Warum Poetry Slam deine Persönlichkeit zerstört

Ein Crashtest-Protokoll · Persönlichkeit

Warum Poetry Slam deine Persönlichkeit zerstört

Persönlichkeit mit Puffer: Ein Waschbär sitzt auf dem rostigen Puffer eines alten Güterwagens
Puffer sind da, um nachzugeben · bahn-slam.de

Sonntag, 13:20 Uhr, Mittagessen bei Alinas Mutter.

Alina, 26, hat vor zwei Tagen ihren dritten Poetry Slam gemacht, und seitdem fragt sie sich, was das mit ihrer Persönlichkeit anstellt.

Ihre Mutter war zum ersten Mal dabei.

Jetzt schiebt sie die Kartoffeln über den Teller und sagt einen Satz, der Alina nicht mehr loslässt.

„Du warst da oben ein ganz anderer Mensch.“

Es klingt nicht wie ein Kompliment.

Es klingt wie eine Diagnose.

Am Abend ruft Alina ihren Onkel an.

Volker, 61, hat bis zur Rente in einem Versuchszentrum Autos gegen Betonwände fahren lassen.

Crashtests, dreißig Jahre lang.

„Komm vorbei“, sagt er.

„Ich zeig dir was.“

Alina und Volker gibt es so nicht. Aber die Angst, dass die Bühne einen Menschen verändert, kennen viele, die gerade angefangen haben.

Kennst du das?

Du stehst zum dritten, vierten, fünften Mal auf der Bühne.

Und plötzlich merkst du, dass sich etwas verschiebt.

Du sagst Dinge, die du früher nicht gesagt hättest.

Du lachst anders.

Irgendwer aus deinem Umfeld schaut dich komisch an.

Und du fragst dich: Macht mich das kaputt?

Der Titel dieses Beitrags sagt: Ja, Poetry Slam zerstört deine Persönlichkeit.

Ein Teil davon stimmt.

Aber es kommt sehr darauf an, welcher Teil.

Genau das klären wir heute, mit einem Crashtest-Protokoll.

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Versuchsaufbau: Was Poetry Slam mit deiner Persönlichkeit macht

Versuchsprotokoll · Crashtest

Versuch PS-1253: Aufprall gegen Publikum

Prüflingdeine Persönlichkeit, Baujahr unbekannt
Hindernisein Saal voller Fremder
Dauersechs Minuten
MesszielWas gibt nach, was hält?
ErwartungKnautschzone verformt · Fahrgastzelle intakt

Volker klappt in seiner Garage einen alten Laptop auf.

Auf dem Bildschirm steht ein silbernes Auto vor einer Betonwand.

„Schau genau hin“, sagt er.

Das Auto fährt los, trifft die Wand, und die Front faltet sich zusammen wie Papier.

Alina zuckt zusammen.

„Kaputt“, sagt sie.

„Nein“, sagt Volker.

„Genau so soll es aussehen.“

Hier ist der Gedanke, um den sich alles dreht.

Ein Auto ist nicht dafür gebaut, bei einem Aufprall heil zu bleiben.

Es ist dafür gebaut, dass die Menschen darin heil bleiben.

Dafür muss vorn etwas nachgeben.

Mit dir und der Bühne ist es erstaunlich ähnlich.

Irgendetwas gibt nach, wenn du dich zum ersten Mal vor Fremde stellst und etwas Wahres sagst.

Die Frage ist nur: was?

Knautschzone und Fahrgastzelle: was nachgeben darf und was hält

Seitenansicht · drei Zonen

FAHRGASTZELLE
vornhinten

Knautschzone vorn

gibt nach

· Alles-okay-Lächeln

· Floskeln, die niemanden stören

· Ironie als Versteck

· gespeicherte kluge Zitate

Fahrgastzelle

hält

· dein Humor

· deine Werte

· was dich wütend macht

· wen du liebst

· dein Satzbau, wenn du nicht nachdenkst

Knautschzone hinten

gibt nach

· alte Gewohnheiten

· Rollen aus der Familie

Die Idee der Knautschzone geht auf den Ingenieur Béla Barényi zurück.

