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Bahnhof für 62 Millionen umgebaut, die Uhr ist weg
Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 2 Minuten (Uhrzeit unbekannt)

Die Wand, an der bis Mai die Uhr hing. Foto: wpa (Symbolbild)
Münster (wpa) – Der Bahnhof Münster ist nach 14 Monaten Umbau wiedereröffnet. Investiert wurden 62 Millionen Euro.
Neu sind die Beleuchtung, der Bodenbelag und 40 Sitzbänke. Entfernt wurde die Uhr.
„Sie passte nicht in das gestalterische Konzept“, sagt Projektleiterin Sandra Flächenplan. „Wir setzen auf klare Flächen.“
Die Uhr hing dort seit 1958. Sie ging zuletzt zwei Minuten nach.
Reisende vermissen sie deutlich. Am ersten Tag gab es 90 Nachfragen.
Die Auskunft verweist auf die App. Die braucht Empfang.
In der Halle gibt es keinen. Die Wände sind neu und dicker.
Der Denkmalschutz hatte den Erhalt empfohlen. Die Empfehlung war nicht bindend.
Inzwischen steht die Uhr im Foyer der Konzernzentrale. Dort geht sie richtig.
Entfallen ist sie, weil sie im Leistungsverzeichnis fehlte.
Enthalten waren Beleuchtung, Bänke, Wegeleitung und eine Reihe Fahrradbügel.
Zusammengestellt wurde das Verzeichnis nach dem Ausstattungskatalog. Dort ist die Uhr ein optionales Element.
Optionale Elemente werden bei Budgetdruck zuerst gestrichen. Das ist die Systematik.
Die Uhr kostet 4.100 Euro. Die Wegeleitung kostete 41.000.
Die Wegeleitung führt zu vier Zielen. Eines davon ist die Uhr.
Das Schild hängt. Es zeigt auf eine leere Wand.
Die neuen Bänke sind aus Metall. So geformt, dass niemand liegen kann.
Das war ausdrücklich gewünscht. Man wolle den Aufenthalt angenehm gestalten.
Angenehm heißt hier kurz. Die durchschnittliche Wartezeit liegt bei 34 Minuten.
Der Sozialverband kritisiert die Bänke scharf. Ältere Reisende kämen schwer wieder hoch.
Die Bahn verweist auf die Haltegriffe. Die wurden nachträglich angebracht.
Für den Winter ist eine Erweiterung geplant. Ein Windfang soll die Halle wärmer machen.
Er ist schon bestellt. Geliefert wird im März.
Bis dahin bleibt die Tür offen. Das war vor dem Umbau auch so.
Der Umbau dauerte zwei Monate länger als geplant. Die Kosten stiegen um 9 Millionen Euro.
Als Grund werden Lieferengpässe genannt. Betroffen war unter anderem der Bodenbelag.
Der kam aus Portugal. Der Transport lief per Lkw.
Eine Lieferung per Bahn war geprüft worden. Sie hätte drei Wochen länger gedauert.
Die Entscheidung fiel deshalb schnell. Kommentiert wurde sie nicht.
+++ MÜLLEIMER-TICKER +++
+++ Uhr als optionales Element im Ausstattungskatalog geführt und gestrichen, Kosten 4.100 Euro +++
+++ Die Wegeleitung für 41.000 Euro führt zu vier Zielen, eines davon ist die Uhr +++
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