Rechnung schreiben als Slammer: Was drauf muss
Was hier steht, ist eine Zusammenstellung öffentlich zugänglicher Angaben zum Stand meiner Recherche. Steuerrecht ändert sich, und deine Situation kenne ich nicht.
Für alles Verbindliche gilt: Finanzamt, Künstlersozialkasse, Industrie- und Handelskammer oder eine Steuerberatung. Die IHKs stellen dazu kostenlose Checklisten bereit.
Der Kopf der Rechnung
Musterweg 3, 99084 Erfurt
Am Markt 7, 12345 Beispielstadt
Fünf Felder, und alle fünf stehen im Gesetz.
Denn sie klären, zwischen wem der Vorgang läuft und wann er entstanden ist.
Der Körper und der Fuß
Jetzt kommt der Teil, um den es eigentlich geht.
Außerdem stehen hier die beiden Felder, die am häufigsten fehlen.
Zehn Felder, von denen neun im Gesetz stehen und eines aus Vernunft.
Und genau darum geht es im Rest dieses Beitrags.
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Deine Nummer bleibt geheim. Du liest, ich schreibe – ganz ohne Datensammeln.
Jetzt Kanal folgenWarum eine Rechnung schreiben Künstler oft überfordert
Es liegt nicht an der Rechnung, sondern an drei Umständen.
Erstens: Es kommt ohne Vorwarnung
Niemand bringt einem das bei, und die erste Anfrage kommt meistens überraschend.
Dazu kommt, dass die erste Rechnung fast immer unter Zeitdruck geschrieben wird.
Denn der Veranstalter fragt erst, wenn er abrechnen muss.
Deshalb entsteht ein Gefühl von Prüfungssituation, das nicht angemessen ist.
Zweitens: Der Ton der Vorschriften
Steuerrecht klingt streng, weil es streng formuliert ist.
Tatsächlich ist eine fehlende Angabe kein Vergehen, sondern ein Formfehler.
Man korrigiert die Rechnung und schickt sie neu, damit ist die Sache erledigt.
Kapitel fünf zeigt, was tatsächlich passiert, wenn etwas fehlt.
Drittens: Es fühlt sich nach Bürokratie an
Und das ist der Punkt, an dem dieser Beitrag ansetzt.
Denn eine Rechnung ist keine Behördenerfindung, sondern eine sehr alte Kulturtechnik.
Kapitel vier erzählt, wer sie zuerst aufgeschrieben hat, und die Geschichte ist besser als ihr Ruf.
Kurz gesagt: Zehn Felder, ein Muster, danach nie wieder Panik.
Auflösung anzeigen
Der Griff: eine Vorlage, einmal gebaut
Jetzt der Teil, für den du hergekommen bist.
Es gibt genau eine Regel, und sie erledigt das Thema für alle Zeit.
Nämlich Empfänger, Rechnungsnummer, Leistungsdatum und Betrag. Alles andere bleibt gleich, für immer.
Denn das eigentliche Problem ist nicht das Wissen, sondern die Wiederholung. Wer jedes Mal neu nachdenkt, schiebt es auf. Wer eine Vorlage hat, braucht vier Minuten.
Das war es.
Eine Vorlage, vier Felder.
Warum eine Vorlage mehr bringt als Wissen
Weil Wissen verblasst und eine Datei nicht.
Außerdem ist die erste Rechnung die einzige, die Arbeit macht.
Alles danach ist Kopieren und vier Zahlen tauschen.
Kapitel sechs zeigt dir, wie du den Anlass zum Schreiben so festlegst, dass du es tatsächlich tust.
Worin du die Vorlage baust
Ein Textprogramm genügt vollkommen, ein PDF-Export reicht als Format.
Tabellenkalkulationen gelten allerdings als heikel, weil sie leicht veränderbar sind, und für Rechnungsnummern ist das ungünstig.
Wer regelmäßig auftritt, findet günstige Rechnungsprogramme, die die Nummerierung automatisch führen.
Kurz gesagt: Fang mit einer Datei an und wechsel erst, wenn es dir zu viel wird.
