Was folgt, ist eine Zusammenstellung öffentlich zugänglicher Angaben zum deutschen Urheberrecht, mit Fundstelle, damit du alles nachlesen kannst. Recht ändert sich, und dein Fall hat Einzelheiten, die ich nicht kenne.
Sobald es konkret wird, also bei Verträgen, Abmahnungen oder Streit: Fachanwaltschaft für Urheber- und Medienrecht, ein Berufsverband oder eine Verbraucherzentrale. Dieser Beitrag soll dir helfen, die Lage einzuschätzen — nicht sie zu entscheiden.
Die meisten glauben, sie müssten etwas tun, damit ihr Text geschützt ist.
Das ist der größte Irrtum bei diesem Thema.
Denn das Urheberrecht entsteht automatisch, in dem Moment, in dem der Text existiert.
Keine Anmeldung, keine Gebühr, kein Copyright-Zeichen.
Dieser Beitrag zeigt dir, wie das Urheberrecht bei Texten tatsächlich funktioniert.
Also welche Rechte du hast, welche du weitergeben kannst und welche niemals.
Dazu kommen zwei Fälle aus der Rechtsgeschichte: einer erklärt, warum auch kurze Slam-Texte geschützt sind, der andere, warum Bearbeiten schwieriger geworden ist.
Zum Mitmachen gibt es sechs Rechte, sechs Rechtebögen und vier deutsche Videos.
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Jetzt Kanal folgenWas beim Urheberrecht für Texte automatisch gilt
Drei Punkte, und alle drei überraschen die meisten.
Erstens: Der Schutz entsteht von selbst
Nach Paragraf sieben des Urheberrechtsgesetzes ist Urheber, wer das Werk geschaffen hat.
Und zwar immer ein Mensch, nie eine Firma und nie eine Maschine.
Der Schutz beginnt mit der Schöpfung, ohne Anmeldung und ohne Eintragung.
Das Zeichen mit dem c im Kreis ist freiwillig und ändert rechtlich nichts.
Zweitens: Dein Text ist ein Sprachwerk
Paragraf zwei nennt ausdrücklich Sprachwerke, also Schriftwerke und Reden.
Damit fallen geschriebene Texte und gesprochene Vorträge in dieselbe Kategorie.
Voraussetzung ist nach Absatz zwei eine persönliche geistige Schöpfung.
Kapitel vier zeigt, wie niedrig diese Schwelle tatsächlich liegt.
Drittens: Das Urheberrecht kannst du nicht verkaufen
Nach Paragraf neunundzwanzig ist das Urheberrecht nicht übertragbar.
Es ist höchstpersönlich und bleibt bei dir, egal was jemand dir anbietet.
Weitergeben kannst du nur Nutzungsrechte, geregelt in Paragraf einunddreißig.
Kurz gesagt: Du verkaufst nie den Text.
Du erlaubst nur bestimmte Nutzungen.
Deshalb bleibt das Urheberrecht bei dir, auch wenn Nutzungsrechte weitergehen.
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Der Griff zum Urheberrecht: vorher klären, nicht hinterher
Jetzt der Teil, für den du hergekommen bist.
Es gibt genau eine Regel, und sie verlegt die ganze Sache nach vorn.
Zwei Sätze an den Veranstalter genügen: Aufnahmen für die Doku gern, Veröffentlichung bitte nur nach Rücksprache. Und mit Namensnennung.
Denn juristisch bist du im Recht, praktisch aber im Nachteil. Ein Video aus dem Netz zu bekommen kostet Wochen, Nerven und meistens die Beziehung zur Bühne. Eine Absprache vorher kostet zwei Zeilen.
Das war es.
Vorher klären statt hinterher streiten.
Warum das kein Misstrauen ist
Weil die meisten Veranstalter genau darauf warten, dass jemand es sagt.
Denn sie wollen Material für ihre Kanäle und wissen oft selbst nicht, was erlaubt ist.
Außerdem hilft eine klare Ansage dem Team, wenn Gäste unaufgefordert filmen.
Damit ist die Absprache kein Konflikt, sondern eine Entlastung für beide Seiten.
Was genau du absprichst
Erstens, ob aufgenommen werden darf, und wenn ja, von wem.
Zweitens, ob und wo das veröffentlicht werden darf.
Drittens, dass dein Name genannt wird, denn darauf hast du ein Recht.
Kurz gesagt: Aufnehmen, Veröffentlichen und Nennen sind drei getrennte Fragen.
