16 Fragen, die du dem Veranstalter vorher stellst

E-Mail-Verlauf · Fragen an Veranstalter

16 Fragen, die du dem Veranstalter vorher stellst

Fragen an Veranstalter: ein Waschbär steht auf den Hinterbeinen am hölzernen Schalterfenster einer alten Bahnhofshalle und schaut fragend nach oben
Eine Frage am Schalter kostet nichts · bahn-slam.de

Marit, 31, hat noch nie Fragen an Veranstalter gestellt.

Wozu auch?

Die Mails sind immer so nett.

Diese hier kommt an einem Dienstag um kurz nach neun.

Re: Kleiner Abend bei uns im Hof
Von: Marit  ·  An: Rüdiger
Gesendet: Dienstag, 09:05

Klar, gerne.

Am Dienstag um 09:02 schrieb Rüdiger:

Hallo Marit, hast du am 14. Zeit? Kleiner Abend bei uns im Hof. Wir freuen uns riesig! Viele Grüße, Rüdiger

Zwei Wörter.

Drei Minuten nach der Anfrage.

Am 14. steht Marit in einem Innenhof mit sechzig Leuten.

Es gibt kein Mikro.

Es gibt kein Licht.

Es gibt eine Bierbank als Bühne.

Und hinter der Mauer gibt es eine Hauptstraße, auf der alle vier Minuten ein Bus fährt.

Marit verliert an diesem Abend gegen einen Bus.

Sechsmal.

Und der Bus hupt dabei nicht einmal.

Das Schlimme ist nicht der Abend.

Das Schlimme ist die eine Frage, die alles verhindert hätte.

Sie steht weiter unten in dieser Liste.

Und sie ist nicht die, an die du gerade denkst.

Marit und Rüdiger gibt es so nicht. Aber die freundliche Mail, auf die man mit zwei Wörtern antwortet, kennt fast jeder, der auftritt.

Kennst du das?

Du freust dich so über die Einladung, dass du sofort zusagst.

Fragen?

Später.

Oder nie, weil du nicht nerven willst.

Kein Bullshit: Die meisten schlechten Abende entstehen nicht auf der Bühne.

Sie entstehen zwei Wochen vorher, in einer freundlichen Mail.

Folge dem Bahn-Slam
auf WhatsApp

  • Neue Slam-Texte zuerst
  • Gedanken vom Gleis
  • Keine E-Mail, kein Spam

Deine Nummer bleibt geheim. Du liest, ich schreibe – ganz ohne Datensammeln.

Jetzt Kanal folgen
QR-Code zum Bahn-Slam WhatsApp-Kanal 📷 Scannen & folgen
🦝 Komm mit meinem Waschbär an Bord – schon jetzt an Gleis 1 der Bahn-Slam-Community.
Kanal ansehen →

Fragen an Veranstalter: Warum zwei Wörter nicht reichen

Postfach · Laufzettel

▸ Baustein 1 · Rahmen · Fragen 1–44
▸ Baustein 2 · Technik · Fragen 5–84
▸ Baustein 3 · Raum und Leute · Fragen 9–124
▸ Baustein 4 · Geld · Fragen 13–164
▸ Entwürfe · nicht senden3
▸ Vorlagen · deine Standardmail1

Keine Sorge.

Du musst nicht alle sechzehn Fragen stellen.

Bei einer offenen Bühne wäre das sogar albern.

Vier reichen fast immer.

Welche vier, hängt vom Abend ab.

„Wirkt das nicht total misstrauisch, wenn ich so viel frage?“

Ganz im Gegenteil.

Wer fragt, wirkt wie jemand mit Erfahrung.

Und gebucht wird gern, wer andere nicht zum Mitdenken zwingt.

Baustein 1 · Der Rahmen: Was für ein Abend ist das?

Baustein 1 · Der Rahmen
Von: Marit  ·  An: Veranstalter

Wie viele Minuten habe ich, und wird die Zeit gestoppt?

Wer tritt an dem Abend noch auf?

Gibt es ein Motto oder ein Thema?

Wann geht es los, und wann soll ich da sein?

Diese vier Fragen kosten dich zwei Zeilen.

