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Belgien fürchtet die importierte deutsche Verspätung und will sie an der Grenze abweisen
Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 2 Minuten (grenzüberschreitend)

Ein Fahrgast wartet auf den internationalen Anschluss. Seit Dienstag. Foto: wpa (Symbolbild)
Antwerpen (wpa) – Ab September fahren täglich zwei ICE-Zugpaare von Köln nach Antwerpen. In Belgien wächst die Sorge.
Befürchtet wird der Import deutscher Verspätung. Ein Phänomen, das im Nachbarland bislang unbekannt war.
Unbekannt heißt nicht unmöglich. Man fürchtet die erste Ansteckung.
„Wir haben nichts gegen deutsche Gäste“, sagt ein Sprecher der belgischen Bahn. „Aber sie sollen ihre Verspätung zu Hause lassen.“
Gefordert wird eine Obergrenze an der Grenze. Züge mit mehr als 30 Minuten Rückstand sollen abgewiesen werden.
Fachleute halten die Regel für unrealistisch. Sie würde die Strecke faktisch stilllegen.
Stillgelegt wäre die Strecke ehrlich. Gefahren wäre wenig, abgewiesen viel.
Die Deutsche Bahn zeigte sich gelassen. Man exportiere seit Jahren erfolgreich Verspätung in die Schweiz.
Der Export läuft ohne Zoll. Verspätung ist zollfrei und reist bequem.
Dort werden verspätete deutsche Züge inzwischen am Grenzbahnhof abgefangen. Aus Rücksicht auf den eigenen Fahrplan.
Die Schweiz schützt ihren Takt mit einer Schleuse. Deutsche Verspätung endet vor der Grenze.
Für Antwerpen sieht die Bahn eine ähnliche Lösung vor. Der ICE endet dann in Aachen.
In Aachen endet der internationale Zug im Inland. Grenzüberschreitend ist nur der Anspruch.
Geplant ist eine Fahrzeit von vier Stunden und 15 Minuten. Erfahrungswerte liegen bislang nicht vor.
Erfahrungswerte entstehen ab September. Erwartet wird das Übliche.
Auch die Niederlande beobachten die Entwicklung genau. Dort fürchtet man Ansteckung über den Güterverkehr.
Der Güterverkehr trägt die Verspätung langsam, aber sicher. Er ist der ideale Überträger.
„Verspätung verhält sich wie Feuchtigkeit“, sagt Verkehrsforscherin Lieve Perron. „Sie zieht durch jede Fuge.“
Ein Konzern, dessen einziger verlässlicher Export die Verspätung ist, verunsichert die Nachbarn schon durch die Ankündigung. Gefahren wird bis Aachen, gefürchtet bis Antwerpen.
Zwei Zugpaare ab September, 30 Minuten als Obergrenze, Endstation Aachen, 4:15 geplant. Belgien will die deutsche Verspätung abweisen, die Schweiz fängt sie längst ab, und die Niederlande fürchten sie im Güterverkehr.
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