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Sparpreis künftig nur noch für Fahrten, die nicht stattfinden
Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (Preis kann steigen)

19,90 Euro. Der Zug fällt aus. Foto: wpa (Symbolbild)
Berlin (wpa) – Die Deutsche Bahn hat ihre Sparpreise neu geordnet. Angeboten werden sie künftig vor allem für Züge mit hoher Ausfallwahrscheinlichkeit.
Der Preis beginnt bei 19,90 Euro. Er gilt für Verbindungen mit einer Prognose unter 40 Prozent.
„Wir geben den Rabatt dorthin, wo er hingehört“, erklärte Vertriebsleiter Ingo Tarifhoheit.
Wer einen zuverlässigen Zug buchen will, zahlt den Flexpreis. Dieser liegt bei 129 Euro.
Die Differenz begründet der Konzern mit der Nachfrage. Verlässlichkeit sei ein knappes Gut.
Fahrgastverbände nennen das eine Zumutung. Pünktlichkeit dürfe kein Aufpreis sein.
Die Bahn hält dagegen. Man verkaufe keine Pünktlichkeit sondern eine Wahrscheinlichkeit.
Berechnet wird diese aus den Daten der vergangenen zwölf Monate. Berücksichtigt werden Strecke und Wochentag.
Besonders günstig sind Fahrten am Montagmorgen. Dort liegt die Prognose bei 31 Prozent.
Ausgebucht sind diese Züge dennoch. Der Preis wirkt stärker als die Prognose.
Im ersten Monat wurden 400.000 Sparpreise verkauft. Davon betrafen 340.000 die günstigste Stufe.
Von diesen Zügen fielen 190.000 aus. Erstattet wurde in 60.000 Fällen.
Der Rest hat keinen Antrag gestellt. Das Verfahren gilt als aufwendig.
Es umfasst vier Seiten und eine Unterschrift. Bearbeitet wird es in Frankfurt.
Für Vielbucher gibt es eine Vereinfachung. Ab dem zehnten Ausfall entfällt die Unterschrift.
Das Formular bleibt bestehen. Es wird dann nur abgeheftet.
Der Bundesrechnungshof hat das Modell geprüft. Er nennt es rechnerisch schlüssig.
Kritisiert wird die Wirkung auf die Statistik. Ausfälle sind nun eingepreist.
Damit gelten sie nicht mehr als Störung. Sie sind Teil des Angebots.
Die Pünktlichkeitsquote steigt dadurch um vier Punkte. Der Effekt war nicht beabsichtigt.
Er wird trotzdem ausgewiesen. Man wolle nichts verschweigen.
Für 2028 ist eine dritte Preisstufe geplant. Sie gilt für Züge, die es nicht gibt.
+++ MÜLLEIMER-TICKER +++
+++ Sparpreis nur für Ausfälle – die Nachfrage ist überraschend hoch +++
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