Freestyle Poetry Slam: Wenn dein Kopf schneller brennt als dein Blatt Papier

Eine OL-Karte · Freestyle

Freestyle Poetry Slam: Wenn dein Kopf schneller brennt als dein Blatt Papier

Freestyle Poetry Slam: Waschbär schnuppert an einem Orientierungslauf-Posten neben einer Bahnstrecke im Nebel
Ein Posten im Nebel, direkt an der Strecke · bahn-slam.de

Donnerstag, 21:40 Uhr, Open Mic im alten Güterschuppen am Bahnhof.

Die Moderatorin hält ein Bierglas voller Zettel hoch und ruft die Freestyle-Runde aus.

Freestyle Poetry Slam heißt hier: drei Wörter aus dem Publikum, zwei Minuten, kein Zettel.

Mina, 24, hat sich vorher in die Liste eingetragen, weil es mutig klang.

Jetzt steht sie am Mikro.

Die drei Wörter: Fahrkarte, Regen, Mutter.

Mina öffnet den Mund.

Nichts.

Nicht mal ein falscher Satz.

Nur weißes Rauschen hinter der Stirn.

Nach vierzig Sekunden sagt sie „Sorry“ und geht zurück an ihren Platz.

Der Applaus ist freundlich.

Das macht es schlimmer.

An der Theke sitzt Gottfried, 71.

Er zeichnet seit Jahrzehnten Karten für Orientierungsläufe, und Mina kennt ihn aus dem Verein.

Er zieht einen Bierdeckel heran und malt ein Dreieck, sechs Kreise und einen Doppelkreis.

Keine Linien dazwischen.

„Du bist ohne Karte losgerannt“, sagt er.

„Du brauchst keinen Weg“, sagt er dann.

„Du brauchst Posten.“

Mina und Gottfried gibt es so nicht. Aber das weiße Rauschen hinter der Stirn kennt fast jeder, der schon einmal ohne Zettel am Mikro stand.

Kennst du das?

Du hast Texte im Kopf, seitenweise.

Aber sobald nichts mehr auf dem Papier steht, ist dein Kopf ein leerer Bahnsteig um drei Uhr nachts.

Dieser Beitrag gibt dir keine Garantie.

Er gibt dir eine Karte.

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Freestyle Poetry Slam: laufen ohne vorgezeichneten Weg

OL-Karte · Bahn „Freestyle“Maßstab 1 : 10 000
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offen: hier läufst du schnellDickicht: hier stockst duWasser: StilleHöhenlinien: AufregungBahnlinie: Auffanglinie
Violett: deine Posten. Keine Linien dazwischen – den Weg läufst du live.

Beim Orientierungslauf bekommst du eine Karte mit einer Bahn.

Die Bahn besteht aus Posten, violetten Kreisen, im Wald markiert mit orange-weißen Fähnchen.

Den Weg zwischen zwei Posten wählt niemand für dich.

Du entscheidest ihn im Laufen.

Genau so funktioniert Freestyle.

Du weißt nicht, welche Sätze kommen.

Aber du kannst wissen, wo du vorbeikommen willst.

Kurz zur Einordnung, damit keine falschen Bilder entstehen:

Beim klassischen Poetry Slam trägst du eigene Texte vor, meistens gut vorbereitet.

Freestyle begegnet dir trotzdem, bei Open Mics, in Impro-Runden, in Workshops oder als spontane Zugabe.

Auch dann ist es dein eigener Text.

Er entsteht nur in dem Moment, in dem du ihn sprichst.

Und das macht Angst.

Nicht die Menschen im Saal machen Angst.

Der Kontrollverlust macht Angst.

Dabei ist der leere Kopf kein Versagen.

Er ist eine Einladung.

An alles, was du erlebt, gefühlt, verdrängt und gehofft hast.

Kein anderer Mensch hat genau deine Mischung aus Erinnerungen, Wunden, Witzen und Wut.

Das ist dein Kapital beim Freestyle.

Also merke:

Du musst den Weg nicht kennen.

Du musst deine Posten kennen.

Was im Kopf passiert, wenn der Zettel fehlt

Charles Limb · „Your brain on improv“ · TED

Achte beim Zuschauen darauf, wie Limb Improvisation im Labor untersucht – und welche Frage ihn dabei antreibt.

Forschende in den USA haben 2012 zwölf Freestyle-Rapper in einen Hirnscanner gelegt.