Sein Patent wurde 1952 erteilt, und 1959 brachte Mercedes-Benz mit der sogenannten Heckflosse das erste Serienauto mit Knautschzonen auf die Straße.

Das Prinzip ist bis heute dasselbe.

Vorn und hinten eine Zone, die sich verformen darf.

In der Mitte eine steife Zelle, die sich möglichst nicht verformen soll.

Übertragen auf dich heißt das: Deine Knautschzone ist alles, was du dir angewöhnt hast, um durchzukommen.

Das Lächeln, das sagt: Alles okay.

Die Floskeln, die niemanden stören.

Die Ironie, hinter der du verschwindest, bevor es ernst wird.

Die klugen Zitate, die du irgendwann gespeichert hast.

Diese Zone trifft es auf der Bühne zuerst.

Und das ist richtig so.

Denn ein Text, der nur aus Knautschzone besteht, erzählt nichts.

Deine Fahrgastzelle ist etwas anderes.

Dein Humor.

Deine Werte.

Die Dinge, die dich wütend machen.

Die Menschen, die du liebst.

Die Art, wie du Sätze baust, wenn du nicht nachdenkst.

Die bleibt.

Mehr noch: Sie wird überhaupt erst sichtbar, wenn die Knautschzone nachgibt.

„Deine Mutter hat keinen anderen Menschen gesehen“, sagt Volker.

„Sie hat zum ersten Mal die Fahrgastzelle gesehen.“

Aber hier kommt der Haken.

Nicht alles an der Knautschzone ist schlecht.

Höflichkeit schützt auch andere.

Zurückhaltung schützt Menschen, die in deinen Geschichten vorkommen.

Ein Auto ganz ohne Knautschzone wäre für die Insassen gefährlich.

Also merke: Poetry Slam soll deine Schutzschichten nicht abreißen.

Er soll sie dort nachgeben lassen, wo sie dich verstecken.

Wie du auf der Bühne eine Rolle spielen kannst, ohne dich darin zu verlieren, steht in Nach der Bühne bist du du.

Vier Aufprallarten: was dich auf der Bühne erwischt

Versuchsreihe · vier Aufprallarten

→▮

Frontal

der Moment vor dem ersten Satz

trifft: den Körper

↓▮

Seite

der Vergleich mit den anderen

trifft: den Selbstwert

Überschlag

der Blackout mitten im Text

trifft: die Kontrolle

▮←

Heck

der Kommentar, Tage danach

trifft: die Erinnerung

Volker klickt weiter.

Frontal, Seite, Überschlag, Heck.

„Jeder Aufprall trifft eine andere Stelle“, sagt er.

Auf der Bühne ist es genauso.

Der Frontalaufprall ist der Moment vor dem ersten Satz.

Zitternde Knie, schwitzige Hände, ein Herz, das so laut schlägt, dass du glaubst, die erste Reihe hört mit.

Der Seitenaufprall kommt von den anderen.

Jemand vor dir ist lustiger, schneller, lauter, und plötzlich fühlt sich dein Text klein an.

Der Überschlag ist der Blackout.

Eine Zeile fehlt, und für drei Sekunden steht die Welt kopf.

Der Heckaufprall kommt, wenn du denkst, es sei längst vorbei.

Ein Kommentar unter dem Video.

Ein Wort wie „cringe“, das dir tagelang nachfährt.

Messwerte der Dummy-Sensoren

KopfGedankenkarussell vor dem AuftrittNormallast
BrustHerzklopfen, flacher AtemNormallast
HändeZittern am MikroNormallast
Schlafunruhige Nacht vor dem AbendNormallast
Schlafseit Wochen schlecht, auch ohne AuftrittGrenzwert
ärztlich abklären
Stimmungnach Auftritten tagelang am BodenGrenzwert
mit jemandem reden, Hilfe holen

All das sind Messwerte.