Denn das Urheberrecht behandelt jede dieser Nutzungen als eigenes Recht.
Du kannst nach einer Veröffentlichung viel verlangen: Löschung, Namensnennung, unter Umständen Schadensersatz. Nur ist das ein Verfahren, und Verfahren dauern.
Zwei Zeilen vorher erledigen dasselbe in fünf Sekunden. Deshalb gibt es hier nur diesen einen Griff.
Sechs Rechte am eigenen Text, die du tatsächlich hast
Jetzt wird es konkret.
Diese sechs Rechte betreffen Bühnenmenschen am häufigsten.
Hinter jedem steht die Fundstelle, damit du sie nachlesen kannst.
Drei Rechte, die immer bei dir bleiben
Drei Rechte über die Verwertung
Und du hast sie ohne eine einzige Unterschrift, weil sie mit dem Text entstanden sind.
Die praktische Frage ist deshalb nie, ob du im Recht bist. Sie lautet, welchen dieser Punkte du im Einzelfall tatsächlich einfordern willst. Und das ist eine Entscheidung, keine Rechtsfrage.
Warum das Urheberrecht auch kurze Texte schützt
Die häufigste Sorge lautet: Reicht mein Text überhaupt für einen Schutz?
Für diese Frage gibt es einen Begriff, und er ist über hundert Jahre alt.
Der Rechtswissenschaftler Alexander Elster prägte 1921 in seinem Lehrbuch zum gewerblichen Rechtsschutz die Wendung von der kleinen Münze.
Er fragte, ob es große oder kleine Münze sei, was da geschaffen wurde.
Was damit gemeint ist
Als kleine Münze bezeichnet man Werke an der untersten Grenze des Schutzes.
Sie erfüllen die Anforderungen an den Werkbegriff, haben aber nur eine geringe schöpferische Ausdruckskraft.
Der Begriff hielt schnell Einzug in die juristische Fachsprache.
Und schon das Reichsgericht ging seit der Weimarer Republik davon aus, dass ein geringer Grad individuellen Schaffens für die Schutzwürdigkeit ausreicht.
„Auch die kleine Münze ist eben noch Münze — zwar auf der Grenze, aber gerade noch im urheberrechtlichen Schutzbegriff.Ein vielzitierter Satz zur kleinen Münze · sinngemäß
Was das für deine Texte heißt
Die Schwelle liegt niedrig, und zwar bewusst.
Deshalb sind nicht nur Werke der Hochkultur geschützt, sondern auch einfache Texte mit erkennbarer eigener Gestaltung.
Der Bundesgerichtshof formulierte für Musikwerke, an den individuellen ästhetischen Gehalt dürften keine zu hohen Anforderungen gestellt werden.
Für Sprachwerke gilt dieselbe Grundhaltung.
Was trotzdem nicht geschützt ist
Bloße Ideen, Fakten, Methoden und Stilrichtungen fallen nicht darunter.
Auch einfache Überschriften und alltägliche Formulierungen erreichen oft die nötige Eigenart nicht.
Außerdem spielen Aufwand und Kosten keine Rolle.
Wer drei Wochen an einem Text gearbeitet hat, ist damit nicht besser geschützt als wer ihn in zwanzig Minuten geschrieben hat.
Kurz gesagt: Geschützt ist die Gestaltung, nicht die Mühe und nicht die Idee.
Denn das Urheberrecht bewertet Texte nicht, es erkennt sie nur.
Der ehrliche Haken, und er ist deutlich
An der kleinen Münze wird seit langem Kritik geäußert.
Der Hauptvorwurf lautet, sie folge keinen klaren Kriterien und werde im untersten Grenzbereich nahezu willkürlich bejaht oder abgelehnt.
Sie wird deshalb auch als Stiefkind des Urheberrechts bezeichnet.
Dazu kommt: Wer nur knapp über der Schwelle liegt, hat auch einen geringen Schutzumfang.
Dann kann schon eine kleine Veränderung genügen, damit etwas als eigenständig gilt.
Und eine Bewegung, die zeigt, dass die Linie wandert
Der Bundesgerichtshof änderte 2013 im sogenannten Geburtstagszug-Urteil seine Rechtsprechung und weitete den Schutz auf Werke der angewandten Kunst aus.
Vorher galt dort ein anderer Maßstab, weil sich Urheberrecht und Designschutz überschnitten.
