Geschichten schreiben: Wie du aus einem Gedanken einen Text machst, der niemanden kaltlässt

Eine Duftpyramide · Geschichten schreiben

Geschichten schreiben: Wie du aus einem Gedanken einen Text machst, der niemanden kaltlässt

Geschichten schreiben: Waschbär auf einem Koffer am nebligen Landbahnhof
Ein Koffer am nebligen Landbahnhof · bahn-slam.de

Geschichten schreiben kann Ilja, sagen alle.

Seine Texte sind lustig, flüssig, gut gebaut.

Und nach dem Applaus sind sie weg.

Am Samstag sucht er im Bahnhof ein Geschenk für seine Schwester.

In der Passage gibt es eine kleine Parfümerie.

Hinter dem Tresen steht Janka und taucht einen schmalen Papierstreifen in einen Flakon.

„Riech jetzt“, sagt sie.

Zitrone, hell, frisch.

„Und jetzt steck ihn ein und riech in einer Stunde noch mal.“

Ilja riecht nach einer Stunde am Streifen.

Die Zitrone ist weg.

Da ist etwas anderes, warm, holzig, schwer zu beschreiben.

„Das ist die Basisnote“, sagt Janka.

„Die Kopfnote verkauft den Duft.“

„Die Basisnote ist das, woran man sich erinnert.“

Ilja denkt an seine Texte.

Lauter Kopfnoten.

Ilja und Janka gibt es so nicht. Aber Texte, die beim ersten Hören glänzen und eine Stunde später verflogen sind, kennen viele.

Kennst du das?

Dein nächster Text wartet schon.

Er weiß, was er sagen will.

Die Frage ist: Lässt du ihn?

Meistens spielst du beim Schreiben die sichere Version von dir.

Die, die höflichen Applaus bekommt.

Die, die sich danach hohl anfühlt.

Dabei sitzt die Geschichte, die du eigentlich erzählen willst, schon in dir.

Sie sitzt im Magen, nicht im Kopf.

Und sie ist nicht höflich.

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Geschichten schreiben: vom Gedanken zur Basisnote

Duftpyramide einer Geschichte

Kopfnote

was passiert ist · verfliegt zuerst

Herznote

was wirklich passiert ist · trägt den Charakter

Basisnote

was du nie laut sagst · bleibt am längsten

Ein Parfüm entfaltet sich in drei Stufen.

Die Kopfnote riechst du sofort, und sie verfliegt am schnellsten.

Die Herznote kommt danach und trägt den Charakter.

Die Basisnote bleibt am längsten.

Geschichten funktionieren genauso.

Die meisten Texte haben nur eine Stufe: was passiert ist.

Manche haben zwei: was passiert ist und wie es sich angefühlt hat.

Die stärksten haben drei.

Die dritte ist die, die du nie laut sagst.

Sie bleibt im Saal, wenn du längst von der Bühne bist.

Got it! Die Nachhilfelehrerin · „Geschichten schreiben: Bring Spannung rein“ · YouTube

Ein Erklärvideo aus der Schule.

Achte darauf, welche Spannungstricks genannt werden – und welcher davon auch auf einer Bühne funktioniert.

Die Extraktion: wie du den Rohstoff findest

Extraktion · drei Satzanfänge, je dreißig Sekunden

Was ich dir nie gesagt habe, ist: ……………

Was ich an mir selbst am wenigsten mag, ist: ……………

Der Moment, in dem ich wusste, dass in mir etwas kaputtgegangen ist, war: ……………

Gegenüber: ein leerer Stuhl. Darauf, in Gedanken, der Mensch, dem du dabei nie in die Augen schauen würdest.

Nicht jeder Gedanke ist eine Geschichte.

Aber jede Geschichte beginnt mit einem Gedanken, den du nie laut gesagt hast.

Parfümeure gewinnen ihre Essenzen aus Rohstoffen: Blüten, Hölzern, Harzen.

Dein Rohstoff sind drei Satzanfänge.

Setz dich an einen Tisch und schieb einen leeren Stuhl gegenüber.

Dann schreib die drei Sätze zu Ende.

Nicht nachdenken.

Dreißig Sekunden pro Satz.

Was dabei herauskommt, ist roh, vielleicht unangenehm, vielleicht erschreckend direkt.

