900 Kameras am Hauptbahnhof, einer schaut auf 14 Monitore

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900 Kameras am Hauptbahnhof, einer schaut auf 14 Monitore

Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (Aufnahme läuft)

Videoüberwachung Satire: Waschbär steht unter einer Überwachungskamera in einer Bahnhofshalle

Die Kamera nimmt auf. Zuschauen wird sie nicht. Foto: wpa (Symbolbild)

Hannover (wpa) – Der Hauptbahnhof Hannover hat 900 Überwachungskameras. Sie decken den gesamten Bereich ab.

Die Bilder laufen auf 14 Monitore. Die stehen in einem Raum im Untergeschoss.

Besetzt ist der Raum von 6 bis 22 Uhr. Von einer Person.

Eine Person kann 14 Monitore nicht gleichzeitig beobachten. Unstrittig.

„Die Aufzeichnung ist das Entscheidende“, sagt Sicherheitschef Egmont Kamerawinkel. Zusehen sei nie versprochen worden.

Live-Beobachtung sei nicht das Ziel. Und nicht zugesagt.

Das Ziel ist, hinterher zu sehen, was man vorher nicht sah. 900 Kameras für die Vergangenheit.

Die Aufnahmen werden 72 Stunden gespeichert. Danach gelöscht.

Wer nach 72 Stunden fragt, fragt zu spät. Das Bild ist dann weg, wie der Täter.

Herr Bax wurde am Bahnsteig bestohlen, unter einer Kamera. Er fragte nach dem Bild, es war eines von 900.

Angesehen hatte es niemand, die eine Person schaute anderswo. Aufgezeichnet war es, gesehen nicht.

Der Vorstand nennt die Anlage ein Sicherheitsplus. Plus sind 900 Kameras, minus die 899 unbeobachteten.

Sicherheit entsteht durch Hinsehen, nicht durch Speichern. Gespeichert wird alles, hingesehen bei einem Vierzehntel.

Der Minister lobt die lückenlose Videoüberwachung der Bahnhöfe. Lückenlos ist die Aufzeichnung, lückenhaft der Blick.

Gemessen wird die Zahl der Kameras, nicht die der Beobachter. Kameras sind 900, Beobachter ist einer.

Eine Kamera, die keiner sieht, schützt niemanden in Echtzeit. Sie beweist hinterher, dass niemand zusah.

Für eine zweite Person im Raum gibt es kein Budget. Für 900 Kameras gab es eines.

So überwacht man einen Bahnhof, indem man ihn aufzeichnet und wegschaut. Die Sicherheit liegt im Archiv, 72 Stunden lang.

900 Objektive, ein Paar Augen, 14 Monitore. Die Rechnung geht nicht auf, nur die Festplatte.

Der Hauptbahnhof Hannover hat 900 Kameras und einen Menschen, der auf 14 Monitore schaut. Zusehen sei nie versprochen worden, nur aufzeichnen, und angesehen wird das Bild erst, wenn Herrn Bax längst die Tasche fehlt.

+++ MÜLLEIMER-TICKER +++

+++ Sicherheitskräfte seit 2019 minus 14 Prozent, Kameras plus 340 Prozent +++

+++ Speicherfrist 72 Stunden, Auswertung beginnt im Mittel nach elf Tagen +++

Achtung, Satire: Personen, Zitate und Pressestellen sind frei erfunden — im Gegensatz zu den Verspätungen.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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