Freestyle Poesie: Techniken und Bühnentipps 2025

Kochduell · Freestyle Poesie

Freestyle Poesie: Techniken und Bühnentipps 2025

Waschbär balanciert auf einer Schiene zwischen Wildblumen – Freestyle Poesie
Balance findet man erst beim Gehen · bahn-slam.de

Donnerstag, 16:05 Uhr, das Bordrestaurant eines Fernzugs.

Livia, 28, sitzt vor einem Tee und einem Zettel, auf dem nur ein Wort steht: Freestyle.

Heute Abend soll sie bei einem Slam zum ersten Mal Freestyle Poesie machen: drei Wörter aus dem Publikum, ein paar Minuten, kein fertiger Text.

Livia schreibt sonst jeden Satz dreimal um.

Jetzt soll sie ohne Netz springen.

Hinter dem Tresen flucht Tjalf, 52, leise.

Der Koch des Bordrestaurants hat gerade erfahren, dass die Hälfte der Karte aus ist.

Kein Gulasch, keine Nudeln mit Soße, keine Currywurst.

Er zuckt mit den Schultern, öffnet die Schränke und fängt an zu kochen.

Zehn Minuten später steht ein Teller vor Livia, den es auf keiner Karte gibt.

Er schmeckt fantastisch.

„Wie machen Sie das?“, fragt sie.

Tjalf grinst.

„Spontan ist nur, wer einen Vorrat hat.“

Livia und Tjalf gibt es so nicht. Aber eine halb leere Speisekarte im Zug kennen viele, die oft Fernzug fahren.

Kennst du das?

Beim Gedanken an Freestyle wird dir heiß.

Keine Vorbereitung, kein Skript, nur du, das Mikro und der Wahnsinn in deinem Kopf.

Es fühlt sich an wie ein erster Kuss: Panik und Rausch zugleich.

Nur dass du nicht einen Menschen küsst, sondern einen ganzen Saal mit Worten erreichst.

Und das Verrückte?

Genau dieses Risiko macht Freestyle so stark.

Heute lernst du, wie man mit einem Überraschungskorb kocht.

Mit Vorratsregal, Kochstationen und einer Notfallkarte für den Herd.

Folge dem Bahn-Slam
auf WhatsApp

  • Neue Slam-Texte zuerst
  • Gedanken vom Gleis
  • Keine E-Mail, kein Spam

Deine Nummer bleibt geheim. Du liest, ich schreibe – ganz ohne Datensammeln.

Jetzt Kanal folgen
QR-Code zum Bahn-Slam WhatsApp-Kanal 📷 Scannen & folgen
🦝 Komm mit meinem Waschbär an Bord – schon jetzt an Gleis 1 der Bahn-Slam-Community.
Kanal ansehen →

Der Überraschungskorb: Was Freestyle Poesie wirklich ist

Überraschungskorb · heute im Duell
RegenschirmOmaFunkloch
Drei Zurufe aus dem Publikum. Du weißt vorher nicht, was drin ist. Das ist der Sinn der Sache.
Kochzeit: ein paar Minuten, dann ist Schluss
Pflicht: jede Zutat kommt vor, ruhig nur kurz
Erlaubt: alles aus deinem eigenen Vorratsregal
Verboten: fertige Gerichte aufwärmen, also vorab geschriebene Texte

Freestyle Poesie ist das spontane Erschaffen eines poetischen Textes in Echtzeit.

Ohne Skript, ohne Probe, ohne Rückzieher.

Wie ein Jazzmusiker, der improvisiert, nur dass dein Instrument die Stimme ist.

In alten Kochshows bekamen die Kandidaten einen Korb mit Zutaten, die sie vorher nicht kannten.

Genau so funktioniert eine Freestyle-Runde.

Das Publikum ruft Wörter, und du kochst daraus einen Text.

Nicht jede Bühne hat so eine Runde.

Manche Abende sind reine Textabende, manche Open Mics lieben das Improvisieren.

Frag vorher, was erlaubt ist.

Livia starrt auf den Korb in ihrem Kopf.

„Und wenn mir nichts einfällt?“

Tjalf stellt ihr einen Löffel hin.

