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Sicherheitsoffensive: 900 Kameras filmen Sie, damit später jemand nachschauen könnte
Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (Aufnahme läuft)

Die Kamera nimmt auf. Zuschauen wird sie nicht. Foto: wpa (Symbolbild)
Hannover (wpa) – Der Hauptbahnhof Hannover hat 900 Überwachungskameras. Sie decken den gesamten Bereich ab.
Die Bilder laufen auf 14 Monitore. Diese stehen in einem Raum im Untergeschoss.
Besetzt ist der Raum von 6 bis 22 Uhr. Von einer Person.
Eine Person kann 14 Monitore nicht gleichzeitig beobachten. Das ist unstrittig.
„Die Aufzeichnung ist das Entscheidende“, erklärt Sicherheitschef Egmont Blickfeld. Zusehen sei nie versprochen worden. Man filme Sie also nicht zum Schutz, sondern fürs Archiv.
Live-Beobachtung sei nicht das Ziel. Sie sei auch nicht zugesagt.
Die Aufnahmen werden 72 Stunden gespeichert. Danach werden sie gelöscht.
Abgerufen werden sie auf Anforderung. Meist von der Polizei.
Im vergangenen Jahr gab es 1140 Anforderungen. In 690 Fällen half das Material.
In 450 Fällen nicht. Der Grund war meist die Bildqualität.
Die Kameras stammen aus dem Jahr 2011. Ihre Auflösung liegt bei 720 Pixeln.
Ein Austausch ist geplant. Er soll 2029 beginnen.
Die Kosten liegen bei 6,2 Millionen Euro. Für den einen Bahnhof.
Bundesweit gibt es rund 11.000 Kameras. Etwa 60 Prozent haben diese alte Auflösung.
Eine vollständige Erneuerung würde 340 Millionen kosten. Das Geld ist nicht eingeplant.
Fahrgastverbände fordern weniger Kameras und mehr Personal. Die Wirkung sei größer.
Eine Studie stützt das. Sichtbares Personal senkt Vorfälle um 34 Prozent.
Kameras senken sie um 6 Prozent. Die Zahlen stammen aus dem Jahr 2021.
Die Bahn kennt die Studie. Sie verweist auf die Kosten.
Personal sei dauerhaft teuer. Eine Kamera koste einmalig.
Die Rechnung stimmt. Sie beantwortet die Frage nach der Wirkung nicht.
Der Raum mit den Monitoren wurde 2011 eingerichtet. Damals waren es vier Monitore.
Die Zahl wuchs mit den Kameras. Die Personalstärke blieb bei einer Person.
Eine zweite Stelle wurde 2016 beantragt. Der Antrag wurde nicht bewilligt.
Er wurde 2019 und 2023 wiederholt. Beide Male mit demselben Ergebnis.
Der Konzern nennt beides notwendig und setzt auf einen Mix. Der Mix besteht aus 900 Kameras und einer einzigen Person. Sie starrt allein auf 14 Monitore, damit im Geschäftsbericht das Wort Sicherheit stehen kann. Auf Ihrem Bahnsteig steht dafür niemand.
+++ MÜLLEIMER-TICKER +++
+++ 900 Kameras filmen Sie – zusehen tut niemand. Sie sind das Material, nicht der Zweck +++
+++ Personal wirkt sechsmal besser als Kameras – gekauft werden trotzdem Kameras, die beschweren sich nie +++
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