Einmal rappten sie einen auswendig gelernten Text, einmal improvisierten sie.

Beim Improvisieren war ein Bereich im vorderen Stirnhirn aktiver, der mit Antrieb und dem Verknüpfen von Informationen zu tun hat.

Ein seitlicher Bereich, der beim Überwachen und Kontrollieren mitarbeitet, war weniger aktiv.

Vereinfacht gesagt: Der innere Aufpasser tritt einen Schritt zurück.

Er verschwindet nicht.

Er redet nur leiser.

Aber hier kommt der Haken:

Auf der Bühne erlebst du am Anfang oft das Gegenteil.

Der Aufpasser brüllt.

„Darf ich das sagen?“

„Klingt das gut?“

„Was denken die anderen?“

Dein Körper schaltet auf Alarm, als stünde da unten kein Publikum, sondern eine Gefahr.

Herz rast, Mund trocken, Kopf leer.

Das ist kein Charakterfehler.

Das ist ein uraltes Schutzprogramm, das zwischen Säbelzahntiger und drittem Tisch links keinen Unterschied macht.

Die gute Nachricht:

Du kannst es trainieren.

Nicht wegdrücken.

Umleiten.

Kurze Frage

Was haben Forschende 2012 bei improvisierenden Rappern im Hirnscanner beobachtet?

Auflösung anzeigen

B. Beim Improvisieren war ein Bereich im vorderen Stirnhirn aktiver, ein seitlicher Bereich fürs Überwachen und Kontrollieren weniger aktiv. Das Gehirn schaltet also nicht ab. Der innere Aufpasser wird nur leiser – und genau das kannst du üben.

Posten 1: Das Gefühl ist deine Leitlinie

PostenbeschreibungBahn Freestyle · 6 Posten
Nr.
Code
Posten
Merkmal
△
–
Start
eine Stunde vor dem Auftritt
1
31
Das Gefühl
„Was trage ich gerade wirklich in mir?“
2
32
Der Körper
Wo sitzt es: Bauch, Brust, Hals?
3
33
Die Auffanglinie
ein Rückfall-Satz, kurz und wahr
4
34
Der Trockenlauf
drei Minuten, Timer, kein Stopp
5
35
Der Wettkampf
das kleinste Open Mic, das du findest
6
36
Die Stille
drei Sekunden aushalten, dann zurück zum Gefühl
◎
–
Ziel
der letzte Satz landet beim Anker

Der wichtigste Posten liegt nicht auf der Bühne.

Er liegt eine Stunde davor.

Frag dich dann eine einzige Sache:

Was trage ich gerade wirklich in mir?

Nicht, was interessant klingt.

Nicht, worüber du reden könntest.

Sondern was heute schwer ist, was leicht ist, was offen ist.

Das ist dein Anker.

Kein Thema.

Ein Gefühl.

Das Thema ist die Landkarte.

Das Gefühl ist der Motor.

Drei Beispiele, damit es greifbar wird:

Scham: Du wachst auf und denkst sofort an den Satz, den du gestern gesagt hast.

Wut, die du geschluckt hast: Jemand war heute ungerecht, und du hast wie immer nichts gesagt.

Sehnsucht ohne Adresse: Du vermisst etwas und weißt nicht mal, was.

Die Sehnsucht ist der schwierigste Anker.

Und der stärkste, weil fast alle im Saal sie kennen.

Auf der Bühne musst du keines dieser Gefühle aussprechen.

Es muss nur mitlaufen.

Du redest über dein Frühstück, und darunter liegt die Scham.

Du redest über den Regen, und darunter liegt der Druck.

Das Publikum hört das, ohne dass du es erklärst.

Beim Orientierungslauf gibt es dafür ein Wort: Leitlinie.

Ein Bach, ein Weg, ein Zaun, dem du folgst, ohne ständig auf die Karte zu schauen.

Dein Gefühl ist so ein Bach.

Du folgst ihm einfach.

Posten 2: Speicher den Anker im Körper

Geländeprobe · Wo sitzt dein Anker?

Scham

Bauch · Brust · Hals

oft da, wo du schluckst

Wut, geschluckt

Kiefer · Fäuste · Nacken

oft da, wo du presst

Sehnsucht

Brustbein · Schultern

oft da, wo du sinkst

Keine Diagnose, nur ein Suchbild. Bei dir kann es woanders sitzen. Wichtig ist nur, dass du weißt, wo.

Das klingt esoterisch.

Mach es trotzdem.