Außerdem überlagert die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs inzwischen den deutschen Werkbegriff, etwa durch die Entscheidung in der Sache Levola Hengelo von 2018.
Für dich heißt das: Der Grundsatz ist stabil, die Feinlinie nicht.
Warum Bearbeiten im Urheberrecht schwieriger geworden ist
Jetzt zu dem Fall, der das Gesetz verändert hat.
Er handelt von zwei Sekunden Musik und dauert länger als manche Karriere.
1997 verwendete der Produzent Moses Pelham ein etwa zwei Sekunden langes Fragment aus dem Stück Metall auf Metall der Band Kraftwerk.
Er baute daraus einen verlangsamten Loop für den Song Nur mir von Sabrina Setlur, ohne vorher zu fragen.
Der Verlauf
Kraftwerk klagte 1999, und der Streit läuft seither.
Er beschäftigte das Landgericht und das Oberlandesgericht Hamburg, mehrfach den Bundesgerichtshof, das Bundesverfassungsgericht und den Europäischen Gerichtshof.
Das Bundesverfassungsgericht rügte 2016 eine unzureichende Berücksichtigung der Kunstfreiheit.
Der Europäische Gerichtshof entschied 2019, dass die deutsche Regelung zur freien Benutzung mit dem Unionsrecht nicht vereinbar sei.
Die Folge im Gesetz
2021 wurde Paragraf vierundzwanzig des Urheberrechtsgesetzes, die freie Benutzung, ersatzlos gestrichen.
An seine Stelle trat unter anderem Paragraf einundfünfzig a, der Nutzungen zum Zweck von Karikatur, Parodie und Pastiche erlaubt.
Damit wurde der Spielraum für Bearbeitungen deutlich enger.
Denn wo vorher eine allgemeine Öffnung stand, stehen jetzt benannte Ausnahmen.
„Wo früher eine allgemeine Freiheit zur freien Benutzung stand, stehen heute einzeln benannte Ausnahmen.Zusammenfassung der Rechtsänderung von 2021 · sinngemäß
Was das für Bühnenmenschen bedeutet
Wer fremde Zeilen in den eigenen Text einbaut, kann sich nicht mehr auf eine allgemeine Freiheit berufen.
In Frage kommen dann das Zitatrecht nach Paragraf einundfünfzig oder die Ausnahme für Parodie und Pastiche.
Beide setzen aber Bedingungen und sind keine Blankoerlaubnis.
Kurz gesagt: Anspielen ja, aber mit Grund und mit Nennung.
Damit ist das Urheberrecht bei Bearbeitungen strenger als früher.
Erstens: dass es ein Fremdzitat ist. Zweitens: von wem es stammt. Und drittens: warum es an dieser Stelle steht, also den Bezug.
Damit bewegst du dich in Richtung Zitat statt in Richtung Übernahme. Eine Garantie ist das nicht — aber es ist der Unterschied zwischen einem nachvollziehbaren und einem angreifbaren Vorgehen.
Der ehrliche Haken, und er ist gleich mehrfach
Erstens ging es in diesem Verfahren im Kern nicht um das Urheberrecht an einer Komposition, sondern um das Leistungsschutzrecht der Tonträgerhersteller.
Die Übertragung auf Texte ist deshalb nicht eins zu eins möglich.
Zweitens ist der Fall bis heute nicht abschließend erledigt.
Die Frage, was ein Pastiche genau ist, wurde erneut dem Europäischen Gerichtshof vorgelegt, der im April 2026 Voraussetzungen dafür formulierte.
Und drittens zeigt allein die Dauer, wie unsicher dieses Feld ist.
Wenn Gerichte über zwei Jahrzehnte streiten, sollte niemand aus einem Blogbeitrag Sicherheit ableiten.
Das gilt ausdrücklich auch für diesen.
Was das Urheberrecht dir nicht verbietet
Bisher ging es um Grenzen.
Jetzt um den erlaubten Raum, denn der ist groß.
Und beim Urheberrecht für Texte wird er oft kleiner geschätzt, als er ist.
Was du ohne Erlaubnis darfst
Zunächst: dieselbe Idee bearbeiten.
Ideen sind nicht geschützt.
Außerdem in einem Stil schreiben, der anderen abgeschaut ist.
Stilrichtungen sind ebenfalls frei.
Ferner Fakten verwenden, die anderswo standen, denn Tatsachen gehören niemandem.