„Dann hast du vorher nicht eingekauft.“

Das Vorratsregal: Spontan ist nur, wer vorbereitet ist

Vorratsregal · Grundtechniken, immer vorrätig

Ich bin wie …
Vergleich mit einem Ding im Raum
Was ich sehe
drei Dinge, die gerade da sind
Das Ding spricht
ein Gegenstand bekommt eine Stimme
Drei Sinne
was ich höre, rieche, spüre
Schlagzeile
aus einer Meldung wird ein Ich-Satz
Liste mit Haken
drei Mal gleich, beim vierten Mal anders
Ehrlich sagen
was gerade wirklich los ist
Frage in den Raum
eine, die alle kennen
Zurück zum Anfang
das erste Wort kommt am Ende wieder

Hier kommt die Sache, die dir kaum jemand sagt.

Spontane Kreativität ist nicht spontan.

Sie ist das Ergebnis von vielen gelesenen Gedichten, vielen geschriebenen Texten und vielen Abenden auf Bühnen.

Keith Jarrett hat 1975 in Köln ein komplett improvisiertes Konzert gespielt.

Der bestellte Konzertflügel kam nie an, er musste auf einem kleinen, verstimmten Probeninstrument spielen.

Die Aufnahme gilt heute als eines der meistverkauften Klavieralben überhaupt.

Improvisiert hat er an diesem Abend.

Gelernt hat er vorher, ein Leben lang.

Auch Robin Williams war berühmt dafür, vom Skript abzuweichen.

Für den Dschinni in „Aladdin“ soll er stundenlang improvisiert haben.

Das sah nach Zufall aus.

Es war Vorrat.

Also merke: Du bereitest dich auf Freestyle nicht vor, indem du Texte planst.

Du bereitest dich vor, indem du Techniken so oft übst, dass sie im Regal stehen, wenn du sie brauchst.

Tjalf zeigt Livia seinen Vorrat.

Zwiebeln, Brühe, Gewürze, drei Sorten Nudeln.

„Die Karte kann ausgehen“, sagt er.

„Der Vorrat nicht.“

Dein Vorrat sind Techniken.

Neun Gläser reichen für den Anfang.

Jedes davon kannst du mit jedem Wort aus dem Korb füllen.

Kochstation 1 und 2: Wortkette und Objekt-Monolog

Kochstation 1 · Wortkette⏲ 2 + 3 Minuten
Zutaten: ein beliebiges Startwort, zum Beispiel „Tasse“
Zubereitung:
  1. Sag das erste Wort, das dir dazu einfällt, dann das nächste, zwei Minuten lang.
  2. Nimm die letzten fünf Wörter.
  3. Sprich drei Minuten lang einen Text, in dem alle fünf vorkommen.
Tasse, heiß, Sommer, Freibad, Pommes, Vater, Schweigen, Autobahn. Mein Vater hat auf der Autobahn nie geredet. Nur einmal, im Stau vor dem Freibad, hat er gesagt: Pommes sind die einzige Mahlzeit, bei der niemand streitet.

Die Wortkette ist dein Messer.

Sie schneidet dir aus einem einzigen Wort einen ganzen Text zurecht.

Das Beispiel oben zeigt, wie das klingt: Aus einer Tasse wird über ein paar Umwege ein Vater, der nur bei Pommes redet.

Du musst die Kette nicht vorführen.

Sie läuft in deinem Kopf, während du sprichst.

Kochstation 2 · Objekt-Monolog⏲ 3 Minuten
Zutaten: ein Gegenstand, der gerade in deiner Nähe ist
Zubereitung:
  1. Nimm ihn in die Hand und schau ihn an.
  2. Sprich mit ihm wie mit einem alten Freund.
  3. Frag ihn, was er über dich weiß.
Du alter Kugelschreiber. Du warst dabei, als ich meinen ersten Liebesbrief geschrieben habe. Und als ich die Kündigung unterschrieben habe. Du hast nie gefragt, ob das eine gute Idee ist. Das mag ich an dir.

Der Objekt-Monolog ist dein Notfallgericht.

Irgendetwas liegt immer in der Nähe: ein Stift, ein Handy, ein Bierdeckel, ein Schlüssel.

Du sprichst mit ihm, als wäre er ein alter Freund.

Und plötzlich erzählt der Gegenstand deine Geschichte.

Bonus: Lass den Gegenstand selbst sprechen.

Die Lieblingstasse mit dem Sprung, der linke Turnschuh, die einsame Socke nach dem Waschen.

Gegenstände urteilen nicht.

Deshalb sagen sie oft die ehrlichsten Sätze.

Rap-Tutorial · „Rap Freestyle Tutorial – Tipps & Tricks zum lernen“ · LingoBox

Das Video kommt aus dem Rap.

Achte darauf, welche Tipps sich auf gesprochene Poesie übertragen lassen und welche nur mit Beat funktionieren.

