31 Millionen für ein Polstermuster, das keiner vom alten unterscheidet

⚠ Störungsinfo: Auf diesem Abschnitt der Website fällt der Ernst bis auf Weiteres aus. Es verkehrt ein Satire-Ersatzverkehr. Wir bitten, die Freude zu entschuldigen.

31 Millionen für ein Polstermuster, das keiner vom alten unterscheidet

Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (Muster gleich)

Polster Satire: Waschbär sitzt auf einem gemusterten Zugsitz in einem leeren Wagen

Das neue Muster. Links davon das alte. Foto: wpa (Symbolbild)

München (wpa) – Die Bahn hat ein neues Polstermuster eingeführt. Es kostet über die Laufzeit 31 Millionen Euro.

Ermittelt wurde es in einem Wettbewerb. Vier Büros, 14 Monate Entwurf.

Das Muster zeigt kleine Rauten in Blau und Grau. Das alte zeigte kleine Rauten in Blau und Grau.

Im Mai wurde getestet. 1.400 Fahrgäste sahen beide Muster nebeneinander.

Vier Prozent erkannten einen Unterschied. Das sind 56 Personen.

Vier Prozent liegen im Bereich der statistischen Unsicherheit. Erkannt hat den Unterschied vermutlich niemand.

„Das war so beabsichtigt“, sagt Designleiterin Carola Polsternaht. Man habe dafür bezahlt, dass niemand etwas bemerkt.

31 Millionen für Kontinuität, die man Wandel nennt. Die Raute bleibt, der Etat fließt.

Vier Büros zeichneten 14 Monate an derselben Raute. Blau und Grau, klein, wie zuvor.

Frau Steidl saß auf dem alten Muster und sitzt auf dem neuen. Sie merkt keinen Unterschied, das war der Plan.

Sie zahlt den Fahrpreis, der auch die Rauten trägt. 31 Millionen, verteilt auf viele Tickets.

Der Vorstand nennt das Ergebnis ein starkes, ruhiges Markenbild. Ruhig ist es, weil es dasselbe ist.

Ein Muster, das keiner erkennt, ist kein neues Muster. Es ist das alte mit einer Rechnung.

Der Minister lobt die konsistente Gestaltung im Fernverkehr. Konsistent ist die Raute, teuer der Weg zu ihr.

Gemessen wird die Zahl der beauftragten Büros, nicht der erkannte Unterschied. Vier Büros, null Unterschied.

56 von 1.400 sahen etwas, im Rahmen des Zufalls. Der Zufall kostete 31 Millionen.

Für die nächste Auffrischung ist ein Wettbewerb denkbar. Vier Büros, dieselbe Raute, ein neuer Etat.

So erneuert die Bahn ihre Sitze, indem sie sie gleich lässt und teuer bezahlt. Die Raute bleibt, das Geld geht.

Blau und Grau, klein gerautet, gestern wie heute. Dazwischen liegen 31 Millionen und 14 Monate.

Die Bahn zahlt 31 Millionen für ein Polstermuster, das kleine Rauten in Blau und Grau zeigt, wie das alte, und das nur vier Prozent unterscheiden konnten. Beabsichtigt sei das, sagt die Bahn, man habe dafür bezahlt, dass niemand etwas bemerkt.

+++ MÜLLEIMER-TICKER +++

+++ 31 Millionen für ein Muster, das vier Prozent erkennen +++

+++ Vier Zentimeter weniger Beinfreiheit bemerkten 61 Prozent – Gegenstand des Wettbewerbs waren sie nicht +++

Achtung, Satire: Personen, Zitate und Pressestellen sind frei erfunden — im Gegensatz zu den Verspätungen.

Folge dem Bahn-Slam
auf WhatsApp

  • Neue Slam-Texte zuerst
  • Gedanken vom Gleis
  • Keine E-Mail, kein Spam

Deine Nummer bleibt geheim. Du liest, ich schreibe – ganz ohne Datensammeln.

Jetzt Kanal folgen
QR-Code zum Bahn-Slam WhatsApp-Kanal 📷 Scannen & folgen
🦝 Komm mit meinem Waschbär an Bord – schon jetzt an Gleis 1 der Bahn-Slam-Community.
Kanal ansehen →

Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

Zeige alle Beiträge von BahnSlam →