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Im ICE ist jetzt alles reserviert, wer sitzt hat recht
Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 2 Minuten (Platz nicht garantiert)

Der Platz ist frei. Die Anzeige sagt etwas anderes. Foto: wpa (Symbolbild)
Nürnberg (wpa) – Die Anzeigen über den Sitzen im ICE bekommen eine neue Aufgabe. Sie zeigen künftig den Wunschzustand.
Bisher zeigten sie die Reservierung. Das führte oft zu Streit.
„Wir wollten den Konflikt aus dem Wagen nehmen“, sagt Produktchefin Carola Platzreserve. Der Wunschzustand beschreibt, wie der Wagen aussehen sollte.
Reserviert ist demnach fast alles. Wer sich setzt, sitzt also grundsätzlich falsch.
Das entspannt die Lage. Denn wenn alle falsch sitzen, sitzt niemand falsch.
Der Konzern nennt das Gleichbehandlung.
Technisch war die Umstellung einfach. Die Anzeige zeigt jetzt einen festen Text.
Er lautet gegebenenfalls reserviert. Das Wort gegebenenfalls ist neu.
Angezeigt wurde bis dahin die geplante Belegung. Geplant heißt: der Stand bei Fahrplanerstellung.
Der Stand ändert sich bis zur Abfahrt. Die Anzeige nicht.
Ändern kann sie sich nicht, weil sie im Zug gespeichert ist. Die Datenverbindung reicht dafür nicht.
Die Nachrüstung ist geplant. Vorgesehen für 2030.
Fahrpläne werden ein Jahr im Voraus erstellt. Da war der Zug noch leer.
Die Anzeige war damit immer korrekt für den Tag, an dem sie erstellt wurde.
Ein Hinweis am unteren Rand sagt das. Schriftgröße 8.
Fahrgastverbände nennen es eine Kapitulation. Man wolle wissen, wo man sitzen darf.
Die Bahn hält dagegen. Wissen sei im Nahverkehr auch nicht üblich.
In der zweiten Klasse gilt das seit Jahren. Da steht meist gar nichts.
Die leeren Anzeigen sind kein Fehler. Sie sind eine Sparmaßnahme.
Eingespart wurden dadurch 1,2 Millionen Euro. Das Geld floss in ein Projekt.
Das Projekt heißt Sitzplatzsicherheit. Es läuft seit 2022.
Ergebnisse gibt es nicht. Ein Zwischenbericht ist für 2027 angekündigt.
Betroffen sind 280 Züge im Fernverkehr. Umgestellt im Juli.
Die Software stammt von einem externen Anbieter. Der Auftrag war 900.000 Euro wert.
Ausgeschrieben war er als Modernisierung. Geliefert wurde ein fester Text.
Der Bundesrechnungshof prüft den Vorgang. Ein Ergebnis liegt nicht vor.
Die Bahn verweist auf die Zufriedenheit. Beschwerden über Reservierungen sind deutlich gesunken.
Bis zur Nachrüstung gilt im Zug eine einfache Regel.
Wer sitzt, hat recht.
+++ MÜLLEIMER-TICKER +++
+++ Angezeigt wird der Reservierungsstand vom Tag der Fahrplanerstellung, ein Jahr vorher +++
+++ Nachrüstung für laufende Aktualisierung vorgesehen für 2030 +++
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