Und schließlich zitieren, wenn du dich mit dem Zitierten auseinandersetzt und die Quelle nennst.
Was das Zitatrecht verlangt
Paragraf einundfünfzig erlaubt Zitate zum Zweck der Auseinandersetzung.
Entscheidend ist also, dass du etwas mit dem Zitat machst und es nicht nur schmückend einbaust.
Dazu kommt die Pflicht, die Quelle anzugeben.
Kurz gesagt: Ein Zitat braucht einen Zweck.
Ohne Zweck ist es eine Übernahme.
| Was du machst | Erlaubt? | Warum |
|---|---|---|
| Über dasselbe Thema schreiben | Ja | Themen und Ideen sind nicht geschützt. |
| Einen fremden Stil nachbauen | Ja | Stilrichtungen fallen nicht unter den Schutz. |
| Eine Zeile zitieren und darauf eingehen | In der Regel ja | Zitatrecht, § 51 UrhG, mit Quellenangabe. |
| Eine Zeile schmückend einbauen | Eher nein | Ohne Auseinandersetzung fehlt der Zitatzweck. |
| Einen Text erkennbar parodieren | Kann sein | § 51a UrhG, aber die Grenzen sind unscharf. |
Die letzte Zeile ist die unsicherste, und daran ist nichts zu beschönigen.
Denn was genau ein Pastiche ist, beschäftigt Gerichte noch heute.
Deshalb gilt für Parodien: Der Bezug zum Original muss erkennbar sein.
Damit hast du zwar keine Sicherheit, aber die deutlich bessere Position.
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Du willst mehr von diesen Ideen?
Hier liegen 280 Beiträge über Bühne, Stimme, Texte und den ganzen schönen Wahnsinn dazwischen. Such dir raus, was heute weh tut.
Präsenz, Körper, Ausstrahlung – alles, was passiert, sobald du oben stehst.
Atem, Pause, Lautstärke, Mikro – dein wichtigstes Werkzeug feinjustiert.
Vom ersten Satz bis zur letzten Zeile: Handwerk, das trägt.
Metapher, Reim, Pointe, Rhythmus – die Werkzeuge im Detail.
Wenn das Blatt leer bleibt: Stoff, der wirklich zündet.
Wut, Kindheit, Verlust, Körper – die Texte, die etwas kosten.
Für die Tage, an denen nichts geht und alles zittert.
Der Kopf entscheidet, bevor das Mikro angeht.
Was die Bühne mit dir macht – im besten und im härtesten Sinn.
Outfit, Schlaf, Technik, kaltes Publikum: der Abend selbst.
Anmeldung, Zeitlimit, Jury, Finalrunde – wie der Laden läuft.
Abkürzungen und Methoden, die dir sonst keiner verrät.
Aus Auftritten wird ein Name. Und irgendwann ein Einkommen.
Wie weit darfst du gehen – und wem gehört die Geschichte?
Bücher, Bühnenmenschen und Geschichten, die deinen Stoff aufladen.
Gleis, Wartesaal, Fundbüro – wo dieser Blog herkommt.
Die schrägen Texte. Genau die, die am längsten hängen bleiben.
Nichts dabei? Dann schreib den Text, der dir hier fehlt. Das ist der Punkt.
Fünf Fälle, in denen das Urheberrecht praktisch wird
Jetzt die Lagen, die tatsächlich vorkommen.
Und was beim Urheberrecht für Texte jeweils die entscheidende Frage ist.
| Was passiert | Worum es rechtlich geht | Was praktisch hilft |
|---|---|---|
| Jemand filmt dich mit dem Handy | Vervielfältigung, § 16 UrhG | Vorher ansagen, was erlaubt ist. |
| Der Veranstalter lädt ein Video hoch | Öffentliche Zugänglichmachung, § 19a | Absprache in der Zusagemail. |
| Dein Text soll in eine Anthologie | Einfaches Nutzungsrecht, § 31 | Nur für dieses Buch erlauben, nicht mehr. |
| Jemand trägt deinen Text selbst vor | Vortragsrecht und § 13 Namensnennung | Nennung einfordern, das ist der leichteste Punkt. |
| Jemand baut deine Zeile ein | Zitat § 51 oder Pastiche § 51a | Bezug und Nennung verlangen. |
Die dritte Zeile ist die, bei der am meisten schiefgeht.
Denn viele Verträge verlangen mehr, als für eine Anthologie nötig wäre.
