Und dann den Moment, in dem du es zum ersten Mal schafftest.
Das erste, zaghafte Nein.
Wie schwer es war.
Und wie befreiend danach.
Diese Bewegung ist ein guter Text.
Vom ewigen Ja zum ersten mutigen Nein.
Denn jedes Nein zu den anderen ist ein Ja zu dir.

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Jetzt Kanal folgenDer Körper und die Selbstannahme
Ein großes Feld der Selbstliebe ist der Körper.
Kaum jemand ist ganz zufrieden mit seinem.
Zu dick, zu dünn, zu groß, zu klein.
Die Nase, die Haut, die Narben.
Wir lernen früh, unseren Körper zu kritisieren.
Werbung und Bilder zeigen uns, wie wir sein sollen.
Und wir fühlen uns falsch.
Darüber zu schreiben, ist mutig.
Und es berührt fast jeden.
Denn dieser Kampf mit dem Spiegel ist so verbreitet.
Zeig einen konkreten Moment.
Den Blick in den Spiegel am Morgen.
Das, was du zuerst siehst und nicht magst.
Und zeig den Weg zur Annahme.
Selbstliebe heißt nicht, alles toll zu finden.
Sie heißt, Frieden zu schließen.
Der Körper ist die Lok, in der du dein Leben fährst.
Er trägt dich durch alles.
Statt ihn zu bekämpfen, kannst du ihm danken.
Für alles, was er täglich leistet.
Dieser Wechsel vom Kampf zum Dank ist ein starker Text.
Und ein tröstlicher für viele.
Selbstliebe ist kein Dauerzustand
Ein ehrlicher Gedanke.
Selbstliebe ist kein Zustand, den man einmal erreicht.
Und dann für immer hat.
Sie ist ein Auf und Ab.
An manchen Tagen mag man sich.
An anderen gar nicht.
Das ist normal.
Und wichtig zu zeigen.
Denn viele glauben, sie müssten sich immer lieben.
Und fühlen sich als Versager, wenn es nicht klappt.
Dabei ist die Wartung ja auch keine einmalige Sache.
Eine Lok muss immer wieder ins Depot.
Nicht nur einmal im Leben.
So ist es mit der Selbstliebe.
Sie ist Arbeit, immer wieder neu.
Ein ehrlicher Text zeigt dieses Auf und Ab.
Er behauptet nicht: Ich liebe mich jetzt für immer.
Er sagt: Ich übe es.
Tag für Tag.
Mal gelingt es, mal nicht.
Das ist viel glaubwürdiger.
Und nimmt den Druck, es perfekt zu machen.
Wenn Selbstliebe schwerfällt
Für manche ist Selbstliebe besonders schwer.
Wer früh gelernt hat, nicht genug zu sein.
Wer wenig Liebe bekam.
Der kann sie sich selbst schwer geben.
Denn man liebt sich oft so, wie man geliebt wurde.
Darüber zu schreiben, ist ernst und ehrlich.
Zeig, woher die harte innere Stimme kommt.
Ohne anzuklagen.
Nur zeigend.
Und zeig den mühsamen Weg, es neu zu lernen.
Denn Selbstliebe kann man lernen.
Auch spät.
Auch wenn man sie nie vorgelebt bekam.
Es ist wie das Erlernen einer neuen Sprache.
Am Anfang fremd und holprig.
Mit der Zeit vertrauter.
Sei geduldig mit dir, wenn es schwerfällt.
Auch das ist schon Selbstliebe.
Und wenn es zu schwer wird, hol dir Hilfe.
Ein Gespräch, eine Beratung, eine Hand.
Manche Wartung schafft man nicht allein.
Und das ist völlig in Ordnung.
Selbstliebe und Perfektionismus
Ein großer Feind der Selbstliebe ist der Perfektionismus.
Die Idee, man müsse fehlerlos sein.
Erst dann sei man liebenswert.
Das ist eine Falle.
Denn niemand ist perfekt.
