Geschlossenes Bordbistro wird zur Kunstinstallation erklärt

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Geschlossenes Bordbistro wird zur Kunstinstallation erklärt

Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 2 Minuten (Eintritt frei)

Bordbistro Satire: Waschbär steht hinter dem Tresen eines geschlossenen Bordbistros mit halb heruntergelassenem Rollladen

Der Kurator im geschlossenen Wagen 12. Führungen finden nicht statt. Foto: wpa (Symbolbild)

Hannover (wpa) – Das Bordbistro im ICE 1041 war auch am Donnerstag geschlossen. Die Bahn zieht daraus Konsequenzen und erklärt den Wagen zur Kunstinstallation.

Der Titel lautet „Warten in Wagen 12“. Das Werk thematisiert Hoffnung und ihr Ende.

„Der halb heruntergelassene Rollladen ist das zentrale Motiv“, sagt Kurator Hendrik Kaffeepause. „Er sagt: vielleicht. Und meint: nein.“

Besucher dürfen den Wagen betreten und sich frei bewegen. Verzehr ist nicht vorgesehen.

Die leere Kaffeekanne bleibt als Exponat stehen. Sie gilt als Herzstück der Ausstellung.

Fahrgäste reagieren gemischt. Manche finden das Konzept überzeugend, andere haben Hunger.

„Ich wollte eine Bratwurst“, sagt Reisender Timo Kessler. „Jetzt habe ich eine Erfahrung.“

Der Wagen ist seit April durchgehend geschlossen. In dieser Zeit wurde er von 84.000 Menschen betrachtet.

Der Eintritt ist im Fahrpreis enthalten. Ein Audioguide ist in Vorbereitung.

Kunsthistoriker ordnen das Werk der Gegenwartsleere zu. Es stehe in einer Reihe mit dem leeren Bilderrahmen.

„Entscheidend ist, was nicht passiert“, sagt Kuratorin Anke Zapfhahn. „Hier passiert besonders viel davon.“

Die Bahn plant eine Wanderausstellung. Sie soll durch alle Wagen 12 der Flotte ziehen.

Ein Katalog erscheint im Herbst. Er ist ebenfalls leer.

Der Betriebsrat sieht das Konzept kritisch. Für eine Kunstinstallation brauche es kein Personal.

Genau darin liege der Reiz, entgegnet der Konzern. Man spare zweimal.

Im Fernverkehr gibt es 280 Bordbistros. Geöffnet ist etwa die Hälfte.

Als Grund gilt fehlendes Personal. Gesucht werden 900 Kräfte.

Die Bezahlung liegt knapp über dem Mindestlohn. Die Arbeitszeit richtet sich nach dem Fahrplan.

Frau Neumann hat elf Jahre im Bordbistro gearbeitet. Ihre Stelle ist zum Juni entfallen.

Sie ist in den Reinigungsdienst gewechselt. Der Stundenlohn liegt dort 1,40 Euro niedriger.

Wagen 12 wird weiterhin mitgeführt. Als Installation muss er gepflegt werden.

Gepflegt wird er von ihr.

In der Konzeptbeschreibung steht, die Installation thematisiere Leere und Erwartung.

Beides ist zutreffend.

+++ MÜLLEIMER-TICKER +++

+++ Wagen 12 wird als Installation weiter mitgeführt und gereinigt +++

+++ Die frühere Bistrokraft arbeitet jetzt im Reinigungsdienst, 1,40 Euro Stundenlohn weniger +++

Achtung, Satire: Personen, Zitate und Pressestellen sind frei erfunden — im Gegensatz zu den Verspätungen.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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