Es gibt keine Kunst der Rechnungsstellung. Es gibt eine Liste, die man abarbeitet, und eine Datei, die man behält.
Alles andere in diesem Beitrag erklärt nur, warum die Felder dort stehen.
Die Pflichtangaben, die im Gesetz stehen
Für Rechnungen über zweihundertfünfzig Euro brutto listet das Umsatzsteuergesetz die Pflichtangaben auf.
Die Fundstelle ist Paragraf vierzehn Absatz vier.
Sechs davon werden regelmäßig falsch gemacht, und um die geht es hier.
Drei Felder zu den Beteiligten
Drei Felder zur Leistung
Die Rechtsgrundlage dafür ist Paragraf vierzehn c Absatz zwei des Umsatzsteuergesetzes, der von unberechtigtem Steuerausweis spricht.
Deshalb steht in der Vorlage lieber ein Satz zu viel als eine Prozentzahl zu früh. Und deshalb ist genau das die eine Stelle, an der du vorher nachfragen solltest.
Die Erleichterung für kleine Beträge
Bis zweihundertfünfzig Euro brutto gilt eine Vereinfachung, die Kleinbetragsrechnung.
Ihre Rechtsgrundlage steht nicht im Umsatzsteuergesetz selbst, sondern in Paragraf dreiunddreißig der Umsatzsteuer-Durchführungsverordnung.
Dann genügen fünf Angaben: dein Name und deine Anschrift, das Ausstellungsdatum, Menge und Art der Leistung, der Bruttobetrag und der Steuersatz beziehungsweise der Hinweis auf die Steuerbefreiung.
Empfängeranschrift, Rechnungsnummer und Steuernummer dürfen entfallen.
| Angabe | Bis 250 € brutto | Über 250 € brutto |
|---|---|---|
| Dein Name und Anschrift | Pflicht | Pflicht |
| Empfänger und Anschrift | darf entfallen | Pflicht |
| Steuernummer | darf entfallen | Pflicht |
| Rechnungsnummer | darf entfallen | Pflicht |
| Leistungsdatum | darf entfallen | Pflicht |
| Steuersatz oder Befreiungshinweis | Pflicht | Pflicht |
Die zweite Spalte klingt bequem und ist eine Falle.
Denn sobald du regelmäßig für dieselben Veranstalter arbeitest, willst du ohnehin eine saubere Nummernfolge haben.
Außerdem ist es ausdrücklich unzulässig, eine Leistung künstlich in mehrere Rechnungen unter zweihundertfünfzig Euro aufzuteilen.
Kurz gesagt: Nimm im Zweifel gleich die vollständige Fassung.
Sie ist nach dem ersten Mal genauso schnell.
Denn eine Rechnung schreiben Künstler ohnehin lieber einmal richtig als zweimal.
Wer die Rechnung erfunden hat und wer nicht
Bevor es weitergeht, ein kurzer Blick nach hinten.
Denn das Formular, das dich gerade überfordert, ist über fünfhundert Jahre alt.
Luca Pacioli war Franziskanermönch und Mathematiker, geboren um 1445 in der Toskana.
Er lehrte in Perugia, Rom, Neapel, Pisa, Venedig, Mailand und Florenz.
Das Buch
1494 erschien in Venedig seine Summa de Arithmetica, Geometria, Proportioni et Proportionalità, eine Enzyklopädie des damaligen mathematischen Wissens mit über sechshundert Seiten.
Darin steckt ein Abschnitt von etwa siebenundzwanzig Seiten über die Buchhaltung.
Er heißt Particularis de Computis et Scripturis, also Einzelheiten der Berechnung und Aufzeichnung.
Darin beschreibt Pacioli am Beispiel eines jungen Kaufmanns in Venedig die doppelte Buchführung, die er die venezianische Methode nennt.
Der Satz, um den es geht
Pacioli schreibt, der junge Kaufmann brauche ein System, damit er in aller Kürze von jedem Geschäft Kenntnis haben könne.