Kochstation 3 und 4: Menschen lesen und der 60-Sekunden-Slam

Kochstation 3 · Menschen lesen⏲ 20 Minuten
Zutaten: ein Platz im Café oder am Bahnsteig, ein Notizbuch
Zubereitung:
  1. Schau den Menschen zu, ohne zu starren.
  2. Schreib auf, was du glaubst, dass sie fühlen.
  3. Kein Urteil, nur Beobachtung.
Die Frau am Nachbartisch rührt seit fünf Minuten in ihrem Kaffee. Der ist längst kalt. Aber solange sie rührt, muss sie nicht aufstehen.

Freestyle lebt vom Raum, in dem du stehst.

Deshalb trainierst du den Blick.

Setz dich in ein Café oder an einen Bahnsteig und schau, was Menschen fühlen könnten.

Ohne Urteil.

Nur beobachten und beschreiben.

Auf der Bühne hilft dir das, den Saal zu lesen.

Verschränkte Arme, Blicke aufs Handy, eifriges Nicken, jemand, der sich hinten versteckt.

Aber hier kommt der Haken:

Führe nie einen einzelnen Menschen vor.

Sprich über das, was alle gerade erleben.

„Wir sitzen hier, und die Hälfte von uns denkt noch an den Arbeitstag.“

So holst du den Saal zurück, ohne jemanden bloßzustellen.

Und die Person ganz hinten, die unsichtbar sein will, darf unsichtbar bleiben.

Kochstation 4 · 60-Sekunden-Slam⏲ 60 Sekunden
Zutaten: ein Thema aus dem Korb, eine Stoppuhr
Zubereitung:
  1. Uhr starten.
  2. Sprich ohne Pause, ohne Nachdenken.
  3. Wenn dir nichts einfällt, sag genau das, und rede weiter.
Montagmorgen. Mein Wecker ist ein Sadist. Er klingelt immer dann, wenn ich im Traum endlich reich bin. Zum Glück gibt es Kaffee. Der sagt nie: Du schaffst das. Er sagt nur: Ich bin heiß und bitter. Und das reicht für jetzt.

Der 60-Sekunden-Slam ist dein Konditionstraining.

Stoppuhr, Thema, los.

Ohne Pause, ohne Nachdenken.

Wenn dir nichts einfällt, sagst du genau das und redest weiter.

Nach ein paar Tagen merkst du: Dein Mund ist oft schneller als deine Angst.

Kurze Frage aus der Küche

Mitten in deinem Freestyle wird dein Kopf leer. Was machst du?

Auflösung anzeigen

B. Ehrlichkeit ist im Freestyle die beste Notfallzutat. Das Publikum weiß, dass du improvisierst, und liebt den Moment, in dem du ihn rettest. C ist verboten: fertige Gerichte aufwärmen gilt nicht.

Waschbär greift am Bahnsteig nach einem fallenden Herbstblatt – Freestyle Poesie
Greifen, was gerade vorbeifliegt · bahn-slam.de

Pannen am Herd: die sieben Fallen der Freestyle Poesie

Pannen am Herd · sieben Fallen im Freestyle

Panne 1
Der Perfektions-Parasit
Brandgeruch: Jeder Satz soll sitzen, bevor er raus darf.
Löschmittel: Unfertig sprechen. Perfekt ist der Tod der Spontaneität.
statt: „Ich liebe dich wie die Sonne den Mond in ewiger Verbundenheit“
lieber: „Ich liebe dich. Auch wenn es wehtut.“
Panne 2
Der Reimzwang
Brandgeruch: Du jagst dem Reim hinterher und verlierst den Inhalt.
Löschmittel: Reime wie Salz: ein bisschen, nicht den ganzen Topf.
statt: „Das Leben ist wie ein Tier, das kämpft mit dir und mir“
lieber: „Das Leben ist ein wildes Tier. Manchmal streichelt es dich. Manchmal beißt es.“
Panne 3
Die Klugscheißer-Pose
Brandgeruch: Große Wörter, damit du klug wirkst.
Löschmittel: Sag es so, wie du es deiner besten Freundin sagen würdest.
statt: „Die existenzielle Essenz manifestiert sich in der Dialektik“
lieber: „Manchmal tun wir so, als wären wir okay.“
Panne 4
Das Themen-Gefängnis
Brandgeruch: Du glaubst, du brauchst erst ein Konzept.
Löschmittel: Fang bei einem Ding im Raum an. Das Thema findet dich.
Panne 5
Die Gefallsucht
Brandgeruch: Du willst niemandem wehtun und sagst deshalb nichts.
Löschmittel: Wer niemanden berührt, hilft auch niemandem.
statt: „Wir sind alle wunderschön“
lieber: „Wir sind alle ein bisschen kaputt. Und das ist okay.“
Panne 6
Die Vergangenheits-Falle
Brandgeruch: Du erzählst alte Geschichten statt des Moments.
Löschmittel: Freestyle ist jetzt, in diesem Raum, mit diesen Leuten.
Panne 7
Der Kontrollfreak
Brandgeruch: Du willst vorher wissen, wie es endet.
Löschmittel: Folge dem Satz. Das Ende findet sich, oft beim Anfangswort.

