34 scharfe Poetry Slam Ideen

Eine Schärfeskala · Poetry Slam Ideen

34 scharfe Poetry Slam Ideen

Poetry Slam Ideen mit Schärfe: Ein Waschbär schnuppert am Imbissstand auf dem Bahnsteig an einer Schale roter Chilischoten
Probieren geht über Studieren · bahn-slam.de

Dienstag, 23:05 Uhr, die Imbissbude an Gleis 1.

Noel, 24, bestellt, was er immer bestellt: Currywurst, Schärfe eins.

In seiner Jackentasche steckt ein Zettel voller Poetry Slam Ideen aus dem Internet, eng beschrieben, beidseitig.

Aus der Sicht eines Kaktus schreiben.

Einen Text nur aus Fragen bauen.

Ein Gedicht rückwärts erzählen.

Er hat fast alles davon ausprobiert.

Heute Abend hat sein Text über einen sprechenden Kaktus für Platz sechs gereicht, knapp vor der Pause.

Heidrun, 61, betreibt die Bude seit dreißig Jahren.

Der Slam findet gleich gegenüber im alten Wartesaal statt, und sie hat mehr Auftritte gehört als die meisten Veranstalter.

Sie stellt ihm die Schale hin und schaut auf den Zettel.

„Du bestellst immer Schärfe eins“, sagt sie.

„Und dann wunderst du dich, dass es nach nichts schmeckt.“

Noel und Heidrun gibt es so nicht. Aber den Zettel voller fremder Ideen, die alle nach nichts schmecken, kennen sehr viele, die schreiben.

Kennst du das?

Du suchst nach Poetry Slam Ideen und findest Listen über Listen.

Schreib aus der Sicht eines Gegenstands.

Erfinde einen Dialog mit dem Wetter.

Alles nett.

Alles schon da gewesen.

Nichts davon hat mit dir zu tun.

Und genau das ist das Problem.

Die meisten Ideen im Netz sind mild.

Sie tun niemandem weh, am wenigsten dir.

Scharf wird eine Idee erst, wenn sie dich etwas kostet.

Ein bisschen Mut.

Ein bisschen Röte im Gesicht.

Einen Satz, den du fast gestrichen hättest.

Heute bekommst du 34 Ideen, sortiert nach Schärfe, von Paprika bis Habanero.

Du musst nicht alle probieren.

Du musst nur eine finden, die dir schmeckt, und die dann richtig durchziehen.

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Poetry Slam Ideen mit Schärfe: warum mild nach nichts schmeckt

Schärfetafel · Imbiss am Gleis 1

1 · Paprika●●●●●den Alltag genau beobachten
2 · Peperoni●●●●●jemanden direkt ansprechen
3 · Jalapeño●●●●●dahin, wo es peinlich wird
4 · Cayenne●●●●●keine Hintertür, kein Rausreden
5 · Habanero●●●●●was wehgetan hat – nur wenn es verheilt ist

Schärfe ist Ehrlichkeit, nicht Lautstärke.

Heidrun zeigt auf die Tafel über der Theke.

Fünf Stufen, fünf Schoten, von harmlos bis gefährlich.

Bei Texten funktioniert Schärfe genauso.

Stufe eins beobachtet den Alltag.

Stufe zwei spricht jemanden direkt an.

Stufe drei geht dahin, wo es peinlich wird.

Stufe vier lässt die Hintertür zu.

Stufe fünf berührt, was wehgetan hat.

Aber hier kommt der Haken: Scharf heißt nicht schockierend.

Ein Schockwort ist wie Geschmacksverstärker.

Es knallt kurz und schmeckt nach nichts.

Wer auf der Bühne nur Tabus aneinanderreiht, bekommt Aufmerksamkeit.

Für eine Minute.

Dann merkt der Saal, dass nichts dahinter ist.

Echte Schärfe kommt von einem konkreten Detail, das dich etwas kostet.

Nicht vom lautesten Wort.

Probierfrage

Welche Zutat macht eine Idee wirklich scharf?

Auflösung anzeigen

B. Schockwörter und Tabu-Listen knallen kurz und schmecken nach nichts. Ein Detail, das dich Überwindung kostet, brennt nach – bei dir und im Saal.

