736 BahnCards für 3,3 Millionen, im Schnitt viermal genutzt

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736 BahnCards für 3,3 Millionen, im Schnitt viermal genutzt

Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (Karte ungenutzt)

BahnCard Satire: Waschbär steht neben einer Bahnhofsanzeige mit einer Karte in der Pfote

Die Karte gilt überall. Benutzt wird sie selten. Foto: wpa (Symbolbild)

Berlin (wpa) – Alle Abgeordneten des Bundestages bekommen eine BahnCard 100. Die Kosten trägt der Bund.

Der Listenpreis liegt bei 4.550 Euro. Bei 736 Abgeordneten sind das 3,3 Millionen im Jahr.

Genutzt wird die Karte im Schnitt viermal im Jahr. Das ergab eine interne Auswertung.

Vier Fahrten für 4.550 Euro sind 1.137 Euro je Fahrt. Ein Flug kostet weniger.

„Die Karte steht allen zur Verfügung“, sagt Verwaltungssprecher Kurt Kartenwert. Zur Verfügung stehen und genutzt werden sind zwei Dinge.

Im ersten Jahr sahen 41 Prozent der Karten überhaupt eine Fahrt. Die übrigen liegen in Büros.

Eine Karte für 4.550 Euro, die nie eine Bahn sieht, ist ein teures Lesezeichen. 300 solcher Lesezeichen liegen im Bundestag.

Ein Rückgaberecht besteht nicht. Genommen wird die Karte, gefahren wird sie nicht.

Der Bund zahlt den vollen Preis, ob gefahren oder nicht. Die Bahn nimmt ihn gern, sie hat 736 sichere Kunden.

Frau Löhr kauft ihre BahnCard selbst. Sie überlegt bei 4.550 Euro, ob sie sie braucht.

Sie fährt oft, ihre Karte rechnet sich. Bei den Abgeordneten rechnet sie sich nur für die Bahn.

Der Vorstand freut sich über 736 verkaufte Jahreskarten. Verkauft an einen Kunden, der nicht fährt.

Ein Instrument, das die Bahn fördern soll, fördert nur den Umsatz. Gefahren wird viermal, gezahlt wird voll.

Der Minister nennt die Karte ein Bekenntnis zur Schiene. Bekannt hat man sich, benutzt hat man sie nicht.

Gemessen wird die Zahl der ausgegebenen Karten, nicht der Fahrten. Ausgegeben sind 736, gefahren ein Bruchteil.

3,3 Millionen im Jahr für ein Bekenntnis. Das Bekenntnis liegt in der Schublade und gilt.

Für die 300 ungenutzten Karten gibt es keine Erklärung. Nur keine Rückgabe.

So fördert der Bund die Schiene, indem er Karten kauft, die niemand entwertet. Die Förderung fährt nicht mit.

Am Ende zahlt der Steuerzahler 1.137 Euro pro Fahrt eines Abgeordneten. Selber fahren müsste er für weniger.

736 BahnCards für 3,3 Millionen, im Schnitt viermal genutzt, 41 Prozent nie: Das ist das Bekenntnis des Bundestages zur Schiene. Es liegt, gültig und ungefahren, in 736 Büros.

+++ MÜLLEIMER-TICKER +++

+++ 736 BahnCards für 3,3 Millionen Euro, Nutzungsquote im ersten Jahr 41 Prozent +++

+++ Im selben Zeitraum standen elf ländliche Haltepunkte zur Entscheidung, neun wurden geschlossen +++

Achtung, Satire: Personen, Zitate und Pressestellen sind frei erfunden — im Gegensatz zu den Verspätungen.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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