Keine Beweise, dass mit dir etwas nicht stimmt.

Wer auftritt, kennt fast alle davon.

Schlechter Schlaf vor einem wichtigen Abend.

Selbstzweifel nach der dritten Strophe.

Das Loch nach einem mittelmäßigen Auftritt, wenn der Applaus ausbleibt.

Das ist Last, und zwar normale Last.

Kein Bullshit: Eine Persönlichkeit, die nie so eine Last abbekommt, ist nicht stark.

Sie ist nur nie gefahren.

Kurze Frage

Nach deinem Text sagt jemand: „Das war mutig.“ Was bedeutet das meistens?

Auflösung anzeigen

B. „Mutig“ ist oft das Wort, das Leute finden, wenn sie etwas berührt hat, das sie selbst nicht aussprechen würden. Nimm es an.

Die Hochgeschwindigkeitskamera: Wenn alles perfekt läuft und nichts passiert

Hochgeschwindigkeitskamera · Einzelbilder

0:00

Gang zum Mikro, Lächeln sitzt

1:20

erster Reim, sauber

3:05

Pointe zündet

5:50

Schlusszeile, perfekt betont

6:02

Applaus: höflich, kurz

Auswertung: Verformung keine · Übertragung nach innen keine · Befund: Die Maske hat gehalten, angekommen ist nichts.

Jetzt zeigt Volker das Video, das ihn früher am meisten beschäftigt hat.

Ein Aufprall, bei dem die Front fast nichts abbekommt.

„Sieht gut aus, oder?“, fragt er.

Dann ruft er die Messwerte auf.

Die Wucht ging fast ungebremst nach innen.

Auf der Bühne gibt es das auch.

Du trägst deinen Text perfekt vor.

Jede Pointe sitzt, jeder Reim klingt.

Und niemand zuckt.

Kein Lachen, kein Schlucken, nur höfliches Klatschen.

Du hast performt, aber nichts gesagt.

Die Maske hat gehalten, und genau deshalb kam nichts an.

Es gibt dann zwei Sorten Texte.

Die einen sagen Sätze, die alle schon kennen, etwa, dass die Liebe ein zerbrechlicher Schmetterling sei.

Das Publikum nickt, weil es den Satz schon hundertmal gehört hat.

Die anderen sagen etwas, das nur von dir kommen kann.

Einen Satz wie: Ich habe gelernt, beim Sonntagsessen zu nicken, bevor die Frage zu Ende ist.

Plötzlich ist es still.

Das ist der Unterschied zwischen einer Pose und einer Persönlichkeit.

Und es erklärt, warum manche Slammer nie wachsen.

Sie bringen jedes Mal dieselbe Pointe, dieselbe Masche, dieselbe Knautschzone.

Zuverlässig.

Aber nach dem dritten Abend weiß der Saal, wie es ausgeht.

Quarks · „Charisma: Kann ich wirklich lernen, charismatisch zu sein?“ · Dimension Ralph

Schau dir das Video an und achte darauf, welche Anteile von Wirkung sich üben lassen und welche eher mit Echtheit zu tun haben.

Schreib dir einen Satz daraus auf, der zu deiner Fahrgastzelle passt.

Wo die Persönlichkeit anschlägt: Ein Waschbär stützt sich am Prellbock eines stillgelegten Gleises ab
Wo es anschlägt, zeigt sich, was trägt · bahn-slam.de

Crashtest für einen Text: sieben Versuchsschritte

Versuchsablauf · Crashtest für einen Text

1

Thema wählen – unangenehm, aber nicht deine tiefste Wunde

2

Eine Zeile schreiben – die du sonst niemandem zeigst

3

Aussprechen – was viele denken und kaum jemand zugibt

4

Reime streichen – wenn sie dich lügen lassen

5

Pointe weglassen – wenn die Wahrheit keine hat

6

Humor als Airbag – auffangen, nicht verdecken

7

Probelesen – vor einem Menschen, dessen Urteil dir etwas bedeutet

Messung am nächsten Tag: Was hat nachgegeben? Was hat gehalten?