Sieben Pannen, und alle haben denselben Kern.

Du willst kontrollieren, was sich nicht kontrollieren lässt.

Perfekte Sätze, saubere Reime, kluge Wörter, ein fertiges Konzept.

Im Freestyle ist das wie ein Koch, der vor dem Überraschungskorb erst ein Rezeptbuch schreiben will.

Livia erkennt sich in fast allen sieben wieder.

Vor allem im Kontrollfreak.

„Ich will wissen, wie es endet“, sagt sie.

„Ich auch“, sagt Tjalf.

„Deshalb koste ich zwischendurch.“

Abschmecken heißt im Freestyle: beim Sprechen zuhören.

Du merkst, wohin der Satz will, und gehst mit.

Das Ende findet sich oft beim Anfangswort.

Wenn der Kopf streikt: die Notfallkarte

Notfallkarte neben dem Herd
Totale Leere
→ stillstehen, nicht hektisch werden
→ ehrlich sagen: „Mein Kopf ist gerade leer.“
→ die Leere zum Thema machen: Leer heißt Platz
Gedanken-Chaos
→ einen Gedanken greifen und aussprechen
→ die anderen als Aufzählung hinterher: „Da ist … da ist … da ist …“
Unruhiger Saal
→ leiser werden statt lauter
→ über das sprechen, was alle gerade erleben, niemanden einzeln vorführen
Aggressiver Zwischenruf
→ ruhig bleiben, Aggression mit Aggression eskaliert
→ kurz anerkennen, dann zurück zum Text
Tränen
→ zulassen, sie sind ehrlich
→ kurz benennen und weitermachen, nicht das ganze Gedicht darüber
Stimme weg
→ flüstern, der Saal lehnt sich vor
→ Wasser trinken, kurz Pause, wieder einsteigen
Notfall-Satz für alles: Was auch passiert, es ist menschlich. Und Menschliches ist Stoff.

Irgendwann passiert es.

Der Kopf ist leer wie ein Kühlschrank nach dem Wochenende.

Oder so voll, dass du nicht weißt, wo du anfangen sollst.

Beides ist lösbar.

Bei totaler Leere hilft der Ehrlichkeits-Trick.

Du sagst, was ist.

„Mein Kopf ist gerade leer.“

„Und wisst ihr was?“

„Leer heißt Platz.“

Bei Gedanken-Chaos surfst du.

Du greifst einen Gedanken und reihst die anderen dahinter auf: „Da ist die Angst vor morgen, da ist der Geruch von Regen, da ist das Lied aus dem Radio.“

Das Publikum ist nicht gegen dich.

Es weiß, dass du improvisierst.

Es wartet nicht auf Perfektion, sondern auf den Moment, in dem du dich rettest.

Und bei Panik gilt: tief in den Bauch atmen, eine freundliche Person im Saal suchen und einen Satz nur für sie sprechen.

„Ich habe gerade Schiss.“

„Aber Angst heißt, es ist mir wichtig.“

Der Küchenplan: 30 Tage Freestyle und fünf Extra-Rezepte

Küchenplan · 30 Tage Freestyle

Woche 1
Grundzutaten
· Tag 1–3: jeden Tag zehn Minuten Wortkette
· Tag 4–7: jeden Tag ein anderer Gegenstand, fünfzehn Minuten Monolog
Woche 2
Menschen und Spiegel
· Tag 8–10: zwanzig Minuten Menschen lesen, an drei Orten
· Tag 11–14: mit dir selbst sprechen, vor dem Spiegel, ehrlich
Woche 3
Erstes Publikum
· Tag 15–17: vor Freundinnen, Freunden oder Familie
· Tag 18–21: ein Open Mic oder eine offene Bühne in der Nähe
Woche 4
Viel Trubel
· Tag 22–28: Orte mit vielen Eindrücken, Bahnhof, Markt, Stadtfest, und hinterher sprechen
· Tag 29–30: eine Freestyle-Runde oder ein Open Mic, bei dem Improvisieren erlaubt ist

Dreißig Tage reichen nicht, um Meisterin zu werden.