Sie retten dir die Hälfte aller Katastrophen.

Frage 1Wie viele Minuten habe ich?

Klingt banal?

Ist es nicht.

Zwischen fünf und zehn Minuten liegt ein anderer Beruf.

Fünf Minuten sind ein Text.

Zehn Minuten sind eine Dramaturgie mit Bogen und mindestens einem Bruch.

Frag gleich mit, ob die Zeit hart ist.

Frage 2Wer tritt noch auf?

Diese Frage wirkt neugierig.

In Wahrheit ist sie strategisch.

Stehen schon vier lustige Leute auf der Liste, brauchst du keinen fünften lustigen Text.

Und bist du die Einzige mit einem leisen Text, ist das deine Lücke.

Frage 3Gibt es ein Motto?

Manchmal erfährst du das Motto erst vom Plakat.

Ein Text über den Zahnarzt kann an einem Abend namens „Heimat“ funktionieren, aber er hat es schwerer als nötig.

Frage 4Wann soll ich da sein?

Frag nach zwei Zeiten: Wann geht es los, und wann sollst du selbst da sein?

Dazwischen liegt oft eine Stunde oder mehr.

Die brauchst du auch.

Wer zehn Minuten vor Beginn ankommt, hat den Kopf noch draußen.

Baustein 2 · Die Technik: Womit stehe ich da oben?

Baustein 2 · Die Technik
Von: Marit  ·  An: Veranstalter

Gibt es ein Mikrofon, mit Ständer oder als Handmikro?

Wie ist das Licht auf der Bühne?

Wie viel Platz habe ich, kann ich ein paar Schritte gehen?

Kann ich vorher einmal kurz ins Mikro sprechen?

Technik ist langweilig.

Bis sie fehlt.

Hintergrund · Keine braunen, bitte

1982 ging die Rockband Van Halen auf Welttournee, mit einem Bühnenvertrag von dreiundfünfzig Seiten.

Darin standen Stromstärken, Traglasten und Abstände, denn die Band reiste mit neun Sattelzügen voller Technik, wo damals drei üblich waren.

Mitten in diesem Stapel stand eine Klausel über M&Ms in der Garderobe: bitte keine braunen.

Sänger David Lee Roth hat später in seiner Autobiografie erklärt, warum: Lagen braune in der Schale, hatte jemand den Vertrag nicht gründlich gelesen, und dann ließ er die gesamte Technik nachprüfen.

Die Schale war also kein Spleen, sondern ein Messgerät.

Du brauchst keine dreiundfünfzig Seiten.

Du brauchst eine braune M&M.

Also eine kleine Frage, an deren Antwort du merkst, wie gut der Abend organisiert ist.

Die beste lautet: „Wer macht den Ton?“

Kommt ein Name zurück, wird der Abend gut.

Kommt „Das kriegen wir hin“, pack eine Taschenlampe ein.

Frage 5Gibt es ein Mikrofon?

Frag es wirklich, auch wenn es dumm klingt.

Und frag gleich hinterher: Ständer oder Handmikro?

Mit Ständer hast du zwei Hände frei.

Mit Handmikro nur eine, und dann kannst du kaum noch blättern.

Frage 6Wie ist das Licht?

Scheinwerfer auf dich heißt: Du siehst niemanden.

Volles Licht im Raum heißt: Du siehst jedes Gesicht.

Und im Dämmerlicht siehst du gerade genug, um dich zu verunsichern.

Wenn du es vorher weißt, kostet es dich nicht die ersten dreißig Sekunden.

Frage 7Wie groß ist die Bühne?

Frag nach Schritten, nicht nach Metern.

„Kann ich da drei Schritte gehen?“

Auf einer Bierbank gehst du nirgendwohin.

Dann muss dein Text die Bewegung machen.

Mehr dazu steht in Bewegung auf der Bühne.

Frage 8Gibt es einen Soundcheck?

Bei kleinen Abenden gibt es meistens keinen.

Dann frag, ob du vorher einmal kurz ins Mikro sprechen darfst.

In diesen zwanzig Sekunden lernst du, wie weit du weg musst.

Und dein Körper lernt den Raum.