Und noch etwas vorweg: Nicht jede Stufe passt zu jedem Abend.

Du darfst mild anfangen.

Du darfst mild bleiben, wenn dein Text das braucht.

Du solltest nur wissen, dass du wählst.

Wenn du erst Themen sammeln willst, hilft dir 100 x Themen die brennen, und wie du fremde Impulse zu eigenen machst, steht in Schreibprompts nutzen, ohne beliebig zu klingen.

Stufe 1 · Paprika: sieben milde Einstiege

Stufe 1 · Paprika · Probierlöffel 1–7●●●●●
1

Der Geruch

Nimm einen Geruch aus deiner Kindheit, etwa Sonnencreme oder den Keller deiner Großeltern, und schreib, wohin er dich trägt.

2

Die Sprachnachricht

Der ganze Text als eine einzige, viel zu lange Sprachnachricht, mit jedem Zögern und jedem „Ach, egal“.

3

Das heimliche Hobby

Erzähl von dem Hobby, das du lieber verschweigst, und nimm es dabei vollkommen ernst.

4

Der peinlichste Moment

Der Augenblick, in dem du im Boden versinken wolltest, erzählt in Zeitlupe.

5

Die Nachtfrage

Die Frage, die dich nachts wachhält, wird dein erster Satz. Die Antwort darf fehlen.

6

Das Notizbuch

Eine Woche lang nur notieren, was dir wirklich passiert. Dann einen einzigen Satz daraus wählen.

7

Brief an ein Tier

Schreib einem Haustier, das dich begleitet hat, was du Menschen nie gesagt hast.

Heidrun stellt Noel einen kleinen Löffel hin, darauf ein Klecks Soße.

„Probier erst mal“, sagt sie.

Stufe eins ist nicht langweilig.

Sie ist nur ehrlich über Kleinigkeiten.

Der Geruch zum Beispiel ist ein wunderbarer Einstieg.

Viele kennen das: Ein Geruch holt eine Erinnerung schneller zurück als jedes Foto.

Du musst ihn nicht erklären.

Du musst nur sagen, wohin er dich bringt.

Die Sprachnachricht funktioniert, weil sie unperfekt ist.

Das Zögern, das Abbrechen, das Nachschieben am Ende – all das ist Text.

Und die Frage, die dich nachts wachhält, ist fast immer ein besserer erster Satz als jede kunstvolle Metapher.

Etwa: Bin ich freundlich, oder habe ich bloß Angst vor Streit?

Mit so einem Satz hast du den Saal nach drei Sekunden.

Weil sich die Hälfte der Leute dieselbe Frage schon gestellt hat.

Also merke: Mild heißt nicht belanglos.

Mild heißt, du fängst bei dir an, aber noch nicht in der Tiefe.

Stufe 2 · Peperoni: Texte mit Adresse

Stufe 2 · Peperoni · Probierlöffel 8–14●●●●●
8

Der leere Stuhl

Würdest du jede Zeile auch sagen, wenn die Person, um die es geht, neben dir säße?

9

Das Ja, das Nein hieß

Ein Text an deinen Chef über die Überstunde, zu der du genickt hast.

10

An dein jüngeres Ich

Versprich nichts. Sag, was wirklich kommt, und warum es trotzdem geht.

11

Die Trennung mit dir als Witzfigur

Erzähl eine Trennung so, dass du selbst die komischste Rolle spielst.

12

Die späte Antwort

Jemand rief dir „Lächel doch mal“ hinterher. Schreib die Antwort, die dir damals fehlte.

13

Die Standardlüge

„Mir geht’s gut.“ „Ich bin drüber weg.“ Nimm deine häufigste Lüge als Titel.

14

Der Saal als Gegenüber

Sprich das Publikum direkt an, als würdest du ihm etwas schulden.

Auf Stufe zwei bekommt dein Text eine Adresse.

Er spricht nicht mehr über jemanden.

Er spricht mit jemandem.

Das verändert alles.

Ein Text über deinen Chef ist eine Beschwerde.

Ein Text an deinen Chef ist ein Risiko.

Und Risiko hört man.

