Verspätung endet jetzt immer bei 59 Minuten, gerundet nach unten

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Verspätung endet jetzt immer bei 59 Minuten, gerundet nach unten

Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 2 Minuten (abgerundet)

Fahrgastrechte Entschädigung Satire: Waschbär steht am Bahnsteig und hält ein zerknittertes Formular in den Pfoten

Ein Fahrgast mit seinem Antrag. Er wird gleich abgerundet. Foto: wpa (Symbolbild)

Nürnberg (wpa) – Ab 60 Minuten Verspätung haben Reisende Anspruch auf Entschädigung. Die Bahn führt dazu eine neue Rundungsregel ein.

Gerundet wird künftig immer nach unten. Verspätungen enden deshalb häufig bei 59 Minuten.

„Das ist reine Mathematik“, sagt Abteilungsleiter Frank Abrundung. Zufälle gibt es bei uns nicht.

Kein Zufall, dass so viele bei 59 landen. Gerundet wird bis knapp unter den Anspruch.

Im Juli lagen 8.400 Züge exakt bei diesem Wert. Statistiker nennen das bemerkenswert.

8.400-mal genau 59 Minuten, das ist keine Statistik, das ist eine Absicht. Gerundet wurde an der Grenze der Entschädigung.

Frau Dietze wartete gefühlt über eine Stunde. Auf dem Papier waren es 59 Minuten.

Ihr Anspruch fehlte um eine Minute, gerundet. Entschädigt wird ab 60, gemessen wurde 59.

Fahrgäste können weiter einen Antrag stellen. Er umfasst vier Seiten und eine Unterschrift.

Vier Seiten für eine Verspätung, die schon weggerundet ist. Der Antrag ist länger als die fehlende Minute.

Die Bearbeitung dauert im Schnitt elf Wochen. Auch hier wird nach unten gerundet.

Der Vorstand nennt die Rundung eine einheitliche Methodik. Einheitlich landet die Verspätung bei 59.

Eine Rundungsregel, die immer knapp unter den Anspruch führt, ist keine Mathematik, sondern ein Trick. Gerundet wird gegen den Fahrgast.

Der Minister lobt die transparente Berechnung der Verspätung. Transparent endet sie bei 59 Minuten.

Gemessen wird die gerundete Minute, nicht die erlebte. Erlebt wurde über eine Stunde, gezählt 59.

Im vergangenen Jahr gingen 2,7 Millionen Anträge ein. Bewilligt wurde knapp die Hälfte.

Für die andere Hälfte gilt die Rundung oder das Formular. Beide führen knapp am Anspruch vorbei.

So spart die Bahn die Entschädigung, indem die Verspätung bei 59 endet. Eine Minute fehlt, jedes Mal.

59 Minuten, 8.400 Züge, vier Seiten, elf Wochen. Das ist die Rundungsregel.

Die Bahn rundet Verspätungen jetzt immer nach unten, sodass viele bei 59 Minuten enden, eine unter dem Anspruch, im Juli 8.400 Züge. Reine Mathematik, sagt sie, und Frau Dietze wartete gefühlt länger als die 59, die gezählt wurden.

+++ MÜLLEIMER-TICKER +++

+++ 41 Prozent der entschädigungsnahen Verspätungen enden zwischen 55 und 59 Minuten – erwartbar wären acht +++

+++ Erfasst wird der Zeitpunkt des Halts, nicht der Türöffnung +++

Achtung, Satire: Personen, Zitate und Pressestellen sind frei erfunden — im Gegensatz zu den Verspätungen.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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