Ein einfaches Nutzungsrecht für dieses eine Buch genügt in der Regel völlig.
Wer dagegen ausschließliche Rechte einräumt, sperrt sich selbst mit aus.
Der Fall, den man am leichtesten löst
Wenn jemand deinen Text ohne Nennung verwendet, ist das der klarste Fall.
Denn das Recht auf Anerkennung der Urheberschaft steht in Paragraf dreizehn und lässt sich in einer Mail einfordern.
Meistens folgt darauf eine Entschuldigung und eine Korrektur.
Kurz gesagt: Fang mit der Namensnennung an, nicht mit der Löschung.
Worauf du bei Nutzungsrechten in Verträgen achten solltest
Irgendwann liegt der erste Vertrag auf dem Tisch.
Und dann entscheidet nicht das Gesetz, sondern was du unterschreibst.
Die vier Begriffe, die alles bestimmen
Erstens einfach oder ausschließlich: Ein einfaches Recht lässt dir alle weiteren Möglichkeiten, ein ausschließliches nicht.
Zweitens die Nutzungsart: Druck ist nicht Hörbuch, und Hörbuch ist nicht Bühne.
Drittens Zeit und Gebiet: Beides lässt sich nach Paragraf einunddreißig begrenzen.
Und viertens die Vergütung, die zu der Reichweite passen sollte.
Was du dir merken solltest
Alles, was nicht ausdrücklich eingeräumt ist, bleibt bei dir.
Deshalb ist eine kurze, genaue Aufzählung besser als eine weite Formulierung.
Und deshalb sind Formulierungen wie sämtliche Rechte an dem Werk ein Grund zum Nachfragen.
Kurz gesagt: Je genauer der Vertrag, desto besser für dich.
Denn im Urheberrecht bleibt alles bei dir, was nicht ausdrücklich abgegeben wurde.
Erstens, wenn von ausschließlichen Rechten die Rede ist. Zweitens, wenn ein Vertrag unbefristet oder weltweit gilt. Und drittens, wenn Nutzungsarten genannt werden, die du nicht überblickst.
Berufsverbände beraten ihre Mitglieder dazu, und für Textschaffende gibt es außerdem die VG Wort als Verwertungsgesellschaft. Beides ist deutlich günstiger als ein Rechtsstreit.
Zehn Fehler beim Urheberrecht für Texte
Zunächst fünf im Verständnis, anschließend fünf im Umgang.
Fünf Fehler im Verständnis
Fehler 1: Glauben, man müsse etwas anmelden
Fehler 2: Denken, kurze Texte seien nicht geschützt
Fehler 3: Das Urheberrecht verkaufen wollen
Fehler 4: Ideen für geschützt halten
Fehler 5: Sich auf freie Benutzung berufen
Denn beim Urheberrecht für Texte sind die Grundregeln einfacher als ihr Ruf.
Fünf Fehler im Umgang
Fehler 6: Nichts absprechen
Fehler 7: Sofort mit Löschung anfangen
Fehler 8: Ausschließliche Rechte leichtfertig einräumen
Fehler 9: Verträge ungelesen unterschreiben
Fehler 10: Aus einem Blogbeitrag Sicherheit ableiten
Nur ist das die Maximalforderung, und Maximalforderungen erzeugen Abwehr. Häufig will die andere Seite gar nichts Böses und hat einfach nicht gefragt.
Eine Bitte um Namensnennung erreicht dagegen fast immer ihr Ziel — und öffnet das Gespräch über alles Weitere. Rechtlich verlierst du dabei nichts.
Sechs Schritte, die sich sofort lohnen
Das lässt sich einmal einrichten und dann vergessen.
Denn beim Urheberrecht für Texte hilft Vorbereitung mehr als Wissen.
Drei Schritte an deinen Texten
Schritt 1 – Datieren
Schritt 2 – Fassungen behalten
Schritt 3 – Fremdes markieren
Außerdem kostet Schritt eins praktisch keine Zeit.
Drei Schritte nach außen
Schritt 4 – Die Standardabsprache
Schritt 5 – Der Verband
Schritt 6 – Die Verwertungsgesellschaft
Denn Schritt vier erledigt neunzig Prozent aller Fälle aus Kapitel sechs.
Deine Rechteprobe
Alles aus diesem Beitrag auf einer Seite.
Damit ist das Urheberrecht für deine Texte praktisch geklärt.