Dein wichtigstes Werkzeug dafür ist der leere Stuhl aus Idee 8.

Schreib mit einem leeren Stuhl neben dir.

Frag dich bei jeder Zeile, ob du sie auch sagen würdest, wenn dort die Person säße, um die es geht.

Wenn ja, bleibt die Zeile.

Wenn nein, frag dich, warum nicht.

Manchmal lautet die Antwort: Weil die Zeile unfair ist.

Dann streich sie.

Manchmal lautet die Antwort: Weil sie wahr ist.

Dann behalte sie.

Kein Bullshit: Den Unterschied zwischen diesen beiden Antworten zu erkennen, ist das halbe Handwerk.

Noel denkt an seinen Kaktus-Text.

Der hatte keine Adresse.

Er hätte ihn jedem vorlesen können.

Und genau deshalb hat er niemanden getroffen.

Stufe 3 · Jalapeño: Scham als Kompass

Stufe 3 · Jalapeño · Probierlöffel 15–21●●●●●
15

Die rote Stelle

Wo du beim Schreiben einen Absatz löschen willst, weil er peinlich ist, schreibst du weiter.

16

Das gelöschte Foto

Das Bild, das du gelöscht hast, weil du dich nicht mochtest: Was wolltest du darauf zeigen?

17

Die Zeile, die zu weit geht

Markier sie, statt sie zu streichen. Prüf am nächsten Tag, ob sie unfair ist oder nur wahr.

18

Der schlechteste Gedanke

Der Gedanke, auf den du nicht stolz bist, als Pointe, ohne Relativierung am Ende.

19

Das offene Visier

Drei Witze über etwas, das wehtut, dann ein Satz ohne Witz.

20

Der Trost um zwei Uhr nachts

Was machst du, wenn du dich einsam fühlst? Schreib es auf, ohne dich zu schonen oder zu verurteilen.

21

Ich sag, ich mein

Ein Text aus Satzpaaren: was du sagst, und was du eigentlich meinst.

Ab hier wird es ungemütlich, und das ist Absicht.

Scham ist beim Schreiben ein erstaunlich zuverlässiger Kompass.

Die Stellen, an denen du rot wirst, sind fast immer die lebendigsten.

Nicht, weil Peinlichkeit an sich schon Kunst wäre.

Sondern weil du dort aufhörst, dich zu inszenieren.

Das Publikum spürt diesen Moment sofort.

Plötzlich schaut niemand mehr aufs Handy.

Besonders stark ist Idee 19, das offene Visier.

Ironie ist ein wunderbares Schild.

Aber wer nur hinter dem Schild steht, bleibt unsichtbar.

Mach deshalb drei Witze über dein Thema und lass dann einen Satz ohne Witz folgen.

Genau dieser Satz bleibt hängen.

Und Idee 21 ist eine kleine Maschine für ehrliche Zeilen.

Ich sag: Alles gut.

Ich mein: Frag bitte noch mal nach.

Noel lacht, als Heidrun ihm das vorliest.

Dann hört er auf zu lachen.

Er sagt ungefähr dreimal am Tag, dass alles gut ist.

Poetry Slam Ideen wachsen lassen: Ein Waschbär zwischen Chilipflanzen auf dem Bahnsteig eines Landbahnhofs
Ideen wachsen dort, wo du hinschaust · bahn-slam.de

Stufe 4 · Cayenne: Ehrlichkeit ohne Hintertür

Stufe 4 · Cayenne · Probierlöffel 22–28●●●●●
22

Keine Hintertür

Ein Thema, aus dem du dich nicht mit einer Pointe rausretten darfst.

23

Ein Grund statt eines Zitats

Beantworte vorher: Warum muss dieser Text jetzt raus?

24

Der Schubladentext

Schreib ihn, ohne ihn zeigen zu müssen. Über die Bühne entscheidest du danach.

25

Der Albtraum

Kein Deuten, kein Symbol: eine Szene mit einem einzigen konkreten Detail.

26

Ohne Lösung

Ein Schluss, der zugibt: Ich weiß es noch nicht.

27

Kein erzwungenes Happy End

Erzähl, was von damals heute noch da ist, statt zu behaupten, alles sei vorbei.

