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Pendlerpauschale jetzt nach Wartezeit, die längste Wartezeit zählt nicht
Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 2 Minuten (Nachweis erforderlich)

Der Nachweis wächst mit jeder Fahrt. Foto: wpa (Symbolbild)
Wiesbaden (wpa) – Die Pendlerpauschale wird zum kommenden Jahr umgestellt. Erstattet wird künftig nach Wartezeit.
Bisher zählte nur die Entfernung. 38 Cent pro Kilometer.
„Wir bilden die tatsächliche Belastung ab“, sagt Ministeriumssprecherin Ina Wartminute. Abgebildet wird das Warten.
Künftig gibt es 12 Cent pro Wartminute. Gedeckelt bei 4.500 Euro.
Für viele Pendler heißt das mehr Geld. Für Autofahrer weniger.
Wer auf die Bahn wartet, bekommt endlich etwas dafür. Bis zum Deckel, dann nicht mehr.
Der Deckel kam nach einer Prüfung. Ohne ihn wären einige Fälle aufgefallen.
Aufgefallen wäre, wie lange die Bahn manche warten lässt. Der Deckel macht die längste Wartezeit unsichtbar.
Ein Pendler aus Hagen käme rechnerisch auf 9.200 Euro. Er fährt täglich nach Köln.
Herr Timmermann ist dieser Pendler. Seine Wartezeit ist 9.200 Euro wert, ausgezahlt werden 4.500.
Die Hälfte seines Wartens zählt nicht. Genau die Hälfte, die das Problem zeigt.
Der Vorstand des Ministeriums nennt die Reform belastungsgerecht. Gerecht ist sie bis 4.500 Euro, darüber gilt der Deckel.
Eine Pauschale nach Wartezeit, die die längste Wartezeit kappt, misst das Problem und versteckt es. Erstattet wird bis zur Grenze, gewartet darüber hinaus.
Der Minister lobt die realistische Abbildung der Pendlerbelastung. Realistisch bis 4.500, unsichtbar danach.
Gemessen wird die Wartezeit bis zum Deckel, nicht die ganze. Gezählt wird das Erträgliche, gekappt das Skandalöse.
Wer am längsten wartet, bekommt anteilig am wenigsten. Der Deckel bestraft die schlimmste Strecke.
Für die Fälle über 4.500 Euro gibt es keine Sonderregel. Es gibt den Deckel, der sie zum Verschwinden bringt.
So bildet man die Belastung ab, indem man die höchste abschneidet. Erstattet wird das Mittel, verschwiegen die Spitze.
12 Cent je Minute, Deckel 4.500, ein Hagener bei 9.200. Das ist die neue Pauschale.
Die Pendlerpauschale zahlt jetzt 12 Cent pro Wartminute, doch bei 4.500 Euro ist Schluss, damit die längsten Wartezeiten nicht auffallen. Herr Timmermann wartet für 9.200 Euro und bekommt die Hälfte, die andere zählt nicht.
+++ MÜLLEIMER-TICKER +++
+++ Wartezeit ist weder Entfernung noch Arbeitszeit – 172 Stunden im Jahr +++
+++ Wer 61 Minuten wartet, hat dieselbe Entfernung wie der, der durchfährt +++
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