Und zwar sowohl von den Schulden als auch von den Guthaben, denn auf anderes erstrecke sich der Handel nicht.
„Er braucht ein System, damit man in aller Kürze von jedem Geschäft Kenntnis haben kann, sowohl von den Schulden als auch von den Guthaben.Luca Pacioli 1494 · sinngemäß nach der Übersetzung von Balduin Penndorf
Genau das ist der Zweck deiner Rechnung.
Nicht Kontrolle, sondern Übersicht darüber, wer wem was schuldet.
Deshalb ist eine Rechnung schreiben kein Verwaltungsakt, sondern eine Kulturtechnik.
Der ehrliche Haken, und er ist bekannt
Pacioli gilt als Vater der Buchhaltung, und das ist zu viel.
Denn er hat die doppelte Buchführung nicht erfunden, sondern zuerst vollständig und gedruckt beschrieben.
Sein Werk bietet ohnehin wenig eigenständige Ideen, sondern bündelt vorhandenes Wissen, unter anderem aus dem Liber Abbaci von Leonardo Fibonacci.
Die venezianische Methode war zu seiner Zeit bei venezianischen Kaufleuten und bei den Medici bereits in Gebrauch.
Wer ältere Wurzeln behauptet, bewegt sich auf deutlich unsichererem Boden.
Warum das für dich zählt
Weil die Rechnung damit nicht aus einer Behörde kommt, sondern aus dem Handel.
Und weil sie von Anfang an ein Werkzeug für Einzelne war, nicht für Konzerne.
Nebenbei: Derselbe Pacioli schrieb später das älteste bekannte Buch über Zauberkunst und vermutlich zusammen mit Leonardo da Vinci eines über Schach.
Kurz gesagt: Der Erfinder deines Formulars war Mathematiker, Mönch und Zauberkünstler.
Damit lässt sich das Ausfüllen besser aushalten.
Du willst mehr von diesen Ideen?
Hier liegen 280 Beiträge über Bühne, Stimme, Texte und den ganzen schönen Wahnsinn dazwischen. Such dir raus, was heute weh tut.
Präsenz, Körper, Ausstrahlung – alles, was passiert, sobald du oben stehst.
Atem, Pause, Lautstärke, Mikro – dein wichtigstes Werkzeug feinjustiert.
Vom ersten Satz bis zur letzten Zeile: Handwerk, das trägt.
Metapher, Reim, Pointe, Rhythmus – die Werkzeuge im Detail.
Wenn das Blatt leer bleibt: Stoff, der wirklich zündet.
Wut, Kindheit, Verlust, Körper – die Texte, die etwas kosten.
Für die Tage, an denen nichts geht und alles zittert.
Der Kopf entscheidet, bevor das Mikro angeht.
Was die Bühne mit dir macht – im besten und im härtesten Sinn.
Outfit, Schlaf, Technik, kaltes Publikum: der Abend selbst.
Anmeldung, Zeitlimit, Jury, Finalrunde – wie der Laden läuft.
Abkürzungen und Methoden, die dir sonst keiner verrät.
Aus Auftritten wird ein Name. Und irgendwann ein Einkommen.
Wie weit darfst du gehen – und wem gehört die Geschichte?
Bücher, Bühnenmenschen und Geschichten, die deinen Stoff aufladen.
Gleis, Wartesaal, Fundbüro – wo dieser Blog herkommt.
Die schrägen Texte. Genau die, die am längsten hängen bleiben.
Nichts dabei? Dann schreib den Text, der dir hier fehlt. Das ist der Punkt.
Warum du die Rechnung trotzdem nicht schreibst
Das Wissen aus den letzten Kapiteln reicht nicht.
Denn zwischen Wissen und Tun liegt bei diesem Thema eine bekannte Lücke.
Peter Gollwitzer und Paschal Sheeran veröffentlichten 2006 in Advances in Experimental Social Psychology eine Zusammenfassung zu genau dieser Lücke.
Sie trägt den Titel Implementation Intentions and Goal Achievement.
Der Unterschied, um den es geht
Gollwitzer unterscheidet zwei Arten von Vorsatz.
