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Niedrigwasser schickt die Fracht aufs Gleis, wo 240.000 Tonnen jetzt trocken stehen
Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 2 Minuten (wasserstandsabhängig)

Das Flussbett im August. Die Fracht wartet weiter oben. Foto: wpa (Symbolbild)
Duisburg (wpa) – Wegen niedriger Wasserstände fahren viele Binnenschiffe nur halb beladen. Ein Teil der Fracht wechselt deshalb auf die Schiene.
Dort steht sie seit Montag. Immerhin steht sie trocken.
„Wir sind der zuverlässige Partner der Wirtschaft“, sagt Güterchef Roland Umschlag. „Bei uns hängt nichts vom Wetter ab.“
Stattdessen hängt es an einer Weiche bei Hamm. Die wird seit dem Frühjahr saniert.
Am Wetter liegt es also nicht. Es liegt an der Weiche.
Die Industrie zeigt sich gelassen. Sie habe die Lieferzeiten längst dem Netz angepasst.
Ein Container aus Rotterdam gilt als Musterbeispiel. Er ist seit Mai unterwegs und hat drei Bundesländer gesehen.
Drei Bundesländer in vier Monaten. Das schafft sonst nur der Urlaub.
Der Pegel liegt derzeit bei 78 Zentimetern. Für die Schiffe wird es eng.
Auf die Schiene verlagert wurden bislang 240.000 Tonnen. Angekommen sind davon 9.000.
9.000 von 240.000 sind angekommen. Der Rest ist verlagert, nicht bewegt.
Die Bahn verweist auf die begrenzte Kapazität. Man könne nicht alles gleichzeitig stehen lassen.
Betroffen sind vor allem Kohle, Getreide und Streusalz. Das Streusalz wird für Dezember erwartet.
Erwartet für Dezember heißt bei diesem Tempo Februar. Bis dahin schneit es vielleicht von selbst.
Disponent Herr Achterberg wartet auf sein Getreide. Es steht zwei Bundesländer entfernt auf einem Abstellgleis.
Er ruft täglich an und hört von der Kapazität. Sein Waggon wartet auf einen freien Slot.
Die Industrie hat sich vorbereitet und die Lager aufgestockt. Sie reichen bis November.
Reichen bis November heißt hoffen auf Oktober. Danach steht die Schiene noch.
Ein Güterverkehr, der die Fracht vom Wasser aufs Gleis holt, damit sie trocken steht statt zu fahren, ist verlässlich im Stillstand. Verlagert ist viel, angekommen wenig.
240.000 Tonnen verlagert, 9.000 angekommen, Pegel 78 Zentimeter, Streusalz für Dezember. Herr Achterberg wartet zwei Bundesländer entfernt auf sein Getreide, und am Wetter, sagt die Bahn, liege es nicht.
+++ MÜLLEIMER-TICKER +++
+++ 41 Prozent der Trassen im Korridor unter Bauzuschlag, Güterzüge werden nachrangig disponiert +++
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