Kinderabteil neben der Ruhezone, dazwischen vier Zentimeter Wand

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Kinderabteil neben der Ruhezone, dazwischen vier Zentimeter Wand

Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (leise bitte)

Kinderabteil Satire: Waschbär steht im Gang eines Zugwagens zwischen zwei Abteilen

Links wird gespielt. Rechts wird geschlafen. Foto: wpa (Symbolbild)

Dortmund (wpa) – In einem neuen Zugtyp liegt das Kinderabteil neben der Ruhezone. Getrennt durch eine Wand.

Die Wand ist vier Zentimeter dick. Sie dämmt 18 Dezibel.

Ein spielendes Kind erreicht 75 Dezibel. In der Ruhezone kommen 57 an.

Erlaubt sind dort laut Aushang keine Gespräche. Gemessen wird nicht.

„Die Anordnung folgt der Wagenlogik“, sagt Innenraumplaner Volker Wandstärke. Gedacht seien beide Bereiche ruhig.

Gedacht ist hier das entscheidende Wort. Zwischen Gedanke und Wand liegen 18 Dezibel.

Die Planung stammt von 2011. Damals gab es in diesem Wagen keine Ruhezone.

Die Ruhezone kam später, die Wand blieb dünn. Neben das Spielen setzte man die Stille, vier Zentimeter dazwischen.

Ein Kind spielt mit 75 Dezibel, das ist normal und laut. Durch vier Zentimeter bleiben 57 übrig, das ist immer noch ein Gespräch.

Herr Alberts buchte die Ruhezone für die Nachtfahrt. Er hörte das Kinderabteil, gedämpft, aber deutlich.

Er beschwerte sich nicht über das Kind. Er wunderte sich über die Wand.

Die Familie nebenan tat nichts falsch, das Kind auch nicht. Falsch stand nur die Wand im Grundriss.

Der Vorstand verweist auf die schallschutztechnischen Vorgaben. Vorgesehen sind 18 Dezibel, gebraucht wären mehr.

Zwei Bedürfnisse, eine dünne Wand, ein Konflikt mit Ansage. Spielen und Schlafen, vier Zentimeter auseinander.

Der Minister lobt das familienfreundliche und ruhige Reiseangebot. Beides zugleich, durch dieselbe Wand getrennt.

Gemessen wird die vorhandene Ruhezone, nicht die ankommende Lautstärke. Vorhanden ist sie, ruhig nicht.

Für eine dickere Wand müsste man den Wagen umbauen. Der Plan ist von 2011, der Umbau nicht vorgesehen.

So schafft man Ruhe und Kinderabteil, indem man sie nebeneinanderlegt. Getrennt sind sie durch vier Zentimeter Absicht.

Das Kind darf spielen, der Gast will schlafen, die Wand kann beides nicht. 57 Dezibel bleiben im Raum, in dem Stille steht.

Im neuen Zugtyp liegt das Kinderabteil neben der Ruhezone, getrennt durch vier Zentimeter Wand aus einem Plan von 2011. Herr Alberts hört das Spielen mit 57 Dezibel, niemand tut etwas falsch, nur die Wand steht am falschen Ort.

+++ MÜLLEIMER-TICKER +++

+++ Kinderabteil und Ruhezone durch vier Zentimeter Sperrholz getrennt, Umbau abgelehnt wegen der Wagenreihung +++

+++ Kinder unter sechs fahren kostenlos und werden in der Auslastungsrechnung nicht gezählt +++

Achtung, Satire: Personen, Zitate und Pressestellen sind frei erfunden — im Gegensatz zu den Verspätungen.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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