Schreiben im Zug: Warum Fahrpläne die besten Musen sind

Görlitz · acht statt fünf Stunden

Schreiben im Zug: Warum Fahrpläne die besten Musen sind

Der beste Text des Jahres entstand an einem Tag, an dem nichts funktioniert hat.

Fünf Stunden waren geplant. Es wurden acht. Und ich habe in dieser Zeit mehr geschrieben als in den drei Monaten davor.

Die Fahrt nach Görlitz begann mit einer Weichenstörung und endete mit einem Ersatzbus.

Dazwischen lagen zwei Umstiege, ein Bahnsteig ohne Wartehäuschen und eine Stunde, in der niemand sagen konnte, wann es weitergeht.

Ich hatte an diesem Tag kein Buch dabei und der Akku war bei achtzehn Prozent.

Also habe ich angefangen zu schreiben.

Nicht aus Disziplin. Aus Langeweile.

Schreiben im Zug in seiner besten Form: der Waschbär sitzt am Fenstertisch und schreibt in ein Notizbuch
Vier Stunden Regionalexpress. Der einzige Schreibtisch, an dem ich nie aufräume.

Am Abend hatte ich einen fertigen Text. Nicht einen Entwurf, sondern einen Text, den ich zwei Wochen später gespielt habe und der funktioniert hat.

Erstens hat mich das überrascht. Zweitens hat es meine Arbeitsweise dauerhaft verändert.

Dieser Beitrag handelt davon, warum das kein Zufall war.

Denn Schreiben im Zug ist keine Notlösung für Menschen ohne Schreibtisch. Es ist unter bestimmten Bedingungen die bessere Arbeitsumgebung.

Am Ende bekommst du wieder genau einen Griff. Er braucht nichts weiter als den Fahrplan, den du ohnehin schon hast.

Denn Schreiben im Zug scheitert fast nie am Lärm. Es scheitert an fehlender Einteilung.

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01
Abfahrt

Warum Schreiben im Zug so gut funktioniert

Es gibt vier Gründe, und drei davon haben nichts mit Romantik zu tun.

Erstens: Du kannst nicht weg

Das ist der wichtigste Punkt und der unromantischste.

Am Schreibtisch kannst du jederzeit aufstehen, Kaffee kochen, die Spülmaschine ausräumen oder plötzlich dringend etwas nachschlagen.

Im Zug geht das alles nicht. Der Raum ist begrenzt, die Möglichkeiten sind es auch, und die einzige echte Alternative zum Schreiben ist Aus-dem-Fenster-Schauen.

Und Aus-dem-Fenster-Schauen ist beim Schreiben bekanntlich Teil der Arbeit.

Deshalb ist Schreiben im Zug für viele produktiver als jeder freie Nachmittag.

Zweitens: Die Zeit hat einen Rahmen

Eine Fahrt hat einen Anfang und ein Ende, und beide stehen vorher fest.

Das ist etwas völlig anderes als ein freier Nachmittag, der theoretisch unbegrenzt ist und deshalb praktisch nie anfängt.

Vier Stunden Regionalverkehr sind ein Zeitfenster mit Türen. So etwas erzeugt Tempo.

Zusammen mit dem ersten Punkt ergibt das die halbe Erklärung, warum Schreiben im Zug funktioniert.

Drittens: Es passiert ununterbrochen etwas

Menschen steigen ein und aus, jemand telefoniert zu laut, draußen zieht eine Landschaft vorbei, die niemand fotografiert.

Das klingt nach Ablenkung und ist in Wahrheit Material.

Ein Schreibtisch liefert dir nichts. Ein Abteil liefert dir alle zwanzig Minuten etwas Neues.

Beim Schreiben im Zug bekommst du den Rohstoff also gratis mitgeliefert.

Und viertens: Niemand erwartet etwas von dir

Während einer Fahrt bist du für alle unerreichbar und dabei völlig legitim beschäftigt.

Es ist die einzige Zeit im Alltag, in der Nichtstun gesellschaftlich vollständig akzeptiert ist.

Genau in dieser Lücke lässt sich hervorragend arbeiten.

Erstens ist das entlastend. Zweitens erklärt es, warum Schreiben im Zug so wenig Überwindung kostet.

Ein Schreibtisch ist ein Ort, an dem du bleiben musst. Ein Zug ist ein Ort, an dem du nicht weg kannst. Das ist ein Unterschied.
02
Halt 1

Paul Theroux fuhr vier Monate lang und schrieb dabei ein Standardwerk

1973 setzte sich ein amerikanischer Romanautor in London in einen Zug.

Er fuhr durch Europa, den Nahen Osten, Indien und Südostasien bis nach Japan und über die Transsibirische Eisenbahn zurück.

Vier Monate. Dreißig Kapitel, von denen jedes eine Zugfahrt ist.

Das Buch heißt The Great Railway Bazaar, erschien 1975 und hat sich millionenfach verkauft. Es gilt bis heute als Gründungstext des modernen Reiseberichts.

Warum ausgerechnet der Zug

Theroux hat das im Vorwort einer späteren Ausgabe selbst erklärt.

Sinngemäß: Im Zug könne man alles machen. Man könne sein Leben leben und dabei große Entfernungen zurücklegen. Es gebe wenig Stress, manchmal Komfort und etwas Romantisches am Einsteigen.

