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Nach zwölf Jahren Forschung: Fahrgäste setzen sich dorthin, wo frei ist
Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (Platz besetzt)

Fensterplatz. Er war frei. Foto: wpa (Symbolbild)
Hamburg (wpa) – Eine Studie hat untersucht, ob Fahrgäste den Fenster- oder den Gangplatz bevorzugen. Sie lief zwei Jahre.
Befragt wurden 6100 Menschen. Die Kosten lagen bei 380.000 Euro.
Das Ergebnis: 52 Prozent wollen ans Fenster. 48 Prozent an den Gang.
Bei der Nachfrage kam eine zweite Antwort. 89 Prozent nehmen, was frei ist.
„Das ist ein wichtiger Befund“, sagt Marktforscher Detlef Reihensitz. Für 380.000 Euro hat er herausgefunden, was jeder Zugbegleiter gratis erzählt hätte.
Aus der Studie folgen keine Maßnahmen. Die Sitzverteilung bleibt unverändert.
Ein Zug hat pro Reihe zwei Fenster- und zwei Gangplätze. Das Verhältnis ist ausgeglichen.
Bei Vierergruppen mit Tisch liegt es anders. Dort sind alle vier Plätze am Fenster.
Diese Gruppen sind beliebt. Sie sind zuerst besetzt.
Wer allein reist, meidet sie. Man sitzt sich gegenseitig gegenüber.
Das ergab eine frühere Studie. Sie kostete 210.000 Euro.
Ihre Ergebnisse flossen in die Wagenplanung ein. Das war 2014.
Seitdem gibt es mehr Reihensitze. Der Anteil stieg von 60 auf 74 Prozent.
Fahrgastverbände kritisieren das. Familien hätten weniger Platz.
Die Bahn verweist auf die Auslastung. Reihensitze würden besser genutzt.
Bei Vierergruppen bleibe oft ein Platz frei. Das koste Kapazität.
Die neue Studie untersuchte diesen Punkt nicht. Er war nicht Teil der Ausschreibung.
Eine dritte Studie ist beauftragt. Sie soll die Sitzrichtung klären.
Also vorwärts oder rückwärts. Die Kosten liegen bei 290.000 Euro.
Ergebnisse werden 2028 erwartet. Eine Vorabeinschätzung gibt es bereits.
Sie lautet: Die meisten nehmen, was frei ist. Das deckt sich mit der aktuellen Studie.
Der Rechnungshof hat die Studienreihe im Juni geprüft. Er nennt den Erkenntnisgewinn gering.
Insgesamt wurden dafür 880.000 Euro ausgegeben. Über einen Zeitraum von zwölf Jahren.
Die Bahn verteidigt die Ausgaben. Fahrgastforschung sei eine Daueraufgabe.
Der Konzern nennt das eine belastbare Bestätigung. Für 880.000 Euro hätte man 30 Wagen mit Familienplätzen ausstatten können. Man hat lieber zwölf Jahre lang gefragt, wo die Leute sitzen wollen, und die Antwort dreimal bekommen.
+++ MÜLLEIMER-TICKER +++
+++ 880.000 Euro Forschung, zwölf Jahre, ein Ergebnis: Die Leute nehmen, was frei ist +++
+++ Dritte Studie läuft bereits – 290.000 Euro für die Frage, ob man lieber vorwärts sitzt +++
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