Was hier steht, ist eine Zusammenstellung öffentlich zugänglicher Angaben, überwiegend von der Künstlersozialkasse selbst, zum Stand meiner Recherche. Sozialversicherungsrecht ändert sich, und deine Lebenslage kenne ich nicht.
Für alles Verbindliche gilt: die Künstlersozialkasse direkt, ein Berufsverband oder eine Beratung. Dieser Beitrag soll dir helfen, die richtigen Fragen zu stellen — nicht die Antwort ersetzen.
Die häufigste Frage lautet: Komme ich da rein? Die richtige lautet anders.
Denn die Künstlersozialkasse ist kein Verein, in den man aufgenommen wird.
Sie stellt fest, ob für dich eine Versicherungspflicht besteht.
Das ist ein Unterschied, der fast alles erklärt.
Dieser Beitrag ordnet ein, ob die Künstlersozialkasse für deinen Weg überhaupt in Frage kommt.
Dazu kommen die dokumentierten Bedingungen mit Fundstelle, damit du sie selbst nachlesen kannst.
Und zwei Untersuchungen: eine über die Entstehung dieses Gesetzes, eine über den Grund, warum die meisten den Antrag nie stellen.
Zum Mitmachen gibt es sechs Prüffragen, sechs KSK-Bögen und vier deutsche Videos.
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Deine Nummer bleibt geheim. Du liest, ich schreibe – ganz ohne Datensammeln.
Jetzt Kanal folgenWas die Künstlersozialkasse eigentlich ist
Fast alle stellen sich das falsch vor.
Und zwar in dieselbe Richtung.
Der Komponist ohne jede Absicherung
Im Sommer 1781 kündigte Mozart seine Anstellung beim Salzburger Erzbischof.
Danach lebte er in Wien als freischaffender Musiker. Er gab Klavierstunden, nahm Kompositionsaufträge an und veranstaltete eigene Konzerte.
Damit war er einer der ersten Musiker, die ohne festen Dienstherrn arbeiteten.
Ein Klischee sollte man dabei streichen. Mozart war nicht das notleidende Genie, als das er später gern beschrieben wurde. Er verdiente zeitweise sehr gut.
Das eigentliche Problem war ein anderes. Bis zu einer Anstellung im Dezember 1787 hatte er keinerlei materielle Absicherung.
Gute Jahre und magere Jahre trafen ihn gleichermaßen ungeschützt.
Genau diese Lücke soll die Künstlersozialkasse heute schließen.
Sie ist keine Krankenkasse
Die Künstlersozialkasse versichert niemanden.
Sie ist eine Prüf-, Melde- und Einzugsstelle mit Sitz in Wilhelmshaven und eine Abteilung der Unfallversicherung Bund und Bahn.
Sie prüft, ob eine selbständige künstlerische oder publizistische Tätigkeit vorliegt, meldet dich bei einer gesetzlichen Krankenkasse und bei der Rentenversicherung an und zieht die Beiträge ein.
Leistungen wie Krankengeld oder Rente kommen deshalb nicht von ihr.
Sondern von den zuständigen Trägern.
Was sie tatsächlich leistet
Sie übernimmt die Rolle, die bei Angestellten der Arbeitgeber hat.
Konkret trägt die Künstlersozialversicherung rund die Hälfte deiner Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung.
Finanziert wird das über die Künstlersozialabgabe, die Unternehmen zahlen, die künstlerische Leistungen verwerten, und über einen Bundeszuschuss.
Für dich heißt das: derselbe Schutz wie bei Angestellten.
Aber du zahlst nur die Hälfte.
Was daran der Haken ist
Es ist eine Pflichtversicherung und kein Angebot.
Wenn die Voraussetzungen vorliegen, besteht die Versicherungspflicht.
Und dann zahlst du auch Beiträge.
Deshalb ist die Frage nicht, ob du reinkommst.
Sondern ob das für deine Lebenslage passt.
Kurz gesagt: Ein halber Arbeitgeber.
Aber auch eine ganze Pflicht.