Und wer auf Perfektion wartet, wartet ewig.
Der Perfektionist behandelt sich wie eine Maschine.
Die immer funktionieren muss.
Und jeden Ausfall bestraft er hart.
Aber selbst die beste Lok darf mal in die Werkstatt.
Darf mal langsamer fahren.
Darf mal einen Fehler haben.
Über den eigenen Perfektionismus zu schreiben, ist stark.
Zeig den Druck, immer alles richtig machen zu müssen.
Die Angst vor jedem Fehler.
Und die Erschöpfung, die daraus wächst.
Und dann den befreienden Gedanken:
Ich darf Fehler machen.
Ich bin trotzdem genug.
Dieser Satz ist der Kern der Selbstliebe.
Ich bin genug.
Nicht perfekt.
Aber genug.
Kleine Rituale der Selbstfürsorge
Selbstliebe zeigt sich im Alltag.
In kleinen Ritualen.
Der Kaffee, den du in Ruhe trinkst.
Der Spaziergang, den du dir gönnst.
Das frühe Zubettgehen, wenn du müde bist.
Das sind die kleinen Wartungsarbeiten.
Und sie sind konkret.
Also gutes Textmaterial.
Schreib nicht abstrakt über Selbstfürsorge.
Schreib über deine kleinen Rituale.
Über die Tasse Tee am Abend.
Über das Lied, das du auflegst, wenn es dir schlecht geht.
Über den Ort, an den du gehst, um durchzuatmen.
Solche Details machen den Text lebendig.
Und geben dem Publikum Ideen.
Denn viele wissen gar nicht, wie Selbstfürsorge aussehen kann.
Dein konkretes Ritual zeigt es.
Es muss nichts Großes sein.
Kein teurer Urlaub.
Oft ist es das Kleinste, das am meisten hilft.
Fünf Minuten für dich.
Jeden Tag.
Das ist Wartung genug, um weiterzufahren.
„Selbstliebe“ · Sina Wagner
Übung: der Brief an dich selbst
Hier eine Übung, die tief geht.
Schreib einen Brief an dich selbst.
Aber nicht an den von heute.
An dich als Kind.
Oder an dich in deiner schwersten Zeit.
Was würdest du diesem Menschen sagen?
Wahrscheinlich wärst du sanft.
Tröstend.
Verständnisvoll.
Du würdest sagen: Du schaffst das.
Du bist nicht schuld.
Du bist genug.
Genau das ist Selbstliebe.
Und genau das ist ein starker Text.
Ein Brief an das eigene jüngere Ich rührt fast immer.
Weil jeder so ein jüngeres Ich in sich trägt.
Das noch Trost braucht.
Schreib diesen Brief.
Konkret, an einen bestimmten Moment deiner Vergangenheit.
An das Kind am ersten Schultag.
An den Teenager mit Liebeskummer.
An dich in der schweren Nacht.
Und sag diesem Menschen, was er damals hören musste.
Das ist Selbstliebe in Worten.
Und ein Text, der berührt.
Häufige Fehler beim Selbstliebe-Text
Sammeln wir die Stolperfallen.
Fehler eins: der Kalenderspruch.
Hab dich einfach lieb, das berührt niemanden.
Fehler zwei: die Wellness-Ecke.
Selbstliebe ist mehr als Schaumbad und Kerzen.
Fehler drei: der erhobene Zeigefinger.
Belehre nicht, zeig deine eigene Erfahrung.
Fehler vier: das Behaupten.
Ich liebe mich jetzt total, das glaubt keiner.
Fehler fünf: alles rosarot.
Zeig auch die schweren Tage, das Auf und Ab.
Fehler sechs: zu abstrakt.
Nimm konkrete Momente, den harten Satz, das kleine Ritual.
Fehler sieben: kein roter Faden.
Nimm die Wartung und halt sie durch.
Wer diese Fehler kennt, schreibt einen Text, der trägt.
Einen, der Selbstliebe ernst nimmt.
Als Überlebensmittel.
