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Bahn misst Pünktlichkeit jetzt in Jahreszeiten
Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 2 Minuten (rundungsbedingt: 0)

Das neue Messgerät im Konzern. Es kennt nur vier Werte. Foto: wpa (Symbolbild)
Berlin (wpa) – Die Deutsche Bahn ändert ihre Messmethode für Pünktlichkeit. Statt in Minuten wird künftig in Jahreszeiten gerechnet.
Ein Zug gilt als pünktlich, wenn er in der geplanten Jahreszeit ankommt. Die Quote steigt damit auf 99 Prozent.
„Minuten sind viel zu kleinteilig“, sagt Statistikleiter Ludwig Rundung. „Damit wird man niemandem gerecht.“
Bisher galten sechs Minuten als Grenze. Diese Regel habe zu viel Druck erzeugt.
Das eine fehlende Prozent betrifft Züge über Silvester. Sie kommen im Folgejahr an.
Fahrgastverbände kritisieren die Methode als geschönt. Die Bahn hält das für eine Frage der Perspektive.
„Wer im Sommer losfährt und im Sommer ankommt, hatte eine gute Reise“, so Rundung.
Die neue Methode gilt ab dem Fahrplanwechsel. Umgestellt werden sämtliche Statistiken rückwirkend.
Damit verbessert sich auch das Jahr 2024 deutlich. Es liegt nun bei 98,7 Prozent.
Erarbeitet wurde das Verfahren von einer Beratungsfirma. Sie berechnete 14 Monate und 3 Millionen Euro.
Der Bundesrechnungshof hat Bedenken angemeldet. Eine Kennzahl müsse unterscheiden können.
Die Bahn hält dagegen. Ihre Kennzahl unterscheide sehr wohl, nämlich zwischen Frühling und Herbst.
Fahrgäste bemerken von der Umstellung wenig. Der Zug kommt, wann er kommt.
Ein Pendler aus Solingen zog trotzdem Bilanz. Er sei seit vier Jahreszeiten pünktlich.
Für den Güterverkehr wird eine eigene Größe geprüft. Da soll künftig in Ernten gerechnet werden.
Die alte Methode entsprach europäischen Vorgaben. Die gelten weiterhin.
Für Brüssel wird deshalb parallel in Minuten gemessen. Zwei Statistiken bestehen nebeneinander.
Veröffentlicht wird nur eine. Die andere liegt vor.
Gemessen wird gegen die planmäßige Ankunft. Pünktlich ist, wer unter sechs Minuten bleibt.
Neu ist die Bezugsgröße. Bisher war es der einzelne Zug, künftig die Jahreszeit.
Eine Jahreszeit gilt als pünktlich, wenn sie im vorgesehenen Quartal liegt.
Der Winter lag im vorgesehenen Quartal. Der Frühling auch.
Damit springt die Quote auf 99 Prozent. Ein Wert fiel heraus.
Herausgefallen ist der Herbst. Er begann elf Tage zu spät.
Der einzelne Zug wird weiter gemessen. Veröffentlicht wird die neue Größe.
Beide Werte stehen im Bericht. Auf Seite 4 und auf Seite 118.
Für 2028 ist die nächste Stufe geplant. Dann zählt nur noch das Jahrzehnt.
+++ MÜLLEIMER-TICKER +++
+++ Bezugsgröße von Zug auf Jahreszeit umgestellt, Quote 99 Prozent +++
+++ Beide Werte stehen im Bericht: auf Seite 4 und auf Seite 118 +++
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