Aber sie reichen, um den Vorrat zu füllen.

Dazu fünf Extra-Rezepte für Tage, an denen du Abwechslung brauchst.

Erstens: der Metaphern-Generator.

Schau dich um, nimm fünf Gegenstände und mach aus jedem ein Bild für dein Leben.

„Mein Mund ist wie diese Tür: meistens zu, manchmal einen Spalt offen.“

Zweitens: Aus Schlagzeilen werden Herzzeilen.

Nimm eine Meldung und mach sie persönlich.

Aus „Soziale Netzwerke machen einsam“ wird: „Steht in der Zeitung, während ich am Handy hänge und mich einsam fühle.“

Drittens: Gegenstände sprechen lassen.

Viertens: das Sinnes-Bombardement.

Geh in einen vollen Bahnhof und zähl auf, was du hörst, riechst und siehst, ohne Pause.

Fünftens: die Supermarkt-Philosophie.

Jeder Gang ist eine Geschichte, und die Kasse ist die Abrechnung mit dem Tag.

Und wenn der Korb mal leer bleibt, greif in die Zutatenliste.

Zutatenliste · Stichworte zum Üben

Gefühle
EinsamkeitWutSchamWiedersehenVergebung
Sinne
Regen auf der HautKaffeeduft am MorgenMeerErde nach dem RegenParfüm im Treppenhaus
Große Fragen
Bin ich genug?Was ist Liebe wirklich?Bin ich allein?
Gesellschaft
Social MediaEinsamkeit in der MasseGenerationenArmut und Reichtum
Persönliches
Deine erste LiebeDein größter FehlerDein kühnster TraumDein erster Tag
Zu jedem Stichwort drei Fragen: Was bedeutet das für mich? Wie fühlt es sich an? Woran erinnert es mich? Dann drei Minuten sprechen.

Lass sie dir von jemandem geben, dann Uhr auf 60 Sekunden. Nichts wird gespeichert. Das hier ist nur für dich.

Dein Vorrat vor dem ersten Duell

Das Kochduell: Und Livia?

Juryzettel · Kochduell im Bordrestaurant

Geschmackehrlich, man hat sie gehört
Garpunktdie Pause vor dem Funkloch saß
ZutatenRegenschirm, Oma, Funkloch: alle drei drin
Anrichtenleise angefangen, laut geendet, zurück beim Regenschirm
Muthat „Mein Kopf ist leer“ laut gesagt und weitergemacht
SERVIERT

21:30 Uhr, ein Kulturzentrum in einem alten Lokschuppen.

Die Moderatorin hält das Mikro in den Saal.

„Drei Wörter, bitte!“

„Regenschirm!“

„Oma!“

„Funkloch!“

Livia steht da.

Drei Sekunden lang passiert nichts.

Dann sagt sie: „Mein Kopf ist gerade leer.“

Ein paar Leute lachen, freundlich.

„Leer wie ein Funkloch.“

Und plötzlich ist sie drin.

Sie greift ins Regal, zum Glas mit dem sprechenden Ding.

Ein Regenschirm erzählt, wie er im Flur einer Oma hängt, die seit Jahren auf einen Anruf wartet.

Das Telefon klingelt nie, weil ihr Dorf im Funkloch liegt.

Am Ende ist Livia wieder beim Regenschirm.

Den nimmt die Oma mit, als sie selbst in den Zug steigt, um ihre Enkelin zu besuchen.

Stille.

Dann Applaus.

Livia gewinnt nicht.

Aber als sie von der Bühne kommt, zittern ihre Hände nicht vor Angst.

Sie zittern vor Freude.

Auf der Rückfahrt sitzt sie wieder im Bordrestaurant.

Tjalf hat Spätschicht, und die Karte ist wieder halb aus.

Livia schreibt ihm drei Wörter auf eine Serviette: „Zwiebel, Heimweg, Mut.“

Tjalf lacht.

Zehn Minuten später steht ein Teller vor ihr.

Also merke: Freestyle ist keine Magie.

Es ist Kochen mit dem, was da ist.

Und was da ist, entscheidest du lange vor dem Abend.