Nicht als Mode.
Der Ton: ehrlich, nicht belehrend
Der Ton entscheidet beim Selbstliebe-Text.
Die größte Gefahr ist das Belehren.
Du musst dich einfach mehr lieben.
Solche Sätze wirken hohl.
Und sie helfen niemandem.
Der bessere Ton ist ehrlich und persönlich.
Er erzählt von der eigenen Mühe.
Von den eigenen harten Sätzen.
Von den kleinen Fortschritten.
Wer von sich erzählt, belehrt nicht.
Er teilt.
Und das Publikum erkennt sich wieder.
Vermeide die großen Ratschläge.
Zeig lieber deinen eigenen Weg.
Mit allen Stolpersteinen.
Ein Text, der zugibt, dass Selbstliebe schwer ist, hilft mehr als jeder Ratgeber.
Weil er ehrlich ist.
Und weil er auf Augenhöhe spricht.
Nicht von oben herab.
Sondern von einem, der es selbst noch übt.
Genau wie die, die zuhören.
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Jetzt Kanal folgenDer erste und der letzte Satz
Anfang und Ende tragen viel.
Fang nicht mit einer These an.
Nicht mit „Selbstliebe ist wichtig“.
Fang mit einer Szene an.
„Ich habe den Kuchen fallen lassen und mich eine Stunde lang beschimpft.“
Schon ist das Publikum dabei.
Der letzte Satz bleibt.
Spar dir dafür dein stärkstes Bild auf.
Vielleicht die Lok, die endlich ins Depot darf.
Vielleicht der einfache Satz: Ich bin genug.
Und dann sei still.
Lass den Satz wirken.
Zwischen Anfang und Ende läuft dein Text.
Wie eine Lok, die vom harten Betrieb ins pflegende Depot rollt.
Wenn beide Sätze sitzen, hält die ganze Fahrt.
Übe sie besonders.
Selbstliebe und die anderen
Ein Missverständnis noch.
Selbstliebe macht nicht einsam.
Im Gegenteil.
Wer sich selbst gut behandelt, kann auch andere gut behandeln.
Wer ständig leer ist, hat nichts zu geben.
Nur eine gewartete Lok kann einen Zug ziehen.
Eine kaputte bleibt liegen und blockiert die Strecke.
Das ist ein wichtiger Gedanke für den Text.
Selbstliebe ist kein Egoismus.
Sie ist die Grundlage, für andere da zu sein.
Genau das sagte Audre Lorde.
Für sich zu sorgen ist Selbsterhalt.
Und nur wer sich erhält, kann anderen helfen.
Zeig diesen Zusammenhang.
Wie du ausgelaugt warst und niemandem mehr helfen konntest.
Und wie du, als du bei dir auftanktest, wieder für andere da sein konntest.
Dieser Gedanke befreit viele.
Von der Schuld, an sich selbst zu denken.
Denn es ist keine Sünde.
Es ist notwendig.
Selbstmitgefühl statt Selbstoptimierung
Unsere Zeit liebt die Selbstoptimierung.
Werde besser, schneller, effizienter.
Auch das wird manchmal Selbstliebe genannt.
Aber es ist das Gegenteil.
Selbstoptimierung sagt: So wie du bist, reichst du nicht.
Selbstmitgefühl sagt: So wie du bist, bist du okay.
Das ist ein großer Unterschied.
Der eine treibt an.
Der andere tröstet.
Echte Selbstliebe ist Selbstmitgefühl.
Nicht das ständige Verbessern.
Sondern das Annehmen.
Darüber zu schreiben, ist heutig und wichtig.
Denn viele verwechseln beides.
Sie hetzen sich ab, um sich zu lieben.
Und merken nicht, dass sie sich damit ablehnen.
Zeig diesen Unterschied.
Zwischen dem Antreiber in dir.
Und der sanften Stimme, die einfach sagt: Es ist gut.
Du musst nichts leisten, um dich zu mögen.
Eine Lok ist auch dann etwas wert, wenn sie mal steht.