Der eine lautet: Ich will das erledigen.
Der andere: Wenn Situation Y eintritt, dann mache ich X.
Den zweiten nennt er Durchführungsvorsatz, im Englischen implementation intention.
Er legt also vorher fest, wann, wo und wie gehandelt wird.
Was die Auswertung ergab
Über vierundneunzig unabhängige Prüfungen mit mehr als achttausend Beteiligten zeigte sich ein mittlerer bis großer Effekt.
Der Wert lag bei null Komma fünfundsechzig nach dem Maß von Cohen.
Wirksam waren diese Vorsätze vor allem beim Anfangen, also genau dort, wo Rechnungen scheitern.
„Ein starker Vorsatz garantiert nichts. Wirksam wird er erst, wenn er festlegt, wann, wo und wie gehandelt wird.Kern von Gollwitzer und Sheeran 2006 · sinngemäß zusammengefasst
Wie du das hier anwendest
Formulier einen Wenn-dann-Satz und binde ihn an einen Moment, der ohnehin eintritt.
Zum Beispiel: Wenn ich nach dem Auftritt zu Hause die Jacke aufhänge, dann schreibe ich die Rechnung.
Oder: Wenn ich am Sonntagabend den Kalender aufmache, dann schreibe ich alle offenen Rechnungen der Woche.
Entscheidend ist der konkrete Auslöser.
Irgendwann diese Woche ist keiner.
Der ehrliche Haken, und er ist mehrteilig
Die Effektstärke gilt über viele Bereiche hinweg, fällt in einzelnen aber deutlich kleiner aus.
Für Ernährung und Bewegung finden neuere Übersichtsarbeiten schwächere Werte.
Außerdem zeigte eine frühere Arbeit von Gollwitzer und Brandstätter, dass bei leichten Zielen kein Effekt auftrat, vermutlich weil dort ohnehin fast alle handeln.
Und die Vorsätze wirken schlechter, wenn die Bindung an das Ziel schwach ist.
Für unseren Fall ist das brauchbar: Eine Rechnung ist keine leichte Aufgabe im psychologischen Sinn, weil sie aufgeschoben wird.
Genau dort greift die Methode.
Der Ablauf nach dem Auftritt bis zur Rechnung
Damit nichts liegen bleibt, hilft eine feste Reihenfolge.
Denn eine Rechnung schreiben Künstler meistens dann, wenn sie erinnert werden.
| Wann | Was | Warum |
|---|---|---|
| Noch am Abend | Betrag, Datum und Empfänger notieren. | Später erinnerst du die genaue Absprache nicht mehr. |
| Innerhalb von drei Tagen | Rechnung schreiben und senden. | Frisch ist es eine Minutensache, nach zwei Wochen eine Recherche. |
| Beim Senden | Fahrtkarte oder Belege beilegen. | Auslagen ohne Beleg werden oft nicht erstattet. |
| Nach vier Wochen | Freundlich nachfragen. | In Vereinen sind Verzögerungen fast immer Vergessen, nicht Absicht. |
| Jährlich | Alles geordnet aufbewahren. | Für Rechnungen gilt eine gesetzliche Aufbewahrungsfrist von acht Jahren. |
Die letzte Zeile überrascht die meisten.
Denn acht Jahre klingen viel für eine Rechnung über dreihundert Euro.
Die Frist gilt trotzdem, und die Unterlagen müssen in dieser Zeit lesbar bleiben.
Ein Ordner oder ein Ordner auf der Festplatte genügt dafür völlig.
Der Sonderfall Gutschrift
Manche Veranstalter schicken dir statt einer Rechnungsaufforderung eine sogenannte Gutschrift.
Das ist eine Abrechnung, die der Empfänger für dich erstellt, und sie ist zulässig.
Du solltest sie trotzdem prüfen, denn die Angaben stammen nicht von dir.
Kurz gesagt: Lies sie einmal gegen die zehn Felder und melde dich, wenn etwas fehlt.
