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Ersatzverkehr für den Ersatzverkehr, elf Kilometer länger
Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (Bus für den Bus)

Der Bus für den Bus. Er kommt gleich. Foto: wpa (Symbolbild)
Gera (wpa) – Die Strecke bei Gera ist gesperrt. Dafür fährt seit Juni ein Ersatzverkehr.
Seit August fällt dieser Ersatzverkehr aus. Der Busunternehmer hat keine Fahrer mehr.
Die Bahn hat reagiert. Sie richtete einen Ersatzverkehr für den Ersatzverkehr ein.
Der fährt eine andere Route. Elf Kilometer länger.
„Wir haben schnell eine Lösung gefunden“, sagt Regionalleiter Uwe Ersatzhalt. Gesichert sei die Anbindung.
Gesichert ist der Ersatz des Ersatzes. Die Strecke selbst ist weiter gesperrt.
Der neue Bus fährt vier Mal am Tag. Der alte fuhr acht Mal.
Die Fahrzeit stieg von 28 auf 47 Minuten. Mit dem Zug waren es 19.
Aus 19 Minuten wurden 28, dann 47. Jede Ersatzstufe legt Zeit drauf.
Frau Quaas fährt die Strecke täglich. Sie kennt jetzt drei Fassungen ihres Wegs, jede länger.
Der Zug fuhr 19 Minuten, der erste Bus 28, der zweite 47. Ihre Fahrt wächst mit jeder Lösung.
Der Vorstand nennt die Kette lückenlos organisiert. Lückenlos ist die Ersatzkette, lückenhaft der Verkehr.
Ein Ersatzverkehr, der Ersatz braucht, ist kein Verkehr mehr. Er ist ein Versprechen mit Umweg.
Der Minister lobt die schnelle Reaktion der Bahn. Reagiert wurde auf den Ausfall des Ersatzes, nicht auf die Sperrung.
Gemessen wird die gesicherte Anbindung, nicht die Fahrzeit. Angebunden ist Gera, in 47 Minuten.
Die eigentliche Strecke wird saniert, seit Juni. Ein Termin für die Rückkehr des Zuges steht nicht fest.
Für den Fall, dass auch der zweite Bus ausfällt, gibt es keinen Plan. Es gäbe dann einen dritten Ersatz.
So sichert man die Anbindung, indem man den Ersatz ersetzt. Der Name der Rubrik ist hier Programm.
Vier Fahrten statt acht, 47 Minuten statt 19, elf Kilometer mehr. Das ist der Ersatz des Ersatzes.
Bei Gera fährt ein Ersatzverkehr für den Ersatzverkehr, elf Kilometer länger und halb so oft, weil dem Bus die Fahrer fehlten. Frau Quaas braucht jetzt 47 Minuten, wo der Zug 19 fuhr, und die Strecke ist weiter gesperrt.
+++ MÜLLEIMER-TICKER +++
+++ Ausgeschrieben war ein Stundentakt, angeboten ein Zweistundentakt – angenommen, weil es das einzige Angebot war +++
+++ Neuausschreibung zu denselben Bedingungen, es ging kein Angebot ein +++
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