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Herbstnotstand ausgerufen: Bahn stuft Laub als Angriff auf die Infrastruktur ein
Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 2 Minuten (bei trockenem Laub)

Der Feind kommt von oben. Foto: wpa (Symbolbild)
Göttingen (wpa) – Die Deutsche Bahn hat den Herbstnotstand ausgerufen. Laub gilt künftig als Angriff auf die Infrastruktur.
Die Einstufung hat praktische Folgen. Verspätungen durch Blätter zählen nicht mehr in der Statistik.
„Wir können nichts für den Herbst“, erklärte Betriebschefin Petra Schienenglätte.
Nasses Laub auf den Schienen verringert die Haftung. Züge bremsen dann deutlich länger.
Die Lokführer fahren deshalb vorsichtiger. Das kostet auf jeder Fahrt Minuten.
Im vergangenen Herbst summierte sich das auf 900.000 Minuten. Das entspricht 21 Monaten.
Bekämpft wird das Laub mit Spezialzügen. Sie reinigen die Schienen mit Wasserdruck.
Im Einsatz sind 60 solcher Züge. Benötigt würden etwa 200.
Die fehlenden Züge sind bestellt. Geliefert werden sie ab 2030.
Bis dahin gilt ein Notfallplan. Er sieht vor, dass man langsamer fährt.
Zusätzlich werden Bäume zurückgeschnitten. Betroffen sind 20.000 Kilometer Strecke.
Naturschutzverbände beobachten das kritisch. Ein Rückschnitt sei kein Kahlschlag.
Die Bahn versichert, dass mit Augenmaß gearbeitet wird. Gemessen wird das Augenmaß nicht.
In Bayern kam es dazu bereits zu einem Streit. Dort verschwand ein ganzer Waldrand.
Der Konzern sprach von einer Verwechslung. Der Bereich sei falsch markiert gewesen.
Für den Rückschnitt sind bundesweit 900 Personen im Einsatz. Benötigt würden 2.000.
Die Arbeit findet nachts statt. Tagsüber fahren Züge.
Ein Trupp schafft pro Nacht zwei Kilometer. Das Netz umfasst 33.000.
Rechnerisch dauert ein Durchgang neun Jahre. In dieser Zeit wächst der Anfang nach.
Fachleute nennen das ein Gleichgewicht. Die Bahn nennt es Daueraufgabe.
Für dieses Jahr wurden die Markierungen überarbeitet. Zuständig ist nun ein externes Büro.
Es beginnt im November mit der Arbeit. Dann ist das Laub bereits unten.
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