Sparpreis gibt es jetzt nur für Züge, die wahrscheinlich ausfallen

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Sparpreis gibt es jetzt nur für Züge, die wahrscheinlich ausfallen

Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (Preis kann steigen)

Sparpreis Satire: Waschbär steht vor einer Anzeigetafel in einer Bahnhofshalle und hält eine Fahrkarte

19,90 Euro. Der Zug fällt aus. Foto: wpa (Symbolbild)

Berlin (wpa) – Die Deutsche Bahn hat ihre Sparpreise neu geordnet. Billig wird es jetzt vor allem bei Zügen, die wahrscheinlich ausfallen.

Der Preis beginnt bei 19,90 Euro. Er gilt für Verbindungen mit einer Prognose unter 40 Prozent.

„Wir geben den Rabatt dorthin, wo er hingehört“, sagt Vertriebsleiter Detlef Ausfallrabatt. Er gehört zum Risiko.

Rabattiert wird die Unzuverlässigkeit. Wer billig fährt, fährt vielleicht gar nicht.

Wer einen zuverlässigen Zug will, zahlt den Flexpreis. Der liegt bei 129 Euro.

Die Differenz begründet der Konzern mit der Nachfrage. Verlässlichkeit sei ein knappes Gut.

Knapp ist sie, das stimmt, und teuer macht sie das. Pünktlichkeit kostet jetzt 109 Euro Aufschlag.

Fahrgastverbände nennen das eine Zumutung. Pünktlichkeit dürfe kein Aufpreis sein.

Die Bahn hält dagegen. Man verkaufe keine Pünktlichkeit, sondern eine Wahrscheinlichkeit.

Herr Dell hat wenig Geld und nimmt den Sparpreis. Er bucht damit einen Zug, der wohl ausfällt.

Für 19,90 fährt er günstig ins Ungewisse. Für Sicherheit fehlt ihm der Flexpreis.

Der Vorstand nennt das Modell nachfragegerecht. Gerecht bekommt der Arme das Risiko, der Reiche die Fahrt.

Ein Sparpreis, der die Ausfälle verbilligt, macht den Ausfall zum Angebot. Gekauft wird die Panne, günstig.

Der Minister lobt die differenzierte Preisstruktur. Differenziert wird nach Geldbeutel, nicht nach Ziel.

Gemessen wird die Auslastung der billigen Züge, nicht ihre Zuverlässigkeit. Voll sind die unsicheren, teuer die sicheren.

Wer sich Pünktlichkeit nicht leisten kann, fährt auf Wahrscheinlichkeit. Die liegt unter 40 Prozent, für 19,90.

Für den zuverlässigen Zug gibt es keinen Sparpreis. Zuverlässigkeit ist jetzt ein Premiumprodukt.

So verkauft die Bahn ihre Ausfälle, indem sie sie rabattiert. Billig ist, was wahrscheinlich nicht fährt.

19,90 fürs Risiko, 129 für die Fahrt, dieselbe Strecke. Das ist die neue Preisordnung.

Die Bahn gibt den Sparpreis nur noch für Züge mit einer Ausfallprognose über 60 Prozent, und wer sicher ankommen will, zahlt 129 Euro. Herr Dell bucht für 19,90 die Wahrscheinlichkeit, verkauft werde ja keine Pünktlichkeit.

+++ MÜLLEIMER-TICKER +++

+++ Bei 19 Minuten Verspätung bleibt die Zugbindung, der Anschluss ist bei sechs Minuten Umsteigezeit weg +++

+++ Nachzulösen ist der Flexpreis, das Dreifache +++

Achtung, Satire: Personen, Zitate und Pressestellen sind frei erfunden — im Gegensatz zu den Verspätungen.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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