Was der Veranstalter zusätzlich zahlt
Auf Honorare an selbständige Künstlerinnen und Künstler fällt in Deutschland eine Abgabe an die Künstlersozialkasse an.
Diese Abgabe zahlt der Veranstalter, nicht du.
Sie steht deshalb nicht auf deiner Rechnung und wird dir auch nicht abgezogen.
Wie hoch sie ist und wer sie im Einzelfall abführen muss, erfährst du direkt bei der Künstlersozialkasse.
Was es mit der E-Rechnung zu tun hat
Seit einigen Jahren ändert sich die Form, in der Rechnungen ausgestellt werden.
Und weil das Thema unübersichtlich ist, hier nur die Punkte, die dich betreffen könnten.
Was gilt
Für Umsätze zwischen inländischen Unternehmen wurde eine Pflicht zur elektronischen Rechnung eingeführt, geregelt über das Wachstumschancengesetz.
Seit dem ersten Januar 2025 müssen inländische Unternehmen E-Rechnungen empfangen können.
Für das Ausstellen gelten Übergangsregelungen, und die Pflicht greift dort stufenweise ab 2027 und 2028.
Im Übergangszeitraum bis Ende 2026 dürfen Rechnungen weiterhin in anderer Form ausgestellt werden, eine Papierrechnung ist immer möglich.
Was das für dich bedeutet
Zunächst wenig, denn die Pflicht betrifft Umsätze zwischen Unternehmen.
Außerdem sind Kleinbetragsrechnungen bis zweihundertfünfzig Euro ausdrücklich von der Pflicht ausgenommen.
Trotzdem lohnt es sich, Rechnungen von Anfang an als PDF zu führen und digital abzulegen.
Kurz gesagt: Fang nicht mit Papier an, wenn du ohnehin am Rechner sitzt.
Denn eine Rechnung schreiben Künstler heute fast immer digital.
Was hier steht, entspricht dem Stand meiner Recherche. Für den aktuellen Stand sind die Industrie- und Handelskammern eine gute Quelle, sie stellen dazu kostenlose Übersichten und Checklisten bereit.
Und für deinen Einzelfall bleibt es dabei: Finanzamt oder Steuerberatung.
Zehn Fehler beim Rechnung schreiben
Zunächst fünf auf dem Papier, anschließend fünf drumherum.
Fünf Fehler auf dem Papier
Fehler 1: Das Leistungsdatum fehlt
Fehler 2: Die Leistung ist zu unbestimmt
Fehler 3: Als Kleinunternehmer Umsatzsteuer ausweisen
Fehler 4: Rechnungsnummern doppelt vergeben
Fehler 5: Keine Bankverbindung angeben
Denn eine Rechnung schreiben Künstler oft einmal falsch und danach nie wieder.
Fünf Fehler drumherum
Fehler 6: Zu lange warten
Fehler 7: Auslagen ohne Beleg abrechnen
Fehler 8: Nicht nachfragen
Fehler 9: Nichts aufbewahren
Fehler 10: Aus Scham gar nicht abrechnen
Das ist verständlich und hat eine Folge, die über sie hinausgeht: Ein Budgetposten, der nie abgerufen wird, verschwindet im nächsten Jahr.
Wer abrechnet, hält die Position offen. Auch für die anderen.
Sechs Schritte für deine erste Rechnung
Das ist keine Übung im üblichen Sinn, sondern eine Einrichtungsliste.
Denn beim Rechnung schreiben Künstler hilft nichts so viel wie einmal vorbereiten.
Drei Schritte diese Woche
Schritt 1 – Die Vorlage bauen
Schritt 2 – Die Nummernfolge festlegen
Schritt 3 – Den Ablageort einrichten
Außerdem ist Schritt eins der einzige, der wirklich Zeit kostet.
Drei Schritte beim nächsten Auftritt
Schritt 4 – Vorher fragen
Schritt 5 – Den Auslöser setzen
Schritt 6 – Einmal gegenlesen
Denn Schritt vier erspart dir die Hälfte aller Rückfragen.
Deine Formularprobe
Alle zehn Felder auf einer Seite.