Volker holt ein altes Notizbuch aus der Schublade.

Darin steht, wie ein Versuch abläuft, Schritt für Schritt.

„Niemand fährt einfach so gegen eine Wand“, sagt er.

„Das wird vorbereitet.“

Genau so kannst du einen Text testen, der mehr von dir zeigt als deine Knautschzone.

Das Wichtigste vorweg: Such dir für den ersten Versuch ein Thema, das unangenehm ist, aber nicht deine tiefste Wunde.

Mittlere Geschwindigkeit reicht.

Schritt drei ist der spannendste.

Wer ausspricht, was viele denken und kaum jemand zugibt, schafft sofort Verbindung.

Etwa: Manchmal freue ich mich ein kleines bisschen, wenn andere auch scheitern.

Wer sich im Saal darin wiedererkennt, fühlt sich plötzlich weniger allein.

Und Schritt sechs ist der, den viele falsch machen.

Humor ist wie ein Airbag.

Er soll auffangen, nicht verdecken.

Ein Witz, der vom Thema ablenkt, gehört zur Knautschzone.

Ein Witz, der das Thema schärfer macht, gehört zu deiner Persönlichkeit.

Bonus für Fortgeschrittene: Gib deiner inneren Kritikerin einen Namen.

Die Stimme, die dir jeden Morgen erklärt, dass du nicht gut genug bist, bekommt eine Rolle im Text.

Sie darf reden, mit ihren Lieblingssätzen, in ihrem Tonfall.

Und dann antwortest du ihr, vor allen Leuten.

Etwa so: Ich bin nicht gut genug, sagst du, und trotzdem stehe ich hier.

Das ist kein Sieg über die Stimme.

Aber sie ist zum ersten Mal nicht mehr allein mit dir im Raum.

Genau das spüren die Leute im Saal, die dieselbe Stimme kennen.

Freigabe-Check vor dem Auftritt

Nur eine. Nichts wird gespeichert.

Grenzwerte: Slam ist kein Therapieraum

Grenzwerte · hier wird der Versuch abgebrochen

■ Du schläfst seit Wochen schlecht, nicht nur vor Auftritten.

■ Nach Auftritten bist du tagelang am Boden.

■ Das Thema ist noch akut und reißt dich beim Schreiben mit.

■ Du willst mit dem Text jemanden bloßstellen.

Dann: Versuch abbrechen, mit einem Menschen reden, ärztliche oder psychotherapeutische Hilfe holen. Telefonseelsorge 0800 111 0 111 · rund um die Uhr · kostenlos.

Jetzt wird es ernst, und zwar ohne Schutzhelm.

Manchmal hört man, Slam sei eine Art Therapie, nur eben eine unangenehme.

Das stimmt so nicht.

Schreiben kann guttun.

Der Psychologe James Pennebaker hat in den 1980er-Jahren untersucht, wie sich das Aufschreiben belastender Erlebnisse auswirkt.

Seine Studien und viele danach deuten darauf hin, dass solches Schreiben manchen Menschen hilft.

Aber eine Bühne ist kein Behandlungszimmer.

Das Publikum ist keine Therapeutin.

Und Applaus ist keine Nachsorge.

Wenn ein Thema noch brennt, gehört es erst einmal zu Menschen, denen du vertraust, oder in eine Praxis.

Wenn es dir gerade richtig schlecht geht: Die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr erreichbar, kostenlos unter 0800 111 0 111.

Und dann gibt es noch einen Grenzwert: die anderen.

Die Bühne ist kein Tatort, an dem du Menschen aus deinem Leben vorführst.

Wer in deinem Text vorkommt, hat meistens nicht gefragt, ob er vorkommen will.

Schütze ihn, so gut es geht.

Wie viel Privates ein Text verträgt, liest du in Wie viel Privates verträgt ein Text?, und wo die Grenze bei echten Menschen liegt, in Über echte Personen schreiben.