Er war als Kind in Hörweite einer Bahnstrecke aufgewachsen, und die Pfeiftöne waren für ihn die Musik der Verzauberung.

Damit beschreibt er ziemlich genau, was Schreiben im Zug bis heute ausmacht.

Der ehrliche Haken, und er ist groß

Das Buch ist keine Liebeserklärung.

Wer es liest, merkt spätestens ab der Hälfte, dass Theroux zunehmend genervt, erschöpft und gereizt ist.

Er beschreibt korrupte Bahnbedienstete, unzuverlässige Fahrpläne, schlechtes Essen und endlose leere Nachmittage.

Manche Leserinnen und Leser halten das Buch deshalb für eine einzige lange Beschwerde. Und sie haben nicht ganz unrecht.

Trotzdem bleibt es das Standardwerk. Schreiben im Zug muss offenbar nicht angenehm sein, um zu funktionieren.

Was du daraus mitnimmst
Schreiben im Zug funktioniert nicht, weil Zugfahren schön ist.

Es funktioniert, weil es dich in einen Zustand versetzt, in dem du beobachtest statt zu erleben. Theroux war die meiste Zeit schlecht gelaunt und hat genau deshalb so genau hingesehen. Gute Laune ist keine Voraussetzung, sondern eher ein Hindernis.
03
Halt 2

Der eine Griff: die Abschnittsmethode

Jetzt der Teil, für den du hergekommen bist.

Es gibt genau eine Sache, die zuverlässig funktioniert. Und sie ist wieder enttäuschend simpel.

Der Griff
Teil die Fahrt in Abschnitte zwischen den Halten und gib jedem Abschnitt genau eine Aufgabe.

Nicht schreiben, bis es klingelt. Sondern: bis zum nächsten Halt nur sammeln. Bis zum übernächsten nur ordnen. Danach nur schreiben.

Der Fahrplan macht die Einteilung für dich. Du musst sie nur benutzen.

Das war es. Ein Blick auf die Haltestellenliste, mehr nicht.

Damit wird Schreiben im Zug von einer vagen Absicht zu einem Ablauf.

Schreiben im Zug braucht wenig: Klapptisch mit leerem Notizbuch, Stift und Kaffeebecher am Fenster
Mehr Ausrüstung braucht es nicht. Der Rest steht im Fahrplan.

Warum das so gut funktioniert

Weil der häufigste Fehler beim Schreiben unterwegs die fehlende Struktur ist.

Man setzt sich hin, öffnet das Notizbuch und will jetzt einen Text schreiben. Das ist eine viel zu große Aufgabe für ein Abteil.

Ein Abschnitt zwischen zwei Halten dauert dagegen fünfzehn bis dreißig Minuten. Das ist genau die Länge, in der eine einzelne Aufgabe erledigt werden kann.

Und der Halt ist ein natürlicher Schnitt. Der Zug bremst, Menschen bewegen sich, du schaust auf. Danach fängst du mit dem nächsten Schritt an.

Der zweite Vorteil, den kaum jemand nutzt

Du weißt vorher, wie viele Abschnitte du hast.

Eine Fahrt mit sieben Halten hat sechs Abschnitte. Damit hast du sechs Arbeitsschritte, und du kannst sie vorher verteilen.

Das ist die einzige Form von Zeitplanung, die ich kenne, die man nicht selbst aufstellen muss. Sie steht schon in der App.

Genau deshalb ist der Fahrplan das wichtigste Werkzeug beim Schreiben im Zug.

Warum nur ein Griff und nicht zwölf
Weil du im Zug keine Methode aufbaust. Du hast einen Sitzplatz, ein Notizbuch und begrenzte Konzentration.

Ein Blick auf die Halte reicht. Alles Weitere in diesem Beitrag ist Zubehör. Das hier ist das Werkzeug.
04
Halt 3

Die fünf Abschnitte einer Fahrt

So sieht die Aufteilung in der Praxis aus.

Die Zeiten sind Beispiele für eine vierstündige Fahrt und lassen sich beliebig stauchen.

Zuerst also der Ablauf, danach die Ausrüstung.

Die drei Abschnitte der Vorarbeit

00:00Abfahrt bis zum ersten HaltLeeren
Schreib zwanzig Minuten lang alles auf, was dir durch den Kopf geht, ohne Anspruch. Einkaufsliste, Ärger von gestern, halbe Sätze. Das ist kein Zeitverlust, sondern das Wegräumen des Kopfes. Erst danach ist Platz für die eigentliche Arbeit.
00:35Erster bis zweiter HaltSammeln
Jetzt nur Material. Was fällt dir auf, im Abteil und draußen? Welche Erinnerung kommt hoch? Schreib Stichworte, keine Sätze. Wer hier schon formuliert, verliert die Hälfte der Einfälle, weil er über Formulierungen nachdenkt.
01:20Zweiter bis vierter HaltAuswählen und ordnen
Lies durch, was du hast, und such die eine Sache, die dich am meisten interessiert. Nur eine. Danach ordnest du drei bis fünf Stichworte in eine Reihenfolge. Das ist der Bauplan, und er passt auf eine halbe Seite.