Das ist dein Ausgangsmaterial.

So kann so ein Rohstoff aussehen: „Was ich dir nie gesagt habe, ist: Ich war erleichtert, als du weggezogen bist, und habe mich dafür geschämt.“

Das ist kein schöner Satz.

Aber er riecht nach etwas.

Und wenn dabei etwas hochkommt, das dich allein überfordert: Sprich mit jemandem.

Die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr erreichbar, kostenlos unter 0800 111 0 111.

Der Kern darunter: worum es wirklich geht

Rohstoff-Etiketten · Anlass und Kern

Anlass

die Kindheit

Kern

nicht gesehen werden

Anlass

die Ex

Kern

nicht bleiben können

Anlass

die kaputte Waschmaschine

Kern

nicht genug sein

Deine Geschichte handelt fast nie von dem, wovon sie zu handeln scheint.

Die Geschichte über deine Kindheit handelt nicht von deiner Kindheit.

Die Geschichte über die kaputte Waschmaschine, die du dir nicht reparieren lassen kannst, handelt davon, dass du dich nicht genug fühlst.

Es geht fast immer um das Gefühl darunter.

Das klingt nach Therapie-Vokabular.

Ist es aber nicht.

Es ist Handwerk.

Schreib den Kern auf einen Zettel.

Dann schreib den Text.

Nicht über den Anlass.

Über den Kern.

Frag dich bei jedem Anlass: Und was steckt darunter?

Und darunter?

Meistens bist du beim dritten Mal angekommen.

Kampf der Künste TV · „Für Jemanden – Paulina Behrendt – Poetry Slam“ · YouTube

Ein Slamtext mit einem Titel, der schon eine Richtung vorgibt.

Achte darauf, für wen dieser Text geschrieben zu sein scheint – und was das mit dir beim Zuhören macht.

Wunde statt Thema

Thema oder Wunde?

ThemaWunde
Einsamkeit„An meinem dreißigsten Geburtstag habe ich um Mitternacht auf eine Nachricht gewartet, die nicht kam.“
Familie„Meine Mutter sagt am Telefon: Ich liebe dich. Und ich glaube ihr nicht.“
Selbstzweifel„Wenn mich jemand lobt, warte ich auf das Aber. Immer.“

Ein Thema ist ein Schlagwort.

Eine Wunde ist ein Moment.

Ein bestimmter, konkreter, schmerzender Moment mit Ort und Uhrzeit.

Das Publikum sitzt nicht im Schlagwort.

Es sitzt in diesem Moment.

Und dann: Geh hinein, nicht drumherum.

Die meisten kreisen ihre Wunden ein und beschreiben sie von außen.

Sie erklären, warum sie da sind und wie tief sie gehen.

Geh hinein.

Nicht: „Ich war einsam, und die Nacht schien endlos.“

Sondern: „Ich hab denselben Film dreimal geguckt, damit ich keine Geräusche hören musste, die gar nicht da waren.“

Nicht: „Unsere Beziehung war kompliziert.“

Sondern: „Am Ende haben wir uns nur noch beim Abwaschen berührt, und jeder hat so getan, als wäre es aus Versehen.“

Also merke: Genauigkeit ist eine Form von Ehrlichkeit.

Thema oder Wunde?

Welche Zeile ist eine Wunde und kein Thema?

Auflösung anzeigen

B. A ist ein Schlagwort, C eine Behauptung. B ist ein Moment mit Datum, Uhrzeit und einem Handy, das still bleibt. In diesem Moment sitzt das Publikum.

Zeigen statt erklären: die Anatomie einer Geschichte

Erklärt

„Als mein Vater ging, fühlte ich mich nicht liebenswert, und das hat mein Selbstbewusstsein geprägt.“

Gezeigt

„Mein Vater ist gegangen, als ich sieben war. Zwanzig Jahre lang habe ich Türen so leise zugezogen, dass sie nicht knallen.“

Dein Verstand will erklären.

Er will sichergehen, dass alle verstehen, was du durchgemacht hast.

Lass ihn diesmal nicht ans Steuer.

Das Publikum muss nicht verstehen.

Es muss fühlen.

Beide Fassungen oben sagen dasselbe.

Die eine lässt dich kalt.