Nicht nur, wenn sie Rekorde fährt.
Die guten Herzen, die sich selbst vergessen
Es gibt Menschen mit großem Herzen.
Sie helfen immer.
Sie hören zu.
Sie sind für alle da.
Und vergessen dabei sich selbst.
Das zweite Video sprach genau diese Menschen an.
Die, die für andere brennen.
Und dabei selbst verbrennen.
Vielleicht bist du so einer.
Dann ist dieser Text für dich.
Und du kannst ihn für andere schreiben.
Für die stillen Helfer.
Die immer geben und nie nehmen.
Zeig so einen Menschen.
Wie er für alle da ist.
Und wie leer er abends ist.
Wie er die eigene Erschöpfung übersieht.
Bis nichts mehr geht.
Und dann die Wendung.
Der Moment, in dem er lernt, auch für sich da zu sein.
Das ist ein bewegender Text.
Denn er trifft die Freundlichsten.
Die es am meisten brauchen.
Und am seltensten hören.
Dass auch sie Wartung verdienen.
Selbstliebe ist nicht laut
Echte Selbstliebe ist leise.
Sie schreit nicht: Ich bin die Beste.
Das wäre eher Unsicherheit.
Wer sich wirklich mag, muss es nicht beweisen.
Er ist einfach ruhig bei sich.
Das ist wichtig für den Ton deines Textes.
Selbstliebe klingt nicht nach Angeberei.
Sie klingt nach Frieden.
Nach einem ruhigen Ja zu sich selbst.
Zeig diese leise Art.
Nicht das laute Ich liebe mich.
Sondern das stille Ich bin okay mit mir.
Das ist glaubwürdiger.
Und viel sympathischer.
Die laute Selbstliebe wirkt oft wie eine Maske.
Darunter steckt Angst.
Die leise braucht keine Maske.
Sie ruht in sich.
Ein guter Selbstliebe-Text ist darum eher sanft als laut.
Eher tröstend als triumphierend.
Er flüstert dem müden Herzen zu:
Du darfst dich ausruhen.
Du hast genug geleistet.
Der Vergleich als Gift
Ein großer Feind der Selbstliebe ist der Vergleich.
Man schaut auf andere.
Und fühlt sich schlechter.
Die anderen scheinen erfolgreicher.
Schöner, glücklicher, weiter.
Besonders in den sozialen Medien.
Wo jeder nur seine besten Seiten zeigt.
Man vergleicht das eigene Innere mit dem Außen der anderen.
Und verliert immer.
Das ist ein starkes, heutiges Thema.
Denk an das Bild vom Gegengleis.
Der Zug daneben scheint schneller zu fahren.
Dabei stehst du vielleicht nur.
Und er auch.
Der Vergleich täuscht.
Jeder fährt seine eigene Strecke.
Mit eigenem Tempo, eigenen Umwegen.
Schreib über den Vergleich.
Über das Gift des ständigen Schauens auf andere.
Und über den Frieden, der kommt, wenn man aufhört.
Wenn man nur noch die eigene Strecke fährt.
Das ist Selbstliebe.
Aufhören, sich zu messen.
Sich selbst verzeihen
Ein Kern der Selbstliebe ist das Verzeihen.
Sich selbst zu verzeihen.
Für Fehler, für Versäumnisse.
Für die Dinge, die man bereut.
Viele tragen alte Schuld mit sich.
Jahrelang.
Sie können anderen verzeihen.
Aber nicht sich selbst.
Das ist ein tiefes Thema.
Und ein sehr menschliches.
Zeig einen alten Fehler, den du dir nicht verzeihst.
Ohne ins Detail zu gehen, wenn es zu privat ist.
Nur das Gefühl.
Die Last, die du mit dir trägst.
Und dann den Versuch, sie abzulegen.
Sich zu sagen: Ich habe damals mein Bestes getan.
Mit dem, was ich wusste.
Mit dem, wer ich war.
