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Zugfenster außen putzt jetzt der Regen
Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (Aussicht begrenzt)

Die Landschaft ist da. Irgendwo. Foto: wpa (Symbolbild)
Bremen (wpa) – Die Deutsche Bahn putzt die Zugfenster künftig nur noch von innen. Die Außenseite fällt aus dem Plan.
Begründet wird das mit dem Aufwand. Außen putzen dauert 40 Minuten je Zug.
„Die Natur übernimmt einen Teil“, sagt Betriebsleiterin Sabine Regenwäsche. Gemeint ist der Regen.
Der fällt in Deutschland an 190 Tagen im Jahr. Fachleute widersprechen.
Regen verteilt den Schmutz, statt ihn wegzunehmen. Die Bahn hält die Kritik für theoretisch.
Theoretisch ist der Schmutz, praktisch ist das Fenster grau. Durchgesehen wird schlechter, Tag für Tag.
Man sehe eine ausreichende Wirkung. Gesehen wurde sie im Frühjahr.
Damals regnete es viel. Im Sommer war die Wirkung schwächer.
Im Sommer bleibt der Staub, der Regen fehlt, das Fenster trübt. Die Natur hat Urlaub, geputzt wird trotzdem nicht.
Herr Sillge sitzt am Fenster und sieht die Landschaft verschwommen. Innen ist es sauber, außen der Sommerstaub.
Er wischt von innen, es hilft nicht, der Schmutz ist draußen. Zuständig dafür ist jetzt das Wetter.
Der Vorstand nennt die Umstellung eine Effizienzmaßnahme. Effizient ist der Verzicht, sichtbar am Glas.
40 Minuten je Zug gespart, ein trübes Fenster gewonnen. Die Rechnung geht auf, für den Etat.
Der Minister lobt den sparsamen Einsatz der Reinigungskapazitäten. Sparsam putzt der Regen, wenn er fällt.
Gemessen wird der eingesparte Aufwand, nicht die Durchsicht. Gespart sind 40 Minuten, getrübt ist die Aussicht.
Der Regen putzt kein Fenster, er streicht den Schmutz nur um. Das wissen Fachleute, die Bahn nennt es Theorie.
Für den Sommer gibt es keinen Ersatzplan. Der Ersatz ist das nächste Tief.
So putzt die Bahn ihre Fenster, indem sie es dem Wetter überlässt. Sauber ist innen, verschmiert außen.
190 Regentage, ein trübes Fenster, 40 gesparte Minuten. Das ist die neue Reinigung.
Die Bahn putzt die Zugfenster nur noch von innen und überlässt die Außenseite dem Regen, der den Schmutz nur verteilt. Herr Sillge sieht die Landschaft durch Sommerstaub, gesehen habe man die Wirkung im nassen Frühjahr.
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