Die andere lässt dich beim nächsten Türschließen kurz innehalten.

Rezepturkarte · Geschichte „Der Anzug“

Kopfnote

„Mein Anzug passte mir nicht. Nicht, weil er zu groß war. Sondern weil ich darin jemand anderes war.“

Herznote

„Drei Jahre später saß ich noch immer auf demselben Stuhl. Eine Kollegin fragte, wie ich hierhergekommen bin. Ich sagte: über einen Umweg. Ich meinte: über mein eigenes Gesicht.“

Basisnote

„Letzten Monat habe ich gekündigt. Nicht mutig, nicht aus Überzeugung. Sondern weil der Anzug anfing, nach mir zu riechen. Und ich weiß bis heute nicht, ob das gut ist oder schlimm.“

Beispieltexte, für diesen Beitrag geschrieben.

So sieht eine ganze Geschichte nach diesem Prinzip aus.

Kein einziges Mal fällt das Wort „authentisch“.

Kein einziges Mal steht da „Ich war unglücklich“.

Und trotzdem weißt du, wie es sich anfühlt.

Weil fast jeder schon einmal jemanden gespielt hat, der er nicht ist.

Und weil fast jeder schon einmal nicht wusste, ob Aufhören eine Niederlage ist oder eine Befreiung.

David Friedrich · „Reparatur“ · Kampf der Künste TV

Achte darauf, wo dieser Text zeigt und wo er erklärt.

Geschichten schreiben: Waschbär mit leerem Notizbuch im nächtlichen Zugabteil
Ein leeres Notizbuch im Nachtzug · bahn-slam.de

Sieben Fehlnoten und ihre Gegenmittel

Sieben Fehlnoten · und was dagegen hilft

F1

Das Allgemeine: „Einsamkeit ist ein Gefühl, das viele kennen …“
Gegenmittel: Schreib für eine einzige Person.

F2

Das Moral-Ende: „Und deshalb habe ich gelernt, mich selbst zu lieben.“
Gegenmittel: Hör mit einer offenen Frage auf, die du nicht beantwortest.

F3

Die geliehene Emotion: große Gefühle aus zweiter Hand.
Gegenmittel: Schreib über das, was du selbst kennst.

F4

Die Sicherheitszone: nett, okay, harmlos.
Gegenmittel: Nimm die Zeile, bei der du zögerst, und stell sie in die Mitte.

F5

Der lange Anlauf: drei Absätze übers Wetter.
Gegenmittel: Streich den Anfang. Dein echter Einstieg steht oft weiter unten.

F6

Die zu kluge Metapher: „ein Barometer im leeren Universum“.
Gegenmittel: Nimm das Bild, das jeder sofort versteht und das trotzdem trifft.

F7

Der Zeigefinger: „Und deshalb sollten wir alle …“
Gegenmittel: Die Geschichte ist die Botschaft.

Jede Parfümeurin kennt Fehlnoten: Gerüche, die einen Duft kippen lassen.

Texte haben auch welche.

Die hartnäckigste ist die Sicherheitszone.

Dein Text ist nett, er ist okay, er beleidigt niemanden.

Nett ist der Friedhof für Geschichten.

Das Gegenmittel steht im Kasten: die Zeile, bei der du zögerst, in die Mitte.

Und beim Ende gilt: lieber eine offene Tür als eine Lektion.

Nicht: „Jetzt bin ich frei.“

Sondern: „Ich stehe immer noch vor der offenen Tür und weiß nicht, ob ich raus will oder rein.“

Der Journalist Hunter S. Thompson prägte den sogenannten Gonzo-Journalismus, in dem der Reporter selbst Teil der Geschichte wird.

Du brauchst dafür keine Exzesse.

Aber dein Text braucht das Gefühl, dass du beim Schreiben etwas riskierst.

Hunter S. Thompson · „Why do you do drugs?“ · Dan St John

Achte darauf, wie direkt und ohne Absicherung hier geantwortet wird.

Übernimm die Direktheit, nicht den Rest.

Cole Rooty · „What Makes a Poem Good?“ · YouTube

Achte darauf, welche Kriterien genannt werden, und prüf deinen letzten Text an einem davon.

