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Drei Behörden, ein verpasster Bus, die Kinder baden es aus
Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 2 Minuten (erste Stunde entfällt)

Der Bus kommt. Irgendwann. Foto: wpa (Symbolbild)
Gelsenkirchen (wpa) – An 14 Schulen in Gelsenkirchen beginnt der Unterricht künftig später. Grund ist der Nahverkehr.
Die erste Stunde entfällt ersatzlos. Unterrichtsstart ist 9 Uhr.
„Wir haben uns der Wirklichkeit angepasst“, sagt Schulleiterin Andrea Schulanfang. Angepasst wurde die Schule, nicht der Fahrplan.
Zuvor kamen täglich bis zu 60 Kinder zu spät. Der Bus kam unregelmäßig.
Der Bus wartet auf den Zug. Der Zug kommt um 7:52, der Bus fährt um 7:55.
Der Unterricht begann um 7:45. Sieben Minuten trennten die Kinder von der ersten Stunde.
Eine Verlegung des Zuges um sieben Minuten wurde geprüft. Geht nicht, die Trasse ist belegt.
Sieben Minuten früher fährt der Zug nicht, sieben später beginnt die Schule nicht. Also entfällt die Stunde ganz.
Drei Stellen sind beteiligt, die Bahn, der Verkehrsverbund, die Schule. Keine verschiebt ihre sieben Minuten.
Die Familie Behrend hat zwei Kinder an einer der 14 Schulen. Ihre erste Stunde fällt aus, jeden Tag.
Die Kinder verlieren eine Unterrichtsstunde, weil drei Behörden sich nicht auf sieben Minuten einigen. Gebadet wird es unten, in der Klasse.
Der Vorstand der Bahn verweist auf die belegte Trasse. Belegt ist sie, verschiebbar wäre der Schulanfang, nicht das Gleis.
Statt einer Minute Abstimmung fällt eine Stunde Unterricht. Das ist billiger für alle außer die Kinder.
Der Minister lobt die pragmatische Lösung vor Ort. Pragmatisch strich man die erste Stunde.
Gemessen wird die Zahl der Verspätungen, nicht der verlorene Unterricht. Pünktlich sind jetzt alle, um 9 Uhr.
Wo Zug, Bus und Schule sich um sieben Minuten verpassen, zahlt der Schwächste. Der Schwächste ist das Kind.
Für eine gemeinsame Abstimmung gibt es keinen Zuständigen. Es gibt drei, die aufeinander zeigen.
So löst man das Anschlussproblem, indem die Schule später beginnt. Verloren geht die erste Stunde, gewonnen wird die Statistik.
Zug 7:52, Bus 7:55, Schule früher, sieben Minuten Lücke, eine Stunde weg. Das ist der Schulweg.
Weil Zug, Bus und Schulanfang sich in Gelsenkirchen um sieben Minuten verpassen und keine der drei Stellen ihre Zeit verschiebt, entfällt für die Kinder die erste Unterrichtsstunde. Gebadet wird es in der Klasse, nicht in den Ämtern.
+++ MÜLLEIMER-TICKER +++
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