Bahn dreht die Durchsagen leiser, blinde Reisende hören sie nicht mehr

⚠ Störungsinfo: Auf diesem Abschnitt der Website fällt der Ernst bis auf Weiteres aus. Es verkehrt ein Satire-Ersatzverkehr. Wir bitten, die Freude zu entschuldigen.

Bahn dreht die Durchsagen leiser, blinde Reisende hören sie nicht mehr

Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (bitte näher treten)

Lautsprecher Satire: Waschbär steht auf einem Bahnsteig und blickt zu einem Lautsprechermast hinauf

Da wurde etwas gesagt. Vermutlich. Foto: wpa (Symbolbild)

Duisburg (wpa) – Die Deutsche Bahn stellt die Lautsprecher an ihren Bahnhöfen leiser. Der Pegel sinkt um sechs Dezibel.

Das ist rund die halbe gefühlte Lautstärke. Begründet wird es mit Beschwerden von Anwohnern.

4.000 gingen im letzten Jahr ein. „Wir nehmen die Umgebung ernst“, sagt Kommunikationschefin Britta Durchsagepegel.

Anwohner sind die Nachbarn des Bahnhofs. Sie hören die Durchsagen und fahren nicht.

Wer fährt, braucht die Durchsage. Wer nur nebenan wohnt, will sie leiser.

Betroffen sind vor allem Bahnhöfe in Wohngebieten. Da liegen die Gleise nah an den Häusern.

Seit der Umstellung versteht man die Durchsagen schlechter. Bei Wind gar nicht.

Für sehende Reisende steht die Information auch auf der Anzeige. Für blinde Reisende steht sie nur in der Ansage.

Herr Baumgart ist blind und reist mit dem Zug. Die Durchsage war sein Fahrplan, jetzt ist sie zu leise.

Er hört, dass etwas gesagt wird, nicht was. Das Gleis, die Verspätung, der Ausfall, alles im Halblauten.

Anwohner haben Anspruch auf Ruhe, das stimmt. Blinde Reisende haben Anspruch auf Information, das auch.

Zwischen beiden gäbe es Lösungen, Induktionsschleifen, gerichteter Ton. Gewählt wurde die einfachste: leiser.

Der Vorstand nennt die Maßnahme rücksichtsvoll. Rücksicht nahm man auf die, die nicht fahren.

Vorher lag die Verständlichkeit bei 62 Prozent. Gemessen wurde das intern.

Von 62 Prozent nach unten ist wenig Luft. Sechs Dezibel weniger treffen genau die, die zuhören müssen.

Der Minister lobt den Lärmschutz an den Bahnhöfen. Geschützt wird der Nachbar, überhört der Reisende.

Gemessen wird der Schallpegel, nicht die Verständlichkeit. Leiser ist er, verstanden wird weniger.

So löst die Bahn einen Zielkonflikt, indem sie die Information senkt statt sie zu richten. Ruhig wird es für alle, informiert für weniger.

4.000 Beschwerden, sechs Dezibel, eine Gruppe, die nicht mehr mitkommt. Das ist die stille Durchsage.

Nach 4.000 Anwohner-Beschwerden dreht die Bahn ihre Durchsagen sechs Dezibel leiser, und blinde Reisende, für die die Ansage die einzige Information ist, hören sie kaum noch. Eine gerichtete Lösung gäbe es, gewählt wurde die billige.

+++ MÜLLEIMER-TICKER +++

+++ Lautstärke um sechs Dezibel gesenkt nach Beschwerden von Anwohnern +++

+++ 340 Fahrgastbeschwerden erfasst und beantwortet, eine Änderung ist nicht vorgesehen +++

Achtung, Satire: Personen, Zitate und Pressestellen sind frei erfunden — im Gegensatz zu den Verspätungen.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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