Daniel Levitin · „How to stay calm when you know you’ll be stressed“ · TED

Achte darauf, was er empfiehlt, bevor der Stress überhaupt da ist.

Und dann frag dich, welche seiner Ideen in eine einzige Mail passt.

Zwischen den Zeilen: Antworten, bei denen du hellhörig wirst

Posteingang · Antworten lesen

⚠ Hellhörig werden
„Das kriegen wir hin.“
Übersetzt: Das ist noch nicht geregelt.
⚠ Hellhörig werden
„So genau wissen wir das noch nicht.“
Übersetzt: Die Reihenfolge steht nicht, der Abend wird lang.
⚠ Hellhörig werden
„Wir zahlen nichts, aber es ist super für deine Reichweite.“
Übersetzt: Frag nach, wie viele Leute kommen.
⚠ Hellhörig werden
„Melde dich einfach am Abend beim Moderator.“
Übersetzt: Vielleicht hat niemand deinen Namen notiert.
✓ Grünes Licht
„Gute Fragen, ich schick dir gleich alles zusammen.“
Übersetzt: Hier arbeitet jemand mit Laufzettel.

Die Fragen sind nur die eine Hälfte.

Die andere Hälfte ist das Zuhören.

Denn eine Antwort verrät oft mehr über den Abend als ihr Inhalt.

„Das kriegen wir hin“ ist kein Grund abzusagen.

Aber ein Grund, früher da zu sein.

Und wenn die Länge noch offen ist, nimm zwei Texte mit: einen für vier Minuten und einen für sieben.

Auf „Melde dich einfach am Abend beim Moderator“ fragst du zurück: „Bin ich fest eingeplant oder auf der Warteliste?“

Das ist nicht unfreundlich.

Es erspart beiden Seiten einen ärgerlichen Abend.

Und wer antwortet, er schicke dir gleich alles zusammen, hat selbst einen Laufzettel im Kopf.

Solche Leute merkst du dir.

Entwürfe · nicht senden

Wie waren die letzten Abende so?✕ löschen

Darauf bekommst du nur eine schöne Antwort.
Was für einen Text soll ich mitbringen?✕ löschen

Damit gibst du deine Entscheidung ab.
Meinst du, das passt bei euch?✕ löschen

Damit wird aus deiner Zusage eine Bitte.

Drei Fragen landen besser gar nicht erst im Postausgang.

Auf „Wie waren die letzten Abende so?“ antwortet kein Veranstalter ehrlich mit „Ach, kaum jemand da“.

Frag lieber jemanden, der schon dort aufgetreten ist.

„Was für einen Text soll ich mitbringen?“ klingt höflich, gibt aber deine Entscheidung ab.

Und „Meinst du, das passt bei euch?“ macht aus einer Zusage eine Bitte.

Du bist eingeladen worden.

Das war die Prüfung.

Eine Ausnahme gibt es: Schulen und Firmen.

Dort darfst du fragen, ob es Themen gibt, die an diesem Tag nicht gehen.

Das ist keine Selbstzensur.

Das ist Handwerk.

Manchmal ist an einer Schule kurz vorher etwas Schlimmes passiert, und niemand hat es dir gesagt.

Baustein 3 · Raum und Leute: Vor wem stehe ich da?

Baustein 3 · Raum und Leute
Von: Marit  ·  An: Veranstalter

Wie viele Leute erwartet ihr ungefähr?

Sitzen die Leute oder stehen sie?

Kennt das Publikum Poetry Slam schon?

Gibt es irgendetwas, das laut werden kann?

Diese vier Fragen ändern nicht deinen Text.

Sie ändern deine Erwartung.

Und die falsche Erwartung ruiniert mehr Auftritte als jede schlechte Technik.

Frage 9Wie viele Leute kommen?

Dreißig Leute sind ein Gespräch.

Dreihundert sind ein Konzert.

Bei dreißig darfst du leise anfangen.

Bei dreihundert brauchen die ersten Sekunden mehr Größe.

Frage 10Sitzen sie oder stehen sie?

Das ist die unterschätzteste Frage auf der ganzen Liste.

Sitzende Menschen hören oft länger zu.