Wenn du dein Gefühl gefunden hast, halt es nicht im Kopf fest.

Der Kopf ist genau das Teil, das auf der Bühne gleich ausfällt.

Frag lieber: Wo sitzt es?

Im Bauch?

In der Brust?

Im Hals, als Kloß?

Geschluckte Wut sitzt bei vielen im Kiefer oder in den Fäusten.

Sehnsucht eher im Brustbein oder in den Schultern.

Spür hin.

Atme dorthin.

Lass es da sein, ohne es wegzumachen.

Wenn auf der Bühne der Kopf leer wird, weiß der Körper noch, wo er war.

Eine Hand auf die Stelle, ein Atemzug, und du bist wieder am Posten.

Freestyle Poetry Slam: Waschbär auf einer Fußgängerbrücke blickt auf sich verzweigende Gleise
Viele Gleise, freie Wahl: der Blick von der Brücke · bahn-slam.de

Mina hat das an einem Sonntagmorgen ausprobiert, zwischen zwei Läufen im Wald.

Ihr Gefühl war schnell gefunden: immer die Letzte zu sein.

Es saß im Hals.

Seitdem weiß sie, wo sie hinfassen muss.

Posten 3: Die Auffanglinie heißt Rückfall-Satz

Kartenausschnitt · Auffanglinie
Posten: dein Gefühl
▼ vorbei­gelaufen: Kopf leer
▲ zurück zum Posten
Auffanglinie = Rückfall-Satz

Jetzt kommt das Werkzeug, das dich rettet.

Beim Orientierungslauf gibt es die Auffanglinie.

Das ist etwas Großes hinter dem Posten, das du nicht verfehlen kannst, zum Beispiel eine Bahnlinie.

Läufst du am Posten vorbei, stoppt sie dich.

Du weißt sofort wieder, wo du bist.

Auf der Bühne ist deine Auffanglinie ein einziger Satz: der Rückfall-Satz.

Er ist kein Lückenfüller und keine Ausrede.

Er ist eine Brücke zurück zum Gefühl.

Er beschreibt deinen Anker in so wenigen Wörtern wie möglich.

Drei Beispiele, nicht zum Klauen, nur zum Verstehen:

Scham: „Ich hab heute Morgen in den Spiegel geschaut und dann schnell weg.“

Wut: „Ich sag das jetzt, auch wenn es keiner hören will.“

Sehnsucht: „Ich vermisse etwas und weiß nicht mehr, was.“

Nicht brillant.

Nicht clever.

Aber wahr.

Und von diesem Satz aus kommst du überall hin.

Zum Spiegel.

Zu deinem Vater.

Zur Frau an der Supermarktkasse.

Alles führt zurück, weil der Anker das Gewicht trägt, nicht du.

Nichts wird gespeichert. Schreib ihn hier rein – und danach auf einen Zettel, den du beim Üben in der Hosentasche trägst.

Trockenlauf im Wald, Wettkampf im Keller

Meryl Streep · „Meryl Streep on Acting“ · American Film Institute

Achte darauf, wie über Vorbereitung gesprochen wird: Was lässt sich planen – und was passiert erst im Moment?

Jetzt kommt der Teil, den fast alle überspringen wollen.

Du testest den Anker unter Druck.

Allein.

Im Zimmer, vor dem Spiegel oder im Wald, wo dich keiner hört.

Timer auf drei Minuten.

Kein Stopp.

Lass dir drei Wörter geben, von einer Freundin, aus einem Buch, vom Werbeplakat an der Haltestelle.

Du startest beim Gefühl.

Wenn nichts kommt, sagst du den Rückfall-Satz.

Dann weiter.

Die ersten Durchgänge klingen schrecklich.

Wie ein Schultheaterstück mit Grippe.

Das ist egal.

Kein Bullshit: Du übst nicht, gut zu klingen.

Du übst, echt zu klingen.

Klingt paradox, aber Spontaneität wächst durch Wiederholung.

Nach vielen Durchgängen ist der Rückfall-Satz kein Gedanke mehr, sondern ein Reflex.

Wie der Griff zum Handy, ohne hinzuschauen.

Dann geh raus.

Nicht zum großen Slam.

Zum kleinsten Open Mic, das du finden kannst.

Café, Keller, Hinterzimmer.

Geh ohne Text hin, nur mit Anker und Auffanglinie.