28

Der Tag ohne Berührung

Ein Tag, an dem dich niemand angefasst, angesprochen oder gemeint hat.

Cayenne brennt nach.

Diese Ideen auch.

Hier geht es nicht mehr um Peinlichkeit, sondern um Gewicht.

Und um eine Regel, die viele Slam-Texte brechen: das erzwungene Happy End.

Du kennst das.

Sechs Minuten Schmerz, dann eine letzte Strophe, in der plötzlich alles gut ist.

Das Publikum glaubt diese Strophe selten.

Ehrlicher ist oft ein offenes Ende.

Ein Text darf mit einer Frage aufhören.

Er darf zugeben, dass etwas noch nicht vorbei ist.

Das ist kein Scheitern.

Das ist Vertrauen in die Leute, die zuhören.

Genauso wichtig ist der Grund aus Idee 23.

Ein Lieblingszitat ist kein Grund, einen Text zu schreiben.

Ein Wettbewerb ist auch keiner.

Ein Grund klingt eher so: Ich muss das loswerden, sonst sage ich es irgendwann im falschen Moment zur falschen Person.

Andreas Buhr · „Storytelling lernen – Die Kraft von Geschichten“ · YouTube

Schau dir das Video an und achte darauf, an welcher Stelle eine Geschichte mehr bewegt als ein Argument.

Dann frag dich, welche deiner Ideen von Stufe vier eine Geschichte ist, die du bisher nur behauptet hast.

Noel probiert den Cayenne-Löffel und hustet.

„Wasser?“, fragt er.

Heidrun schüttelt den Kopf und schiebt ihm ein Glas Milch hin.

Stufe 5 · Habanero: nur mit Warnhinweis

!

ACHTUNG · STUFE 5
Bei zu viel Schärfe: Milch statt Wasser.

■ erst einem Menschen zeigen, dem du vertraust

■ eine Nacht darüber schlafen

■ zeigen wollen, nicht loswerden müssen

■ Menschen im Text schützen: Namen, Orte, Erkennbarkeit

■ Schreiben ersetzt keine Therapie

■ Telefonseelsorge: 0800 111 0 111, rund um die Uhr, kostenlos

Jetzt kommt die Stufe, bei der Heidrun ein Schild aufhängt.

Nicht aus Spaß.

Der Scharfstoff Capsaicin löst sich kaum in Wasser, deshalb hilft Milch besser als ein Glas aus dem Hahn.

Wer nach einer Habanero hastig Wasser trinkt, verteilt das Brennen eher.

Bei Texten ist es ähnlich.

Wer mit einer offenen Wunde auf die Bühne rennt, verteilt den Schmerz.

Auf sich, auf den Saal und manchmal auf Menschen, die im Text vorkommen und nie gefragt wurden.

Stufe fünf ist deshalb nur für Themen, die schon ein Stück weit verheilt sind.

Die Milch für solche Texte sind Menschen.

Zeig den Text zuerst jemandem, dem du vertraust.

Schlaf eine Nacht darüber.

Und frag dich ehrlich, ob du etwas zeigen oder etwas loswerden willst.

Schreiben kann viel, aber es ersetzt keine Therapie.

Und wenn dich beim Schreiben etwas überrollt: Die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr erreichbar, kostenlos unter 0800 111 0 111.

Stufe 5 · Habanero · Probierlöffel 29–33●●●●●
29

Die Formel aus der Wunde

Ein nie erzählter Moment, ein Bild statt eines Gefühls, kein „ich“ in der ersten Hälfte. Dann: Das war ich. Pause.

30

Der Brief, der nie abgeschickt wird

An deinen Vater, eine verlorene Freundin, dein jüngeres Ich. Abschicken musst du ihn nicht.

31

Die schwierigste Liebeserklärung

An jemanden, der dich klein gemacht hat: kein Dank, sondern ein Bericht, wer du trotzdem geworden bist.

32

Der Beleidigungszettel

Sammle, wie man dich genannt hat, und antworte mit dem, was stimmt.

33

Niemand zu beeindrucken

Schreib, als müsstest du weder gewinnen noch überzeugen. Nur ehrlich sein.

