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Das Steuerformular schrumpft von 40 Seiten auf eine Frage – was schätzen Sie denn?
Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 2 Minuten (steuerlich absetzbar)

Das neue Formular in voller Länge. Foto: wpa (Symbolbild)
Berlin (wpa) – Die geplante Einkommensteuerreform kürzt das Formular deutlich. Statt vierzig Seiten gibt es künftig eine Frage.
Sie lautet: Was schätzen Sie denn? Darunter ist Platz für eine Zahl.
„Wir setzen auf Eigenverantwortung“, sagt Staatssekretär Werner Schätzwert. „Und auf ein gutes Gefühl.“
Als Vorbild diente die Fahrgastinformation der Bahn. Auch dort werde erfolgreich mit Schätzungen gearbeitet.
Dort heißt die Schätzung Ankunftszeit. Sie trifft selten zu und steht trotzdem fest.
Steuerberater kritisieren die Neuerung scharf. Ihr Berufsstand besteht seit 1919 aus den anderen 39 Seiten.
Diese Seiten fallen nun weg. Mit ihnen die Nachweise.
Das Ministerium bleibt gelassen. Wer sich verschätze, bekomme einen freundlichen Hinweis und einen Bescheid.
Der Hinweis ist freundlich, der Bescheid nicht. Beide kommen später.
Erwartet werden Einsparungen von 900 Millionen Euro. Sie entstehen im Papierverbrauch.
Gespart wird am Formular, nicht an der Steuer. Die bleibt, nur ungefähr.
Das Formular wird künftig auf eine Karte gedruckt. Sie passt in jedes Portemonnaie.
Neben der Karte liegt künftig die Schätzung. Beide sind gleich verbindlich.
Herr Wahl füllt das neue Formular aus. Er trägt eine Zahl ein und hofft.
Er schätzt zu hoch und zahlt zu viel. Oder zu niedrig und bekommt den Hinweis.
Der Bund der Steuerzahler zeigt sich überraschend offen. Einfacher gehe es kaum.
Kritik kommt von den Finanzämtern. Ohne Angaben lasse sich schwer prüfen.
Das Ministerium hält dagegen. Geprüft werde weiterhin, nur ergebnisoffen.
Ein Staat, der seine Steuer schätzen lässt wie die Bahn ihre Ankunft, verlangt ein gutes Gefühl statt einer Zahl. Geschätzt wird jetzt beidseitig, geprüft ergebnisoffen.
Vierzig Seiten werden eine Frage, 900 Millionen sollen es sparen, geprüft wird ergebnisoffen. Herr Wahl trägt eine Zahl ein und hofft, und als Vorbild dient die Bahn, die ihre Ankunft auch nur schätzt.
+++ MÜLLEIMER-TICKER +++
+++ In 84 Prozent der Fälle wurden Belege nachgefordert +++
+++ Bearbeitungszeit von 41 auf 94 Tage, Einsprüche plus 61 Prozent +++
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