Deshalb ist die Künstlersozialkasse eher ein Statusverfahren als ein Angebot.
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Der Griff zur Künstlersozialkasse: erst die Haupttätigkeit
Jetzt der Teil, für den du hergekommen bist.
Es gibt genau eine Frage, die den größten Teil aller Fälle entscheidet.
Denn seit 2023 vergleicht die Künstlersozialkasse Einkommen und Arbeitszeiten aus künstlerischer und nicht-künstlerischer Tätigkeit. Überwiegt die nicht-künstlerische Seite, besteht in der Kranken- und Pflegeversicherung keine Versicherungspflicht nach dem KSVG.
Wer also eine feste Stelle hat und daneben auftritt, hat die Frage meistens schon beantwortet, bevor er sie stellt.
Das war es.
Erst die Haupttätigkeit, dann alles andere.
Warum diese Reihenfolge wichtig ist
Weil die meisten stundenlang recherchieren, ob Poetry Slam als künstlerisch gilt.
Und diese Frage ist zweitrangig, wenn sowieso eine andere Haupttätigkeit überwiegt.
Damit erledigt sich die Sache für viele in fünf Minuten statt in fünf Abenden.
Kapitel drei geht die sechs Prüffragen in der richtigen Reihenfolge durch.
Was die Regel von 2023 geändert hat
Vorher galten starre Grenzen für den zulässigen Nebenverdienst.
Nach der Neuregelung in Paragraf fünf Absatz eins Nummer fünf des KSVG kommt es dagegen darauf an, was die wirtschaftliche Haupttätigkeit ist.
Verglichen werden dabei sowohl die Einkommen als auch die Arbeitszeiten.
Kurz gesagt: Aus einer Zahlengrenze wurde ein Vergleich zweier Tätigkeiten.
Damit hat sich der Zugang zur Künstlersozialkasse für Nebenberufliche grundlegend verschoben.
Es gibt keinen Trick, mit dem man hineinkommt, und keinen, mit dem man sich herausredet. Es gibt Voraussetzungen, die vorliegen oder nicht.
Der einzige Fehler, den man machen kann, ist die Prüfung in der falschen Reihenfolge anzufangen. Und genau das verhindert dieser Griff.
Sechs Fragen zur Künstlersozialkasse, in der richtigen Reihenfolge
Jetzt wird es konkret.
Diese sechs Fragen entscheiden, ob die Künstlersozialkasse für dich in Frage kommt.
Arbeite sie von oben nach unten durch und hör auf, sobald eine mit nein endet.
Die drei Fragen, die zuerst kommen
Die drei Fragen danach
Und die Frage, die in keinem Gesetz steht
Bleibt eine letzte, die niemand vorschreibt.
Trotzdem entscheidet sie in der Praxis am häufigsten.
Wer hauptberuflich auftritt und die Grenze erreicht, hat vermutlich eine Versicherungspflicht — und damit keine Wahl.
Und wer irgendwo dazwischen steht, gehört genau zu den Fällen, für die das Statusverfahren gemacht wurde. Dann ist Nachfragen keine Schwäche, sondern der vorgesehene Weg.
Warum es die Künstlersozialkasse überhaupt gibt
Diese Einrichtung ist keine Selbstverständlichkeit, sondern das Ergebnis einer einzigen Untersuchung.
Und die ist über fünfzig Jahre alt.
Karla Fohrbeck und Andreas Johannes Wiesand veröffentlichten bei Hanser in München Der Künstler-Report.
Der Untertitel nennt die untersuchten Gruppen: Musikschaffende, Darsteller, Realisatoren, bildende Künstler, Designer.
Was darin stand
Die beiden untersuchten die soziale und wirtschaftliche Lage freiberuflicher Künstlerinnen, Künstler und Publizisten, quantitativ und qualitativ.
Behandelt wurden Berufszugänge, berufliche Mobilität, der Arbeitsmarkt, die wirtschaftliche Situation der Kulturberufe und die soziale Sicherung.
