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Autobahnbaustelle wird 18 und darf sich selbst verlängern
Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 2 Minuten (bei stockendem Verkehr: 40)

Ein Anwohner der Baustelle. Er ist hier geboren. Foto: wpa (Symbolbild)
Bremen (wpa) – Die Baustelle auf der A1 bei Stuhr ist volljährig geworden. Sie besteht seit 18 Jahren.
Zum Geburtstag erhält sie neue Rechte. Ab sofort darf sie sich selbstständig verlängern.
„Sie hat bewiesen, dass sie Verantwortung tragen kann“, sagt ein Sprecher der Autobahngesellschaft. „Jetzt bekommt sie Freiheiten.“
Anwohner haben die Baustelle wachsen sehen. Manche kennen die Strecke nur mit Ampel.
„Mein Sohn ist damit aufgewachsen“, sagt Pendler Ralf Winkelmann. „Er hält Stau für Wetter.“
Die Fertigstellung ist weiter für 2029 geplant. Der Termin steht seit 2012 fest.
Die Baustelle misst 4,2 Kilometer. Gebaut wird auf 300 Metern davon.
Zum Jubiläum erhielt sie einen eigenen Eintrag im Liegenschaftsverzeichnis. Sie gilt damit als ortsfest.
Die Kosten liegen inzwischen bei 340 Millionen Euro. Ursprünglich waren 48 Millionen veranschlagt.
Der Landkreis prüft eine touristische Nutzung. Angedacht sind Führungen entlang der Absperrung.
Auch die Verkehrszählung liefert bemerkenswerte Zahlen. Täglich stehen hier 62.000 Fahrzeuge.
Eine Nachbarbaustelle bei Delmenhorst wird im Herbst 14. Beide Vorhaben sollen künftig zusammenarbeiten.
Was danach kommt, ist offen. In der Region rechnet niemand mit einem Ende.
Die Baustelle beschäftigt inzwischen 40 Menschen. Anwesend sind davon meist vier.
Die übrigen arbeiten an der Dokumentation. Sie umfasst 9.000 Seiten.
Ein Gutachten von 2019 empfahl den Abriss der Brücke. Umgesetzt wurde es nicht.
Stattdessen wurde ein zweites Gutachten beauftragt. Es empfahl ein drittes.
Der Bundesrechnungshof hat den Fall geprüft. Er nennt ihn beispielhaft.
Wofür genau, steht nicht im Bericht. Die Prüfung dauert an.
Die Baustelle besteht seit achtzehn Jahren. Fertiggestellt wurden in dieser Zeit vier Abschnitte.
Parallel zur Autobahn verläuft eine Bahnstrecke. Sie ist eingleisig.
Der zweigleisige Ausbau ist seit 2011 geplant. Er gehört zu den Vorhaben, deren Finanzierung nicht gesichert ist.
Der Ausbau kostet 340 Millionen. Die Autobahnbaustelle hat bislang 1,4 Milliarden gekostet.
Beide Zahlen stammen aus demselben Etat. Über die Verteilung entscheidet dieselbe Stelle.
Frau Kaminski, 46, pendelt seit achtzehn Jahren auf dieser Achse. Sie kennt beide Wege.
Sie fährt Auto. Die Bahn braucht 94 Minuten, das Auto 61, im Stau 90.
Neunzig sind immer noch weniger als vierundneunzig.
So knapp fällt eine Verkehrswende aus.
+++ MÜLLEIMER-TICKER +++
+++ Zweigleisiger Ausbau der Parallelstrecke seit 2011 geplant, Finanzierung nicht gesichert +++
+++ Ausbau 340 Millionen, Autobahnbaustelle bislang 1,4 Milliarden – derselbe Etat +++
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