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Gegen die Rentenlücke sollen jetzt alle Beamte werden
Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 2 Minuten (Bearbeitungszeit: 9 Monate)

Ein künftiger Beamter wartet auf seinen Bescheid. Er hat Zeit bis 2031. Foto: wpa (Symbolbild)
Berlin (wpa) – Beamte erhalten im Ruhestand fast dreimal so viel wie gesetzlich Versicherte. Ein neuer Vorschlag will die Lücke schließen.
Die Idee ist bestechend einfach. Alle werden Beamte.
„Wir haben lange über die Anhebung der Renten diskutiert“, sagt ein Ministeriumsvertreter. „Das war uns zu teuer.“
Nun sollen 21 Millionen Rentner rückwirkend verbeamtet werden. Der Vorgang gilt als reine Formsache.
Nötig sind lediglich ein Antrag, ein Gesundheitszeugnis und ein Nachweis über 45 Dienstjahre. Bearbeitungszeit: neun Monate.
Kritiker halten den Plan für unfinanzierbar. Das Ministerium widerspricht.
Beamtenpensionen tauchen im Haushalt an anderer Stelle auf. Damit sei die Rentenlücke rein rechnerisch verschwunden.
Auch die Bahn zeigte sich interessiert. Sie prüft, ob sich verspätete Züge zu Beamten machen lassen.
Betroffen wären rund 21 Millionen Menschen. Die Verbeamtung soll in Jahrgängen erfolgen.
Zuständig ist ein neu geschaffenes Bundesamt in Bonn. Es hat vier Planstellen und keine Telefonnummer.
Die Antragsformulare sind bereits gedruckt. Sie umfassen 62 Seiten und liegen in Fulda.
Beamtenverbände zeigen sich zurückhaltend. Man begrüße den Zuwachs und fürchte die Kantine.
„Wir haben Platz für alle“, sagt Verbandssprecher Detlef Besoldung. „Nur nicht gleichzeitig.“
Offen ist die Frage der Dienstpflichten. Angedacht sind zwei Stunden Anwesenheit im Monat.
Wer dieser Pflicht nicht nachkommt, wird versetzt. Zielort ist der Wohnort.
Betroffen wären rund 1,7 Millionen Versorgungsempfänger. Die Ausgaben liegen bei 80 Milliarden Euro.
Sie steigen jährlich um 4 Prozent. Eine Reform gilt seit Jahren als überfällig.
Für die Rentenkasse bedeutet der Plan eine spürbare Entlastung. Sie wäre dann leer und zuständig für nichts.
Der Vergleich ist rechnerisch. Bei gleicher Lebensleistung liegt die Pension über der Rente.
Der Abstand beträgt im Mittel 41 Prozent. Das ist bekannt, berechnet und politisch gewollt.
Bei der Bahn arbeiten beide Gruppen nebeneinander. Rund 20.000 Beamte im Konzern, verbeamtet vor 1994, zugewiesen.
Sie fahren dieselben Züge, in denselben Schichten, nach derselben Vorschrift.
Herr Kruse und Herr Öhlert haben 1988 zusammen angefangen. Derselbe Beruf, dieselbe Strecke.
Einer wurde 1993 verbeamtet. Der andere 1995.
Dazwischen lag die Bahnreform.
Die Differenz in der Altersversorgung beträgt bei ihnen 780 Euro im Monat.
Zwei Jahre.
Sie fahren bis heute im selben Umlauf.
+++ MÜLLEIMER-TICKER +++
+++ Rund 20.000 Beamte im Konzern, verbeamtet vor 1994, zugewiesen – gleiche Züge, gleiche Schichten +++
+++ Zwei Jahre Unterschied bei der Verbeamtung, 780 Euro Unterschied im Monat +++
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