Stehende sind lauter und schneller wieder weg.

Vor stehendem Publikum brauchst du deshalb früher einen Haken.

Frage 11Kennt das Publikum Slam?

Ein geübtes Publikum kennt die Regeln.

Ein neues Publikum ist herrlich, aber unberechenbar.

Es lacht, wo sonst niemand lacht, und wird still, wo sonst gejubelt wird.

Wenn du das vorher weißt, erschrickst du nicht.

Frage 12Gibt es Störquellen?

Das ist sie.

Die Frage aus dem Innenhof.

Marit hätte nicht nach dem Licht fragen müssen.

Sie hätte nach dem Bus fragen müssen.

Frag einfach: „Gibt es irgendetwas, das laut werden kann?“

Eine Straße, eine Bar im selben Raum, eine Küche, ein Fußballspiel nebenan.

Gegen nichts davon kannst du etwas tun.

Aber du kannst deinen Text danach aussuchen.

Ein leiser Text stirbt neben einer Bar.

Ein lauter Text überlebt sogar einen Bus.

Hintergrund · Eine Seite Papier

Der Chirurg Atul Gawande und sein Team testeten eine einfache Checkliste für Operationssäle, entwickelt mit der Weltgesundheitsorganisation.

Sie wurde in acht Krankenhäusern in acht Städten eingeführt, von Toronto bis Neu-Delhi, von Seattle bis Ifakara in Tansania.

Die Komplikationen sanken von 11 auf 7 Prozent, die Todesfälle von 1,5 auf 0,8 Prozent.

Die Teams waren nicht plötzlich besser geworden.

Sie fragten nur vorher ab, ob alles da ist.

Quelle: Haynes u. a., New England Journal of Medicine, 2009.

Dein Auftritt ist keine Operation.

Aber das Prinzip ist dasselbe.

Ein Waschbär sitzt in der Abenddämmerung auf einer Holzbank vor einem Backsteinbahnhof mit Lichterketten
Ein Hof am Abend, die Lichterketten hängen schon · bahn-slam.de

Baustein 4 · Geld und Kleingedrucktes

Baustein 4 · Geld und Kleingedrucktes
Von: Marit  ·  An: Veranstalter

Gibt es eine Gage, und was ist bei euch üblich?

Werden die Fahrtkosten übernommen?

Bis wann müsste ich spätestens absagen?

Wird gefilmt oder fotografiert, und bekomme ich die Aufnahme?

Jetzt kommt der Block, vor dem sich fast alle drücken.

Frage 13Gibt es eine Gage?

Fünf Wörter.

Kein Vorwurf, keine Forderung.

Bei offenen Bühnen lautet die Antwort meistens Nein, und das ist völlig in Ordnung.

Aber es gibt eine Grenze.

Sie liegt dort, wo andere an dem Abend verdienen.

Wird Eintritt genommen, verkauft ein Wirt Bier, fördert eine Stadt, dann frag.

Das Nein kostet dich nichts.

Bonus: Nenn keine Zahl zuerst.

Frag stattdessen: „Was ist bei euch üblich?“

Viele Häuser haben einen festen Satz, und der liegt oft über dem, was du dich getraut hättest.

Chris Voss · „Never Split the Difference“ · Talks at Google

Chris Voss hat für das FBI in Entführungsfällen verhandelt.

Achte darauf, wie oft seine Fragen mit „Wie“ oder „Was“ beginnen.

Und dann lies deine letzte Mail an einen Veranstalter noch einmal.

Frage 14Wer zahlt die Fahrt?

Diese Frage fällt leichter als die nach der Gage.

Nutz das.

Viele Veranstalter haben genau dafür einen kleinen Topf, sie sagen es nur nicht von selbst.

Trittst du in einer anderen Stadt auf, frag im selben Atemzug nach dem Schlafplatz.

Ein Sofa bei jemandem aus dem Team ist oft der beste Teil des Abends.

Frage 15Bis wann kann ich absagen?

Klingt nach Jura?

Ist es nicht.

Wer vorher klärt, bis wann Bescheid reicht, sagt im Krankheitsfall entspannt ab.

