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Im stehenden ICE ist das WLAN schneller als der Zug
Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 2 Minuten (gefühlt: lädt noch)

Ein Fahrgast nutzt das Zeitfenster einer Störung für den Seitenaufbau. Foto: wpa (Symbolbild)
Göttingen (wpa) – Historischer Moment im deutschen Fernverkehr: Am Dienstagmittag war das WLAN in einem ICE erstmals schneller als der Zug selbst.
Der ICE 1023 stand zu diesem Zeitpunkt bei Göttingen. Grund war ein Dienstag im Betriebsablauf.
Das WLAN erreichte währenddessen 0,4 Megabit pro Sekunde. Der Zug: 0 Kilometer pro Stunde.
„Damit ist das Netz offiziell das schnellste System an Bord“, sagt ein Konzernsprecher. „Wir sind stolz auf diese Entwicklung.“
Reisende luden in der Stunde des Stillstands ganze Webseiten. Einige öffneten sogar ein PDF.
„Ich habe eine E-Mail verschickt“, berichtet eine Reisende sichtlich bewegt. „Sie ist angekommen. Vor mir.“
Die Bahn will den Erfolg jetzt ausbauen. Ziel sei ein WLAN, das auch bei fahrendem Zug funktioniert.
Experten halten das für ambitioniert. Bewegung gilt im Konzern als größter Feind der Verbindung – bei Zügen wie beim Netz.
Der Rekord wurde von zwei Fahrgästen unabhängig gemessen. Beide hatten Zeit.
Die Bahn ließ den Wert nachträglich bestätigen. Zuständig war eine Prüfstelle in Frankfurt.
Sie brauchte für die Bestätigung sechs Wochen. Übermittelt wurde sie per Post.
Im Bordnetz waren zu diesem Zeitpunkt 340 Geräte angemeldet. Verbunden waren davon vier.
Techniker erklären den Erfolg mit der besonderen Lage. Ein stehender Zug bewege sich nicht aus der Funkzelle heraus.
Damit sei die Verbindung erstmals stabil. Die Bahn prüft, ob sich dieser Zustand herstellen lässt.
Erste Überlegungen gehen in eine klare Richtung. Man könnte häufiger stehen bleiben.
Ein Sprecher wollte das nicht bestätigen. Er sagte nur, man arbeite bereits daran.
Das WLAN ist gefördert worden. Das Programm umfasste 340 Millionen Euro.
Es hat funktioniert. Die Verfügbarkeit liegt bei 94 Prozent.
Die Pünktlichkeit im Fernverkehr liegt bei 62.
Beide Zahlen stehen im selben Bericht, auf derselben Seite.
Für die Verfügbarkeit gibt es ein Ziel. Es wurde übertroffen.
Für die Pünktlichkeit gibt es auch eines. Erreicht wurde es zuletzt 2019.
Der ICE 1023 kam mit 94 Minuten Verspätung an. Die E-Mail wartete dort schon.
Sie enthielt die Einladung zu einer Sitzung, die um neun begonnen hatte.
+++ MÜLLEIMER-TICKER +++
+++ WLAN-Förderprogramm 340 Millionen Euro, Verfügbarkeit 94 Prozent +++
+++ Pünktlichkeit im Fernverkehr 62 Prozent – beide Zahlen stehen auf derselben Seite +++
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