Ein eigener Abschnitt widmete sich dem Verhältnis von Nebenberuf und Hauptberuf, also genau der Frage aus Kapitel zwei.
Die Arbeit hieß teilweise auch Künstler-Enquete und gilt bis heute als Standardwerk.
Was daraus wurde
Der Befund war eindeutig: Selbständige in Kulturberufen standen ohne den Schutz da, den Angestellte selbstverständlich hatten.
Daraus entstand die Idee, sie als arbeitnehmerähnlich zu behandeln und in die gesetzliche Sozialversicherung einzubeziehen.
Das Künstlersozialversicherungsgesetz trat 1983 in Kraft.
„Die Entwicklung einer Pflichtversicherung für selbständige Künstler wäre ohne den Künstler-Report kaum denkbar gewesen.Einschätzung in einer Studie des Deutschen Kulturrats · sinngemäß
Warum das für deine Entscheidung zählt
Weil es erklärt, warum diese Einrichtung so aussieht, wie sie aussieht.
Sie wurde nicht als Förderung gebaut, sondern als Gleichstellung.
Deshalb gibt es eine Pflicht und keinen Antrag auf Förderung.
Und deshalb gibt es Mindestgrenzen.
Kurz gesagt: Es geht nicht um Kunstförderung, sondern um Sozialversicherung.
Denn die Künstlersozialkasse wurde zur Gleichstellung gebaut und nicht zur Förderung.
Der ehrliche Haken, und er ist substanziell
Das Gesetz löst das Grundproblem nicht.
Und das war früh bekannt.
Denn wer wenig verdient, zahlt wenig ein und erwirbt entsprechend geringe Ansprüche.
In der Fachdiskussion wird deshalb festgehalten, dass das Problem drohender Altersarmut im Rahmen des Künstlersozialversicherungsgesetzes nicht zu lösen ist.
Für dich heißt das: Die Künstlersozialkasse halbiert deine Beiträge.
Sie macht aus einem kleinen Einkommen aber keine ordentliche Rente.
Und ein kleiner Haken bei den Quellen
Das Erscheinungsjahr wird nicht überall gleich angegeben.
Die meisten Verzeichnisse nennen 1975, mindestens ein Literaturverzeichnis führt 1974.
Das ändert nichts an der Sache, zeigt aber, wie sorgfältig man auch bei Standardwerken hinsehen muss.
Warum die meisten den Antrag bei der Künstlersozialkasse nie stellen
Kommen wir zu Frage sechs aus Kapitel drei.
Denn die entscheidet häufiger als alle fünf Vorschriften zusammen.
William Samuelson und Richard Zeckhauser veröffentlichten 1988 im Journal of Risk and Uncertainty die Arbeit Status Quo Bias in Decision Making.
Auf Deutsch etwa: Die Neigung zum Bestehenden bei Entscheidungen.
Der Kern der Sache
Die beiden weisen darauf hin, dass echte Entscheidungen fast immer eine zusätzliche Möglichkeit haben, die in Lehrbüchern fehlt.
Nämlich nichts zu tun oder beim Bisherigen zu bleiben.
In einer Reihe von Versuchen mit vierhundertsechsundachtzig Studierenden hielten die Beteiligten unverhältnismäßig oft am Bestehenden fest.
Und in Felddaten zeigte sich derselbe Effekt bei der Wahl von Krankenversicherungen und Altersvorsorgeprogrammen durch Hochschulangehörige.
„Die meisten echten Entscheidungen haben eine Möglichkeit, die in Lehrbüchern fehlt: nichts tun.Kern von Samuelson und Zeckhauser 1988 · sinngemäß zusammengefasst
Woran das liegt
Die Autoren nennen mehrere Ursachen und ordnen sie ein.
Erstens Wechselkosten: der Aufwand, sich in etwas Neues einzuarbeiten.
Zweitens Unsicherheitskosten: das Gefühl von Risiko, wenn man die Folgen nicht genau kennt.
Und drittens Gewohnheit, Trägheit und die Angst, eine Entscheidung später zu bereuen.
