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140.000 Euro Studie zur Armlehne, 71 Prozent halten sie für ihre
Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (Ellbogen frei)

Die mittlere Armlehne. Ungeklärt seit 1994. Foto: wpa (Symbolbild)
Berlin (wpa) – Zwischen zwei Sitzen im Zug liegt eine Armlehne. Wem sie gehört, ist ungeklärt.
Die Bahn hat dazu eine Studie beauftragt. 140.000 Euro.
Befragt wurden 2.400 Fahrgäste. Das Ergebnis fiel eindeutig aus.
71 Prozent hielten die Armlehne für ihre eigene. Egal, welcher Sitzplatz.
„Das war zu erwarten“, sagt Komfortmanagerin Ilona Mittellehne. Man habe es trotzdem wissen wollen.
Gewusst hat man es vorher, bezahlt hat man es nachher. 140.000 Euro für eine Selbstverständlichkeit.
Das Ergebnis: kein einheitliches Nutzungsverständnis. Trifft zu und war vorher bekannt.
Aus der Studie folgte keine Regelung. Eine solche sei nicht durchsetzbar.
Man untersuchte ein Problem, dessen Lösung man ausschloss. 140.000 Euro für die Bestätigung der Ratlosigkeit.
Herr Thal saß am Fenster und wollte die Lehne. Sein Nachbar auch, beide zu 71 Prozent im Recht.
Die Studie half ihm nicht, sie beschrieb ihn nur. Beschrieben ist der Streit, geregelt ist nichts.
Der Vorstand nennt die Untersuchung erkenntnisreich. Erkannt wurde, was jeder Fahrgast täglich erlebt.
Eine Armlehne, zwei Ansprüche, kein Schild. Die Studie fügte dem nichts hinzu außer der Rechnung.
Der Minister lobt die fahrgastorientierte Forschung der Bahn. Geforscht wurde am Ellbogen, ergebnislos.
Gemessen wird die Zahl der Befragten, nicht der Nutzen. Befragt sind 2.400, geregelt ist niemand.
Für eine Kennzeichnung der Lehne gäbe es Aufkleber. Sie kosten weniger als die Studie und lösen mehr.
Für die nächste offene Frage ist eine weitere Studie denkbar. Etwa, wem die Fußablage gehört.
So klärt die Bahn eine Streitfrage, indem sie sie teuer beschreibt und offen lässt. Die Lehne bleibt umkämpft.
140.000 Euro, 2.400 Befragte, ein bekanntes Ergebnis. Die Armlehne gehört weiter dem, der schneller ist.
Die Bahn ließ für 140.000 Euro untersuchen, wem die Armlehne gehört, und erfuhr, dass 71 Prozent sie für ihre halten. Eine Regelung folgte nicht, sie sei nicht durchsetzbar, und Herr Thal streitet weiter mit dem Nachbarn.
+++ MÜLLEIMER-TICKER +++
+++ Studie 140.000 Euro, Ergebnis: kein einheitliches Nutzungsverständnis +++
+++ Zwei Zentimeter mehr Armlehne kosten 3.100 Euro je Wagen, bestellt für 2031 +++
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