Wer es nicht klärt, schleppt sich mit Fieber auf die Bühne.

Frage 16Wird gefilmt oder fotografiert?

Diese Frage hat zwei Richtungen.

Eine Aufnahme von dir ist Gold wert, also frag, ob du sie bekommst.

Aber manche Texte will man nicht im Netz haben.

Handelt dein Text von deiner Familie, sag es vorher.

Das ist kein Diva-Verhalten.

Das ist Schutz für Menschen, die nicht gefragt wurden.

Mehr dazu steht in Poetry Slam ist keine Therapie.

„Wenn ich nach Geld frage, buchen die mich nie wieder.“

Das glauben viele.

Und fast immer stimmt es nicht.

Die andere Richtung: Was du schreibst, ohne gefragt zu werden

Signatur · was du von dir aus schreibst

—
Marit (gesprochen wie „Margit“, nur ohne g)
Inhaltshinweis: ein Text über Abschied, ohne harte Stellen
Ich brauche: einen Notenständer
Letzter Zug: 23:12 Uhr, gern vor der Pause

Bisher ging es darum, was du wissen willst.

Jetzt kommt der Teil, den fast niemand macht.

Vier Dinge sollte der Veranstalter über dich wissen, und er wird nie danach fragen.

Erstens: wie dein Name klingt.

Wer bei jeder Ansage erst korrigieren muss, verliert die erste Sekunde.

Zweitens: ob dein Text eine Warnung braucht.

Gewalt, Tod, Missbrauch, Suizid.

Ein Satz vorher macht deinen Text stärker, nicht schwächer.

Und bei einem Schulauftritt ist er schlicht Pflicht.

Drittens: ob du etwas brauchst.

Zwei Tage vorher ist ein Notenständer eine Bitte.

Zehn Minuten vor Beginn ist er ein Problem.

Viertens: wann du wieder weg musst, damit man dich vorziehen kann.

☎ Lieber anrufen, wenn …

1es um Geld geht und die Mail zu lang wird.
2der Auftritt übermorgen ist und noch nichts geklärt.
3du ein ungutes Gefühl hast und nicht weißt, warum.

Nach dreißig Sekunden am Telefon weißt du, ob alles gut ist oder gar nichts.

In beiden Fällen bist du danach ruhiger.

Vor Ort · die ersten zehn Minuten

1Einmal auf die Bühne stellen, bevor es voll ist.
2Den hintersten Punkt im Raum suchen.
3Der Moderation Hallo sagen, mit deinem Namen, wie er klingt.
4Einen Warteplatz finden, von dem du in zehn Sekunden vorn bist.
5Einmal in den Raum hören: Hall oder trocken?
6Nachsehen, woher das Zeitsignal kommt.

Vor der Abfahrt geht ein Wagenmeister am Zug entlang.

Er klopft, schaut, hört.

Er glaubt keinem Papier.

Genau das machst du in den ersten zehn Minuten im Laden.

Wer sich einmal auf die Bühne gestellt hat, bevor der Raum voll ist, betritt später kein Neuland mehr.

Und wer nach hinten spricht, ist automatisch laut genug.

Deine Standardmail und die siebzehnte Frage

Neue Nachricht · Vorlage
Betreff: Re: eure Anfrage

1 · Freude: Sehr gern, ich freu mich auf den Abend!

2 · Vier Fragen, als Fließtext: Damit ich den richtigen Text mitbringe: Wie viele Minuten habe ich, und wann soll ich da sein? Gibt es ein Mikro? Und wie voll wird es ungefähr, gibt es etwas, das laut werden kann?

3 · Von dir: Mein Name klingt wie … Mein letzter Zug fährt um …

4 · Tür offen: Sag Bescheid, wenn du noch etwas von mir brauchst.

Kein Lokführer denkt sich seinen Ablauf jeden Morgen neu aus.

Du brauchst genau eine Mailvorlage.

Und das Wichtigste: nicht als Liste.

Niemals als Liste.

Sondern als ein Absatz, der wie Vorfreude klingt.

Dein Laufzettel · alle 16 Fragen

Kurze Frage

Du darfst nur vier Fragen stellen. Welche vier ändern deine Textauswahl sofort?