Die beiden Abschnitte, in denen der Text entsteht

02:15Vierter bis sechster HaltSchreiben
Erst hier wird geschrieben, und zwar am Stück und ohne Zurückblättern. Rechne mit vierzig bis sechzig Minuten. Wenn eine Formulierung nicht kommt, lass eine Lücke und schreib weiter. Lücken füllt man im Sitzen, nicht im Fahren.
03:30Letzter AbschnittLaut lesen
Sprich den Text leise mit, das reicht völlig. Du hörst dabei sofort, wo es hakt. Und markier nur, ändere nichts. Die Überarbeitung gehört an einen anderen Tag, sonst zerredest du auf den letzten dreißig Kilometern, was vorher funktioniert hat.

Diese Einteilung sieht streng aus und ist eine Erleichterung.

Denn Entscheidungen kosten unterwegs mehr Kraft als die Arbeit selbst.

Denn du musst zu keinem Zeitpunkt entscheiden, was du gerade tun sollst.

Ein Fahrplan ist eine To-do-Liste, die jemand anderes für dich geschrieben hat.
05
Halt 4

Was du zum Schreiben im Zug dabeihaben musst

Erstaunlich wenig, und das ist Teil des Reizes.

WasWarumWas passiert ohne
Papier-NotizbuchKein Akku, kein Netz, kein Update.Du schreibst nicht.
Zwei StifteEiner geht immer verloren.Du schreibst nicht.
KopfhörerNotausgang bei Telefonaten im Abteil.Du hörst nur noch mit.
WasserTrockener Mund, müder Kopf.Du wirst nach zwei Stunden dumpf.
Etwas zu essenBordbistro ist Glückssache.Du hörst nach drei Stunden auf.
Ein Foto der SeitenSicherung gegen Verlust.Siehe Kapitel sechs.

Auffällig ist, was nicht auf der Liste steht.

Zusammen passt das alles in eine Jackentasche, und genau das ist der Punkt.

Kein Laptop. Nicht, weil er nicht ginge, sondern weil er drei Nachteile mitbringt: Akku, Klapptischgröße und die permanente Möglichkeit, doch noch etwas nachzuschauen.

Handschrift ist auf einer Fahrt langsamer und produziert nach meiner Erfahrung deutlich mehr brauchbares Material.

Fürs Schreiben im Zug ist Langsamkeit übrigens ein Vorteil und kein Mangel.

Der ehrliche Einwand
Manche Menschen schreiben am Rechner besser. Das ist keine Charakterfrage.

Wenn du zu ihnen gehörst, nimm den Laptop mit und lade vorher voll. Der Griff aus Kapitel drei funktioniert unabhängig davon, womit du schreibst.
06
Halt 5

Hemingway verlor 1922 alles an einem Bahnhof

Es gibt eine Geschichte, die jeder kennen sollte, der unterwegs schreibt.

Im Dezember 1922 war Ernest Hemingway dreiundzwanzig Jahre alt und arbeitete als Korrespondent in der Schweiz.

Ein Herausgeber hatte Interesse an seinen Texten gezeigt. Also bat er seine Frau Hadley, ihm seine Arbeiten nachzubringen.

Sie packte alles ein, was sie finden konnte. Originale, Durchschläge, handschriftliche Notizen zu einem Roman.

Was am Gare de Lyon passierte

Der Koffer stand kurz unbeaufsichtigt im Zug, während sie noch einmal ausstieg.

Als sie zurückkam, war er weg.

Er ist nie wieder aufgetaucht. Verloren waren nach verschiedenen Angaben etwa elf Erzählungen und zwanzig Gedichte, praktisch das gesamte frühe Werk.

Übrig blieben zwei Geschichten und ein paar Bleistiftfassungen.

Es ist die abschreckendste Geschichte, die es zum Thema Schreiben im Zug gibt.

In einem Brief an Ezra Pound schrieb Hemingway im Januar 1923 sinngemäß, Hadley habe die Sache dadurch vollständig gemacht, dass sie auch sämtliche Durchschläge eingepackt hatte.

Schreiben im Zug bei Nacht: der Waschbär sitzt im dunklen Abteil, sein Spiegelbild steht im Fenster
Nachts schreibt man anders. Und man verliert leichter etwas.

Der ehrliche Haken

Die Berichte über die Einzelheiten gehen auseinander. Mal heißt es, sie sei losgegangen, um Wasser zu kaufen, mal, ein Gepäckträger habe die Taschen gebracht.

Und es gibt bis heute Fachleute, die argumentieren, der Verlust sei für Hemingways Stil sogar ein Gewinn gewesen, weil er ohne seine frühen Fassungen neu anfangen musste.

Das mag stimmen. Man sollte trotzdem nicht darauf hoffen.

Zusammengefasst: Schreiben im Zug hat genau ein echtes Risiko, und es heißt Gepäck.

Die praktische Lehre für jede Fahrt
Fotografier deine Seiten, bevor du aussteigst.

Das dauert dreißig Sekunden und ist die einzige Versicherung, die es beim Schreiben im Zug gibt. Ein Notizbuch bleibt im Ablagefach liegen, ein Handy fällt zwischen die Sitze, ein Rucksack wird verwechselt.

Ich mache das seit Jahren an jedem Umstieg. Es hat sich dreimal gelohnt.
07
Halt 6

Was beim Schreiben im Zug gelingt und was nicht

Nicht jede Art von Arbeit gelingt unterwegs gleich gut.

Nach ein paar Jahren kann man ziemlich genau sagen, was wohin gehört.

Denn Schreiben im Zug eignet sich für manche Arbeitsschritte hervorragend und für andere überhaupt nicht.