Mein Text mit fremdem Namen
Vor einigen Jahren fand ich einen meiner Texte auf einer fremden Seite.
Vollständig abgedruckt, ordentlich gesetzt, mit einem anderen Namen darunter.
Und mein erster Impuls war der falsche.
Was ich zuerst gemacht habe
Ich habe eine sehr deutliche Mail geschrieben, mit dem Wort Anwalt darin.
Die Antwort kam nach vier Tagen und war ebenfalls sehr deutlich.
Danach ging es nicht mehr um den Text, sondern um den Ton.
Und der Text stand immer noch da, jetzt nur mit mehr Ärger drumherum.
Was tatsächlich funktioniert hat
Eine Bekannte hat mir geraten, es noch einmal zu versuchen, aber kleiner.
Also habe ich geschrieben, dass der Text von mir ist und ich mich freuen würde, wenn mein Name darunterstünde.
Zwei Stunden später war der Name geändert und eine Entschuldigung da.
Es stellte sich heraus, dass jemand den Text von einem Zettel abgetippt hatte und nicht wusste, von wem er war.
„Ich hatte den klarsten Rechtsfall meines Lebens und habe ihn dadurch beinahe verloren, dass ich sofort das größte Wort benutzt habe.Meine Notiz danach — und der Grund für Fehler sieben
Was ich daraus gelernt habe
Im Recht zu sein und Recht zu bekommen sind zwei verschiedene Vorgänge.
Der erste ist eine Frage des Gesetzes, der zweite eine Frage der Formulierung.
Außerdem war die Gegenseite kein Gegner, sondern jemand mit einem Zettel.
Das ist bei fast allen diesen Fällen so.
Wie ich es heute mache
Ich spreche Aufnahmen vor dem Auftritt an, in zwei Sätzen.
Ich fange bei Verletzungen immer mit der Namensnennung an.
Und ich hole mir fachliche Hilfe, sobald ein Vertrag von ausschließlichen Rechten spricht.
Was ein Recht nicht ersetzt
Das Urheberrecht schützt jeden Text, auch den schwachen.
Ob ihn jemand abschreiben will, entscheidet es nicht.
Denn das Urheberrecht sichert Texte und bewertet sie nicht.
Warum jetzt erst das Handwerk anfängt
Die kleine Münze aus Kapitel vier ist eine gute Nachricht und eine unbequeme.
Denn sie bedeutet, dass Schutz nichts über Qualität aussagt.
Und dass ein Text, der knapp über der Schwelle liegt, auch nur knapp geschützt ist.
Kurz gesagt: Das Recht sichert deinen Text.
Stark macht ihn die Gestaltung.
Über 200 Storytricks, Bildsprache, Bühnenpräsenz und Auftritts-Hacks. Also die Gestaltung, die einen Text unverwechselbar macht — und damit auch besser geschützt.
Das Recht bekommst du geschenkt. Die Eigenart musst du bauen.
Vorher absprechen. Und bei Verletzungen mit der Namensnennung anfangen.
Übrigens ist der Text von damals inzwischen einer meiner meistgespielten.
Und die Seite, auf der er falsch stand, hat ihn später korrekt verlinkt.
Das ist besser ausgegangen als jedes Verfahren, das ich hätte anfangen können.
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Präsenz, Körper, Ausstrahlung – alles, was passiert, sobald du oben stehst.
Atem, Pause, Lautstärke, Mikro – dein wichtigstes Werkzeug feinjustiert.
Vom ersten Satz bis zur letzten Zeile: Handwerk, das trägt.
Metapher, Reim, Pointe, Rhythmus – die Werkzeuge im Detail.
Wenn das Blatt leer bleibt: Stoff, der wirklich zündet.
Wut, Kindheit, Verlust, Körper – die Texte, die etwas kosten.
Für die Tage, an denen nichts geht und alles zittert.
Der Kopf entscheidet, bevor das Mikro angeht.
Was die Bühne mit dir macht – im besten und im härtesten Sinn.
Outfit, Schlaf, Technik, kaltes Publikum: der Abend selbst.
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Abkürzungen und Methoden, die dir sonst keiner verrät.
Aus Auftritten wird ein Name. Und irgendwann ein Einkommen.
Wie weit darfst du gehen – und wem gehört die Geschichte?
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Gleis, Wartesaal, Fundbüro – wo dieser Blog herkommt.
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Nichts dabei? Dann schreib den Text, der dir hier fehlt. Das ist der Punkt.