Was das mit diesem Thema zu tun hat
Die Künstlersozialkasse ist ein Musterfall dieser Lage.
Denn Nichtstun kostet keinen Aufwand, fühlt sich nach keiner Entscheidung an und muss niemandem erklärt werden.
Deshalb gibt es Auftretende, die seit Jahren die Voraussetzungen prüfen wollen und es nie tun.
Kurz gesagt: Die häufigste Antwort auf diese Frage ist keine Antwort.
Deshalb bleibt die Künstlersozialkasse für viele jahrelang ein offener Punkt.
Wenn du zu dem Schluss kommst, dass du es genauer wissen musst, dann setz dafür einen konkreten Termin. Nicht irgendwann.
Denn nach dem Befund oben ist Aufschieben nicht neutral. Es ist die Entscheidung gegen den Antrag, nur ohne dass man sie trifft.
Der ehrliche Haken, und die Autoren nennen ihn selbst
Die Versuche liefen als Fragebogen mit Studierenden aus Wirtschaftskursen in Boston und an der Harvard Kennedy School.
Die Autoren schreiben ausdrücklich, dass solche Experimente den Effekt eher unterschätzen, weil im echten Leben mehr an einer Entscheidung hängt.
Interessant ist außerdem, dass die meisten Beteiligten die Unterschiede in der Darstellung gar nicht bewusst wahrnahmen.
Und bei einer neueren Wiederholung von vier Entscheidungsszenarien fand sich der Effekt in drei von vier deutlich, nicht in allen.
Die Richtung ist also gut belegt, die Stärke schwankt.
Was die Künstlersozialkasse dir konkret abnimmt
Bevor es an die Zahlen geht, noch einmal der Kern der Sache.
Denn viele diskutieren die Bedingungen und verlieren dabei den Nutzen aus dem Blick.
Ohne sie
Selbständige zahlen ihre Kranken- und Pflegeversicherung vollständig allein.
Dasselbe gilt für die Rentenversicherung, wenn sie überhaupt einzahlen.
Außerdem entscheiden sie selbst, ob sie fürs Alter vorsorgen, was in der Praxis oft bedeutet: später.
Genau das war der Befund, der 1975 zu dem Gesetz geführt hat.
Mit ihr
Die Künstlersozialversicherung übernimmt die Rolle des Arbeitgebers und trägt rund die Hälfte der Beiträge.
Dazu kommt, dass die Rentenversicherung dann automatisch läuft und nicht von der eigenen Disziplin abhängt.
Und es entstehen Versicherungszeiten, die man später nicht mehr nachholen kann.
Kurz gesagt: Der Vorteil ist nicht das Geld allein.
Sondern die Automatik.
Auflösung anzeigen
Du willst mehr von diesen Ideen?
Hier liegen 280 Beiträge über Bühne, Stimme, Texte und den ganzen schönen Wahnsinn dazwischen. Such dir raus, was heute weh tut.
Präsenz, Körper, Ausstrahlung – alles, was passiert, sobald du oben stehst.
Atem, Pause, Lautstärke, Mikro – dein wichtigstes Werkzeug feinjustiert.
Vom ersten Satz bis zur letzten Zeile: Handwerk, das trägt.
Metapher, Reim, Pointe, Rhythmus – die Werkzeuge im Detail.
Wenn das Blatt leer bleibt: Stoff, der wirklich zündet.
Wut, Kindheit, Verlust, Körper – die Texte, die etwas kosten.
Für die Tage, an denen nichts geht und alles zittert.
Der Kopf entscheidet, bevor das Mikro angeht.
Was die Bühne mit dir macht – im besten und im härtesten Sinn.
Outfit, Schlaf, Technik, kaltes Publikum: der Abend selbst.
Anmeldung, Zeitlimit, Jury, Finalrunde – wie der Laden läuft.
Abkürzungen und Methoden, die dir sonst keiner verrät.
Aus Auftritten wird ein Name. Und irgendwann ein Einkommen.
