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Bahn hängt Windampeln auf, statt die alten Oberleitungen zu erneuern
Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 2 Minuten (bei Windstille)

Die Ampel steht auf Gelb. Der Zug steht auch. Foto: wpa (Symbolbild)
Bielefeld (wpa) – Nach mehreren Rissen in der Oberleitung führt die Bahn eine Windampel ein. Sie hängt künftig in den Bahnhöfen.
Angezeigt werden drei Stufen. Grün heißt Betrieb, Gelb heißt Vorsicht.
Rot heißt, dass niemand fahren sollte. Diese Stufe wurde im Juli achtmal erreicht.
„Wir schaffen Transparenz“, sagt Infrastrukturvorstand Georg Windampel. Der Wind ist nicht unser Werk.
Der Wind nicht, die Leitung schon. Sie hängt durch, weil sie alt ist.
Die betroffenen Leitungen sind meist aus den siebziger Jahren. Ausgelegt für andere Bedingungen.
Damals fuhren weniger Züge. Und der Wind galt als Ausnahme.
Heute reicht eine Böe von 70 Kilometern pro Stunde. Dann hängt der Draht durch.
70 km/h ist keine Ausnahme mehr, sondern ein Herbsttag. Achtmal im Juli stand die Ampel auf Rot.
Frau Segebrecht stand bei Rot am Bahnsteig. Die Ampel war ehrlich, der Zug fuhr nicht.
Sie erfuhr transparent, dass niemand fahren sollte. Warum, stand nicht dabei: eine Leitung von 1974.
Der Vorstand nennt die Ampel einen Beitrag zur Sicherheit. Sicher ist, dass sie den Draht nicht erneuert.
Eine Ampel zeigt den Zustand, sie ändert ihn nicht. Rot bleibt Rot, solange die Leitung alt ist.
Der Minister lobt die transparente Betriebssteuerung. Transparent hängt der Draht durch, sichtbar an der Ampel.
Gemessen wird die Zahl der Rot-Phasen, nicht der erneuerten Leitungen. Rot war es achtmal, erneuert wurde nichts.
Statt die Leitung aus den Siebzigern zu ersetzen, hängt man eine Ampel auf. Billiger, aber ohne Draht.
Für die Erneuerung der Oberleitungen gibt es einen Plan. Bis dahin gilt die Ampel und der Wind.
So begegnet die Bahn dem Wind, indem sie eine Ampel aufhängt, die zeigt, wann er zu stark ist. Erneuert wird die Leitung nicht.
Grün, Gelb, achtmal Rot, ein Draht von 1974. Das ist die Windampel.
Nach Rissen in der Oberleitung hängt die Bahn Windampeln auf, statt die Leitungen aus den Siebzigern zu erneuern, die heute schon bei 70 km/h durchhängen. Frau Segebrecht stand bei Rot, transparent informiert, der Zug fuhr nicht.
+++ MÜLLEIMER-TICKER +++
+++ 4.100 Kilometer gefährdete Strecke, im vergangenen Jahr 610 Kilometer zurückgeschnitten +++
+++ Windampel 2,4 Millionen, vollständiger Rückschnitt 41 Millionen +++
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