Marion Cotillard · „Marion Cotillard can’t sing like Édith Piaf“ · BBC

Der Titel verrät schon, was nicht klappt. Achte darauf, wie jemand über eine eigene Grenze spricht – und was das mit dem Raum macht.

Laufzettel vor dem Start

Fehlstempel: vier Fehler beim Freestyle

KontrollkarteName: Mina · Bahn: Freestyle
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6

Fehlstempel · falscher Posten

✕F1 · klug klingen wollen
✕F2 · jede Stille zuschütten
✕F3 · den Lachern hinterherrennen
✕F4 · über das Gefühl reden statt aus ihm

Beim Orientierungslauf gibt es den Fehlstempel: Du warst am falschen Posten.

Hier sind die vier häufigsten beim Freestyle.

Fehler 1: Du willst klug klingen.

Du denkst mitten im Satz: „Jetzt eine gute Metapher!“

Heraus kommt: „Das Leben ist wie ein … äh … Zug, der … fährt.“

Quatsch.

Sag lieber etwas Kleines, das stimmt.

Fehler 2: Du schüttest jede Stille zu.

Drei Sekunden ohne Wort fühlen sich an wie drei Minuten.

Also redest du panisch drauflos.

Lass die Stille stehen.

Atme.

Geh zum Anker zurück.

Von außen sieht Stille nach Absicht aus, nicht nach Panne.

Fehler 3: Du rennst den Lachern hinterher.

Das Publikum lacht einmal, und ab da machst du nur noch Witze.

Zehn Minuten später lachen alle, und keiner ist berührt.

Humor ist erlaubt.

Aber er läuft auf der Leitlinie, nicht daneben.

Fehler 4: Du redest über das Gefühl statt aus ihm.

„Ich möchte heute über Scham sprechen …“

Nein.

Nein.

Nein.

Sag lieber: „Heute hab ich im Supermarkt meine alte Klassenlehrerin gesehen und bin mit vollen Taschen den langen Gang zurückgelaufen.“

Das ist Scham.

Ohne dass das Wort fällt.

Charles Bukowski · „Charles Bukowski’s Crappy Life“ · Blank on Blank

Achte darauf, wie viele konkrete Bilder in einem gesprochenen Interview stecken – und wie wenig davon erklärt wird.

David Friedrich · „Den Slam kenne ich schon“ · Kampf der Künste TV

Achte darauf, wie ein Auftritt mit dem spielt, was das Publikum schon zu kennen glaubt.

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Und Mina?

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Bahn gültig.

Gottfrieds Bierdeckel, vier Wochen später.

Vier Wochen später, gleicher Güterschuppen, gleiche Moderatorin, gleiches Bierglas.

Mina hat sich wieder eingetragen.

Diesmal kennt sie ihren Posten: die Letzte zu sein.

Die drei Wörter aus dem Publikum: Koffer, Hund, Sonntag.

Sie legt eine Hand an den Hals.

Und fängt an.

Mit dem Hund, der immer als Letzter aus dem Park zurückkommt.

Nach einer Minute verliert sie den Faden.

Drei Sekunden Stille.

Dann sagt sie: „Ich war schon wieder die Letzte am Bahnsteig.“

Der Saal wird ruhig.

Diesmal ist es die gute Stille.

Von da aus läuft sie weiter, zum Koffer, der nie ausgepackt wurde, zum Sonntag, an dem keiner am Gleis gewartet hat.

Sie landet beim letzten Satz, ohne zu wissen, wie.

Nach der Runde schiebt Gottfried ihr den Bierdeckel über die Theke.

Sechs Kreise, jetzt mit einem kleinen Kreuz in jedem.

Darunter steht: „Bahn gültig.“

Also merke:

Freestyle ist kein Talent, das vom Himmel fällt.

Es ist ein Lauf, den du trainieren kannst.

Such dir heute deinen Anker.

Schreib deinen Rückfall-Satz auf.

Und dann lauf los.

Deine OL-Karte: Freestyle zum Mitnehmen

Nimm die Karte eines Orientierungslaufs mit auf deine Bühne.

Denn Freestyle ist Laufen ohne vorgezeichneten Weg.

Du hast kein Blatt, nur dein Gefühl und ein paar feste Punkte.

Trotzdem findest du mit der richtigen Technik sicher ans Ziel.

Die folgenden Hacks sind deine Posten für den freien Lauf.

Jeder davon gibt dir Halt, wenn der Zettel fehlt.