Das ist Selbstliebe in ihrer tiefsten Form.
Nicht das Feiern der eigenen Stärken.
Sondern das Annehmen der eigenen Schwächen.
Der Frieden mit dem, was war.
Ein Text darüber kann heilen.
Bei dir und bei anderen.
Selbstliebe auf der Bühne vortragen
Ein Selbstliebe-Text hat etwas Besonderes.
Ihn vorzutragen, ist selbst schon ein Akt der Selbstliebe.
Denn du stellst dich hin.
Und sagst: Das bin ich, mit allem.
Das braucht Mut.
Und es stärkt dich.
Achte beim Vortrag auf einen sanften Ton.
Dieser Text schreit nicht.
Er spricht ruhig.
Fast wie zu einem guten Freund.
Oder zu dir selbst.
Nimm dir Zeit.
Mach Pausen an den wichtigen Stellen.
Lass die tröstenden Sätze wirken.
Und wenn dich beim Vortrag Gefühle überkommen, ist das gut.
Es zeigt, dass es dich betrifft.
Das Publikum spürt diese Echtheit.
Und viele werden gerührt sein.
Weil du aussprichst, was sie sich selbst nicht sagen.
Dass sie genug sind.
So, wie sie sind.
Was ein Selbstliebe-Text auslöst
Ein ehrlicher Selbstliebe-Text wirkt stark.
Denn fast jeder ist zu hart mit sich.
Fast jeder kennt die grausame innere Stimme.
Wenn du davon erzählst, nicken die Leute innerlich.
Sie denken: Genau so rede ich mit mir.
Und wenn du dann zeigst, dass es auch anders geht, gibst du ihnen etwas mit.
Eine Erlaubnis.
Sanfter mit sich zu sein.
Das ist ein großes Geschenk.
Vielleicht behandelt sich nach deinem Text jemand ein bisschen freundlicher.
Nur ein bisschen.
Aber das kann viel bedeuten.
Ein Selbstliebe-Text kann keine Therapie ersetzen.
Aber er kann ein erster Schritt sein.
Ein Anstoß, sich selbst zu warten.
Bevor man liegen bleibt.
Das ist die stille Kraft dieses Themas.
Es gibt den Erschöpften die Erlaubnis zur Pause.
Und den zu Harten die Erlaubnis zur Milde.
Die Pause zulassen
Viele können nicht ruhen.
Sie fühlen sich schuldig, wenn sie nichts tun.
Pause ist für sie Faulheit.
Dabei ist Pause Wartung.
Auch ein Zug muss halten.
Um Wasser zu fassen, um Kohle zu laden.
Ein Zug, der ohne Halt durchrast, kommt nicht weiter.
Er bleibt irgendwann liegen.
Über die Kunst der Pause zu schreiben, ist heutig.
Denn unsere Zeit hetzt.
Immer schneller, immer mehr.
Zeig, wie schwer es dir fällt, nichts zu tun.
Wie du dich schuldig fühlst beim Ausruhen.
Und wie du lernst, dass die Pause kein Verlust ist.
Sondern Teil der Fahrt.
Der Bahnhof gehört zur Strecke.
Nicht nur die freie Fahrt.
Sich eine Pause zu erlauben, ist Selbstliebe.
Ganz konkret.
Der freie Nachmittag ohne schlechtes Gewissen.
Die Nacht, in der man einfach schläft.
Das ist Wartung.
Und sie hält dich fahrtüchtig.
Dein Wert ist nicht deine Leistung
Ein wichtiger Gedanke für den Text.
Viele knüpfen ihren Wert an ihre Leistung.
Ich bin nur etwas wert, wenn ich viel schaffe.
Das ist ein gefährlicher Glaube.
Denn was, wenn man mal nichts schafft?
Wenn man krank ist, müde, am Ende?
Dann fühlt man sich wertlos.
Selbstliebe trennt beides.
Dein Wert und deine Leistung sind zwei Dinge.
Eine Lok ist auch im Depot etwas wert.