Dein Duftprotokoll

Die drei Noten einer Geschichte

Drei Noten · ein Moment

Kopfnote

„Ich habe meine Doktorarbeit abgegeben. Fünf Jahre Arbeit, sieben Uhr morgens, niemand da. Danach habe ich im Café einen Kaffee bestellt und ihn nicht getrunken.“

Herznote

„Fünf Jahre lang wollte ich beweisen, dass mein Vater unrecht hatte, als er sagte: Du bist nicht der Schlauste. Jetzt lag der Beweis in einem Briefkasten.“

Basisnote

„Und vor dem kalten Kaffee dachte ich: Was, wenn er recht hatte? Was, wenn fünf Jahre nur beweisen, dass ich verzweifelt genug war, um weiterzumachen?“

Hier ist ein vollständiges Beispiel.

Derselbe Moment, drei Wahrheiten.

Die Kopfnote erzählt, was passiert ist.

Die Herznote erzählt, was wirklich auf dem Spiel stand.

Die Basisnote erzählt, was du nie laut sagen würdest.

Wenn du nur eine Note schreibst, riecht der Text nach einer Stunde nach nichts.

Wenn du alle drei schreibst, bleibt er.

Das Publikum fragt sich nicht, ob du authentisch bist.

Es denkt nicht darüber nach.

Es spürt es.

Es spürt, wenn du dich schützt.

Es spürt, wenn du die sichere Version erzählst und um die Wunde herumgehst.

Und es spürt das Gegenteil.

Wenn jemand oben sagt, was er nie laut gesagt hat, verändert sich etwas im Raum.

Man kann es nicht messen, aber man kann es hören: Es wird still.

Nichts wird gespeichert. Das hier ist nur für dich.

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Und Ilja?

Zehn Tage später liest Ilja auf der Lesebühne im Bahnhofscafé einen neuen Text.

Er beginnt wie immer mit einem Witz.

Der Saal lacht.

Dann kommt die Herznote.

Und dann ein Satz, den er vorher niemandem gezeigt hat.

Es wird still.

Nicht höflich still.

Die andere Stille.

Nach der Lesung steht Janka am Tresen.

Sie hat den Riechstreifen von damals mitgebracht, in einer kleinen Tüte.

„Riech mal“, sagt sie.

Der Streifen riecht immer noch, ganz leise, nach Holz.

Auf die Tüte hat sie etwas geschrieben.

Eau de Texte

Ilja No. 1

Kopf: ein Witz über den Anzug

Herz: drei Jahre am falschen Platz

Basis: ein Satz, der bleibt

Also merke: Hör auf, die sichere Version von dir zu spielen.

Nicht auf der Bühne.

Auf dem Papier.

Beim ersten Wort.

Deine Duftpyramide: Geschichten zum Mitnehmen

Nimm Iljas Duftpyramide mit an deinen eigenen Schreibtisch.

Denn eine gute Geschichte ist aufgebaut wie ein feines Parfüm.

Oben die frische Kopfnote, in der Mitte das Herz, unten die Basis.

Die Basisnote ist das, was ganz am Ende noch nachbleibt.

Die folgenden Hacks helfen dir, aus einem Gedanken eine Geschichte zu mischen.

Jeder davon macht deinen Text tiefer und länger nachwirkend.

Hack 1: Finde die Basisnote

Dein erster Hack ist, die Basisnote deiner Geschichte zu finden.

Die Basisnote ist das Gefühl, das ganz unten alles trägt.

Worum geht es wirklich, unter der Oberfläche der Handlung?

Vielleicht um Sehnsucht, um Verlust, um die Suche nach Halt.

Wenn du diese Basis kennst, bekommt alles andere Richtung.

Die Basisnote ist das, was nach dem Text noch nachklingt.

Hack 2: Extrahier den Rohstoff

Ein kluger Hack ist, den Rohstoff zu extrahieren.

Jede Geschichte beginnt mit einem echten Erlebnis oder Gefühl.

Zieh aus deinem Leben den konzentrierten Kern heraus.

Nicht die ganze lange Geschichte, sondern ihr dichtes Herz.

Dieser Rohstoff ist das Öl, aus dem dein Duft entsteht.

Je echter der Rohstoff, desto stärker später der Duft.

Hack 3: Such die Wunde statt das Thema

Ein tiefer Hack ist, die Wunde zu suchen statt das Thema.

