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Sogar die Sanierung gegen Verspätung ist verspätet
Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 2 Minuten (gefühlt 90)

Ein Mitarbeiter der Bauaufsicht prüft den Fortschritt der Generalsanierung. Foto: wpa (Symbolbild)
Berlin (wpa) – Die Deutsche Bahn hat nach eigenen Angaben einen historischen Meilenstein erreicht. Erstmals verspätet sich nicht nur der Verkehr, sondern auch der Kampf dagegen.
Die generalsanierte Strecke Hamburg–Berlin ging sechs Wochen später in Betrieb als geplant. Die Strecke Nürnberg–Regensburg schaffte immerhin drei Wochen Verzögerung.
„Wir wollten ein System, in dem sich alle Teile aufeinander verlassen können“, erklärte Infrastrukturvorstand Jürgen Gleisbett. „Jetzt ist es so weit.“
„Die Sanierung ist genauso unpünktlich wie die Züge. Das Gesamtbild stimmt endlich wieder.“
Kritiker hatten bemängelt, die Generalsanierung sei teurer und langsamer als geplant. Die Züge seien hinterher trotzdem nicht pünktlicher.
Die Bahn weist das zurück. Man liege voll im Zeitplan – nur eben in einem anderen.
Als Konsequenz kündigte der Konzern an, die Verspätung der Sanierung zu sanieren. Ein Zeitplan dafür werde nachgereicht.
Er ist aktuell verspätet.
Insgesamt sind bis 2036 über 40 Korridore vorgesehen. Zwei davon sind abgeschlossen.
Bei beiden lag die Bauzeit über dem Plan. Die Abweichung betrug im Schnitt 38 Tage.
Der Konzern hat daraus Konsequenzen gezogen. Künftig wird die Verzögerung von vornherein eingeplant.
Damit sei die Sanierung wieder pünktlich, heißt es. Nur eben später.
Der Bundesverkehrsminister nannte die Fortschritte beachtlich. Er reiste zur Pressekonferenz mit dem Dienstwagen.
Fahrgastverbände fordern verbindliche Termine. Die Bahn hält das für einen Widerspruch in sich.
Ein Termin, den man einhalten könne, sei kein ehrgeiziger Termin. Man wolle sich nicht unterfordern.
Die Generalsanierung hat 1,4 Milliarden Euro gekostet und 41 Wochen gedauert.
Erneuert wurden Gleise, Weichen und Signaltechnik. Das war nötig und ist gelungen.
Nicht erneuert wurde die Kapazität. Sie war nicht Gegenstand des Auftrags.
Der Auftrag lautete Sanierung, nicht Ausbau. Ausbau wird aus dem Titel für Aus- und Neubau finanziert.
Der steht bei null.
Auf der sanierten Strecke fahren die Züge inzwischen wieder. Sie fahren so wie vorher.
Der Unterschied ist, dass sie jetzt auf neuen Gleisen aufeinander warten.
+++ MÜLLEIMER-TICKER +++
+++ Generalsanierung 1,4 Milliarden Euro und 41 Wochen – Gegenstand war die Sanierung, nicht der Ausbau +++
+++ Der Haushaltstitel für Aus- und Neubau steht bei null +++
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