Wie weit darfst du gehen – und wem gehört die Geschichte?
Bücher, Bühnenmenschen und Geschichten, die deinen Stoff aufladen.
Gleis, Wartesaal, Fundbüro – wo dieser Blog herkommt.
Die schrägen Texte. Genau die, die am längsten hängen bleiben.
Nichts dabei? Dann schreib den Text, der dir hier fehlt. Das ist der Punkt.
Die Zahlen der Künstlersozialkasse, die dokumentiert sind
Damit du rechnen kannst, hier die Größen, die öffentlich benannt sind.
Sie stammen überwiegend von der Künstlersozialkasse selbst.
Was fest benannt ist
Die Mindesteinkommensgrenze liegt bei dreitausendneunhundert Euro im Jahr, also dreihundertfünfundzwanzig Euro im Monat.
Als Berufsanfänger gilt man in den ersten drei Jahren nach erstmaliger Aufnahme der selbständigen künstlerischen oder publizistischen Tätigkeit.
Die Künstlersozialabgabe, die Unternehmen auf gezahlte Honorare abführen, lag zuletzt bei fünf Prozent.
Dieser Satz wird jedes Jahr bis Ende September für das Folgejahr durch eine Verordnung des Bundesarbeitsministeriums festgesetzt.
| Größe | Wert | Fundstelle |
|---|---|---|
| Mindesteinkommen pro Jahr | 3.900 € | § 3 KSVG |
| Mindesteinkommen pro Monat | 325 € | § 3 KSVG |
| Anfangsphase Berufsanfänger | 3 Jahre | § 3 Abs. 2 KSVG |
| Vergleich der Haupttätigkeit | seit 2023 | § 5 Abs. 1 Nr. 5 KSVG |
| Künstlersozialabgabe | zuletzt 5,0 % | § 25 KSVG, jährliche Verordnung |
| Anteil an deinen Beiträgen | rund die Hälfte | Konstruktion des KSVG |
Die letzte Zeile ist der eigentliche Grund, warum sich das Thema lohnt.
Denn ohne die Künstlersozialkasse zahlen Selbständige ihre Kranken- und Rentenversicherung vollständig allein.
Mit ihr zahlen sie etwa die Hälfte, wie Angestellte.
Das ist der ganze Kern, und alles andere in diesem Beitrag sind die Bedingungen dafür.
Was ausdrücklich schwanken kann
Die Beitragssätze für Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung werden jährlich neu festgelegt.
Dazu kommt der Zusatzbeitrag deiner Krankenkasse, der von Kasse zu Kasse unterschiedlich ist.
Außerdem hängt dein Beitrag am gemeldeten voraussichtlichen Jahresarbeitseinkommen, also an einer Prognose, die du selbst abgibst.
Kurz gesagt: Die Bedingungen sind benannt, die Beträge nicht.
Denn die Künstlersozialkasse rechnet jedes Jahr mit neuen Sätzen.
Die Beitragssätze ändern sich, der Zusatzbeitrag deiner Kasse ändert sich, die Bemessungsgrenzen ändern sich, und dein Einkommen sowieso.
Die Künstlersozialkasse und die Krankenkassen stellen dafür eigene Rechner bereit. Nimm die, nicht meine Schätzung.
Die Fälle, in denen es kompliziert wird
Es gibt Lagen, in denen die sechs Fragen nicht ausreichen.
Und ausgerechnet die sind bei Slammern besonders häufig.
Feste Stelle und Auftritte daneben
Das ist der häufigste Fall in dieser Szene, und meistens ist er nach Frage eins geklärt.
Denn wer in Vollzeit angestellt ist, hat eine nicht-künstlerische Haupttätigkeit.
Trotzdem lohnt eine Nachfrage, weil für die Rentenversicherung eigene Regelungen gelten können.
Und weil eine feste Stelle sich ändern kann.
Nur ein Auftraggeber
Wer auf Dauer und im Wesentlichen nur für einen einzigen Auftraggeber arbeitet, gilt nicht als selbständig.