Folge dem Bahn-Slam
auf WhatsApp

  • Neue Slam-Texte zuerst
  • Gedanken vom Gleis
  • Keine E-Mail, kein Spam

Deine Nummer bleibt geheim. Du liest, ich schreibe – ganz ohne Datensammeln.

Jetzt Kanal folgen
QR-Code zum Bahn-Slam WhatsApp-Kanal 📷 Scannen & folgen
🦝 Komm mit meinem Waschbär an Bord – schon jetzt an Gleis 1 der Bahn-Slam-Community.
Kanal ansehen →
Bahn Slam · Edition

Werbung in eigener Sache

— aber mit Wucht.

Wenn du diese Techniken nicht nur lesen,
sondern anwenden willst — wie ein Sniper mit Reimwaffe:

Was drinsteckt
  • Über 200 kranke Slam-Hacks
  • Storystrukturen wie ein Fitzek-Krimi
  • Übungen für Albtraum-Einstiege, Trauma-Texte, Schweige-Pausen
  • Provokations-Templates
  • Authentizitäts-Trigger
✦ ✦ ✦ die zweiunddreißig bücher

Die zweiunddreißig Bücher

Zweiunddreißig Schläge gegen die Stille. Wähle dein Gift.

Die Bahn als Schreibstudio Nr. 1 Die Bahn als Schreibstudio Schreiben in Bewegung Gefühle in Worte fassen Nr. 2 Gefühle in Worte fassen ohne kitschig zu werden Ich bin nicht nervös, ich bin geladen Nr. 3 Ich bin nicht nervös ich bin geladen 3 Uhr nachts Nr. 4 3 Uhr nachts Gedanken zwischen Stationen 120 Schläge Nr. 5 120 Schläge gegen die Gleichgültigkeit Niemand hält deinen Zug auf - 111 Impulse Nr. 6 Niemand hält deinen Zug auf 111 Impulse · Kein Trost Poetry Master Nr. 7 Poetry Master Stimme trifft Seele Genosse Waschbär - Bahn-Slam-Geschichten Nr. 8 Genosse Waschbär Bahn-Slam-Geschichten 147 Gründe, warum ich dich hasse Nr. 9 147 Gründe warum ich dich hasse Genosse Waschbär Band 10 – Was die Welt mir schuldet Nr. 10 Was die Welt mir schuldet Band 10 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 11 – Der konservative Waschbär Nr. 11 Der konservative Waschbär Band 11 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 12 – Der liberale Waschbär Nr. 12 Der liberale Waschbär Band 12 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 13 – Der grüne Waschbär Nr. 13 Der grüne Waschbär Band 13 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 14 – Der rechtskonservative Waschbär Nr. 14 Der rechtskonservative Waschbär Band 14 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 15 – Der populistische Waschbär Nr. 15 Der populistische Waschbär Band 15 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 16 – Der unpolitische Waschbär Nr. 16 Der unpolitische Waschbär Band 16 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 17 – Der schwule Waschbär Nr. 17 Der schwule Waschbär Band 17 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 18 – Die lesbische Waschbärin Nr. 18 Die lesbische Waschbärin Band 18 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 19 – Der Gen-Z-Waschbär Nr. 19 Der Gen-Z-Waschbär Band 19 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 20 – Der Ossi-Waschbär Nr. 20 Der Ossi-Waschbär Band 20 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 21 – Der Wessi-Waschbär Nr. 21 Der Wessi-Waschbär Band 21 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 22 – Der liberale Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 22 Der liberale Waschbär Band 22 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 23 – Der grüne Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 23 Der grüne Waschbär Band 23 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 24 – Der konservative Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 24 Der konservative Waschbär Band 24 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 25 – Der sozialdemokratische Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 25 Der sozialdemokratische Waschbär Band 25 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 26 – Der linke Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 26 Der linke Waschbär Band 26 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 27 – Der rechtspopulistische Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 27 Der rechtspopulistische Waschbär Band 27 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 28 – Der schwule Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 28 Der schwule Waschbär Band 28 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 29 – Die lesbische Waschbärin (Wahlprogramm) Nr. 29 Die lesbische Waschbärin Band 29 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 30 – Der Gen-Z-Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 30 Der Gen-Z-Waschbär Band 30 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 31 – Die unpolitische Waschbärin (Wahlprogramm) Nr. 31 Die unpolitische Waschbärin Band 31 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 32 – Das einzige Buch, das du über die Bahn lesen solltest Nr. 32 Alles über die Bahn Band 32 · Das einzige Buch, das du lesen solltest
— Stephan Pinkwart —

Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

Zeige alle Beiträge von BahnSlam →