ArbeitsschrittIm ZugWarum
Ideen sammelnHervorragendStändig neue Reize von außen.
Erste FassungSehr gutKein Ausweichen möglich, klarer Zeitrahmen.
Struktur bauenGutFunktioniert mit Stichworten auf einer halben Seite.
Auswendig lernenGutLeises Mitsprechen fällt kaum auf.
Feinschliff am SatzMäßigZu viele Unterbrechungen für Detailarbeit.
Streichen und kürzenSchlechtBraucht Abstand, den du unterwegs nicht hast.
RechercheSchlechtNetz bricht ab, und du verlierst den Faden.

Die beiden letzten Zeilen sind die wichtigsten.

Wer im Zug kürzen will, kürzt fast immer zu viel oder zu wenig, weil ihm der Abstand fehlt.

Erstens fehlt der Abstand. Zweitens fehlt die Ruhe, den Verlust danach zu bemerken.

Und wer anfängt zu recherchieren, hat seinen Abschnitt verloren. Schreib stattdessen eine eckige Klammer und mach weiter.

Kurz gesagt: Schreiben im Zug ist für das Entstehen da und nicht für das Feilen.

08
Halt 7

Verspätung, Ersatzbus, Bahnsteig ohne Dach

Jetzt zu dem Teil, den alle fürchten und der überraschend produktiv ist.

Denn Störungen sind beim Schreiben im Zug kein Hindernis, sondern zusätzliche Abschnitte.

Schreiben im Zug geht auch ohne Zug: der Waschbär schreibt im Stehen auf einem leeren kleinen Bahnsteig
Der Bahnsteig ohne Wartehäuschen. Ich habe dort einige meiner besten Zeilen geschrieben.

Drei Störungen und was du daraus machst

Die Verspätung
Zusätzliche Zeit, die niemand von dir erwartet hat. Der entscheidende Trick ist, sie sofort als Abschnitt zu behandeln: Zwanzig Minuten Verspätung sind zwanzig Minuten für genau eine Aufgabe. Wer stattdessen auf die Anzeige starrt, verliert sie doppelt.
Der Ersatzbus
Schlechte Bedingungen: enge Sitze, schlechtes Licht, Kurven. Für Feinarbeit unbrauchbar, für Stichworte hervorragend. Ich schreibe im Bus grundsätzlich nur Listen, und das funktioniert besser als der Versuch, dort Sätze zu bauen.
Der ungeplante Aufenthalt
Ein Bahnsteig, eine Stunde, kein Wartehäuschen. Das ist der beste Beobachtungsposten, den es gibt, weil alle anderen genauso hilflos herumstehen wie du. Menschen im Wartezustand sind ehrlicher als Menschen mit einem Ziel.
Die Umdeutung, die tatsächlich hilft
Eine Verspätung ist kein verlorener Zeitraum, sondern ein geschenkter.

Das klingt nach Kalenderspruch und ist rechnerisch korrekt: Du hattest diese Zeit vorher nicht eingeplant, also hast du sie zusätzlich. Wütend sein kannst du danach immer noch, und meistens ist die Wut dann kleiner, weil etwas entstanden ist.

Ganz nebenbei ist das der einzige Umgang mit Verspätungen, der die Fahrt tatsächlich angenehmer macht.

Damit ist Schreiben im Zug ganz nebenbei auch eine Methode gegen schlechte Laune.

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Schreiben & Textaufbau
31 Beiträge

Vom ersten Satz bis zur letzten Zeile: Handwerk, das trägt.

Nichts dabei? Dann schreib den Text, der dir hier fehlt. Das ist der Punkt.

09
Halt 8

Die Menschen im Abteil: Material und Grenze

Ein Zug ist voller Geschichten, und die meisten davon gehören anderen Leuten.

Das ist der heikelste Punkt in diesem ganzen Beitrag.

Denn Schreiben im Zug bedeutet immer auch, unter Menschen zu arbeiten, die nicht gefragt wurden.

Was du beobachten darfst

Alles, was du sowieso mitbekommst: Stimmungen, Gesten, Kleidung, die Art, wie jemand seinen Kaffee hält.

Auch Gesprächsfetzen, die im halben Waggon zu hören sind, gehören zur öffentlichen Situation.

Und alles, was du daraus erfindest. Der interessanteste Teil beginnt ohnehin hinter dem, was du wirklich weißt.

Trotzdem gilt hier eine Grenze, und sie ist enger, als die meisten annehmen.

Wo die Grenze verläuft

Nicht mitschreiben, was jemand am Telefon über seine Krankheit, seine Scheidung oder sein Geld sagt.

Diese Menschen halten sich für unbeobachtet, auch wenn sie es objektiv nicht sind. Und sie haben keine Möglichkeit, dir zu widersprechen.

Wenn du eine reale Situation verwendest, mach sie unkenntlich: anderer Ort, andere Konstellation, andere Details.

Mehr dazu steht in Grenzen setzen.

Zusammengenommen ist das die einzige echte Regel beim Schreiben im Zug.

Die Faustregel
Beobachtung ist erlaubt. Protokoll ist es nicht.

Der Unterschied ist einfach zu prüfen: Könnte die Person sich in deinem Text wiedererkennen und wäre ihr das unangenehm? Dann ändere so lange etwas, bis die Antwort nein lautet.
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Halt 9

Vier Tageszeiten, vier Arten zu schreiben

Eine Fahrt um sieben Uhr morgens ist etwas völlig anderes als dieselbe Strecke um zehn Uhr abends.