Auflösung anzeigen

B. Minuten, Mikro, wie viele Leute und was laut werden kann: Diese vier entscheiden, welcher Text an dem Abend eine Chance hat. Bei einer offenen Bühne reichen oft sogar zwei, nämlich Minuten und Mikro.

Sechzehn Fragen gehen nach draußen.

Eine bleibt bei dir.

Warum sage ich zu?

Es gibt drei gute Gründe: Geld, ein neuer Raum oder Leute, die du kennenlernen willst.

Einer davon reicht völlig.

Und es gibt einen schlechten Grund.

Weil ich nicht Nein sagen konnte.

Mit diesem Grund fahren manche jedes Wochenende irgendwohin, bis sie leer sind.

Nicht müde.

Leer.

Ein Zug, der ohne Pause fährt, landet irgendwann in der Werkstatt.

Ein Nein braucht übrigens nur zwei Sätze.

Re: Anfrage für den 3. Oktober
Von: Marit  ·  An: Veranstalter

Diesmal schaffe ich es leider nicht.

Frag mich gern wieder!

Der zweite Satz ist der wichtigere.

Er hält die Tür auf.

Kopier ihn dir danach in eine Notiz. Nichts wird gespeichert.

Folge dem Bahn-Slam
auf WhatsApp

  • Neue Slam-Texte zuerst
  • Gedanken vom Gleis
  • Keine E-Mail, kein Spam

Deine Nummer bleibt geheim. Du liest, ich schreibe – ganz ohne Datensammeln.

Jetzt Kanal folgen
QR-Code zum Bahn-Slam WhatsApp-Kanal 📷 Scannen & folgen
🦝 Komm mit meinem Waschbär an Bord – schon jetzt an Gleis 1 der Bahn-Slam-Community.
Kanal ansehen →

Re: Re: Re: Sommer im Hof

Re: Re: Re: Sommer im Hof
Von: Rüdiger  ·  An: Marit
Gesendet: Mittwoch, 21:47

Hallo Marit, gute Fragen!

Zehn Minuten, gestoppt wird nicht so streng. Mikro mit Ständer, und Licht haben wir diesmal auch.

Zu deiner letzten Frage: Ja, der Bus fährt immer noch. Genau deshalb machen wir es dieses Jahr drinnen, in der alten Remise.

Ich ärgere mich bis heute über letztes Jahr. Viele Grüße, Rüdiger

Am Mittwoch um 20:12 schrieb Marit:

Sehr gern, ich freu mich! Damit ich den richtigen Text mitbringe: Wie viele Minuten habe ich? Gibt es ein Mikro? Und gibt es irgendetwas, das laut werden kann?

Ein Jahr später kommt wieder eine Mail von Rüdiger.

Diesmal antwortet Marit nicht nach drei Minuten.

Sie antwortet mit einem Absatz, der wie Vorfreude klingt.

Und mit Frage zwölf.

Der Slam findet diesmal drinnen statt, in der alten Remise hinter dem Hof.

Mit Mikro.

Mit Licht.

Ohne Bus.

Marit bringt ihren leisen Text mit.

Den, der letztes Jahr gegen den Bus verloren hat.

Diesmal hört man jedes Wort.

Es wird einer der besten Abende ihres Jahres.

Nicht, weil die Bedingungen perfekt sind.

Sondern weil sie wusste, was sie erwartet.

Also merke: Anfänger sagen zu und hoffen.

Fortgeschrittene stellen vier Fragen und wählen danach ihren Text aus.

Schreib dir deine vier Fragen heute in eine Notiz.

Bei der nächsten Anfrage kopierst du sie einfach hinein.

Und dann fährt der Zug.

Mehr Infos · vor und nach der Zusage

Veranstalter anschreiben →

Der Schritt davor: wie du überhaupt eingeladen wirst.
9 Dinge, die immer in deine Bühnentasche gehören →

Was du einpackst, wenn die Antworten da sind.
Du und das Mikro →

Wenn Frage fünf mit Ja beantwortet wurde.
8 Rituale vor dem Auftritt, die wirklich helfen →

Für die Stunde, die du dir mit Frage vier gesichert hast.


