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Bahn kauft Herkunftsnachweise für Ökostrom — der Strom bleibt, wo er ist
Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 2 Minuten (bilanziell)

Das Papier reist. Der Strom kommt von nebenan. Foto: wpa (Symbolbild)
Berlin (wpa) – Die Bahn weist für ihren Bahnstrom einen Grünstromanteil von 100 Prozent aus. Die Angabe ist korrekt.
Sie beruht auf Herkunftsnachweisen. Das sind handelbare Papiere.
Ein Herkunftsnachweis bescheinigt, dass eine Kilowattstunde aus erneuerbarer Erzeugung stammt. Er kann getrennt vom Strom verkauft werden.
Genau das geschieht. Der Nachweis reist, der Strom bleibt.
Erworben wurden Nachweise über 2,1 Terawattstunden. Der Preis lag bei 0,4 Cent je Kilowattstunde.
Das ist günstig. Es ist der Marktpreis für das Papier, nicht für den Strom.
Der physische Bezug hat sich nicht verändert. Er stammt aus demselben Erzeugungsmix wie im Vorjahr.
Das ist kein Vorwurf. Ein anderer Bezug ist netztechnisch nicht darstellbar.
Strom fließt dorthin, wo der Widerstand am geringsten ist. Er fragt nicht nach dem Zertifikat.
Die Bilanz fragt danach. Sie ist eine Rechengröße und als solche richtig.
In der Nachhaltigkeitsberichterstattung steht die Rechengröße. Der physische Mix steht im Anhang.
Energiereferentin Sabine Herkunftsnachweis nannte das Verfahren europaweit etabliert. Das trifft zu.
Etabliert ist auch die Kritik daran. Sie ist im Bericht als Rahmenbedingung erwähnt.
Für 2030 ist ein Wechsel zu direkten Lieferverträgen vorgesehen. Diese binden Erzeugung und Abnahme aneinander.
Bis dahin gilt die Bilanz. Sie kostet 8,4 Millionen Euro im Jahr und bewegt keine Kilowattstunde.
+++ MÜLLEIMER-TICKER +++
+++ 2,1 Terawattstunden Herkunftsnachweise zu 0,4 Cent je Kilowattstunde +++
+++ Physischer Strombezug unverändert – ausgewiesener Grünstromanteil 100 Prozent +++
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