Die Freigabe: warum Persönlichkeit polarisiert

Prüfbericht · Versuch PS-1253

Knautschzoneverformt wie vorgesehen
Fahrgastzelleintakt
Insassenansprechbar, etwas zittrig

Messprotokoll der Publikumsreaktionen

„Das war mir zu viel.“

„Ich hab mich ertappt gefühlt.“

„Ich weiß nicht, warum mich das so wütend macht.“

„Ich muss die ganze Zeit dran denken.“

FREIGEGEBEN

Wenn alle nach deinem Text sagen, er sei schön gewesen, dann war er vielleicht einfach schön.

Wenn aber einige sagen: „Das war mir zu viel“, und andere: „Ich hab mich ertappt gefühlt“, dann ist etwas passiert.

Persönlichkeit polarisiert, weil sie Stellung bezieht.

Das heißt nicht, dass du Streit suchen sollst.

Es heißt nur, dass du aufhören darfst, allen gefallen zu wollen.

Dein Stil ist nicht das, was du am häufigsten schreibst.

Dein Stil ist das, wofür du bereit bist, auch mal nicht gemocht zu werden.

Das kostet etwas.

Ein bisschen Stolz.

Ein bisschen Coolness.

Die Bequemlichkeit, immer auf der sicheren Seite zu stehen.

Dafür bekommst du etwas, das kein Applaus ersetzt.

Dein Leben fühlt sich weniger wie eine Rolle an.

Und noch etwas, das niemand gern hört.

Der wichtigste Text deines Lebens gewinnt vielleicht nie.

Applaus ist nach zehn Minuten verflogen, eine Wertung nach einer Woche vergessen.

Ein Satz, der jemanden im Saal getroffen hat, bleibt manchmal jahrelang.

Sympathisch sein bringt Applaus.

Ehrlich sein bringt manchmal etwas anderes: dass sich jemand verstanden fühlt.

Bahn-Slam · „Warum du beim Reden die Augen schließt“ · Podcast, Folge 183

Hör dir die Folge an und achte darauf, wann das Augenschließen Schutz ist und wann es Nähe schafft.

Genau diese Frage steckt auch in deiner Knautschzone.

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Und Alina?

Drei Wochen später sitzen Volker und Alinas Mutter nebeneinander in der dritten Reihe.

Alina hat einen neuen Text dabei.

Er heißt „Nicken“.

Es geht um die Sonntagsessen und um all die Fragen, auf die sie schon genickt hat, bevor sie zu Ende gestellt waren.

Kein Angriff auf ihre Mutter.

Eher eine Liebeserklärung mit einer Beule.

Beim dritten Absatz merkt Alina, dass ihre Stimme wackelt.

Sie macht trotzdem weiter.

Den Witz, der ursprünglich an dieser Stelle stand, hat sie gestrichen.

Er hätte nur abgelenkt.

Nach der Show steht ihre Mutter lange an der Garderobe, bevor sie etwas sagt.

„Das mit dem Nicken“, sagt sie schließlich.

„Das habe ich nie gemerkt.“

Alina wartet.

„Du bist da oben keine andere“, sagt ihre Mutter.

„Du bist nur nicht mehr so vorsichtig.“

Auf dem Heimweg reden die beiden eine Stunde lang, und nicht alles davon ist leicht.

Volker geht ein paar Schritte hinter ihnen.

Als Alina sich umdreht, hebt er den Daumen.

„Knautschzone verformt“, sagt er.

„Fahrgastzelle intakt.“

Nachtest · Versuch PS-1253/2

Knautschzoneverformt wie vorgesehen
Fahrgastzelleintakt
Insassenreden miteinander
PrüferV., mit Daumen hoch

Also merke: Poetry Slam zerstört nicht dich.

Er zerknautscht die Teile, die dich verstecken.

Das tut manchmal weh, und manchmal kostet es ein langes Gespräch auf dem Heimweg.

Aber was danach sichtbar wird, warst die ganze Zeit du.

