Die Bahn misst Pünktlichkeit jetzt in Jahreszeiten, die Quote steigt auf 99 Prozent

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Die Bahn misst Pünktlichkeit jetzt in Jahreszeiten, die Quote steigt auf 99 Prozent

Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 2 Minuten (rundungsbedingt: 0)

Pünktlichkeit Bahn Satire: Waschbär steht neben einer großen altmodischen Stoppuhr auf einem Tisch

Das neue Messgerät im Konzern. Es kennt nur vier Werte. Foto: wpa (Symbolbild)

Berlin (wpa) – Die Deutsche Bahn ändert ihre Messmethode für Pünktlichkeit. Statt in Minuten wird künftig in Jahreszeiten gerechnet.

Ein Zug gilt als pünktlich, wenn er in der geplanten Jahreszeit ankommt. Die Quote steigt damit auf 99 Prozent.

„Minuten sind viel zu kleinteilig“, sagt Statistikleiter Ludwig Kalenderblatt. „Damit wird man niemandem gerecht.“

Gerecht wird man jetzt der Statistik. Der Fahrgast war nie gemeint.

Bisher galten sechs Minuten als Grenze. Diese Regel habe zu viel Druck erzeugt.

Der Druck lag auf dem Betrieb, nicht auf der Uhr. Also wurde die Uhr getauscht.

Das eine fehlende Prozent betrifft Züge über Silvester. Sie kommen im Folgejahr an.

Über Silvester wird aus Verspätung ein Jahreswechsel. Pünktlich ist erst die nächste Saison.

Fahrgastverbände kritisieren die Methode als geschönt. Die Bahn hält das für eine Frage der Perspektive.

„Wer im Sommer losfährt und im Sommer ankommt, hatte eine gute Reise“, so Kalenderblatt. Der Sommer dauert drei Monate.

Drei Monate sind der neue Puffer. In den passt jede Verspätung.

Die neue Methode gilt ab dem Fahrplanwechsel. Umgestellt werden sämtliche Statistiken rückwirkend.

Rückwirkend verbessert sich auch die Vergangenheit. Sie war immer pünktlich, man wusste es nur nicht.

Damit verbessert sich das Jahr 2024 deutlich. Es liegt nun bei 98,7 Prozent.

Frau Ehlers stand im Winter zwei Stunden am Gleis. Ihr Zug gilt jetzt als pünktlich.

Er kam im selben Winter an. Die Jahreszeit stimmte, die Uhr nicht.

Erarbeitet wurde das Verfahren von einer Beratungsfirma. Sie rechnete 14 Monate und drei Millionen Euro.

Drei Millionen für eine größere Einheit. Gemessen wird jetzt gröber, dafür teurer.

Der Bundesrechnungshof hat Bedenken angemeldet. Eine Kennzahl müsse unterscheiden können.

Von Minuten zu Jahreszeiten, 99 Prozent pünktlich, drei Millionen Euro, 2024 rückwirkend bei 98,7. Frau Ehlers stand zwei Stunden im Winter, und weil ihr Zug im selben Winter kam, war er pünktlich.

+++ MÜLLEIMER-TICKER +++

+++ Bezugsgröße von Zug auf Jahreszeit umgestellt, Quote 99 Prozent +++

+++ Beide Werte stehen im Bericht: auf Seite 4 und auf Seite 118 +++

Achtung, Satire: Personen, Zitate und Pressestellen sind frei erfunden — im Gegensatz zu den Verspätungen.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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