Automat fragt, was du dir heute leisten kannst

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Automat fragt, was du dir heute leisten kannst

Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (Bedarf anerkannt)

Waschbär steht vor einem Fahrkartenautomaten in einer leeren Bahnhofsunterführung

Der Chefredakteur rechnet nach. Es fehlt etwas. Foto: wpa (Symbolbild)

Nürnberg (wpa) – Die Fahrkartenautomaten im Regionalverkehr fragen ab Oktober nach dem verfügbaren Betrag. Der Fahrpreis richtet sich danach.

Die Frage kommt in Schritt vier. Sie lautet, wie viel Sie heute ausgeben können.

Eingegeben wird eine Zahl. Diese Zahl ist der Fahrpreis.

Einen Höchstwert gibt es nicht. Der Mindestwert liegt bei 2,90 Euro.

„Wir werden den Lebenslagen gerecht“, erklärt Tarifreferent Klaus Indexweise. Gerecht wird der Automat der Angabe.

Geführt wird die Neuerung als soziale Komponente. Im Nachhaltigkeitsbericht.

Dort steht sie unter Teilhabe. Beziffert mit null Euro Mehrkosten.

Null Euro, weil niemand weniger zahlt als vorher. Der Mindestwert liegt über dem alten Kurzstreckenpreis.

Wer mehr eingibt, zahlt mehr. Wer weniger eingeben will, kommt nicht weiter.

Der Automat wiederholt die Frage. Nach dreimal bricht der Vorgang ab.

Abgebrochen wird ohne Fahrkarte. Gezählt wird das als Nutzerabbruch.

Nutzerabbrüche gehen in die Auswertung ein. Sie gelten als Hinweis auf Bedienprobleme.

Bedienprobleme werden mit Schulungen beantwortet. Geschult wird das Personal.

Personal gibt es an diesem Automaten nicht. Der Bahnhof ist seit 2017 unbesetzt.

Die Datenschutzprüfung ist durch. Der eingegebene Betrag wird nicht gespeichert.

Er wird nur zur Preisberechnung verwendet. Das ist der Unterschied.

Im Regelsatz für Alleinstehende sind rund 50,50 Euro für Verkehr vorgesehen. Das Deutschlandticket kostet 63.

Wer 50,50 eingibt, bekommt eine Fahrkarte über denselben Betrag. Sie gilt für eine Fahrt.

Für den Monat reicht das nicht. Monatskarten verkauft der Automat nicht.

Monatskarten gibt es online. Dort fragt keiner nach dem verfügbaren Betrag.

Dort wird der Preis genannt. Er beträgt 63 Euro.

Einen Sozialtarif gibt es. Berechtigt ist, wer einen Nachweis vorlegt.

Zu beantragen ist der Nachweis persönlich bei der Kommune. Die sitzt 22 Kilometer entfernt.

22 Kilometer fährt man mit dem Zug. Für den Zug braucht man die Fahrkarte.

Für die vergünstigte Fahrkarte braucht man den Nachweis.

Frau Gronau ist 58 und seit zwei Jahren ohne Arbeit. Sie fährt dreimal die Woche zu einer Maßnahme.

Sie hat am Automaten 4,80 eingegeben. Das war der alte Preis der Strecke.

Sie sagt, das sei fair gewesen.

+++ MÜLLEIMER-TICKER +++

+++ Der Nachweis für den Sozialtarif ist persönlich 22 Kilometer entfernt zu beantragen +++

+++ Bearbeitungsgebühr 5 Euro, am Automaten eingegeben 4,80 – das war der alte Preis der Strecke +++

Achtung, Satire: Personen, Zitate und Pressestellen sind frei erfunden — im Gegensatz zu den Verspätungen.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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