Die Formel aus Idee 29 ist übrigens eine der stärksten Techniken überhaupt.

Du beschreibst eine Szene, ohne zu sagen, wer darin steckt.

Das Publikum rutscht hinein, als wäre es seine eigene Erinnerung.

Dann ein kurzer Satz: Das war ich.

Und dann eine Pause.

Diese Pause ist kein Effekt.

Sie ist die Zeit, die der Saal braucht, um zu begreifen, dass du gerade etwas geteilt hast.

Probierlöffel-Test vor Stufe 4 und 5

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Heidruns Hausmarke: ein Satz, zehn Versionen

Heidruns Hausmarke · eine Wurst, zehn Soßen

DER SATZ

„Ich habe immer gesagt, dass es mir nichts ausmacht.“

Soße 1 · Kindheit

Mit acht sagte ich es zum ersten Mal, als der Platz neben mir im Bus frei blieb.

Soße 2 · Wut

Ich habe es gesagt, bis ihr es geglaubt habt. Jetzt nehme ich es zurück.

Soße 3 · Beziehung

Du hast gefragt, ob es mir etwas ausmacht, und ich habe genickt, als wäre Nicken ein Nein.

Soße 4 · Ironie

Es macht mir nichts aus, sagte ich und aß aus Trotz das dritte Stück Kuchen.

Soße 5 · Nachdenklich

Vielleicht heißt „nichts ausmachen“ nur, dass man es nicht ausmacht wie ein Licht.

Soße 6 · Gesellschaft

Wir sagen es alle, im Büro, in der Familie, im Zug, und niemand zählt mit.

Soße 7 · Sprachexplosion

Nichts. Macht. Mir. Aus. Vier Wörter, vier Türen, alle abgeschlossen.

Soße 8 · Fremder Blick

Die Wohnungstür erzählt, wie oft du sie leise geschlossen hast, statt sie zu knallen.

Soße 9 · Brief

Liebe Mama, es hat mir etwas ausgemacht. Ziemlich viel sogar.

Soße 10 · Stille

Du sagst den Satz dreimal, jedes Mal leiser, und dann nicht mehr.

Nummer 34 ist keine Idee, sondern eine Maschine für Ideen.

Heidrun nennt sie ihre Hausmarke: eine Wurst, zehn Soßen.

Du nimmst einen einzigen Satz, der dir etwas bedeutet.

Und dann schreibst du ihn in zehn Versionen.

Als Kindheitserinnerung, als Wutrede, als Liebesbrief, als Witz.

Aus der Sicht eines Gegenstands, als Blick auf die Gesellschaft, als leiser Schluss.

Nach zehn Versionen weißt du, welche davon ein Text werden will.

Meistens ist es nicht die erste.

Bonus: Nimm als Satz einen, den du wirklich schon gesagt hast.

Dann schreibst du nicht über irgendwen.

Dann schreibst du über dich.

Eine Idee reicht für heute. Nichts wird gespeichert.

Und Noel?

Drei Wochen später, wieder Dienstag, wieder der Wartesaal gegenüber.

Den Zettel aus dem Internet hat Noel nicht weggeworfen, aber er liegt jetzt zu Hause.

In der Jackentasche steckt ein neuer Text.

Er heißt „Alles gut“.

Es ist Idee 13, gemischt mit Idee 21: die Lüge, die er ständig erzählt, und was er dabei eigentlich meint.

Schärfe drei, vielleicht vier.

Keine Tabus, keine Schockwörter.

Nur ein Satz über seine Mutter am Telefon, den er in der Probe zweimal nicht herausbekommen hat.

Auf der Bühne kommt er heraus.

Der Saal wird still, nicht höflich still, sondern wach.

Noel wird Dritter.

Nach der Show kommt ein älterer Mann an ihm vorbei und sagt nur: „Alles gut, sag ich auch immer.“

Dann geht er.

Noel steht noch eine Weile da.

Kurz vor Mitternacht bestellt er bei Heidrun eine Currywurst.

Schärfe drei.

Er isst sie ohne Milch, mit rotem Kopf und ziemlich zufrieden.

„Und du?“, fragt er.

