Bei der Bahn kostet Nachdenken zwei Prozent pro Minute

⚠ Störungsinfo: Auf diesem Abschnitt der Website fällt der Ernst bis auf Weiteres aus. Es verkehrt ein Satire-Ersatzverkehr. Wir bitten, die Freude zu entschuldigen.

Bei der Bahn kostet Nachdenken zwei Prozent pro Minute

Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (Preis kann steigen)

Dynamischer Preis Satire: Waschbär sitzt vor einem Laptop an einem Küchentisch und blickt angespannt

49 Euro. Jetzt 54. Jetzt 61. Foto: wpa (Symbolbild)

Hamburg (wpa) – Die Preise im Buchungssystem der Bahn steigen jetzt während der Buchung. Zwei Prozent pro Minute.

Begründet wird das mit der Nachfrage. Jemand anderes könnte ja denselben Platz wollen. In einem Zug, der halb leer fährt.

„Wir bilden die Wirklichkeit ab“, sagt Vertriebsleiter Ingo Tarifhoheit. Abgebildet wird, wie lange man zögert.

Ein Ticket für 49 Euro kostet nach zehn Minuten 59. Nach einer halben Stunde 88. Wer überlegt, wird bestraft.

Die durchschnittliche Buchungsdauer lag bei 14 Minuten. Seit der Umstellung sinkt sie. Aus Angst, nicht aus Freude.

Jetzt sind es sechs Minuten. Der Konzern nennt das Effizienzgewinn.

Bewertet wird, wie lange man auf der Seite bleibt. Wer lange sucht, gilt als entschlossen.

Entschlossene zahlen mehr. Das ist der ganze Trick.

Lange sucht, wer eine komplizierte Verbindung braucht. Kompliziert ist es überall da, wo kaum noch Züge fahren.

Wer eine Direktverbindung hat, ist in vierzig Sekunden durch. Wer dreimal umsteigt, zahlt den Aufschlag.

Der höchste Preis geht damit an den mit dem schlechtesten Angebot.

Fahrgastverbände sprechen von Druck. Der Konzern sagt, eine Entscheidung brauche eben Zeit. Zeit kostet jetzt Geld.

Besonders betroffen sind ältere Kunden. Sie brauchen im Schnitt 22 Minuten.

Für sie gibt es eine Ausnahme. Sie dürfen telefonisch buchen.

Die Servicenummer hat 40 Minuten Wartezeit. In der Warteschleife steigt der Preis nicht.

Er steigt erst, wenn jemand abnimmt. Das sagt vorher keiner.

Der Bundesverband der Verbraucherzentralen hat abgemahnt. Eine Antwort steht aus.

Die Bahn verweist auf die Fluggesellschaften. Da mache man das doch auch.

Bei den Fluggesellschaften steigt der Preis zwischen zwei Besuchen. Nicht beim Tippen. Aber das ist dem Konzern zu fein.

Der Unterschied wird geprüft. Zuständig ist eine Abteilung in Berlin. Die hat gerade viel zu tun.

Im Testbetrieb gab es einen Effekt, den keiner wollte. Die Leute brachen ab.

Die Abbruchquote stieg von 12 auf 44 Prozent. Der Umsatz sank um 9.

Der Konzern hält trotzdem daran fest. Man setze auf Gewöhnung.

Erste Kunden haben sich gewöhnt. Sie öffnen die Seite mit fertiger Entscheidung.

Andere buchen woanders. Auch das wird gezählt.

In der Auswertung heißt das Nachfragerückgang. Schuld ist dann die Wirtschaftslage.

Frau Rothaug ist 52 und braucht zwei Umstiege. Die Suche dauerte elf Minuten.

Ihr Preis stieg dabei um 14 Euro. Sie hat es gemerkt und neu gesucht.

Beim zweiten Mal war er höher.

+++ MÜLLEIMER-TICKER +++

+++ Die Verweildauer auf der Buchungsseite geht in den Preis ein – wer lange sucht, gilt als entschlossen +++

+++ Lange sucht, wer eine komplizierte Verbindung braucht +++

Achtung, Satire: Personen, Zitate und Pressestellen sind frei erfunden — im Gegensatz zu den Verspätungen.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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