24.000 Euro für eine graue Wand, die kaputte Bahnsteigkante bleibt

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24.000 Euro für eine graue Wand, die kaputte Bahnsteigkante bleibt

Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (Wand grau)

Graffiti Satire: Waschbär steht vor einer frisch grau gestrichenen Betonwand neben Gleisen

Die Wand ist gereinigt. Alle finden sie schlechter. Foto: wpa (Symbolbild)

Offenbach (wpa) – An einer Wand in Offenbach war neun Jahre lang ein großes Graffiti. Im Juni wurde es entfernt.

Die Entfernung kostete 24.000 Euro. Sie dauerte elf Tage.

Seitdem ist die Wand grau. 80 mal 4 Meter.

Die Bahn hat 140 Beschwerden bekommen. Alle betreffen die Entfernung.

„Damit hatten wir nicht gerechnet“, sagt Objektmanager Roland Grauwert. Sonst beschwere man sich über Farbe, nicht über deren Fehlen.

Das Bild zeigte eine Flusslandschaft. Entstanden 2017.

Der Urheber ist unbekannt. Er hat sich nie gemeldet.

Neun Jahre gefiel es, in elf Tagen war es weg. 24.000 Euro für eine graue Fläche.

Für die Bahnsteigkante nebenan gab es kein Geld. Sie ist gebrochen, seit Jahren, gemeldet.

Frau Deitmer stolpert über die Kante, nicht über die Farbe. Repariert wurde die Wand, nicht der Boden.

24.000 Euro flossen in das Übermalen eines Bildes. In die Kante floss nichts.

Der Vorstand nennt die Maßnahme Werterhalt. Erhalten wurde ein Grau, verloren ein Bild.

140 Menschen beschwerten sich über die Entfernung. Über die Kante beschwert sich nur, wer darüber fällt.

Der Minister lobt das saubere Erscheinungsbild der Bahnanlagen. Sauber ist die Wand, kaputt der Bahnsteig davor.

Gemessen wird die entfernte Graffitifläche, nicht die reparierte Kante. Entfernt sind 320 Quadratmeter Farbe.

Ein Bild verschwand, das keiner beauftragt hatte, und alle vermissten. Die Kante blieb, die keiner wollte, und alle spüren.

Für die nächste graue Wand ist Budget da. Für den Boden davor läuft eine Prüfung.

So erhält die Bahn ihren Wert, indem sie ein Bild übermalt. Der Wert steht jetzt grau am Gleis.

Neun Jahre Fluss, elf Tage Entfernung, 24.000 Euro Grau. Die Kante daneben zählte in keiner Rechnung.

Die Bahn gab 24.000 Euro aus, um ein neun Jahre altes Graffiti durch eine graue Wand zu ersetzen, und bekam 140 Beschwerden. Für die kaputte Bahnsteigkante davor, über die Frau Deitmer stolpert, war kein Geld da.

+++ MÜLLEIMER-TICKER +++

+++ 24.000 Euro für die Entfernung aus dem Titel für Instandhaltung baulicher Anlagen +++

+++ Aus demselben Titel beantragt: Erneuerung einer abgesackten Bahnsteigkante, zurückgestellt +++

Achtung, Satire: Personen, Zitate und Pressestellen sind frei erfunden — im Gegensatz zu den Verspätungen.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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