Bonus: Dein nächster Text könnte so beginnen: Was ich nie laut gesagt habe, weil ich Angst hatte, dass jemand geht.

Schreib diesen Satz auf.

Dann schreib weiter.

Bahn Slam · Edition

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— aber mit Wucht.

Wenn du diese Techniken nicht nur lesen,
sondern anwenden willst — wie ein Sniper mit Reimwaffe:

Was drinsteckt
  • Über 200 kranke Slam-Hacks
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  • Übungen für Albtraum-Einstiege, Trauma-Texte, Schweige-Pausen
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✦ ✦ ✦ die zweiunddreißig bücher

Die zweiunddreißig Bücher

Zweiunddreißig Schläge gegen die Stille. Wähle dein Gift.

Die Bahn als Schreibstudio Nr. 1 Die Bahn als Schreibstudio Schreiben in Bewegung Gefühle in Worte fassen Nr. 2 Gefühle in Worte fassen ohne kitschig zu werden Ich bin nicht nervös, ich bin geladen Nr. 3 Ich bin nicht nervös ich bin geladen 3 Uhr nachts Nr. 4 3 Uhr nachts Gedanken zwischen Stationen 120 Schläge Nr. 5 120 Schläge gegen die Gleichgültigkeit Niemand hält deinen Zug auf - 111 Impulse Nr. 6 Niemand hält deinen Zug auf 111 Impulse · Kein Trost Poetry Master Nr. 7 Poetry Master Stimme trifft Seele Genosse Waschbär - Bahn-Slam-Geschichten Nr. 8 Genosse Waschbär Bahn-Slam-Geschichten 147 Gründe, warum ich dich hasse Nr. 9 147 Gründe warum ich dich hasse Genosse Waschbär Band 10 – Was die Welt mir schuldet Nr. 10 Was die Welt mir schuldet Band 10 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 11 – Der konservative Waschbär Nr. 11 Der konservative Waschbär Band 11 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 12 – Der liberale Waschbär Nr. 12 Der liberale Waschbär Band 12 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 13 – Der grüne Waschbär Nr. 13 Der grüne Waschbär Band 13 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 14 – Der rechtskonservative Waschbär Nr. 14 Der rechtskonservative Waschbär Band 14 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 15 – Der populistische Waschbär Nr. 15 Der populistische Waschbär Band 15 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 16 – Der unpolitische Waschbär Nr. 16 Der unpolitische Waschbär Band 16 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 17 – Der schwule Waschbär Nr. 17 Der schwule Waschbär Band 17 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 18 – Die lesbische Waschbärin Nr. 18 Die lesbische Waschbärin Band 18 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 19 – Der Gen-Z-Waschbär Nr. 19 Der Gen-Z-Waschbär Band 19 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 20 – Der Ossi-Waschbär Nr. 20 Der Ossi-Waschbär Band 20 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 21 – Der Wessi-Waschbär Nr. 21 Der Wessi-Waschbär Band 21 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 22 – Der liberale Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 22 Der liberale Waschbär Band 22 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 23 – Der grüne Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 23 Der grüne Waschbär Band 23 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 24 – Der konservative Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 24 Der konservative Waschbär Band 24 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 25 – Der sozialdemokratische Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 25 Der sozialdemokratische Waschbär Band 25 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 26 – Der linke Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 26 Der linke Waschbär Band 26 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 27 – Der rechtspopulistische Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 27 Der rechtspopulistische Waschbär Band 27 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 28 – Der schwule Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 28 Der schwule Waschbär Band 28 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 29 – Die lesbische Waschbärin (Wahlprogramm) Nr. 29 Die lesbische Waschbärin Band 29 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 30 – Der Gen-Z-Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 30 Der Gen-Z-Waschbär Band 30 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 31 – Die unpolitische Waschbärin (Wahlprogramm) Nr. 31 Die unpolitische Waschbärin Band 31 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 32 – Das einzige Buch, das du über die Bahn lesen solltest Nr. 32 Alles über die Bahn Band 32 · Das einzige Buch, das du lesen solltest
— Stephan Pinkwart —

Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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