Bahn Slam · Edition

Werbung in eigener Sache

— aber mit Wucht.

Wenn du diese Techniken nicht nur lesen,
sondern anwenden willst — wie ein Sniper mit Reimwaffe:

✦
Was drinsteckt
  • ▸Über 200 kranke Slam-Hacks
  • ▸Storystrukturen wie ein Fitzek-Krimi
  • ▸Übungen für Albtraum-Einstiege, Trauma-Texte, Schweige-Pausen
  • ▸Provokations-Templates
  • ▸Authentizitäts-Trigger
✦ ✦ ✦ die zweiunddreißig bücher

Die zweiunddreißig Bücher

Zweiunddreißig Schläge gegen die Stille. Wähle dein Gift.

Die Bahn als Schreibstudio Nr. 1 Die Bahn als Schreibstudio Schreiben in Bewegung Gefühle in Worte fassen Nr. 2 Gefühle in Worte fassen ohne kitschig zu werden Ich bin nicht nervös, ich bin geladen Nr. 3 Ich bin nicht nervös ich bin geladen 3 Uhr nachts Nr. 4 3 Uhr nachts Gedanken zwischen Stationen 120 Schläge Nr. 5 120 Schläge gegen die Gleichgültigkeit Niemand hält deinen Zug auf - 111 Impulse Nr. 6 Niemand hält deinen Zug auf 111 Impulse · Kein Trost Poetry Master Nr. 7 Poetry Master Stimme trifft Seele Genosse Waschbär - Bahn-Slam-Geschichten Nr. 8 Genosse Waschbär Bahn-Slam-Geschichten 147 Gründe, warum ich dich hasse Nr. 9 147 Gründe warum ich dich hasse Genosse Waschbär Band 10 – Was die Welt mir schuldet Nr. 10 Was die Welt mir schuldet Band 10 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 11 – Der konservative Waschbär Nr. 11 Der konservative Waschbär Band 11 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 12 – Der liberale Waschbär Nr. 12 Der liberale Waschbär Band 12 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 13 – Der grüne Waschbär Nr. 13 Der grüne Waschbär Band 13 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 14 – Der rechtskonservative Waschbär Nr. 14 Der rechtskonservative Waschbär Band 14 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 15 – Der populistische Waschbär Nr. 15 Der populistische Waschbär Band 15 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 16 – Der unpolitische Waschbär Nr. 16 Der unpolitische Waschbär Band 16 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 17 – Der schwule Waschbär Nr. 17 Der schwule Waschbär Band 17 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 18 – Die lesbische Waschbärin Nr. 18 Die lesbische Waschbärin Band 18 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 19 – Der Gen-Z-Waschbär Nr. 19 Der Gen-Z-Waschbär Band 19 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 20 – Der Ossi-Waschbär Nr. 20 Der Ossi-Waschbär Band 20 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 21 – Der Wessi-Waschbär Nr. 21 Der Wessi-Waschbär Band 21 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 22 – Der liberale Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 22 Der liberale Waschbär Band 22 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 23 – Der grüne Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 23 Der grüne Waschbär Band 23 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 24 – Der konservative Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 24 Der konservative Waschbär Band 24 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 25 – Der sozialdemokratische Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 25 Der sozialdemokratische Waschbär Band 25 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 26 – Der linke Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 26 Der linke Waschbär Band 26 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 27 – Der rechtspopulistische Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 27 Der rechtspopulistische Waschbär Band 27 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 28 – Der schwule Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 28 Der schwule Waschbär Band 28 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 29 – Die lesbische Waschbärin (Wahlprogramm) Nr. 29 Die lesbische Waschbärin Band 29 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 30 – Der Gen-Z-Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 30 Der Gen-Z-Waschbär Band 30 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 31 – Die unpolitische Waschbärin (Wahlprogramm) Nr. 31 Die unpolitische Waschbärin Band 31 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 32 – Das einzige Buch, das du über die Bahn lesen solltest Nr. 32 Alles über die Bahn Band 32 · Das einzige Buch, das du lesen solltest
— Stephan Pinkwart —

Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

Zeige alle Beiträge von BahnSlam →