Sitzplatzanzeige im ICE zeigt künftig den Wunschzustand an

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Sitzplatzanzeige im ICE zeigt künftig den Wunschzustand an

Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 2 Minuten (Platz nicht garantiert)

Sitzplatzanzeige Satire: Waschbär steht im Gang eines Zugwaggons und blickt auf die Anzeige über einem Sitz

Der Platz ist frei. Die Anzeige sagt etwas anderes. Foto: wpa (Symbolbild)

Nürnberg (wpa) – Die Anzeigen über den Sitzen im ICE bekommen eine neue Aufgabe. Sie zeigen künftig den Wunschzustand.

Bisher zeigten sie die Reservierung. Das führte regelmäßig zu Streit.

„Wir wollten den Konflikt aus dem Wagen nehmen“, erklärte Produktchefin Nadine Lehnenklapp.

Der Wunschzustand beschreibt, wie der Wagen aussehen sollte. Reserviert ist demnach fast alles.

Wer sich setzt, sitzt also grundsätzlich falsch. Das entspannt die Lage.

Denn wenn alle falsch sitzen, sitzt niemand falsch. Der Konzern nennt das Gleichbehandlung.

Technisch war die Umstellung einfach. Die Anzeige zeigt nun einen festen Text.

Er lautet gegebenenfalls reserviert. Das Wort gegebenenfalls ist neu.

Fahrgastverbände nennen die Änderung eine Kapitulation. Man wolle wissen, wo man sitzen darf.

Die Bahn hält dagegen. Wissen sei im Nahverkehr auch nicht üblich.

In der zweiten Klasse gilt die Regelung bereits seit Jahren. Dort steht meist gar nichts.

Die leeren Anzeigen sind kein Fehler. Sie sind eine Sparmaßnahme.

Eingespart wurden dadurch 1,2 Millionen Euro. Das Geld floss in ein Projekt.

Das Projekt heißt Sitzplatzsicherheit. Es läuft seit 2022.

Ergebnisse liegen nicht vor. Ein Zwischenbericht ist für 2027 angekündigt.

Betroffen sind 280 Züge im Fernverkehr. Umgestellt wurden sie im Juli.

Die Software dafür stammt von einem externen Anbieter. Der Auftrag hatte einen Wert von 900.000 Euro.

Ausgeschrieben war er als Modernisierung. Geliefert wurde ein fester Text.

Der Bundesrechnungshof prüft den Vorgang. Ein Ergebnis liegt nicht vor.

Die Bahn verweist auf die Zufriedenheit. Beschwerden über Reservierungen sind deutlich gesunken.

Bis dahin gilt im Zug eine einfache Regel. Wer sitzt, hat recht.

Wer steht, hat reserviert. Das gleicht sich über die Fahrt aus.

+++ MÜLLEIMER-TICKER +++

+++ Anzeige meldet reserviert – der Sitz ist seit Hannover leer +++

+++ Bahn nennt die Anzeige jetzt Orientierungshilfe +++

Achtung, Satire: Personen, Zitate und Pressestellen sind frei erfunden — im Gegensatz zu den Verspätungen.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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