„Was isst du eigentlich?“

Heidrun grinst.

„Schärfe zwei, seit dreißig Jahren.“

„Ich muss sie nicht alle essen.“

„Ich muss nur wissen, welche meine ist.“

IMBISS AM GLEIS 1 · BESTELLUNG 23:52

1 × Currywurst

Schärfe ●●●●●

Milch: nein

Notiz: Stammgast. Hat seine Stufe gefunden. · H.

Also merke: 34 Ideen sind ein Angebot.

Du brauchst nur eine davon, aber die richtig.

Such dir deine Stufe, probier einen Löffel, und schreib so lange weiter, bis es dich etwas kostet.

Genau dort fängt dein Text an.

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Wenn du diese Techniken nicht nur lesen,
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Zweiunddreißig Schläge gegen die Stille. Wähle dein Gift.

Die Bahn als Schreibstudio Nr. 1 Die Bahn als Schreibstudio Schreiben in Bewegung Gefühle in Worte fassen Nr. 2 Gefühle in Worte fassen ohne kitschig zu werden Ich bin nicht nervös, ich bin geladen Nr. 3 Ich bin nicht nervös ich bin geladen 3 Uhr nachts Nr. 4 3 Uhr nachts Gedanken zwischen Stationen 120 Schläge Nr. 5 120 Schläge gegen die Gleichgültigkeit Niemand hält deinen Zug auf - 111 Impulse Nr. 6 Niemand hält deinen Zug auf 111 Impulse · Kein Trost Poetry Master Nr. 7 Poetry Master Stimme trifft Seele Genosse Waschbär - Bahn-Slam-Geschichten Nr. 8 Genosse Waschbär Bahn-Slam-Geschichten 147 Gründe, warum ich dich hasse Nr. 9 147 Gründe warum ich dich hasse Genosse Waschbär Band 10 – Was die Welt mir schuldet Nr. 10 Was die Welt mir schuldet Band 10 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 11 – Der konservative Waschbär Nr. 11 Der konservative Waschbär Band 11 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 12 – Der liberale Waschbär Nr. 12 Der liberale Waschbär Band 12 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 13 – Der grüne Waschbär Nr. 13 Der grüne Waschbär Band 13 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 14 – Der rechtskonservative Waschbär Nr. 14 Der rechtskonservative Waschbär Band 14 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 15 – Der populistische Waschbär Nr. 15 Der populistische Waschbär Band 15 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 16 – Der unpolitische Waschbär Nr. 16 Der unpolitische Waschbär Band 16 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 17 – Der schwule Waschbär Nr. 17 Der schwule Waschbär Band 17 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 18 – Die lesbische Waschbärin Nr. 18 Die lesbische Waschbärin Band 18 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 19 – Der Gen-Z-Waschbär Nr. 19 Der Gen-Z-Waschbär Band 19 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 20 – Der Ossi-Waschbär Nr. 20 Der Ossi-Waschbär Band 20 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 21 – Der Wessi-Waschbär Nr. 21 Der Wessi-Waschbär Band 21 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 22 – Der liberale Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 22 Der liberale Waschbär Band 22 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 23 – Der grüne Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 23 Der grüne Waschbär Band 23 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 24 – Der konservative Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 24 Der konservative Waschbär Band 24 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 25 – Der sozialdemokratische Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 25 Der sozialdemokratische Waschbär Band 25 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 26 – Der linke Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 26 Der linke Waschbär Band 26 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 27 – Der rechtspopulistische Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 27 Der rechtspopulistische Waschbär Band 27 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 28 – Der schwule Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 28 Der schwule Waschbär Band 28 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 29 – Die lesbische Waschbärin (Wahlprogramm) Nr. 29 Die lesbische Waschbärin Band 29 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 30 – Der Gen-Z-Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 30 Der Gen-Z-Waschbär Band 30 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 31 – Die unpolitische Waschbärin (Wahlprogramm) Nr. 31 Die unpolitische Waschbärin Band 31 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 32 – Das einzige Buch, das du über die Bahn lesen solltest Nr. 32 Alles über die Bahn Band 32 · Das einzige Buch, das du lesen solltest
— Stephan Pinkwart —

Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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