Und zwar nicht nur für die Stimmung, sondern für die Art von Text, die dabei entsteht.

Der Frühzug

Voll, still und müde. Alle sitzen mit halb geschlossenen Augen da, niemand redet.

Das ist die produktivste Zeit für erste Fassungen, weil dein Kopf noch nicht mit dem Tag beschäftigt ist und die Umgebung dich in Ruhe lässt.

Nachteil: Du bist selbst müde. Rechne mit gröberen Sätzen und mehr Lücken.

Der Vormittagszug

Die beste Zeit für Struktur.

Der Zug ist halbleer, du bist wach, und die Konzentration hält lange genug für die Auswahl und Ordnung aus Kapitel vier.

Wenn du nur eine Fahrt in der Woche zum Schreiben nutzen kannst, nimm diese.

Der Nachmittagszug

Am unruhigsten. Schulschluss, Feierabendbeginn, viel Bewegung im Wagen.

Für konzentriertes Formulieren ist das schwierig, für das Sammeln aus Kapitel vier dagegen ideal. Hier bekommst du das meiste Material geschenkt.

Ich schreibe nachmittags fast nur Listen und Beobachtungen.

Der Nachtzug

Die eigenartigste Zeit, und für viele die fruchtbarste.

Draußen ist nichts zu sehen außer der eigenen Spiegelung. Das Abteil wird zu einem geschlossenen Raum, und die Texte werden regelmäßig persönlicher als geplant.

Genau deshalb sollte man nachts Geschriebenes nie am selben Abend beurteilen. Es liest sich am nächsten Morgen oft anders, und zwar in beide Richtungen.

Die praktische Zuordnung
Morgens und vormittags entstehen Fassungen. Nachmittags entsteht Material. Nachts entstehen Themen.

Wer das weiß, plant Schreiben im Zug nicht mehr nach freien Terminen, sondern nach Tageszeit. Und das ist der zweitgrößte Hebel nach dem Griff aus Kapitel drei.
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Halt 9

Zwölf Fragen und Probleme unterwegs

Klapp auf, was dich betrifft.

Diese zwölf decken so ziemlich alles ab, was beim Schreiben im Zug schiefgehen kann.

Sechs praktische Probleme

Mir wird beim Schreiben schlecht.
Häufiger, als man denkt, besonders rückwärts zur Fahrtrichtung. Setz dich in Fahrtrichtung, schreib größer und schau alle paar Minuten kurz weit aus dem Fenster. Wenn es bleibt, schreib nur Stichworte und formuliere später.
Es ist zu laut.
Kopfhörer ohne Musik wirken erstaunlich gut, weil sie das Gehirn signalisieren lassen, dass Ruhe herrscht. Musik mit Text funktioniert beim Schreiben bei den wenigsten.
Der Klapptisch wackelt.
Notizbuch quer legen statt hochkant und den Ellenbogen auflegen. Klingt banal und ist der Unterschied zwischen lesbarer und unlesbarer Handschrift.
Ich habe keinen Sitzplatz.
Dann wird es ein Stichwortabschnitt. Im Stehen kann man sammeln, aber nicht formulieren. Das ist keine verlorene Fahrt, sondern eine andere Aufgabe.
Mein Akku ist leer.
Deshalb steht Papier auf der Liste in Kapitel fünf. Ein Notizbuch hat noch nie mitten im Satz aufgehört.
Jemand redet mich an.
Passiert, und meistens ist es freundlich gemeint. Ein Satz reicht: dass du gerade an etwas arbeitest. Wer das nicht akzeptiert, hätte es auch bei Kopfhörern nicht getan.

Sechs Fragen zur Arbeitsweise

Soll ich vorher wissen, worüber ich schreibe?
Nein, und das ist der Reiz. Der erste Abschnitt aus Kapitel vier existiert genau dafür. Wer mit einem festen Thema einsteigt, verpasst meistens das bessere.
Was, wenn nichts kommt?
Dann beschreib zwanzig Minuten lang, was du siehst. Ohne Anspruch. In etwa der Hälfte der Fälle steht danach etwas da, mit dem man arbeiten kann.
Lohnt sich das auch bei kurzen Fahrten?
Ab ungefähr vierzig Minuten ja. Darunter reicht es für einen Abschnitt, und das ist immer noch mehr als nichts.
Soll ich den Text am selben Tag überarbeiten?
Besser nicht. Siehe die Tabelle in Kapitel sieben. Abstand entsteht nicht durch Kilometer, sondern durch Schlaf.
Was mache ich mit den Seiten danach?
Fotografieren und einmal die Woche durchgehen. Ohne diesen zweiten Schritt sammelt sich Material an, das nie ein Text wird.
Funktioniert das auch im Auto oder Flugzeug?
Im Flugzeug ja, im Auto als Fahrer offensichtlich nicht. Der Zug hat gegenüber beidem den Vorteil der Halte, und genau die sind der Griff aus Kapitel drei.
11
Halt 10

Sechs Übungen fürs Schreiben im Zug

Diese sechs kannst du auf der nächsten Fahrt ausprobieren.

Fang mit einer an, nicht mit allen.

Denn Schreiben im Zug lernt man auf genau eine Weise, nämlich durch Fahren.