Hack 1: Nimm das Gefühl als Leitlinie

Dein erster Hack ist, das Gefühl als Leitlinie zu nehmen.

Ohne Zettel brauchst du eine innere Richtung.

Dein Gefühl zum Thema ist diese Leitlinie durch den Text.

Frag dich: was empfinde ich dabei gerade wirklich?

Folg diesem Gefühl, dann verläufst du dich nicht.

Das Gefühl führt dich sicherer als jeder auswendige Satz.

Hack 2: Speicher einen Anker im Körper

Ein kluger Hack ist, einen Anker im Körper zu speichern.

Beim Freestyle hilft ein fester Punkt, zu dem du zurückkehrst.

Das kann eine Geste, ein Stand oder ein Atemzug sein.

Wenn du den Faden verlierst, kehr zu diesem Anker zurück.

Dein Körper gibt dir Halt, wenn der Kopf gerade leer ist.

Der Anker ist dein fester Posten mitten im freien Lauf.

Hack 3: Halt einen Rückfall-Satz bereit

Ein praktischer Hack ist, einen Rückfall-Satz bereitzuhalten.

Das ist ein Satz, den du immer sagen kannst, egal was kommt.

Eine Frage, eine Wiederholung, ein ruhiges „lass mich kurz denken“.

Dieser Satz ist deine Auffanglinie, wenn nichts mehr kommt.

Mit ihm überbrückst du die Stille und findest den Faden wieder.

Ein guter Rückfall-Satz nimmt die Angst vor dem freien Reden.

Beispiel Schritt für Schritt

Wähl ein Gefühl als deine Leitlinie. Speicher eine Geste als Anker im Körper. Leg dir einen Rückfall-Satz zurecht. Üb den freien Lauf erst im sicheren Rahmen. So meisterst du den Freestyle.

Hack 4: Mach den Trockenlauf im Wald

Ein kluger Hack ist, den Trockenlauf im Wald zu machen.

Kein Läufer startet den Wettkampf ohne Übungsrunden.

Üb den Freestyle erst allein oder vor Freunden.

Sprich frei über ein zufälliges Wort, ohne Druck und Publikum.

So gewöhnst du dich an das Gefühl des freien Laufs.

Der Wettkampf im Keller fällt danach viel leichter.

Hack 5: Vertrau der Karte

Ein mutiger Hack ist, deiner inneren Karte zu vertrauen.

Beim Freestyle darfst du nicht ständig an dir zweifeln.

Vertrau darauf, dass dein Gefühl dich zum nächsten Posten führt.

Wer ständig stehen bleibt und zweifelt, verliert den Flow.

Lauf mutig weiter, auch wenn der Weg noch nicht sichtbar ist.

Oft zeigt sich der nächste Schritt erst beim Laufen.

Hack 6: Meide die Fehlstempel

Ein kluger Hack ist, die typischen Fehlstempel zu meiden.

Ein Fehler ist, zu schnell und planlos loszurennen.

Ein anderer ist, in Panik ganz stehen zu bleiben.

Auch das verzweifelte Festhalten an einem Wort bremst dich.

Kenn diese Fehler und bleib ruhig, wenn sie drohen.

Wer sie vermeidet, läuft frei und doch sicher.

Häufige Fehler beim Freestyle

Ein paar Stolperfallen kehren hier immer wieder.

  • Ohne eine innere Leitlinie einfach drauflosreden.
  • Keinen Anker im Körper haben, zu dem man zurückkehrt.
  • Keinen Rückfall-Satz für die Stille bereithalten.
  • Den Freestyle nie im sicheren Rahmen üben.
  • Ständig zweifeln und den Flow verlieren.
  • In Panik planlos rennen oder ganz stehen bleiben.

Wer diese Fehler meidet, findet im freien Lauf sicher ans Ziel.

Merksatz

Freestyle ist Laufen ohne vorgezeichneten Weg. Nimm das Gefühl als Leitlinie, speicher einen Anker im Körper, halt einen Rückfall-Satz bereit, üb im Trockenlauf und vertrau deiner inneren Karte.

Deine Freestyle-Hacks auf einen Blick

Hier findest du alle Hacks noch einmal in Kurzform zum Mitnehmen.

  • Gefühl als Leitlinie: Dem eigenen Empfinden folgen.
  • Anker im Körper: Eine Geste zum Zurückkehren.
  • Rückfall-Satz: Eine Auffanglinie für die Stille.
  • Trockenlauf: Den Freestyle erst sicher üben.
  • Der Karte vertrauen: Mutig weiterlaufen statt zweifeln.
  • Fehlstempel meiden: Nicht planlos rennen oder erstarren.