Das kann etwa passieren, wenn du regelmäßig für dieselbe Kulturreihe moderierst.
Dann steht die Frage der Scheinselbständigkeit im Raum.
Und die ist eine andere Baustelle.
Kurz gesagt: Ein einziger Auftraggeber ist ein Warnsignal, kein Nebenaspekt.
Studium und Auftritte
Studierende können nach verbreiteter Darstellung in der Regel nicht Mitglied der Künstlersozialkasse werden.
Der Grund liegt in den Regeln zur studentischen Krankenversicherung und nicht in der Kunst.
Auch hier gilt: Der Einzelfall wird geprüft.
Und es gibt Ausnahmen.
Gemischte Tätigkeiten
Wer teils künstlerisch und teils anders arbeitet, sollte den künstlerischen Anteil sauber getrennt dokumentieren.
Also Stunden und Einnahmen getrennt festhalten, von Anfang an.
Denn genau dieser Vergleich entscheidet nach der Regel von 2023 über die Pflicht.
Damit ist eine simple Tabelle das wirksamste Werkzeug in diesem ganzen Beitrag.
Zehn Fehler beim Thema Künstlersozialkasse
Zunächst fünf im Denken, anschließend fünf im Handeln.
Fünf Fehler im Denken
Fehler 1: Sie für eine Krankenkasse halten
Fehler 2: Sie für eine Förderung halten
Fehler 3: Zuerst die Kunstfrage klären
Fehler 4: Von einem Verdienst-Limit ausgehen
Fehler 5: Denken, es lohne sich bei kleinen Einnahmen
Denn die Künstlersozialkasse ist nüchterner, als ihr Ruf vermuten lässt.
Fünf Fehler im Handeln
Fehler 6: Den Antrag aufschieben
Fehler 7: Nichts dokumentieren
Fehler 8: Änderungen nicht melden
Fehler 9: Sich auf Foren verlassen
Fehler 10: Niemanden fragen
Die Künstlersozialkasse selbst schreibt von drei Jahren nach erstmaliger Aufnahme der Tätigkeit. Ein Beitragsrechner eines privaten Anbieters sprach von den ersten zwei Jahren.
Ich habe mich an die Angabe der Künstlersozialkasse gehalten. Und genau deshalb steht in diesem Beitrag hinter fast jeder Zahl eine Fundstelle: damit du sie nachprüfen kannst, statt mir zu glauben.
Sechs Schritte, wenn du es genau wissen willst
Falls du nach den sechs Fragen nicht sicher bist, hier der Weg.
Er kostet einen Nachmittag und beendet das Thema.
Drei Schritte allein
Schritt 1 – Die zwei Spalten
Schritt 2 – Die Prognose
Schritt 3 – Der offizielle Rechner
Außerdem beantwortet Schritt eins in vielen Fällen schon alles.
Drei Schritte mit anderen
Schritt 4 – Die Auskunft
Schritt 5 – Der Berufsverband
Schritt 6 – Die Beratung
Denn genau für Grenzfälle ist das Statusverfahren gedacht.
Deine Absicherungsprobe
Alles aus diesem Beitrag auf einer Seite.
Damit ist die Frage zur Künstlersozialkasse entschieden statt offen.
Drei Jahre nicht gefragt
Ich habe ungefähr drei Jahre gebraucht, um eine einzige Frage zu stellen.
Die Frage war, ob die Künstlersozialkasse für mich überhaupt in Frage kommt.
Und die Antwort hätte fünf Minuten gedauert.
Was ich stattdessen gemacht habe
Ich habe recherchiert.
Und zwar viel.
Ich habe Foren gelesen, Blogbeiträge, widersprüchliche Angaben, veraltete Zahlen.
Und ich habe daraus jedes Mal geschlossen, dass es kompliziert ist und ich mich später darum kümmere.
Nach dem Befund aus Kapitel fünf war das keine Vorsicht.
Sondern eine Entscheidung.