Schreiben im Zug unter schlechten Bedingungen: der Waschbär schreibt nachts im engen Ersatzbus auf den Knien
Ersatzbus, schlechtes Licht, Kurven. Für Stichworte reicht es trotzdem.

Drei Übungen zum Sammeln

Übung 1 – Der Fensterabschnitt
Ein Abschnitt lang nur beschreiben, was draußen vorbeikommt. Keine Deutung, keine Metapher, nur Gegenstände. Das ist die beste Übung gegen abgenutzte Bilder, die ich kenne, weil du gezwungen bist, konkret zu bleiben.
Übung 2 – Die Ansagen
Schreib die Formulierungen mit, die im Zug durchgesagt werden. Sie sind ein eigener Sprachkosmos aus Höflichkeit, Bürokratie und Beschwichtigung. Und sie liefern erstaunlich viele brauchbare Wendungen.
Übung 3 – Der Umstieg
Schreib in den zehn Minuten am Umsteigebahnhof genau fünf Sätze. Nicht mehr. Diese Begrenzung sorgt dafür, dass du tatsächlich anfängst statt zu warten.

Drei Übungen zum Schreiben

Übung 4 – Ein Halt, eine Strophe
Nimm dir vor, zwischen zwei Halten genau eine Strophe fertigzustellen. Der Halt ist die Deadline, und Deadlines von fünfzehn Minuten wirken erstaunlich gut.
Übung 5 – Die Lückenfassung
Schreib eine erste Fassung, in der du jede fehlende Formulierung durch eine eckige Klammer ersetzt. Ziel ist ein vollständiger Text mit Löchern statt eines halben ohne.
Übung 6 – Das leise Mitsprechen
Sprich den fertigen Text im letzten Abschnitt leise mit, kaum hörbar. Du merkst dabei sofort, welche Zeile stolpert. Und niemand im Abteil stört sich daran, weil alle mit Kopfhörern dasitzen.
Zwischen zwei Halten passt genau eine Aufgabe. Das ist keine Einschränkung, sondern der ganze Trick.
12
Halt 11

Wenn der Zug zum Ausweichort wird

Dieses Kapitel gehört hierher, weil ein guter Schreibort auch ein Versteck sein kann.

Und weil ich das selbst eine Weile nicht bemerkt habe.

Erstens ist das selten. Zweitens fällt es einem selbst zuletzt auf.

Der Unterschied in einem Satz
Im Zug zu schreiben, weil dort die Bedingungen gut sind, ist eine Arbeitsentscheidung.

Wenn du dagegen nur noch unterwegs schreiben kannst, wenn du Fahrten suchst, um überhaupt anzufangen, oder wenn du zu Hause nicht mehr an den Tisch kommst, dann ist der Zug kein Arbeitsplatz mehr. Dann ist er eine Fluchtbewegung.

Anzeichen, bei denen du hinschauen solltest

Du buchst Fahrten, die du nicht brauchst, weil du sonst nicht schreibst.

Du fühlst dich zu Hause an deinem eigenen Schreibtisch unwohl.

Du schiebst alles Schwierige auf die nächste Fahrt und dann auf die übernächste.

Oder du merkst, dass es nicht ums Schreiben geht, sondern darum, nicht zu Hause zu sein.

Was dann hilft

Nimm einen einzelnen Bestandteil der Fahrt mit nach Hause.

Zum Beispiel die Begrenzung: Stell dir einen Wecker auf vierzig Minuten und behandle sie wie einen Abschnitt zwischen zwei Halten.

Oder das Nicht-weg-Können: Schreib in einem Café ohne Ladekabel, bis der Akku leer ist.

Der Zug ist nämlich kein magischer Ort. Er stellt nur ein paar Bedingungen her, die man auch anders herstellen kann.

Schreiben im Zug ist also eine Methode und kein Ort.

Und wenn das Unterwegssein über das Schreiben hinaus zu einem Muster wird, wenn du also regelmäßig fährst, um nicht ankommen zu müssen, lohnt sich ein ehrliches Gespräch darüber. Die Hausarztpraxis ist dafür ein völlig normaler erster Schritt. Termine für die psychotherapeutische Sprechstunde vermittelt in Deutschland die Terminservicestelle unter der 116117.

Und wenn es dir gerade richtig schlecht geht, ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar, kostenfrei und anonym: 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222.

13
Halt 12

Selbstcheck: Bereit fürs Schreiben im Zug?

Sechs Fragen. Hak ehrlich ab, es sieht ja niemand.

Auswertung in einem Satz: Wenn du bei den ersten drei Punkten zustimmen konntest, wird deine nächste Fahrt mit ziemlicher Sicherheit produktiv.

Und wenn du beim fünften gezögert hast, lies noch einmal Kapitel sechs.

Übrigens gelingt Schreiben im Zug fast immer beim zweiten Versuch, wenn es beim ersten nichts wurde.