Damit ist die erste Rechnung vorbereitet statt gefürchtet.
Die Rechnung, die ich nie geschrieben habe
Mein erster bezahlter Auftritt lag bei hundertfünfzig Euro.
Der Veranstalter hat gefragt, ob ich eine Rechnung schicken kann.
Und ich habe geantwortet, dass ich das noch nie gemacht habe.
Was dann passiert ist
Er hat gesagt, kein Problem, ich solle mich melden, wenn ich sie habe.
Und ich habe mich nie gemeldet.
Nicht aus Trotz, sondern weil ich es zwei Wochen aufgeschoben habe und es danach peinlich war.
Nach zwei Monaten war es zu peinlich, um noch anzufangen.
Was das gekostet hat
Die hundertfünfzig Euro, aber die waren nicht das Schlimmste.
Schlimmer war, dass ich beim nächsten Angebot mit Gage automatisch dachte: Dann muss ich ja wieder eine Rechnung schreiben.
Also habe ich zwei Anfragen nicht weiterverfolgt.
Aus einem Formular war eine Hemmschwelle geworden.
„Ich habe nicht hundertfünfzig Euro verloren. Ich habe ein Jahr lang Anfragen vermieden, weil ich ein Formular nicht ausgefüllt hatte.Meine Notiz später — und der Grund für Kapitel zwei
Wie es sich gelöst hat
Eine Kollegin hat mir ihre Vorlage geschickt, mit ihren Angaben noch drin.
Ich habe zehn Minuten gebraucht, um sie umzuschreiben.
Danach war das Thema für immer erledigt.
Und ich habe verstanden, dass ich nicht am Wissen gescheitert war, sondern am Anfangen.
Wie ich es heute mache
Ich frage in der Zusagemail, an welche Adresse die Rechnung geht.
Ich schreibe sie am selben Abend, wenn ich zu Hause die Jacke aufhänge.
Und ich lege sie in denselben Ordner wie alle anderen.
Was eine korrekte Rechnung nicht kann
Eine saubere Rechnung sorgt dafür, dass dein Geld ankommt.
Dass überhaupt etwas zu berechnen ist, sorgt sie nicht.
Denn eine Rechnung schreiben kann nur, wer vorher engagiert wurde.
Warum jetzt erst das Handwerk anfängt
Zehn Felder auszufüllen dauert nach dem ersten Mal vier Minuten.
Eingeladen zu werden dauert länger, und wieder eingeladen zu werden noch länger.
Denn beides entscheidet sich auf der Bühne und nicht im Formular.
Kurz gesagt: Die Rechnung sichert die Gage.
Verdienen musst du sie vorher.
Über 200 Storytricks, Bildsprache, Bühnenpräsenz und Auftritts-Hacks. Also der Teil, für den sich der ganze Papierkram überhaupt lohnt.
Das Formular baust du einmal. Den Text baust du immer wieder.
Eine Vorlage, zehn Felder, vier Angaben pro Rechnung.
Übrigens hat mich seit dieser einen Rechnung niemand mehr an eine erinnern müssen.
Nicht weil ich zuverlässiger geworden bin.
Sondern weil die Datei schon fertig auf dem Rechner liegt.
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Atem, Pause, Lautstärke, Mikro – dein wichtigstes Werkzeug feinjustiert.
Vom ersten Satz bis zur letzten Zeile: Handwerk, das trägt.
Metapher, Reim, Pointe, Rhythmus – die Werkzeuge im Detail.
Wenn das Blatt leer bleibt: Stoff, der wirklich zündet.
Wut, Kindheit, Verlust, Körper – die Texte, die etwas kosten.
Für die Tage, an denen nichts geht und alles zittert.
Der Kopf entscheidet, bevor das Mikro angeht.
Was die Bühne mit dir macht – im besten und im härtesten Sinn.
Outfit, Schlaf, Technik, kaltes Publikum: der Abend selbst.
Anmeldung, Zeitlimit, Jury, Finalrunde – wie der Laden läuft.
Abkürzungen und Methoden, die dir sonst keiner verrät.
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