Was die Antwort dann war
Sie lautete: kommt für dich nicht in Frage, weil deine Haupttätigkeit anderswo liegt.
Das war kein schönes Ergebnis.
Aber ein klares.
Und es hat mich enorm entlastet, weil ich seitdem nicht mehr daran denken muss.
„Drei Jahre lang habe ich eine Frage recherchiert, die eine Auskunft in fünf Minuten beantwortet hätte. Das Ergebnis war ein Nein — und es hat mich erleichtert.Meine Notiz danach — und der Grund für diesen ganzen Beitrag
Was ich daraus gelernt habe
Ein Nein ist ein brauchbares Ergebnis.
Denn es beendet eine offene Frage, und offene Fragen kosten mehr Kraft als geschlossene.
Außerdem kann sich meine Lage ändern.
Und dann frage ich einfach wieder.
Das ist der ganze Unterschied zwischen einer Entscheidung und einem Aufschub.
Wie ich es heute mache
Ich führe zwei Spalten, Stunden und Einnahmen, getrennt nach Tätigkeit.
Ich sehe einmal im Jahr hinein, immer im Januar.
Und wenn sich das Verhältnis verschiebt, rufe ich an.
Was eine Absicherung nicht ersetzt
Die Künstlersozialkasse halbiert Beiträge, wenn die Voraussetzungen vorliegen.
Sie sorgt nicht dafür, dass die Voraussetzungen entstehen.
Denn die Künstlersozialkasse folgt dem Einkommen und schafft es nicht.
Warum jetzt erst das Handwerk anfängt
Alle sechs Prüffragen aus Kapitel drei setzen eines voraus: Einnahmen.
Und Einnahmen entstehen aus Auftritten, für die man wieder eingeladen wird.
Deshalb ist die wirksamste Maßnahme in dieser Sache keine Verwaltung.
Sondern ein besserer Text.
Kurz gesagt: Die Absicherung folgt dem Einkommen.
Nicht umgekehrt.
Über 200 Storytricks, Bildsprache, Bühnenpräsenz und Auftritts-Hacks. Also das, was aus einzelnen Auftritten eine Tätigkeit macht.
Die Formulare kannst du lernen. Den Text musst du bauen.
Erst die Haupttätigkeit prüfen, dann alles andere. Und einen Termin setzen statt irgendwann.
Übrigens war das Nein für mich am Ende die beste Nachricht des Jahres.
Nicht weil es günstig war.
Sondern weil ich seitdem nicht mehr darüber nachdenke.
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Hier liegen 280 Beiträge über Bühne, Stimme, Texte und den ganzen schönen Wahnsinn dazwischen. Such dir raus, was heute weh tut.
Präsenz, Körper, Ausstrahlung – alles, was passiert, sobald du oben stehst.
Atem, Pause, Lautstärke, Mikro – dein wichtigstes Werkzeug feinjustiert.
Vom ersten Satz bis zur letzten Zeile: Handwerk, das trägt.
Metapher, Reim, Pointe, Rhythmus – die Werkzeuge im Detail.
Wenn das Blatt leer bleibt: Stoff, der wirklich zündet.
Wut, Kindheit, Verlust, Körper – die Texte, die etwas kosten.
Für die Tage, an denen nichts geht und alles zittert.
Der Kopf entscheidet, bevor das Mikro angeht.
Was die Bühne mit dir macht – im besten und im härtesten Sinn.
Outfit, Schlaf, Technik, kaltes Publikum: der Abend selbst.
Anmeldung, Zeitlimit, Jury, Finalrunde – wie der Laden läuft.
Abkürzungen und Methoden, die dir sonst keiner verrät.
Aus Auftritten wird ein Name. Und irgendwann ein Einkommen.
Wie weit darfst du gehen – und wem gehört die Geschichte?
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Gleis, Wartesaal, Fundbüro – wo dieser Blog herkommt.
Die schrägen Texte. Genau die, die am längsten hängen bleiben.
Nichts dabei? Dann schreib den Text, der dir hier fehlt. Das ist der Punkt.