Mini-Übung

Wähl ein zufälliges Wort und sprich eine Minute frei darüber. Wähl vorher ein Gefühl als Leitlinie und einen Rückfall-Satz. Spür, wie dich diese zwei Posten tragen.

Ein ermutigender Schluss

Freestyle wirkt wie Zauberei und ist doch reine Technik.

Du brauchst nur eine Leitlinie, einen Anker und etwas Mut.

Trau dich, dem Gefühl zu folgen und weiterzulaufen.

Halt deinen Rückfall-Satz bereit und vertrau deiner Karte.

Dann brennt dein Kopf schneller als jedes Blatt Papier.

Und du findest auch ohne Zettel sicher ans Ziel.

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Zweiunddreißig Schläge gegen die Stille. Wähle dein Gift.

Die Bahn als Schreibstudio Nr. 1 Die Bahn als Schreibstudio Schreiben in Bewegung Gefühle in Worte fassen Nr. 2 Gefühle in Worte fassen ohne kitschig zu werden Ich bin nicht nervös, ich bin geladen Nr. 3 Ich bin nicht nervös ich bin geladen 3 Uhr nachts Nr. 4 3 Uhr nachts Gedanken zwischen Stationen 120 Schläge Nr. 5 120 Schläge gegen die Gleichgültigkeit Niemand hält deinen Zug auf - 111 Impulse Nr. 6 Niemand hält deinen Zug auf 111 Impulse · Kein Trost Poetry Master Nr. 7 Poetry Master Stimme trifft Seele Genosse Waschbär - Bahn-Slam-Geschichten Nr. 8 Genosse Waschbär Bahn-Slam-Geschichten 147 Gründe, warum ich dich hasse Nr. 9 147 Gründe warum ich dich hasse Genosse Waschbär Band 10 – Was die Welt mir schuldet Nr. 10 Was die Welt mir schuldet Band 10 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 11 – Der konservative Waschbär Nr. 11 Der konservative Waschbär Band 11 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 12 – Der liberale Waschbär Nr. 12 Der liberale Waschbär Band 12 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 13 – Der grüne Waschbär Nr. 13 Der grüne Waschbär Band 13 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 14 – Der rechtskonservative Waschbär Nr. 14 Der rechtskonservative Waschbär Band 14 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 15 – Der populistische Waschbär Nr. 15 Der populistische Waschbär Band 15 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 16 – Der unpolitische Waschbär Nr. 16 Der unpolitische Waschbär Band 16 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 17 – Der schwule Waschbär Nr. 17 Der schwule Waschbär Band 17 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 18 – Die lesbische Waschbärin Nr. 18 Die lesbische Waschbärin Band 18 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 19 – Der Gen-Z-Waschbär Nr. 19 Der Gen-Z-Waschbär Band 19 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 20 – Der Ossi-Waschbär Nr. 20 Der Ossi-Waschbär Band 20 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 21 – Der Wessi-Waschbär Nr. 21 Der Wessi-Waschbär Band 21 · Bahn-Slam-Geschichten Genosse Waschbär Band 22 – Der liberale Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 22 Der liberale Waschbär Band 22 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 23 – Der grüne Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 23 Der grüne Waschbär Band 23 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 24 – Der konservative Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 24 Der konservative Waschbär Band 24 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 25 – Der sozialdemokratische Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 25 Der sozialdemokratische Waschbär Band 25 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 26 – Der linke Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 26 Der linke Waschbär Band 26 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 27 – Der rechtspopulistische Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 27 Der rechtspopulistische Waschbär Band 27 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 28 – Der schwule Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 28 Der schwule Waschbär Band 28 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 29 – Die lesbische Waschbärin (Wahlprogramm) Nr. 29 Die lesbische Waschbärin Band 29 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 30 – Der Gen-Z-Waschbär (Wahlprogramm) Nr. 30 Der Gen-Z-Waschbär Band 30 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 31 – Die unpolitische Waschbärin (Wahlprogramm) Nr. 31 Die unpolitische Waschbärin Band 31 · Wahlprogramm Genosse Waschbär Band 32 – Das einzige Buch, das du über die Bahn lesen solltest Nr. 32 Alles über die Bahn Band 32 · Das einzige Buch, das du lesen solltest
— Stephan Pinkwart —

Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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