14
Halt 13

Zehn Fehler beim Schreiben im Zug

Fünf Fehler vor der Fahrt

Fehler 1: Ohne Papier losfahren
Der häufigste und banalste. Ein leerer Akku beendet die Arbeit sofort, ein Notizbuch nie.
Fehler 2: Sich ein Thema vornehmen
Wer mit einer festen Absicht einsteigt, übersieht das Bessere. Der erste Abschnitt ist genau dafür da, offen zu bleiben.
Fehler 3: Zu viel mitnehmen
Laptop, Tablet, drei Bücher, Unterlagen. Je mehr Möglichkeiten, desto wahrscheinlicher machst du am Ende nichts davon.
Fehler 4: Die Fahrt nicht anschauen
Ein Blick auf die Halte dauert zehn Sekunden und ist der ganze Griff. Ohne ihn hast du vier unstrukturierte Stunden.
Fehler 5: Sich einen guten Tag vornehmen
Es gibt keinen guten Schreibtag. Es gibt nur Fahrten, an denen man anfängt, und Fahrten, an denen man es lässt.

Fünf Fehler während der Fahrt

Fehler 6: Sofort formulieren wollen
Der Sammelabschnitt existiert, damit du nicht schon bei Stichwort drei über den perfekten Satz nachdenkst.
Fehler 7: Zurückblättern
Wer während der ersten Fassung liest, was er vorhin geschrieben hat, schreibt nicht weiter. Blätter erst am Ende zurück.
Fehler 8: Bei jeder Lücke nachschlagen
Eckige Klammer, weiterschreiben. Recherche gehört an den Schreibtisch.
Fehler 9: Im letzten Abschnitt noch alles umbauen
Die letzten dreißig Kilometer sind für lautes Lesen da und nicht für Reparaturen. Sonst kommst du mit einem schlechteren Text an als in der Mitte der Fahrt.
Fehler 10: Die Seiten nicht sichern
Siehe Kapitel sechs. Dreißig Sekunden gegen ein verlorenes Notizbuch.
15
Halt 14

Die Werkstatt: deine nächste Fahrt

Kein Programm, sondern eine einzige Fahrt.

WannWas du machstDauer
Am Abend davorNotizbuch und zwei Stifte einpacken.2 Minuten
Am BahnsteigHalte zählen und Abschnitte verteilen.3 Minuten
Abschnitt 1Leerschreiben, ohne Anspruch.20 Minuten
Abschnitt 2Nur Stichworte sammeln.30 Minuten
Abschnitt 3Eine Sache auswählen und ordnen.30 Minuten
Abschnitt 4 und 5Erste Fassung am Stück schreiben.60 Minuten
Letzter AbschnittLeise mitlesen und markieren, nichts ändern.20 Minuten
Beim AussteigenAlle Seiten fotografieren.30 Sekunden

Der wichtigste Eintrag steht ganz oben.

Denn die Fahrt selbst funktioniert nur, wenn das Notizbuch am Abend davor eingepackt wurde.

Damit steht dein Schreiben im Zug auf einer Grundlage, die keine Motivation braucht.

16
Görlitz

Der Rest der Geschichte

Zurück nach Görlitz.

Acht Stunden, zwei Umstiege, ein Ersatzbus, eine Stunde auf einem Bahnsteig ohne Dach.

Und ein fertiger Text am Abend.

Was ich daran nicht verstanden hatte

Ich hatte in den drei Monaten davor jeden Sonntag für das Schreiben freigehalten.

Ich hatte einen aufgeräumten Tisch, gutes Licht, Kaffee und niemanden, der störte.

Entstanden ist in diesen zwölf Sonntagen: fast nichts.

Ich habe jedes Mal gewartet, bis die Bedingungen stimmen. Und sie stimmten immer, weshalb ich sie immer noch ein bisschen verbessern konnte.

Danach war der Sonntag vorbei und ich hatte aufgeräumt.

Ein perfekter Schreibtag hat einen entscheidenden Nachteil: Man kann ihn jederzeit verschieben.
Notiz aus dem Ersatzbus hinter Cottbus

Und der Punkt, um den es eigentlich geht

Auf der Fahrt nach Görlitz waren die Bedingungen ausnahmslos schlecht.

Es war laut, eng, ungewiss und kalt.

Aber ich konnte nicht weg, ich hatte nichts anderes zu tun, und alle vierzig Minuten passierte etwas Neues.

Es war der einzige Tag in diesem Quartal, an dem ich nicht auf einen besseren Moment warten konnte.

Genau darin liegt der eigentliche Vorteil beim Schreiben im Zug.

Der Teil, den ich lieber weggelassen hätte

Ich habe das Notizbuch von dieser Fahrt drei Wochen später im Zug liegen lassen.

Zwischen Erfurt und Halle, im Netz über dem Sitz.

Der Text war zum Glück schon abgetippt, aber alles andere aus diesem Buch ist weg: die Stichwortlisten, die Ansagen, die Beschreibungen vom Bahnsteig.

Seitdem fotografiere ich jede Seite. Und ich denke jedes Mal an einen Koffer, der 1922 in Paris verschwunden ist.

Dreißig Sekunden pro Umstieg. Das ist der günstigste Rat in diesem ganzen Beitrag.

17
Ankunft

Was die Fahrt dir nicht abnimmt

Vier Stunden Regionalexpress liefern dir Zeit, Struktur und Material.

Sie liefern dir keinen guten Text.

Trotzdem ist das der schwerste Teil, und die Fahrt nimmt ihn dir ab.

Denn am Ende der Fahrt hast du eine erste Fassung, und die ist genau das: eine erste Fassung, entstanden unter Lärm, mit Lücken und in Handschrift.

Vom Schreiben im Zug auf die Bühne: der Waschbär liest vor vollem Saal aus seinem abgegriffenen Reisenotizbuch
Dasselbe Notizbuch, zwei Wochen später. Dazwischen liegt die eigentliche Arbeit.

