Bahnhof baut das Klavier ab, damit niemand zu lange bleibt

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Bahnhof baut das Klavier ab, damit niemand zu lange bleibt

Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 2 Minuten (ohne Begleitung)

Bahnhofsklavier Satire: Waschbär sitzt auf einem Hocker vor einem alten Klavier in einer Bahnhofshalle

Das letzte Stück vor dem Abbau. Foto: wpa (Symbolbild)

Leipzig (wpa) – Das Klavier in der Bahnhofshalle Leipzig wird abgebaut. Es stand dort seit 2016.

Als Grund nennt der Konzern die Verweildauer. Sie war zu hoch.

„Ein Bahnhof ist ein Durchgangsort“, sagt Stationsleiter Kurt Durchgangsort. Kein Wohnzimmer.

Durchgehen soll man, nicht bleiben. Das Klavier hielt die Leute auf, im schönen Sinn.

Gemessen wurde die Aufenthaltszeit im Frühjahr. Sie lag bei 22 Minuten.

Ohne Klavier liegt sie bei 9. Die Differenz gilt als Verlust.

13 Minuten Zuhören sind ein Verlust, in der Sprache der Fläche. Verloren geht Raum, gewonnen wird Umsatz.

Berechnet wird das über die Flächennutzung. Jede Minute Aufenthalt kostet Raum.

Wer stehen bleibt und zuhört, kauft nicht. Das ist der Fehler des Klaviers.

Frau Bendrich spielte dort manchmal, auf dem Weg zum Zug. Andere hörten zu, hielten inne, atmeten.

Das Innehalten war das Problem. 22 Minuten sind zu viel für einen Durchgangsort.

Vorausgegangen war eine Beschwerde. Sie betraf die Lautstärke.

Eine Beschwerde genügte, wo Tausende blieben und lauschten. Gezählt wurde die eine, nicht die vielen.

Der Vorstand nennt den Abbau eine Optimierung der Flächen. Optimiert wird der Durchgang, entfernt die Musik.

Der Minister lobt die effiziente Bewirtschaftung der Bahnhofshalle. Effizient ist die Halle ohne Klavier, still und schnell.

Ein Bahnhof, der das Verweilen als Verlust rechnet, mag keinen, der bleibt. Bleiben soll nur, wer kauft.

Für die Fläche des Klaviers gibt es schon einen Mieter. Er verkauft etwas, das man im Gehen mitnimmt.

So macht die Bahn ihren Bahnhof effizient, indem sie das Klavier abbaut. 22 Minuten wurden 9, der Rest ist Umsatz.

Seit 2016 ein Klavier, jetzt eine Fläche, 13 Minuten weniger Aufenthalt. Das ist die Optimierung.

Das Klavier in der Leipziger Bahnhofshalle wird abgebaut, weil es die Verweildauer von 9 auf 22 Minuten hob und jede Minute Verkaufsfläche kostet. Frau Bendrich spielte dort manchmal, ein Bahnhof sei ein Durchgangsort, kein Wohnzimmer.

+++ MÜLLEIMER-TICKER +++

+++ Klavier nach einer Lautstärkebeschwerde eines Gewerbemieters abgebaut +++

+++ Der Mieter zahlt 84 Euro je Quadratmeter, das Klavier zahlte nichts +++

Achtung, Satire: Personen, Zitate und Pressestellen sind frei erfunden — im Gegensatz zu den Verspätungen.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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