Ein Thema ist nur die Oberfläche, etwa „eine Reise“.

Die Wunde darunter ist das, was wirklich wehtut oder brennt.

Vielleicht die Angst, nie irgendwo anzukommen.

Schreib über die Wunde, dann wird deine Geschichte echt.

Das Publikum spürt sofort, ob da eine echte Wunde ist.

Beispiel Schritt für Schritt

Finde die Basisnote, das tiefe Gefühl deiner Geschichte. Extrahier aus deinem Leben den dichten Kern. Such die Wunde unter dem Thema. Zeig sie in Bildern, statt sie zu erklären. So mischst du aus einem Gedanken eine echte Geschichte.

Hack 4: Zeig, statt zu erklären

Ein wichtiger Hack ist, zu zeigen, statt zu erklären.

Schreib nicht „er war einsam“, sondern zeig den leeren Teller.

Statt Gefühle zu benennen, zeig die Bilder, die sie auslösen.

Ein konkretes Bild wirkt stärker als jede Erklärung.

Das Publikum will sehen und spüren, nicht belehrt werden.

Zeigen lässt Raum, Erklären macht alles eng und flach.

Hack 5: Bau die drei Noten

Ein kluger Hack ist, die drei Noten bewusst zu bauen.

Die Kopfnote ist dein Anfang, der sofort Aufmerksamkeit weckt.

Die Herznote ist die Mitte, in der die Geschichte atmet.

Die Basisnote ist der Schluss, der lange nachbleibt.

Achte darauf, dass alle drei Noten zusammenpassen.

So entsteht ein runder Duft statt loser Einzelteile.

Hack 6: Meide die Fehlnoten

Ein feiner Hack ist, die Fehlnoten zu meiden.

Manche Zutaten verderben den ganzen Duft deiner Geschichte.

Klischees, Füllwörter, ein aufgesetztes, falsches Ende.

Riech an deinem Text und spür, wo es unecht wird.

Streich jede Stelle, die nach billiger Zutat riecht.

So bleibt dein Duft klar, echt und unverwechselbar.

Häufige Fehler beim Geschichtenschreiben

Ein paar Stolperfallen kehren hier immer wieder.

  • Die tiefe Basisnote der Geschichte gar nicht suchen.
  • Die ganze lange Geschichte statt des dichten Kerns erzählen.
  • An der Oberfläche bleiben statt die Wunde zu suchen.
  • Gefühle erklären, statt sie in Bildern zu zeigen.
  • Anfang, Mitte und Schluss nicht aufeinander abstimmen.
  • Klischees und Fehlnoten im Text stehen lassen.

Wer diese Fehler meidet, mischt Geschichten, die lange nachwirken.

Merksatz

Eine Geschichte ist aufgebaut wie ein Parfüm aus drei Noten. Finde die Basisnote, extrahier den dichten Rohstoff, such die Wunde statt das Thema, zeig statt zu erklären und meide die Fehlnoten.

Deine Geschichten-Hacks auf einen Blick

Hier findest du alle Hacks noch einmal in Kurzform zum Mitnehmen.

  • Basisnote: Das tiefe Gefühl unter der Geschichte finden.
  • Rohstoff extrahieren: Den dichten Kern aus dem Leben ziehen.
  • Wunde statt Thema: Unter die Oberfläche gehen.
  • Zeigen statt erklären: Gefühle in Bildern zeigen.
  • Drei Noten: Anfang, Mitte und Schluss abstimmen.
  • Fehlnoten meiden: Klischees und Füllwörter streichen.

Mini-Übung

Nimm ein Erlebnis und schreib in einem Satz die Wunde darunter auf. Zeig diese Wunde dann in drei Bildern, ohne sie zu benennen. Prüf, welches Bild als Basisnote am längsten nachklingt.

Ein ermutigender Schluss

Eine Geschichte zu schreiben ist wie das Mischen eines feinen Dufts.

Ilja muss nur lernen, die Basisnote zu finden.

Trau dich, unter das Thema zur echten Wunde zu gehen.

Zeig sie in Bildern und bau deine drei Noten sauber auf.

Dann lässt deine Geschichte niemanden im Saal kalt.

Und ihre Basisnote bleibt noch lange in der Luft.

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— Stephan Pinkwart —

Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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