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Nach dem Zugfunk-Ausfall winkt die Bahn jetzt mit den Armen
Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 2 Minuten (gefühlt: winken Sie kurz)

Die neue Kommunikationszentrale im Einsatz. Reichweite: bis zur nächsten Kurve. Foto: wpa (Symbolbild)
Frankfurt am Main (wpa) – Nach dem bundesweiten Ausfall des Zugfunks im Juni sucht die Deutsche Bahn nach einer krisenfesten Alternative. Sie hat sie gefunden: Winken.
Damals stand der Verkehr in weiten Teilen des Landes still. Die Technik war ausgefallen, die Züge blieben stehen.
„Wir brauchten ein System ohne Software“, sagt Technikvorstand Volker Sendeschluss. „Und ohne Server, ohne Funkmast, ohne Update.“
Ohne Software fällt nichts aus. Ausfallen kann nur, was eingeschaltet ist.
Die Wahl fiel auf die menschliche Hand. Sie gilt als extrem ausfallsicher.
Beide Arme oben bedeutet: Halt. Ein Arm bedeutet: langsam.
Zuckende Schultern bedeuten: Wir wissen es auch nicht. Dieses Zeichen wird am häufigsten benötigt.
Am häufigsten zuckt die Schulter. Sie ist die ehrlichste Durchsage des Konzerns.
Die Reichweite beträgt rund 400 Meter. Bei Nebel deutlich weniger.
Bei Nebel sieht man das Zeichen nicht. Dann gilt der Zug als angehalten.
Fachleute halten das für ausreichend. Die meisten Züge stehen ohnehin.
Ein stehender Zug braucht keine Reichweite. Gewinkt wird ihm trotzdem zu.
Herr Sailer ist Fahrdienstleiter und winkt jetzt mit beiden Armen. Er hätte lieber einen funktionierenden Funk.
Er steht am Bahnsteigende und gibt Zeichen. Verstanden wird er bis zur nächsten Kurve.
Für die Digitalisierung sieht die Bahn keinen Rückschritt. Man plane bereits die nächste Ausbaustufe.
Die nächste Ausbaustufe ist die Fahne. Sie erhöht die Reichweite bei Wind.
Der Ausfall im Juni dauerte sieben Stunden. Betroffen waren 1.400 Züge.
Sieben Stunden ohne Funk, 1.400 Züge im Stand. Danach kam die Hand.
Die Ursache wurde bis heute nicht öffentlich benannt. Intern spricht man von einer Verkettung.
Sieben Stunden Ausfall, 1.400 Züge, 400 Meter Reichweite, bei Nebel weniger, als nächstes die Fahne. Herr Sailer winkt mit beiden Armen und hätte lieber Funk, und die Bahn nennt die Hand krisenfest, weil an ihr kein Update scheitern kann.
+++ MÜLLEIMER-TICKER +++
+++ 610 Ausfälle des Zugfunks im Jahr, 41.000 Verspätungsminuten, Fahren auf Sicht mit 40 km/h +++
+++ Ersatzteile seit 2021 nicht mehr produziert, Bestand aus Rückläufern reicht bis 2029 +++
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