Warum jetzt erst das Handwerk anfängt

Zwischen der Fassung aus dem Zug und einem Text, der auf einer Bühne trägt, liegen Bilder, die halten müssen, ein Aufbau, der Spannung hält, und ein Schluss, der ohne Erklärung funktioniert.

Das entsteht nicht durch Kilometer. Das entsteht durch Überarbeitung, und Überarbeitung braucht Werkzeuge.

Kurz gesagt: Schreiben im Zug liefert dir den Rohstoff und nicht das fertige Stück.

Poetry Master
Genau dafür habe ich Poetry Master gebaut.

Über 200 Storytricks, Bildsprache, Bühnenpräsenz und Auftritts-Hacks. Also alles, was du brauchst, wenn du zu Hause mit einem vollgeschriebenen Notizbuch am Tisch sitzt und daraus einen Auftritt machen willst.

Der Fahrplan gibt dir die erste Fassung. Das Handwerk macht daraus einen Text.

Schreib unterwegs. Und arbeite zu Hause.
Der beste Schreibtisch ist der, an dem du sitzen bleibst, weil du gar nicht aufstehen kannst.

Übrigens fahre ich seit Görlitz absichtlich manchmal die langsamere Verbindung.

Nicht immer. Aber wenn ich weiß, dass ich etwas fertig bekommen muss.

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Die zweiunddreißig Bücher

Zweiunddreißig Schläge gegen die Stille. Wähle dein Gift.

Die Bahn als Schreibstudio Nr. 1 Die Bahn als Schreibstudio Schreiben in Bewegung Gefühle in Worte fassen Nr. 2 Gefühle in Worte fassen ohne kitschig zu werden Ich bin nicht nervös, ich bin geladen Nr. 3 Ich bin nicht nervös ich bin geladen 3 Uhr nachts Nr. 4 3 Uhr nachts Gedanken zwischen Stationen 120 Schläge Nr. 5 120 Schläge gegen die Gleichgültigkeit Niemand hält deinen Zug auf - 111 Impulse Nr. 6 Niemand hält deinen Zug auf 111 Impulse · Kein Trost Poetry Master Nr. 7 Poetry Master Stimme trifft Seele Genosse Waschbär - Bahn-Slam-Geschichten Nr. 8 Genosse Waschbär Bahn-Slam-Geschichten 147 Gründe, warum ich dich hasse Nr. 9 147 Gründe warum ich dich hasse Genosse Waschbär Band 10 – Was die Welt mir schuldet Nr. 10 Was die Welt mir schuldet Band 10 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 11 – Der konservative Waschbär Nr. 11 Der konservative Waschbär Band 11 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 12 – Der liberale Waschbär Nr. 12 Der liberale Waschbär Band 12 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 13 – Der grüne Waschbär Nr. 13 Der grüne Waschbär Band 13 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 14 – Der rechtskonservative Waschbär Nr. 14 Der rechtskonservative Waschbär Band 14 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 15 – Der populistische Waschbär Nr. 15 Der populistische Waschbär Band 15 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 16 – Der unpolitische Waschbär Nr. 16 Der unpolitische Waschbär Band 16 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 17 – Der schwule Waschbär Nr. 17 Der schwule Waschbär Band 17 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 18 – Die lesbische Waschbärin Nr. 18 Die lesbische Waschbärin Band 18 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 19 – Der Gen-Z-Waschbär Nr. 19 Der Gen-Z-Waschbär Band 19 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 20 – Der Ossi-Waschbär Nr. 20 Der Ossi-Waschbär Band 20 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 21 – Der Wessi-Waschbär Nr. 21 Der Wessi-Waschbär Band 21 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 22 – Der liberale Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 22 Der liberale Waschbär Band 22 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 23 – Der grüne Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 23 Der grüne Waschbär Band 23 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 24 – Der konservative Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 24 Der konservative Waschbär Band 24 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 25 – Der sozialdemokratische Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 25 Der sozialdemokratische Waschbär Band 25 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 26 – Der linke Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 26 Der linke Waschbär Band 26 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 27 – Der rechtspopulistische Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 27 Der rechtspopulistische Waschbär Band 27 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 28 – Der schwule Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 28 Der schwule Waschbär Band 28 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 29 – Die lesbische Waschbärin (Wahlprogramm) Nr. 29 Die lesbische Waschbärin Band 29 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 30 – Der Gen-Z-Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 30 Der Gen-Z-Waschbär Band 30 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 31 – Die unpolitische Waschbärin (Wahlprogramm) Nr. 31 Die unpolitische Waschbärin Band 31 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 32 – Das einzige Buch, das du über die Bahn lesen solltest Nr. 32 Alles über die Bahn Band 32 · Das einzige Buch
— Stephan Pinkwart —
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Schreiben & Textaufbau
31 Beiträge

Vom ersten Satz bis zur letzten Zeile: Handwerk, das trägt.

Nichts dabei? Dann schreib den Text, der dir hier fehlt. Das ist der Punkt.

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Auf Tour gehen
Wenn aus der Fahrt zum Auftritt ein zweiter Arbeitsplatz wird.
Perfektionismus loslassen
Warum der perfekte Schreibtag nie stattfindet.
Deine Anti-Bucketlist
Was du mit der ersten Fassung aus dem Zug als Nächstes machst.

Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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