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340 neue Stellen, um stehende Züge zu bewachen
Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (im Stand)

Der Chefredakteur hat Dienst. Der Zug auch. Foto: wpa (Symbolbild)
Fulda (wpa) – Die Bahn schafft 340 neue Stellen im Fahrdienst. Die Aufgabe: stehende Züge bewachen.
Bewacht werden Fahrzeuge, die auf ein freies Gleis warten. Wartezeit im Schnitt vier Stunden.
Die Tätigkeit heißt Bereitstellungsbegleitung. Im Juli in den Tarifvertrag aufgenommen.
„Ein Fahrzeug darf nicht unbeaufsichtigt bleiben“, sagt Betriebsleiter Egon Prellbock. Unbeaufsichtigt stand es bis Juni immer.
Bis Juni bewachte es niemand, es passierte nichts. Jetzt bewachen es 340 Menschen, es passiert weiter nichts.
Bezahlt wird nach Entgeltgruppe 6, etwa 41.000 Euro im Jahr. Fürs Danebenstehen, vier Stunden lang.
340 Leute stehen neben stehenden Zügen. Fahren würde der Zug lieber, aber das Gleis ist voll.
Statt Gleise freizumachen, stellt man Wächter ab. Der Stau bekommt Personal, kein Ende.
Der Vorstand nennt das Verantwortung fürs Fahrzeug. Verantwortet wird das Warten, nicht das Fahren.
Ein Lokführer, der fahren dürfte, bewacht jetzt. Die Ausbildung war für den Führerstand, nicht für den Stillstand.
Herr Krein fährt in einem dieser Züge, vier Stunden Stillstand. Neben dem Zug steht ein Bewacher, bezahlt.
Er fragte den Bewacher, wann es weitergehe. Der zuckte, er ist fürs Danebenstehen zuständig, nicht fürs Fahren.
So wird der Mangel verwaltet, nicht behoben. Jeder stehende Zug ein Arbeitsplatz.
Der Minister lobt die Schaffung neuer Stellen im Konzern. Neue Stellen, für ein altes Problem, das man pflegt.
Gebraucht würden die 340 im Führerstand. Dort fehlen sie, hier stehen sie, neben dem Zug.
Bewacht wird gegen nichts. Es gibt keine Gefahr, nur das Warten und einen Wächter dafür.
Für nächstes Jahr sind weitere 200 Stellen geplant. Mehr Züge stehen, mehr Bewacher braucht es.
So wächst die Belegschaft und der Stillstand. Beide Hand in Hand, tariflich geregelt.
Die Bereitstellungsbegleitung ist der Beruf der Zukunft. Solange die Züge stehen, hat er Bestand.
340 Menschen bewachen jetzt stehende Züge. Fahren würden die Züge lieber, aber dafür ist keiner zuständig.
+++ MÜLLEIMER-TICKER +++
+++ Neue Tätigkeit im Tarifvertrag ergänzt, sie heißt Bereitstellungsbegleitung +++
+++ Erster Bewacher meldet nach vier Stunden, der Zug sei noch da +++
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