Nicht nur, wenn sie fährt.
Du bist auch dann wertvoll, wenn du nichts leistest.
Einfach, weil du bist.
Das ist ein schwerer Gedanke.
Denn die Welt sagt oft das Gegenteil.
Umso wichtiger, ihn im Text stark zu machen.
Zeig den Druck, immer leisten zu müssen.
Und den befreienden Gedanken:
Ich bin wertvoll, auch ohne Beweis.
Auch im Stillstand.
Auch an den schlechten Tagen.
Dem eigenen Körper danken
Eine schöne Übung der Selbstliebe ist der Dank.
Dank an den eigenen Körper.
Wir schimpfen so oft über ihn.
Über sein Aussehen, seine Schwächen.
Aber er trägt uns durch das ganze Leben.
Er atmet, ohne dass wir es merken.
Sein Herz schlägt, Tag und Nacht.
Ohne eine einzige Pause.
Über eine Milliarde Mal.
Er heilt Wunden, ganz von allein.
Er bringt uns überall hin.
Diese Leistung übersehen wir.
In einem Text kannst du sie sichtbar machen.
Dank deine Beine, die dich tragen.
Dank deine Hände, die so viel können.
Dank dein Herz, das nie aufgibt.
Dieser Perspektivwechsel ist stark.
Vom Kritisieren zum Danken.
Und er ist ehrlich.
Denn dein Körper ist die treueste Lok, die du je haben wirst.
Behandle sie gut.
Sie ist die einzige, die du hast.
Selbstliebe ist ein Übungsweg
Zum Schluss ein befreiender Gedanke.
Selbstliebe muss man nicht können.
Man darf sie üben.
Das nimmt allen Druck.
Denn niemand liebt sich von heute auf morgen.
Es ist ein Weg.
Mit vielen kleinen Schritten.
Ein freundlicher Satz zu dir.
Ein Nein zur richtigen Zeit.
Eine Pause ohne schlechtes Gewissen.
Jeder Schritt zählt.
Auch wenn du am nächsten Tag wieder zurückfällst.
Das gehört dazu.
Eine Lok wird auch nicht einmal gewartet und ist für immer gut.
Sie kommt immer wieder ins Depot.
So ist es mit dir.
Sei geduldig.
Behandle dich heute ein kleines bisschen besser als gestern.
Das reicht.
Das ist schon der ganze Weg.
Ein Schritt nach dem anderen.
Eine Wartung nach der anderen.
Und mit jedem Schritt fährst du ein Stück sicherer.
Durch dein eigenes Leben.
Fang heute an, mit einem freundlichen Wort.
Es ist an dich gerichtet.
Lübeck, die Wartung und dein Text
Stell dir zum Schluss den Bahnhof von Lübeck vor.
Die alte Stadt mit den sieben Türmen.
Und irgendwo am Rand ein Depot.
Dorthin kommen die Loks.
Nach langer Fahrt.
Sie werden geölt, geprüft, gepflegt.
Damit sie morgen wieder fahren können.
Niemand hält das für Luxus.
Jeder weiß: Ohne Wartung fährt keine Lok.
Nur bei uns selbst vergessen wir das.
Wir fahren und fahren.
Ohne Halt, ohne Pflege.
Bis die Achse heißläuft.
Denk an Audre Lorde.
Für sich zu sorgen, sagte sie, ist Selbsterhalt.
Kein Egoismus, sondern Notwendigkeit.
Genau darüber kannst du schreiben.
Über deine innere Stimme, die zu hart ist.
Über das Nein, das du endlich sagst.
Über die Pause, die du dir erlaubst.
Über den Brief an dein jüngeres Ich.
Bleib konkret, bleib ehrlich, bleib sanft.
Und zeig, dass Selbstliebe kein Modewort ist.
Sondern Wartung.
Die Pflege, ohne die du nicht weiterfährst.
Fahr also ins Depot.
Behandle deine Lok gut.
Sie soll dich noch lange tragen.
Gute Fahrt.
